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  • 09.11.2013           31      Teilen:   |

Ein Besuch auf der Baustelle

SchwuZ Berlin: Neustart in Neukölln

Artikelbild
Die ehemalige Kindl-Brauerei im Bezirk Neukölln wird ab kommenden Wochenende zu Berlins schwuler Anlaufstelle Nummer eins (Bild: Robert Niedermeier)

Das "Schwulen-Zentrum" feiert heute zum letzten Mal am Kreuzberger Mehringdamm. Am 16. November öffnen sich die Pforten im als Problemkiez berüchtigten Rollbergviertel.

Von Robert Niedermeier

Die queere Szene Berlins breitet sich immer weiter auf das gesamte Innenstadt-Gebiet aus. Erst im Sommer zog das Schwule Museum aus Kreuzberg weg und residiert seitdem in größeren, moderneren Räumlichkeiten in Berlin-Mitte nahe dem Tiergarten. Im Frühling 2013 beschlossen auch die Mitglieder des SchwuZ-Vereins den Umzug des Traditionsclubs – zur allgemeinen Überraschung nach Neukölln.

"Es war einfach viel zu eng, es wurde Zeit für etwas Neues", sagt Pressesprecher Thomas Sielaf beim Rundgang durch die gewaltige Baustelle. Kaum zu glauben, dass hier bereits am 16. November gefeiert werden soll. Doch Sielaf ist sich ganz sicher, dass der Zeitplan auf alle Fälle eingehalten wird. Unter dem Motto "Hallo Neukölln" beginnt am kommenden Samstag um 23 Uhr die 25-stündige Eröffnungsparty.

Die nunmehr vierten neuen Räumlichkeiten seit der Vereinsgründung 1977 erstrecken sich über eine Fläche von 1.500 Quadratmetern. Innerhalb der ehemaligen Kindl-Brauerei im Neuköllner Rollbergviertel zwischen Karl-Marx- und Hermannstraße teilt sich der neue LGBT-Palast den barrierefreien Haupteingang mit einer Veranstaltungshalle. Etwa zwei Drittel der weitläufigen SchwuZ-Anlage stehen den lesbischen, schwulen, trans- und bisexuellen sowie befreundeten Gästen zum Feiern, Plauschen und Flirten zur Verfügung. Der Rest der Fläche dient ab dem 16. November als Lagerraum für Technik und Dekorationsmaterial, als Kühlräume oder Backstage-Bereich für Künstler und DJs. "Und wir haben endlich anständige Pausenräume für unsere Mitarbeiter", freut sich der fest angestellte SchwuZ-Mitarbeiter Thomas.

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Drei komplette Clubanlagen und eine Live-PA

Kilometerweise Kabel verlegt: Veranstaltungstechniker Ingo Spanka im "Salon" - Quelle: Robert Niedermeier
Kilometerweise Kabel verlegt: Veranstaltungstechniker Ingo Spanka im "Salon" (Bild: Robert Niedermeier)

Alle haben beim Umzug mit angepackt: Der langjährige Vorstandsvorsitzende Michael Ostwald werkelt im Blaumann, Marcel Weber, Geschäftsführer der SchwuZ Kulturveranstaltungs GmbH, huscht schwitzend vorüber, und auch der Veranstaltungstechniker Ingo Spanka sieht in Bauarbeiter-Kluft klasse aus. Frauen und Männer – alle arbeiten mit: Grundieren das Backsteinmauerwerk, helfen den Profis beim Verlegen von einigen Kilometern Kabeln und freuen sich wie die Schneekönige, als die gigantisch anmutenden, brandneuen und wattstarken Boxen endlich in den neuen Mainfloor gehievt worden sind. "Wir haben jetzt drei komplette Clubanlagen und eine Live-PA", erzählt Thomas nicht ohne Stolz.

In der Tat lässt bereits die Baustelle erkennen, dass Großes entsteht und Vergleiche mit dem legendären E-Werk der 1990er Jahre und dem Berghain in Friedrichshain durchaus Stand halten. Beeindruckend hohe Decken sind das große atmosphärische Plus gegenüber den geradezu mickrig wirkenden Ausmaßen der ehemaligen SchwuZ-Location am Mehringdamm. Kathedralenartig erheben sich gewaltige Stahlbetonträger-Säulen im "Eiskeller" getauften großen Tanzbereich in die Höhe, die den Zugang zur Tanzfläche begrenzen, aber den Durchblick vom Bar und Lounge-Bereich auf die tanzende Party-Crowd gestattet.



