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  • 10.11.2013           43      Teilen:   |

HIV und AIDS heute

Ist HIV wirklich kein Thema mehr?

Artikelbild
Die Doku "How to survive a plague", derzeit auf vielen LGBT-Filmfestivals zu sehen, erzählt vom Kampf der Aktivisten von Act Up gegen die zögerliche Aids-Politik. Seit diesem Kampf in den 80ern hat sich die Problematik sehr verändert.

30 Jahre nach Gründung der Deutschen Aids-Hilfe und über 15 Jahre nach Einführung der Kombinationstherapie stellt sich die Frage nach einer Zwischenbilanz.

Ein Gastbeitrag des Aktivisten Ulrich Würdemann, der für sein inzwischen nicht mehr aktualisiertes Blog ondamaris.de ausgezeichnet wurde und Mitglied von positiv e.V. ist, einem der Organisatoren der Bundesweiten Positiventreffen im Waldschlösschen, das in Kürze im Rahmen einer "Positiven-Universität" die folgenden Fragen verhandelt.

"HIV? Ist doch kein Thema mehr!" Ein Satz, der zunehmend zu hören ist. Wirksame Pillen, keine Infektiosität von Positiven bei effektiver Therapie, ein vergleichsweise 'normales' Leben von HIV-Positiven. Ja, die Realitäten des Lebens mit HIV haben sich für HIV-Positive wie auch für Ungetestete oder HIV-Negative verglichen mit Mitte der 80er bis Mitte der 90er sehr verändert. Aber: Ist HIV deswegen gleich wirklich "kein Thema mehr"?

Vor über 30 Jahren fing der Albtraum an, aus dem wir erst seit einigen Jahren wieder zu erwachen beginnen. Insbesondere in den ersten 15 bis 20 Jahren verwüstete die Aids-Krise schwules Leben, schwule Beziehungen und Infrastrukturen, wurde das Leben vieler Schwuler sowie männlicher und weiblicher Drogengebraucher, Hämophiler und Migranten traumatisiert. Statt optimistischer Zukunftsplanung wurden Sterben, Trauer und Gedenken notgedrungen unsere Themen.

Inzwischen hat sich die Realität des Lebens mit HIV im Vergleich zum "Jahrzehnt des Todes" verändert. Wirksame Medikamente ermöglichen vielen ein weit "normaleres" Leben, als noch vor 15 Jahren denkbar schien. Selbst eine Heilung scheint inzwischen denkbar. Aids-Organisationen feiern ihr 30-jähriges Bestehen, so auch die Deutsche AIDS-Hilfe in diesem Jahr. Aids ist in der Phase der geschichtlichen Aufarbeitung angekommen – Veranstaltungen befassen sich bereits rückblickend mit Aids und Aids-Aktivismus.

Aber trifft die These "HIV ist doch durch…" wirklich zu? Oder geht sie mutig an der Wahrheit vorbei? Welche Perspektiven ergeben sich für die Zukunft? Werfen wir beispielhaft einen Blick auf vier Themen.

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Medizin: Wirksame Pillen, aber reicht das?

Im Waldschlösschen debattieren Positive im Januar, wie sich die Fragen zu Aids verändert haben. Das Tagungshaus spielte zu Beginn der Krise eine wichtige Rolle bei Vernetzung und Fortbildung von HIV-Positiven
Im Waldschlösschen debattieren Positive im Januar, wie sich die Fragen zu Aids verändert haben. Das Tagungshaus spielte zu Beginn der Krise eine wichtige Rolle bei Vernetzung und Fortbildung von HIV-Positiven

Die Situation zu Beginn der Aids-Krise war gekennzeichnet von Verzweiflung. Selbst als mit der Entdeckung von HIV die Ursache von Aids erkannt war, fehlten lange Jahre jegliche Möglichkeiten, aktiv einzugreifen. Medikamente waren nicht verfügbar. Ab 1987 kamen mit AZT & Co erste Aids-Medikamente in die Praxis. Therapien scheiterten jedoch oft bereits nach kurzer Zeit an Resistenzen und Unverträglichkeiten. Erst das Aufkommen von Dreier-Kombinations-Therapien mit Proteasehemmern ab der Aids-Konferenz von Vancouver 1996 brachte den Durchbruch.

