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  • 28. November 2004, noch kein Kommentar

"Call Of The Search" steht seit Monaten in den Top-10 der Charts. Jetzt gibt es die Special-Edition mit toller Live-DVD.

Von Jan Gebauer

Man hört sie oft im Radio – diese zerbrechliche, mädchenhafte Stimme von Katie Melua (20, geboren in Georgien, aufgewachsen in England), deren Song "Closest Thing To Crazy" zu den angenehmsten und sinnlichsten Singles des Jahres gehört. Als neue Norah Jones wird die Engländerin bereits gefeiert, kaum das man ihre amerikanische Kollegin vor drei Jahren entdeckt hat. Katie Meluas Album "Call Off The Search" war in England eine echte Sensation, verkaufte sich dort bereits über eine Millionen Mal und belegte Platz eins der Charts. Ironischerweise wurde sie nach drei Wochen ausgerechnet von Norah Jones verdrängt, bevor sie wiederum diese vom Thron stieß und weitere drei Wochen an der Spitze verweilte.

Zusammen mit Jamie Cullum sorgte Katie Melua dann auch bei den Brit-Awards-2004 für großes Aufsehen. Die beiden Newcomer präsentierten dort eine swingende Version des Cure-Klassikers "The Love Cats". Der Entdecker von Katie Melua ist Mike Batt: "Mit Katie habe ich eine fantastische Entdeckung gemacht. Sie ist eine der intelligentesten Sängerinnen, mit denen ich jemals zusammengearbeitet habe. Sie ist selbstsicher und besitzt eine Bühnenreife, die weit über ihr Alter hinausgeht", schwärmte Batt nach den Awards. Der inzwischen 54-jährige Brite war in den 70er/80er Jahren selbst als Interpret erfolgreich ("Summertime City", 1975, "The Lady Of The Dawn", 1980, "The Winds of Change", 1981) und schrieb für Art Garfunkel den Welthit "Bright Eyes".

Katie Meluas Album "Call Off The Search" besticht durch eine leichte, harmonische Mischung aus Folk, Pop und Jazz, allerdings eher im Bereich Easy-Listening, was wahrscheinlich an der Arrangier- und Produktionskunst von Mike Batt liegt. Der hatte auch schon bei seinen eigenen Platten einen großen Hang zum Kitsch. Nichtsdestotrotz hat er mit Katie Melua eine nicht nur optisch, sondern auch musikalisch schöne Sängerin gefunden, die allen Liedern einen feinsinnigen Glanz verleiht. Die bereits angesprochene erste Single "Closest Thing To Crazy" ist sicher der Höhepunkt (Platz 10 in UK), allerdings sind auch der Titel-Song mit seinem lockeren Jazz-Feeling, das Randy-Newman-Cover "I Think It’s Going To Rain Today" oder "Lilac Wine" (ebenfalls ein Cover, aus dem Musical "Dance Me a Song", 1950) wunderbar geraten. Überraschend auch Meluas Remake von "My Aphrodisiac Is You", das 1979 auf dem tollen Album "Hacienda View" von Linda Lewis bereits durch Mike Batt eingesetzt wurde. Da dieses Album aber keine hohe Auflage erreichte, ist es umso schöner, dass der Song nun doch noch eine breite Hörerschicht erreicht, wenn auch Linda Lewis’ Stimme noch spezieller ist. Die Special-CD/DVD-Edition von "Call Off The Search" verdient besonderes Lob. Endlich hat eine Plattenfirma die obligatorische Bonus-DVD randvoll mit lohnenswertem Material gepackt: Ein komplettes Live-Konzert, dass unterbrochen von Interviews mit der Künstlerin und ihrem Stab, sehr interessant ist, dazu Videos, Promo-Filme und ein Making-Of. Neues Cover und die gelungene Papp-Schuber-Gestaltung machen den Gesamteindruck perfekt.

28. November 2004