Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 04.11.2013           92      Teilen:   |

Außerordentliche Familien-Synode im Oktober 2014

Papst befragt Katholiken über Homo-Ehen

Artikelbild
Papst Franziskus fragt, wie die Gläubigen über Homo-Rechte denken - ein erster Schritt zur Anerkennung von gleichgeschlechtlicher Liebe?

In einem höchst ungewöhnlichen Schritt hat der Vatikan Fragebögen an seine Bistümer versendet, um die Meinung der Gläubigen zu Familien-Themen abzufragen, darunter auch Homo-Rechte.

Papst Franziskus will wissen, wie seine 1,2 Milliarden Schäfchen über die Familie denken: Sein Amt hat bereits Mitte Oktober ein Vorbereitungsdokument zur außerordentlichen Bischofssynode an die 4.700 Bischöfe verschickt. Das Treffen soll kommenden Oktober stattfinden. Thema sollen die "pastoralen Voraussetzungen der Familie im Kontext der Evangelisierung" sein.

In dem Fragebogen sollen erstmals auch Gläubige in Gemeinden befragt werden. Themen schließen dabei alle Formen des Familienlebens ein, darunter etwa Geschiedene, heterosexuelle Heiratsverächter, interreligiöse Ehen, Polygamie, arrangierte Ehen und auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Die britische Kirche hat den Fragebogen bereits für alle Gläubigen online gestellt.

Fortsetzung nach Anzeige


"Kinder in irregulären Ehesituationen"

Das Papier spricht von "noch nie da gewesenen Problematiken" im Bereich Familie, beispielsweise von Lebensgemeinschaften "von Personen desselben Geschlechts, denen nicht selten die Adoption von Kindern gewährt wird". Das Oberhaupt der katholischen Kirche verlangt daher auch Auskunft von den Bischöfen über die Gesetzeslage in ihrem Bistum in Bezug auf Homo-Rechte, wie die Bischöfe diese beurteilen und wie viel "pastorale Aufmerksamkeit" gegenüber Schwulen und Lesben möglich sei, "die sich für derartige Lebensgemeinschaften entschieden haben". Der Vatikan will auch wissen, ob und wie "Kinder in irregulären Ehesituationen" religiös großgezogen werden.

In dem Dokument werden zwar keine Änderungen der generellen Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen durch die katholische Kirche angekündigt. Das Papier geht jedoch ungewohnt feinfühlig auf Themen ein, die bis vor kurzem innerhalb der Kirche noch als Tabu galten.

Kirche weiterhin gegen Gleichbehandlung

Papst Franziskus hat in den letzten Monaten im Vergleich zu seinem Vorgänger weitaus sanfter über Homosexualität gesprochen. So bezeichnete er Schwule etwa als "unsere Brüder" (queer.de berichtete). Allerdings hat die Kirche ihre Meinung zu schwul-lesbischen Rechten bislang nicht revidiert und kämpft weiter weltweit gegen Antidiskriminierungsgesetze oder die Einführung von Lebenspartnerschaften oder Ehe-Schließungen für gleichgeschlechtliche Paare.

So bezieht die US-Kirche weiter gegen fortschreitende Gleichstellungsgesetze auf Ebene der Bundesstaaten Stellung – erst vergangenen Monat bezeichnete es etwa der Bischof von Springfield als "Gotteslästerung", wenn Katholiken für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht beten (queer.de berichtete). Unter den Gläubigen dürfte die anhaltende Linie allerdings Befremden auslösen: In den USA unterstützt eine deutliche Mehrheit der Katholiken die Ehe-Öffnung – sie ist bei den amerikanischen Papst-Anhängern weit populärer als unter Protestanten.

Auch in Deutschland kämpft die Spitze der katholischen Kirche gegen mehr Offenheit bei diesem Thema: Erst Anfang Oktober prangerte etwa der Mainzer Kardinal Karl Lehmann an, dass Homosexuelle öffentlich "Propaganda" betreiben würden (queer.de berichtete). (dk)

Wochen-Umfrage: Erwartest du, dass die katholische Kirche mit dem neuen Papst gleichgeschlechtliche Beziehungen mittelfristig als gleichwertig anerkennt? (Ergebnis)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 92 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 158             10     
Service: | pdf | mailen
Tags: katholische kirche, papst, franziskus, vatikan
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Papst befragt Katholiken über Homo-Ehen"


 92 User-Kommentare
« zurück  12345...910  vor »

Die ersten:   
#1
04.11.2013
12:24:46


(+14, 18 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


>Kirche ihre Meinung zu schwul-lesbischen Rechten bislang nicht revidiert und kämpft weiter weltweit gegen<

uns.

Was interessiert mich die Meinung von 1,2e+9 Katholiken? Mich interessiert die Umsetzung des Gleichheitssatzes aus Artikel 1, Satz 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in geltendes nationales Recht. Für alle Länder weltweit.

