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  • 28. November 2004, noch kein Kommentar

Ihre Mischung aus Chanson, Blues und 60s-Pop fand viele schwule Fans. Mit "The Promise" meldet sich die Gruppe um Dani Klein zurück.

Von Jan Gebauer

Viele Jahre haben wir nichts Neues mehr von Dani Klein und ihrer belgischen Formation Vaya Con Dios gehört. Die Sängerin hatte schlicht die Nase voll - vom Musikbusiness und vom anstrengenden Leben auf Tour. Außerdem hatte sie einen Schicksalsschlag zu verdauen: Ihr langjähriger Partner und Mitmusiker in der Band Dirk Schoufs starb an einer Infektion – kurz vorher hatten sich die beiden getrennt. Mit Top-Hits wie "What’s A Woman" (1990, Deutschland Platz 11, Niederlande Platz 1), "Nah Neh Nah" (D # 16, NL # 3) und "Heading For a Fall" (1992, D # 29, NL # 7) hatten Vaya Con Dios Anfang der 90er Jahre die europäischen Hitparaden, insbesondere in Deutschland und den Benelux-Staaten gestürmt.

Dani Klein gründete Vaya Con Dios in den 80er Jahren mit dem Gitarristen Willy Lambregt und dem Bassisten Dirk Schoufs. Ihr emotionaler, warmer und lebendiger Sound zwischen Blues, Soul, Chanson und Pop, stand im Widerspruch zum vorherrschenden monoton-synthetischen 80/90s-Pop. Wie die vorherigen Alben ist "The Promise" ein sehr gelungener Mix aus Cover-Versionen und neuen Stücken, die Klein mit Freund und Produzenten Jean-Pol Van Ham geschrieben hat. Dabei galt das musikalisch-heterogene Credo, das Vaya Con Dios schon zu ihren Anfangszeiten begleitete: "Wir spielen, was wir lieben.": Reggae wie bei "Take Heed", Weltmusik wie bei ‚Je l’aime, je l’aime’, das von einem Gypsy-Orchester begleitet wird, oder Blues wie bei der Cover-Version "Ain’t No Love In The City" (Original von Heavy-Metal-Band Whitesnake!).

Dani Kleins Stimme ist mit den Jahren noch besser geworden. Rauchig und emotionsgeladen singt sich die Belgierin durch die zwölf Songs von "The Promise" und zeigt so viele Facetten wir selten zuvor. Ganz erstklassig, der erste Song "No One Can Make You Stay", der bereits Airplay in Deutschland erhielt. Auch die vielleicht modernsten Titel, "Don’t Deny" und der ungemein eingängige Titelsong, lassen aufhorchen. Überraschend und noch spannender ihre Ausflüge ins Spanische mit "La vida es como una rosa" und ins Deutsche mit "Es wird schon wieder gehen" (mit charmantem Akzent). Letzterer Song wurde bereits 1999 auf dem Album "Purple Prose" des gleichnamigen Band-Projekts Dani Kleins veröffentlicht, das seinerzeit floppte. Zu Schade, das bisher das Publikumsinteresse auch bei "The Promise" zu gering ist, um ein richtiges Comeback einzuläuten – verdient hätte es Vaya Con Dios auf jeden Fall.

28. November 2004