Medizinisch wird die HIV-Infektion heute oft als chronische und oftmals gut therapierbare Infektionskrankheit betrachtet. Allerdings zu hohen Preis: Die Medikamente müssen lebenslang eingenommen werden, von Langzeit-Nebenwirkungen, Spätfolgen der HIV-Infektion etc. einmal ganz abgesehen.

Doch idealerweise müsste ein Zustand entstehen "wie vor Aids". Also nicht nur Therapie, sondern Heilung. Zwar arbeiten inzwischen zahlreiche Forscher-Teams an verschiedenen Ansätzen einer Heilung von der HIV-Infektion. Aber was wollen HIV-Positive? Reichen, wie gelegentlich, so jüngst auf dem Europäischen Aids-Kongress zu hören, uns die Pillen eigentlich auch? Eine "funktionale" Heilung, bei der HIV im Körper bleibt? Oder wollen wir eine "echte" Heilung, mit einer vollständigen Entfernung aus dem Körper?

In einigen Ländern steht die Kombi-Therapie zudem nur Reichen zur Verfügung. Müssten wir nicht auch für diese Leute kämpfen?

ACT UP und Aktivismus: Ab ins Museum damit?

Niemand kümmert sich um uns – wenn wir es nicht selbst machen. Dieser Impuls prägte die frühe Auseinandersetzung mit Aids in Deutschland, Europa und den USA. ACT UP und andere Formen des Aids-Aktivismus waren Ende der 1980er und bis Mitte der 1990er Jahre auch in Deutschland sehr wirkungsvolle und erfolgreiche Formen der Selbstäußerung und des aktiven Engagements (überwiegend) HIV-Positiver und Aids-Kranker.

Doch ACT UP ist lange her – aber war und ist es die einzige Form von Aktivismus von Menschen mit HIV? Ab ins Museum damit? Wann waren Aids-Aktivismus und Therapie-Aktivismus erfolgreich, und aus welchen Gründen? Wann scheiterten sie, und warum? Geschichten der Vergangenheit? Oder können wir für heute und morgen aus ACT UP und Aids-Aktivismus lernen?

Trauer und Gedenken: Wieder zurück ins Konventionelle und Private?

Im Verlauf der ersten 15 Jahre der Aids-Krise entwickelten überwiegend schwule Männer eigene Formen von Trauerkultur – weil sie sich und ihre Lebens- wie auch Sterbensrealitäten in den vorgefundenen Formen nicht wiederfanden. Bunt bemalte Särge, Trauerfeiern auf denen auch wirklich gefeiert wurde, Gräber die individuell gestaltet wurden, Gemeinschaftsgräber, Traueranzeigen und Trauerreden, die weder Aids noch Schwulsein verschwiegen. Formen, die über die individuelle Bedeutung hinaus auch gesellschaftlich den Umgang mit Sterben und Trauer beeinflussten.

Seit einigen Jahren sind Sterben und Trauer wieder wesentlich mehr ins Private zurückgezogen, viele Formen der Trauer wieder "konventioneller" geworden. Ähnlich sieht es mit öffentlichen Formen von Aids-Gedenken aus. Gedenkstelen und Mahnmale werden heute – zudem mit oft wesentlich niedrigeren Teilnehmerzahlen – meist nur noch im Umfeld des Welt-Aids-Tags wahrgenommen.

Was führte zur Entwicklung spezifischer Formen einer Aids-Trauerkultur? Warum sind sie weitgehend wieder verschwunden? Und wird heute so getrauert, so an die an Aids Verstorbenen erinnert und gedacht, wie wir es wollen – oder welche Formen von Trauer und Gedenken wünschen wir uns, für jetzt und perspektivisch für die Zukunft? Auch: Welchen Raum hat Trauer in meinem Leben gehabt und hat sie heute? Hat sie meine Biographie beeinflusst?

Schuld und Stigmatisierung: Alles vorbei, alles fein?

Aids ist nicht mehr so schockierend und stigmatisierend wie zu Beginn der Krise. Aber viele Vorbehalte und Ängste sind geblieben.
Aids ist nicht mehr so schockierend und stigmatisierend wie zu Beginn der Krise. Aber viele Vorbehalte und Ängste sind geblieben.

Blickt man zurück auf die frühen Aids-Jahre, wird schnell offensichtlich: Die Aids-Krise war von Beginn an begleitet von Schuldzuweisungen, Stigmatisierung, Diskriminierung. Ob Versuche, erzwungene Tätowierungen HIV-Positiver zu begründen, Schließung von schwulen Treffpunkten oder Verfolgungs- und Aussonderungs-Szenarien: Oft ging es darum, "Schuldige" zu finden, auf die man zeigen, die man absondern, von denen man sich reinigen kann.

Und auch die Kriminalisierung von Menschen mit HIV ist keine Erscheinung der jüngsten Zeit, begann vielmehr früh – bereits 1986 wurde in Nürnberg der schwarze, schwule US-Amerikaner Linwood B., der nachweislich niemanden mit HIV infiziert hatte, wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, im November 1987 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Beschimpfungen als "Desperados" oder "Biowaffen" – ist das wirklich lange her? Alles vorbei? Es ist noch nicht lange her, als eine bekannte Pop-Sängerin unfreiwillig als HIV-positiv geoutet wurde. Die Verurteilungen von HIV-Positiven – wirklich alles vorbei? Im Gegenteil, die Zahl der Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen und Verurteilungen von HIV-Positiven war in den vergangenen Jahren besonders hoch.

Und warum haben viele Positive heute noch Bauchschmerzen, vor Freuden oder Arbeitskollegen offen HIV-positiv zu sein? Hat die hochwirksame Therapie, die Erkenntnis, dass HIV-Positive mit erfolgreicher Therapie sexuell nicht infektiös sind, wirklich zu deutlich weniger Stigmatisierung und Diskriminierung geführt? Und selbst wenn es eine Heilung gäbe – wäre damit auch jegliche Stigmatisierung, jegliche Diskriminierung automatisch vorbei?

HIV ist doch durch – oder?

Ist HIV also "durch" oder nicht? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo zwischen beiden Polen. Ja, wir haben (in Deutschland, in Europa) eine gute und erfolgreiche HIV-Prävention, gemessen z.B. an den in Deutschland vergleichsweise niedrigen HIV-Neudiagnose-Zahlen. Wer HIV-positiv ist, hat in der Regel (so er nicht im Knast, Asylbewerber, mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus etc. ist) eine gute und ausreichende medizinische Versorgung.

Einige Themen, um die Schwule, um die Menschen mit HIV und Aids sich einst große Sorgen machen mussten, sind mehr oder weniger "durch". Andere aber, das zeigen schon die zahlreichen Fragen in den vier ausgewählten Themen wie auch hier noch nicht behandelte Fragen, sind alles andere als gelöst. HIV ist nicht durch – noch lange nicht, leider.

Mit der Frage "HIV ist doch durch, oder? – 30 Jahre, und wie weiter?" beschäftigt sich auch die "Positiven-Universität", eine besondere Form des Bundesweiten Positiventreffens, vom 9. bis 12. Januar 2014 in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen. Informationen finden sich dazu hier.

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Tags: hiv, aids, kombinationstherapie, aids-hilfe, waldschlösschen
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Reaktionen zu "Ist HIV wirklich kein Thema mehr?"


 43 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.11.2013
11:04:57


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ist HIV wirklich kein Thema mehr? - Doch, ist es!


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#2
10.11.2013
11:33:52


(+9, 9 Votes)

Von Porokusi


Geblieben sind die irrationalen Ängste vor HIV positiven Menschen, die auch hier in diesem Forum immer wieder beispielhaft nach zu lesen sind.

Diese sind nicht nur belastend für Infizierte, sondern verhindern auch eine frühzeitige Diagnose.


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#3
10.11.2013
12:47:33


(0, 4 Votes)

Von anonymus


"Doch idealerweise müsste ein Zustand entstehen "wie vor Aids". Also nicht nur Therapie, sondern Heilung"

Dieser Satz ist ein Widerspruch!
Der Zustand v o r Aids war, dass man
k e i n en HI Virus hatte und konsequenterweise auch k e i n Aids (Vollstadium) bekam. Die kontinuierlichen Neuinfektionen (wenn auch mal schwächer/stärker, zeigen jedoch, dass die sicher gutgemeinte Kampagne IWWIT genau das Gegenteil aufzeigt. "ich weiss nicht was ich tue" oder vieleicht auch "ich will nicht wissen was ich tue".Das politisch korrekte Gegeifere und Rechtfertigungsgeschrei sparen wir uns am besten - oder verschwendet eure Energie ... wie ihr wollt ... jeder neue Fall ist nur ein weiterer eindeutige Nachweis, dass das Thema viel mehr als nur "ein Thema" ist ... wenn sich die Leute der AHs in die Szene begeben und sich die Zunge fusselig reden und erklären und aufklären, sollten eigentlich - zumindest bei "uns" in der Szene schon längst keine Infektionen mehr auftauchen . denn es heisst ja:
IWWIT ich weiss was ich tue ...


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#4
10.11.2013
12:56:41


(-8, 10 Votes)

Von Timm Johannes


Erstens finde ich, dass dies ein guter Gastbeitrag ist. Eine Lob an der Autor, der hier einen guten sachlichen Artikel geschrieben hat.

Ich finde es richtig, wenn heute nicht mehr überdramatisiert wird, sondern dargestellt wird, dass es heute eine "funktionale" Heilung gibt. Gleichzeitig ist es richtig, wenn der Autor auf die Langzeitfolgen der Medikamententherapie hinweist.

Zwar kenne ich einige HIV-positive Männer aber ich durfte, obgleich ich viele schwule Freunde habe, in meinem Privatleben bisher keinen einzigen Trauerfall eines Menschen erleben, der an AIDS gestorben ist. Das liegt wohl daran, dass ich mit gerade Anfang 40 zur Generation gehöre, die die Kombinations-Therapien in den 1990er erhalten konnten. Die Generaiton, die in den 1980er verstarb, liegt genau über mir, da ich erst 1990 mein Abitur gemacht hat.

Und vielleicht liegt es auch daran, das das Thema HIV weniger präsent in meiner Generation der Anfang 40er und ebenso in den jüngeren Generationen unter 40 sein dürfte, weil es keinen befreundeten Menschen im privaten Umfeld mehr gibt, der an AIDS verstorben ist. Wie gesagt: HIV-positive Männer kenne ich, aber schlichtweg keinen einzigen an AIDS verstorbenen Menschen.

Krebs und Herzinfarkte/Schlaganfälle fürchten daher wohl schwuke Menschen in unserem Lande heute viel mehr als AIDS.

UND mittlerweile fiinde ich beispielsweise die Kampagne gegen Rauchen in Deutschland wichtiger als HIV-Kampagnen. DENN ich kenne Menschen persönlich, die an Lugenkrebs verstorben sind, aber ich kenne keinen Menschen, der an AIDS verstorben ist. Das soll aber nicht heißen, dass ich HIV-Kampagnen falsch finde - im Gegenteil.

NUR gerade unter schwulen Männern beobachte ich, wie sorglos dort mit dem Thema Rauchen in der Szene umgegangen wird. Eine ganze Reihe dieser schwulen Männer werden an Lungenkrebs sterben. Selbst hier auf Queer durfte ich einen Artikel lesen, der Tabakpfeifenrauchen als cool darstellte.

Daher es sollte auf den CSDS und in der Szene heute in Deutschland Anti-Raucherkampagnen geben.


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#5
10.11.2013
13:00:20


(+5, 7 Votes)

Von Dennis
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Porokusi


HIV ist noch lange nicht durch . . .

1. Medizin - Wirksame Pillen . . . .

Die Medikamente müssen lebenslang eingenommen werden, von Langzeit-Nebenwirkungen, Spätfolgen der HIV-Infektion etc. einmal ganz abgesehen.