Dafür braucht es keine Umfrage, sondern die saubere Trennung von Staat und Religion.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
04.11.2013
13:22:57
Via Handy


(+6, 12 Votes)

Von Alex


1. Menschenrechte sind doch nichts, worüber man abstimmen kann...

2. Da die meisten vernünftigen Menschen diesen scheinheiligen, unchristlichen Verein längst verlassen haben, dürfte das Ergebnis wohl klar sein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
04.11.2013
13:32:27


(+5, 9 Votes)

Von sperling


wohlgemerkt: bergoglio hat diesen fragebogen nicht an die gläubigen verschickt, sondern an die bischöfe, und vorneweg ein dokument, das die offizielle haltung der rkk darstellt. soweit ich informiert bin, bleibt es den bischöfen persönlich überlassen, ob in welcher form sie ihre schäfchen nun einbeziehen - sie können es auch einfach sein lassen.

wer sich hiervon einen plötzlichen ausbruch von basisdemokratie verspricht, der irrt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
04.11.2013
13:39:58


(-7, 11 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #3 von sperling


Abwarten!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
04.11.2013
14:07:05


(-10, 16 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Es wäre nicht schlecht, wenn auch einfache Gläubige daran teilnehmen dürften - werden sie das ? Wieviel ich weiß, ist hier die Entscheidung jeder einzelnen Bischoskonferenz überlassen worden, in welcher konkreten Form sie diese Befragung veranstalten möchte, mehr oder weniger direkt. Sollte es doch zur möglichst direkten Teilnahme kommen, wären meine "Wünsche" dabei: damit die Kirche die Homosexualität nicht mehr als Sünde, sondern als gewisse Entscheidung für das ganze Leben, die nicht mehr zu verändern ist, betrachte (vielleicht so etwas ähnliches wie eine ledige Frau mit dem Kind) und die Opposition gegen die rechtliche Gleichstellung der eingetragenen Partnerschaften im bürgerlichen Recht aufgäbe, ausser natürlich im Adoptionsrecht sowie mit der Beibehaltung der "Ehe" nur für die Heteropaare.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
04.11.2013
14:21:28


(+4, 10 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Für mich ist das nichts Anderes als vorsätzliche Augenwischerei, die vordergründig naiv denkende Menschen dazu verleiten könnte, fälschlicherweise irgendeine Art von "Akzeptanz" oder "Toleranz" hineinzuinterpretieren.

Letztendlich ist es doch einem vernünftigen Menschen völlig egal, was eine (Riesen-)Sekte in ihren Wahnphantasien herauswürgt - juristisch hat ein derartiges Geschwafel keinerlei Bedeutung und geht in den vorgezogenen, unbegründeten Freudenschreien - ganz gezielt gewollt - unter, indem die Leute der Illusion anhängen, die "Zustimmung" einer Organisation zu benötigen, die dafür absolut irrelevant ist.

Endlich eine echte (!) Trennung von Staat und Sekten, für Letztere Abschaffung der illegalen Privilegien und gut ist's!

Auf zu mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
04.11.2013
14:38:08


(+3, 11 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Aus Bad Homburg


"" Sollte es doch zur möglichst direkten Teilnahme kommen, wären meine "Wünsche" dabei: damit die Kirche die Homosexualität nicht mehr als Sünde, sondern als gewisse Entscheidung für das ganze Leben, die nicht mehr zu verändern ist, betrachte (vielleicht so etwas ähnliches wie eine ledige Frau mit dem Kind)""..

Deine Formulierungen sind so grenzwertig das Mann schon von Glück reden muß nicht in Deiner Gemeinde leben zu müssen, weil Mann befürchten müßte mit Steinen beworfen zu werden !

Was ist daran Entscheidung außer der Entscheidung die Tatsache Homosexuell zu sein als solche anzuerkennen ?

Und woher kommt diese widerliche Arroganz gegenüber unehelichen Kindern, die Mann ja Heute (leider?) nicht mehr als "Bastarde" bezeichnen und von der Erbfolge ausschließen darf ?

Wenn sich die Bischöfe dazu entschließen sollten die Teilnehmer an Gottesdiensten zu "befragen", was noch lange nicht impliziert das alle Katholiken befragt würden, dann ist zu hoffen das solche Schrankschwestern wie Du davon ausgeschloßen bleiben, um die Ergebnisse nicht noch weiter zu verfälschen..

Zumal eh zu befürchten ist dass das Ergebnis bei Nicht-Gefallen entweder in den Archiven der Glaubenskongregation verschwindet, oder ensprechend korrgiert über die Vatikanischen Medien ihren Weg auf die hinteren Seiten der entsprechenden Publikationen findet..

Ich kann mir nicht vorstellen das ein Mann wie Martin Lohmann in seinem Sender K-TV das Ergebnis das 90 % der befragten Katholiken gar nichts gegen eine Öffnung der Ehe einzuwenden hätten, ohne einen großen Eimer zum hinein-kotzen verkünden würde..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
04.11.2013
15:02:21


(-4, 14 Votes)

Von Mikesch


Immerhin tut sich mal was...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
04.11.2013
15:34:52


(+7, 11 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Für die katholische Kirche gibt es keine Rettung,trotz vorgespielter humaner Worte des neuen Papstes ist alles so schlimm wie gehabt. Nach wie vor verlieren die Menschen ihren Job sobald sie sich outen in katholischen Schulen,Kindergärten, Universitäten usw., wenn die salbungsvollen Worte ernstzunehmen wären, müsste man nicht jeden Tag lesen, dass schon wieder ein Lehrer oder Unidozent seine Arbeit verloren hat .


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
04.11.2013
17:33:24


(-11, 15 Votes)

Von anome
Aus Kassel (Hessen)
Mitglied seit 01.10.2013


Ich bin zwar Protestant, trotzdem bin ich Begeistert darüber, was für große Schritte die RKK zurzeit hinter sich bringt! Weiter so, Franziskus!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...910  vor »


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt