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  • 06.11.2013           29      Teilen:   |

Staat Nummer 15

Illinois öffnet Ehe für Schwule und Lesben

Artikelbild
Im Repräsentantenhaus von Springfield brach Jubel aus, nachdem die Abgeordneten das Gesetz beschlossen hatten

Auch Obamas Heimatstaat stellt Schwule und Lesben im Eherecht gleich – damit haben jetzt 15 US-Bundesstaaten die Ehe geöffnet.

Beide Kammern des Parlamentes von Illinois haben am Dienstagabend die Ehe-Öffnung beschlossen. Gegen 16 Uhr Ortszeit stimmten 61 Abgeordnete des Repräsentantenhauses zu, 54 votierten dagegen. Kurz vor Mitternacht segnete auch der Senat den Gesetzentwurf mit 32 zu 21 Stimmen ab. Der demokratische Gouverneur Pat Quinn hat bereits erklärt, er werde das Gesetz unterzeichnen. Noch ist unklar, wann es in Kraft treten wird.

Unter dem seit 2009 regierenden Quinn, der den des Amtes enthobenen korrupten Skandalgouverneur Rod Blagojevich abgelöst hatte, wurden in den letzten Jahren mehrere umstrittene Reformen im Bundesstaat durchgeführt, für die er vor allem von der politischen Linken gelobt wurde. So schaffte der Staat die Todesstrafe ab, legalisierte Marihuana als Medikament und ermöglichte es Einwanderern ohne Aufenthaltserlaubnis, Führerscheine zu erhalten. 2011 führte der Staat eingetragene Partnerschaften ein (queer.de berichtete). Diese können nun in Ehen umgewandelt werden.

Auch Präsident Barack Obama, der von 1997 bis 2004 Senator in Illinois war, hat die Ehe-Öffnung in seinem 13 Millionen Einwohner zählenden Heimatstaat unterstützt (queer.de berichtete). Gleich nach der Verabschiedung des Gesetzes lobte er die Entscheidung: "Michelle und ich sind voller Freude für all die hingebungsvollen Paare in Illinois, deren Liebe jetzt so rechtmäßig ist wie die unsere", so Obama in einer Pressemitteilung. Endlich würden alle Paare in Illinois fair und gleich behandelt.

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Konservative beklagen Aushöhlung der Religionsfreiheit

In den letzten Monaten sind mehrere Anläufe im Parlament von Illinois gescheitert, das Gesetz zu verabschieden. Kontrovers waren insbesondere Ausnahmeregelungen für Menschen, die aus religiösen Gründen Homo-Paare ablehnen.

Das jetzt beschlossene Gesetz enthält daher Bestimmungen, dass Glaubensgemeinschaften, die in den USA bei Eheschließungen die Befugnisse eines Standesbeamten besitzen, Homo-Paare weiterhin ablehnen dürfen. Allerdings ging das vielen Konservativen nicht weit genug: So müssen religiöse Gruppen den gleichgeschlechtlichen Ehepartnern von Angestellten beispielsweise die Krankenversicherung mitfinanzieren. Außerdem dürfen Bäckereien, Blumenhändler oder Hochzeitsfotografen gleichgeschlechtliche Paare nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren. Aus diesen Gründen sei das Gesetz "das schlechteste in den USA, um Religionsfreiheit zu gewähren", erklärte etwa die republikanische Abgeordnete Jeanne Ives, eine erklärte Homo-Gegnerin.

Mit Papst Franziskus für die Ehe-Öffnung

Die offenere Haltung von Papst Franziskus wird von katholischen Abgeordneten als einer der Gründe genannt, warum sie der Ehe-Öffnung zugestimmt haben
Die offenere Haltung von Papst Franziskus wird von katholischen Abgeordneten als einer der Gründe genannt, warum sie der Ehe-Öffnung zugestimmt haben

Im Parlament wurden auch viele religiöse Argumente ausgetauscht. Dabei erklärten mehrere katholische Abgeordnete, dass sie auch wegen Papst Franziskus der Ehe-Öffnung zustimmen würden. So sagte die demokratische Parlamentarierin Linda Chapa LaVia: "Als Katholikin und Anhängerin von Jesus und von Papst Franziskus bin ich sicher, dass im Zentrum der religiösen Doktrin die Liebe, das Mitgefühl und die Gerechtigkeit für alle steht". Parlamentspräsident Michael Madigan sagte in Anlehnung an ein Papstzitat vom Juli: "Wer bin ich, darüber zu urteilen, dass [die gleichgeschlechtliche Ehe] illegal sein soll?". Die Politiker erwähnen allerdings nicht, dass Franziskus nach der Ehe-Öffnung in Frankreich eine Wiedereinführung des Eheverbots für Schwule und Lesben gefordert hatte (queer.de berichtete).

Andere Abgeordnete, insbesondere Republikaner, führten religiöse Gefühle an, um sich gegen die Gleichstellung auszusprechen: "Ich bin davon überzeugt, dass die Homo-Ehe falsch ist und die Bibel recht hat", sagte etwa der Republikaner Dwight Kay während der Debatte.

Illinois ist der 15. Staat, der Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellt. Außerdem haben die Hauptstadt Washington, mehrere Bezirke in New Mexico sowie sieben Indianerreservate die Ehe geöffnet. Derzeit verhandeln auch Ausschüsse des Parlamentes in Hawaii über ein entsprechendes Gesetz. Der Senat in Honolulu hat vergangene Woche bereits mit 20 zu vier Stimmen der Ehe-Öffnung zugestimmt (queer.de berichtete). Seit Juni werden gleichgeschlechtliche Eheschließungen auch von Bundesbehörden anerkannt. (dk)

 Update  19.20h: Zeitplan
Gouverneur Pat Quinn sagte am Mittwoch, er werde das Gesetz noch in diesem Monat unterzeichnen; da er dazu Personen einladen wolle, die für das Gesetz gekämpft haben, könnte das noch einige Tage dauern. Die ersten gleichgeschlechtlichen Ehen können im Juni 2014 geschlossen werden.