Tratschen auf dem "Affenfelsen"

Als geselliger Treffpunkt dürfte sich aller Voraussicht nach der "Affenfelsen" etablieren, ein pechschwarzes Treppen-Aufbau-Plateau zum lockeren Abhängen oder Schwofen. An der Tanzfläche vorbei schreiten die Gäste in den mit schickem dunklen Holz-Parkett ausgestattetem Zweit-Floor namens "Salon" mit eigenem Barbereich. Der dritte Tanzbereich ist der "Flaschenbunker". Die "Lange Bank" wiederum, ein weiterer schlauchförmiger Chill-Out-Raum, macht das gelungene Party-Ambiente komplett.

Doch auch im neuen SchwuZ gibt es mehr als nur Party: Künftig proben wie bereits am Mehringdamm die "Schwulen Bläser" und die Salsa-Gruppe von Vorspiel e.V. an der Rollbergstraße 26, zudem laufen weiterhin kulturelle Veranstaltungen wie die "Wongshow" und die "Büchersendung". Durch weitere Vernetzungen wie beispielsweise mit der "Aktion Karl-Marx-Straße" oder queeren Neukölln-Pionieren wie dem "Silverfuture" besteht Potential, um viele neue spannende Kooperationen entstehen zu lassen. Platz satt gibt es ohnehin. "Auch politische Veranstaltungen kommen weiterhin nicht zu kurz", versichert Thomas und ergänzt euphorisch: "Wir können uns hier gestalterisch austoben."

Veranstaltungstechniker Ingo nickt müde, aber glücklich.
Unmengen an Dämmmaterial sorgen derweil für die Absorbierung ungewollter Schall-Dissonanzen. Sie sollen verhindern, dass die Musik der drei Floors keinen Sound-Salat ergeben, und dienen zugleich als Lärmschutz nach außen.

Das dürfte den Anwohnern gefallen, die vor dem Eingang nahe der Neuköllner Polizeiabschnittdienstelle 55 in hohen Reihenhäusern ein bislang beschauliches Dasein fristeten. Einmal gab es im gescheiterten Techno-Club "Cube" an gleicher Adresse bereits Partys der schwulen "CockTail d'Amore"-Veranstalter. Probleme gab es keine.

Deutsche Rentner "bedrohlicher" als Migranten-Kids

SchwuZ-Pressesprecher Thomaqs Sielaff vor dem noch provisorischen Eingang
SchwuZ-Pressesprecher Thomaqs Sielaff vor dem noch provisorischen Eingang (Bild: Robert Niedermeier)

Gilles Duhem, schwuler Kiezaktivist, kennt die Verhältnisse vor Ort: "Die deutschen Rentner von Gegenüber könnten das Überraschungsproblem für das SchwuZ werden", sagt der Berliner Franzose, der sich hauptamtlich mit dem Jugendbildungsprojekt "Morus 14" inmitten des Kiezes engagiert. Jedoch attestiert er dem SchwuZ-Geschäftsführer Marcel Weber, bislang alles richtig gemacht zu haben: "Ich habe den SchwuZ-Leuten Kontakte mit Kiez-Akteuren besorgt. Von der Polizei bis hin zu Wohnungsverwaltungen."

Der Angst vor homophob motivierten Übergriffen seitens islamistisch geprägter Jungendgangs nimmt Gilles die Luft raus: "Gewalt und Beleidigungen kommen doch in jedem Stadtteil vor", winkt der Kiez-Kenner Bedenken ab. Selbst genießt der offen schwule Mann den Respekt seiner Schützlinge mit türkischem oder arabischen Hintergrund: "Wir müssen die islamistischen Strukturen unterwandern, die LGBT-Personen ausgrenzen oder ächten wollen. Nur deutsch zu diskutieren, hilft nichts", sagt Gilles selbstbewusst Kommt es zu verbalen oder physischen Mitteln, muss sofort angezeigt werden, empfiehlt Gilles: "Klare Grenzen aufweisen, nur das bewirkt etwas."



Das SchwuZ lockt weitere Szenebars an

Der Kiez sei ohnehin im Wandel begriffen, ergänzt Gilles: "Mit dem Umzug nach Neukölln setzt das SchwuZ automatisch auch ein politisches Zeichen." Zudem wird endgültig die Gentrifizerungs-Lücke zwischen dem Reuterkiez in Kreuzkölln und dem Schillerkiez am ehemaligen Flughafen Tempelhof geschlossen. Auch der schwule türkische Besitzer vom Café Ole wird sich auf neue Gäste freuen dürfen, und das bislang nur am Mehringdamm vertretende "Rauschgold" hat konkrete Pläne, eine zweite Bar in Nachbarschaft zum SchwuZ zu eröffnen.