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Tags: homo-ehe, ehe-öffnung, illinois, barack obama
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 Homo-Ehe in den USA
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Reaktionen zu "Illinois öffnet Ehe für Schwule und Lesben"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
06.11.2013
12:30:55


(+3, 5 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


das wird timm johannes sehr sehr freuen..


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#2
06.11.2013
12:42:31


(+3, 5 Votes)
 
#3
06.11.2013
12:46:34


(-1, 3 Votes)

Von Finn


Gehört da auch die volle Gleichstellung im Adoptionsrecht dazu?


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#4
06.11.2013
12:48:51


(+5, 5 Votes)

Von Felix


Toll!

Ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zum Ziel!

Je mehr Staaten, desto besser...

Ich finde es nur schade, dass es überhaupt noch Ausnahmen für Religionen gibt. Solange Religionen über dem Gesetz stehen, kann man nicht wirklich von einer Trennung von Staat und Kirche und von einem echten demokratischen Rechtsstaat sprechen. Denn in einem echten demokratischen Rechtsstaat gilt das Gleichheitsprinzip; und das verbietet Ausnahmen und Sonderregelungen (z.B. für Religionen).


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#5
06.11.2013
12:49:18


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


>mehrere katholische Abgeordnete, dass sie auch wegen Papst Franziskus der Ehe-Öffnung zustimmen würden<

Der weiße Riese wächst mir richtig ans Herz.

Aber zugegeben, hier ist durch ihn Gutes geworden. Indirekt, sehr indirekt, aber immerhin, immerhin.

>Glaubensgemeinschaften, die in den USA bei Eheschließungen die Befugnisse eines Standesbeamten besitzen<

>Franziskus nach der Ehe-Öffnung in Frankreich eine Wiedereinführung des Eheverbots für Schwule und Lesben gefordert<

oh fuck


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#6
06.11.2013
13:07:18
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von Alex
Antwort zu Kommentar #4 von Felix


Volle Zustimmung!

Als Demokrat kann man es nur unerträglich finden, dass immer wieder für Religionen Sonderrechte und Ausnahmen gelten.

In einer Demokratie muss gleiches Recht für alle gelten! Solange noch irgendwer über dem Gesetz steht, ist es keine echte Demokratie und kein Rechtsstaat.


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#7
06.11.2013
13:11:34


(+3, 5 Votes)

Von feynsinn
Antwort zu Kommentar #5 von Smiley


Feinstofflich glaubt man Bemühungen zu erkennen, das globale römisch-katholische Täterkollektiv mit Gedanken zu konfrontieren. Die Mindestvoraussetzung für eine Art Resozialisierungsversuch mit ungewissem Ausgang.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Feinstofflichkeit


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#8
06.11.2013
13:16:43


(+1, 3 Votes)

Von m123


Besser jetzt als später.

Aber trotzdem kommt die Eheöffnung in Illinois viel zu spät. Anfang diesen Jahres gab es schonmal eine Abstimmung darüber im Parlament von Illinois und obwohl die Demokraten im House eine Mehrheit hatten, gab es Anfang diesen Jahres keine Mehrheit dafür. Einige Demokraten hatten offenbar Angst davor in ihren eher konservativen Wahlkreisen nicht mehr wiedergewählt zu werden.

Noch schlimmer fand ich, dass der Supreme Court der USA im Sommer nicht die Ehe in allen Bundesstaaten geöffnet hat. Wenn ein solcher Fall von so offensichtlicher Ungerechtigkeit vor dem höchsten Gericht eines Landes liegt, dann ist mein Verständnis von einem guten Gericht, dass es dann diese Ungerechtigkeit klipp und klar beseitigt. Ansonsten taugt das Rechtssystem sehr wenig.


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#9
06.11.2013
13:39:38


(+1, 3 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Finn


Adoptionen durch schwule und lesbische Paare (ob verpartnert, verheiratet oder nicht) ist meines Wissens USA-weit seit vielen, vielen Jahren bereits problemlos möglich.


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#10
06.11.2013
14:19:16


(-7, 9 Votes)

Von Aus Bad Homburg


"Dabei erklärten mehrere katholische Abgeordnete, dass sie auch wegen Papst Franziskus der Ehe-Öffnung zustimmen würden". Illinois war nur der zweite (nach ACT in Australien) Ort weltweit, wo nach den schwulenfreundlichen Aussagen des neuen Papstes über die Homo-Ehe im Parlament abgestimmt wurde, und macht womöglich nur den Anfang einer Tendenz, die in allen christlich geprägten Ländern, deren Parlamente über die Homo-Ehe in der Zukunft über die Homo-Ehe entscheiden werden, ihren Platz findet - darunter selbstverständlich auch Deutschland; ganz besonders wenn es nur um den Status der "Ehe" und nicht das Adoptionsrecht für schwullesbische Paare geht (genauso wird es bei uns): die Adoption war der wichtigste Grund warum die Kirche in Frankreich gegen "mariage pour tous" gekämpft hatte und das gleiche auch in Kroatien und Irland machen wird. PS "The Advocate" berichtet, daß das neue Gesetz in Illinois am 1. Juni 2014 in Kraft treten wird.


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