Gut erschlossen ist der Rollbergkiez längst. Nur zwei U-Bahnstationen mit der U7 liegt das Neuköllner Rathaus auf der Karl-Marx-Straße vom S-Bahnhof Neukölln entfernt, die U8, die direkt über den Alexanderplatz bis durch die trendy Mitte mit Anschluss an den Prenzlauer Berg weiter nach Wedding führt, hält auf der Hermannstraße an der Neuköllner U-Bahn-Haltestelle Boddinstraße. "Wir liegen jetzt viel zentraler als in Kreuzberg", erklärt Pressesprecher Thomas, und er weiß: "Sehr viele Menschen, die in den letzten Jahren ins hippe Neukölln umgezogen sind, freuen sich, endlich zu Fuß auf unsere Partys kommen zu können."

Links zum Thema:
» Mehr Infos zu Umzug und Programm auf der SchwuZ-Homepage
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Tags: schwuz, berlin, neukölln, rollbergviertel
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Reaktionen zu "SchwuZ Berlin: Neustart in Neukölln"


 31 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
09.11.2013
23:38:28


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Es wird sich zeigen, ob der Umzug nach Neukölln für das SchwuZ Gold wert ist!


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#2
10.11.2013
08:47:05


(-13, 13 Votes)

Von AntiFanti
Aus Berlin
Mitglied seit 02.04.2013


...ich fand das schwuz schon immer zum kotzen, sowohl das publikum als auch die betreiber, ich verstehe nicht was die leute dort anzieht.
neukölln als neuen standort zu wählen hätte vielleicht in den 90ern gepasst, ich hoffe, die machen bald dicht.


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#3
10.11.2013
10:43:35


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam
Antwort zu Kommentar #2 von AntiFanti


Was soll das ? Wünscht man niemandem. Hast Du etwa Hausverbot dort, bei so viel Hass ?


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#4
10.11.2013
11:30:38


(-7, 15 Votes)

Von janx


> Gewalt und Beleidigungen kommen doch in jedem Stadtteil vor

> Nur deutsch zu diskutieren, hilft nichts

OK. Für eine Dosis "Berlin" am Sonntag reicht mir das dann auch schon. Zum Glück ist das weit weg. Failed City.


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#5
10.11.2013
13:19:31


(+3, 5 Votes)

Von Hanss


Neukölln wird der angesagteste Kiez der Hauptstadt werden. Die Innenstadtnähe und die herrliche Bausubstanz machen den Bezirk zu etwas Besonderem in Berlin. Das SchwuZ ist auf dem richtigen Weg!


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#6
10.11.2013
14:21:04


(+6, 8 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #5 von Hanss


Innerhalb des S-Bahn-Rings ist alles Innenstadt, die Neuköllner Kieze, Rixdorf, Schiller- und Reuterkiez sowie der Rollberg befinden sich also nicht nur in der Nähe zur Innenstadt, sondern mittendrin. Ansonsten volle Zustimmung. Hinzu kommen noch die vielen attraktiven Parks wie die Hasenheide, Thomas- und Lessinghöhe etc. und last but not least die Tempelhofer Freiheit. Der größte Innenstadtpark Europas, verbindet quasi Schöneberg direkt mit Neukölln. Man merkt es auch an den rasanten Mietsteigerungen, dass Neukölln absolut im Kommen ist. Und ein Blick in Grindr oder Gayromeo, macht klar, das es neben den Migranten auch Schwule und Trans-Personen sind, die hier gentrifizierende Pionierarbeit geleistet haben. Die Lesben ziehen langsam nach. Letzteres ist jedoch eine reine subjektive Wahrnehmung. Mir fallen auf der Straße halt eher die schwulen und bisexuellen Männer ins "schwule Auge."


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#7
10.11.2013
17:58:48


(0, 4 Votes)
 
#8
10.11.2013
18:50:45


(+5, 11 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #7 von Judith


Diese südländisch aussehenden Phantome, die es allesamt darauf abgesehen haben, weiße Homopärchen zu drangsalieren...? Mir hat just heute Mittag so einer eine echte Freude bereitet. Gerade erst frisch gebloggt. "Von Schrippen, Südländern und dem Schwulenzentrum"
Link:
reiserobby.de/neustart-in-neukoelln-willkommen-im-
rollberg-kiez-liebes-schwuz/


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#9
10.11.2013
20:12:09


(-5, 11 Votes)

Von Joaquin
Antwort zu Kommentar #8 von reiserobby


Was ist denn das für ein Quark?
Weil jemand nicht so ist, heißt es, daß es keine anderen gibt bzw. homophobe Übergriffe von Migranten keine Rolle spielen?


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#10
10.11.2013
21:08:34


(+6, 8 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #9 von Joaquin


Die rassistisch motivierte Pauschalierung ist dumm und verzerrt die soziologischen Tatsachen. Fakt ist, das Migranten in Deutschland Opfer von Gewalt und Diskriminierung sind, nicht etwa, dieses xenophobe Hirngespinst, dass "Gewalt von MigrantInnen" ausginge.


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