Hier stehen wir erst am Anfang. Mit Medikamenten können HIV Positive alt werden. Was Langzeitwirkungen im Kontext zu Alter + HIV + Langzeiteinnahme von HIV Medikamente betrifft, da befinden wir uns hier in Deutschland noch ganz am Anfang. Was man weiß "Wir altern schneller". Die Anforderungen die sich daraus ergeben können, besonders wenn man auf Höhe von Hartz IV/Grundsicherungen lebt, das wird gerne ausgeblendet.

2. Stigmatisierung und Kriminalisierung

Im Vergleich vor 25 Jahren ist es etwas besser geworden. Geselleschaftlich oberflächlich betrachtet " Da gibts ja Medikamente" Mehr will die Gesellschaft nicht wissen. Konfrontiert man sie jedoch mit dem was "Wir Menschen die HIV + sind und unserem Umfeld der sogenannten Community wissen" dann sieht es ganz anders aus. Wie es da in den Köpfen der Gesellschaft aussieht mag diese Diskussion zeigen.

Link:
bfriends.brigitte.de/foren/sex-und-verhuetung/4288
36-safer-sex-ohne-kondom-schutz-durch-therapie-kom
binierte-praevention.html


Stigmatisierung durch Zahn und andere Ärzte ist "wieder" Thema geworden. So halten viele HIV + z.b. die berühmte Vergabe von Randterminen als für sie "völlig normal, akeptabel".

Was die Kriminalsierung betrifft, auch das ist noch Neuland für die Justiz.

3. Aktivismus

Wenn dieser nur noch im Museum zu bestaunen ist, wenn wir Aktivismus nur als geschichtliches Phänomen verstehen, dann läuft etwas völlig falsch.

Gott sei Dank scheint sich dies wieder zu ändern.

Niemand kümmert sich um uns wenn wir es nicht selbst machen.

Das gilt heute wie damals.

Nein HIV ist noch lange nicht durch.


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#6
10.11.2013
13:19:10


(+7, 9 Votes)

Von ehemaligem User Smiley
Antwort zu Kommentar #4 von Timm Johannes


Ich habe meine ersten sexuellen Erfahrungen Anfang der Achtziger gemacht. Ich kenne, ich habe gekannt. Ich kann mich erinnern. Zu gut erinnern.

Ich würde lieber Rauchen.


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#7
10.11.2013
13:20:44


(+4, 6 Votes)

Von Anonymus2
Antwort zu Kommentar #3 von anonymus


Mein lieber Anonymus, sei mir nicht böse, aber Deiner Skandalisierung kann und will ich nicht folgen. Ich will HIV und Aids bestimmt nicht verharmlosen, aber ca. 3.000 neue Diagnosen im Jahr sind -epidemiologisch betrachtet- für ein Volk von 82 Mio. Menschen nicht sonderlich viel. Mir ist auch nicht klar, warum man ausgerechnet im Falle von HIV erwartet, dass sich kein Mensch mehr ansteckt. Das gelingt bei keiner Infektionskrankheit - warum soll es ausgerechnet bei HIV klappen? Weil es um eine Krankheit geht, die mit Sex zu tun hat? Schalten wir dann alle auf den Moralmodus um?

Hättest Du gedacht, dass sich in Deutschland jedes Jahr etwa 70.000 Infektionen vermeiden lassen würden, wenn sich die Leute öfter mal die Hände waschen würden? Wer spricht über die 75.000 Toten, die es letztes Jahr bei uns infolge dauerhaften Alkoholabusus gegeben hat?
Wird das irgendwo so skandalisiert, wie die 3.000 HIV-Neudiagnosen?

Ich finde Deine Betrachtung ziemlich bigott.....


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#8
10.11.2013
13:31:42


(+3, 3 Votes)

Von Ulli_2mecs
Aus Hamburg
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #2 von Porokusi


ja, Ängste vor Mesnchen mit HIv (ob irrationale oder nicht) sind ein gutes Beispiel dafür, dass längst noch nicht alles 'normal' ist


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#9
10.11.2013
13:39:23


(+4, 4 Votes)

Von Ulli_2mecs
Aus Hamburg
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #4 von Timm Johannes


vielen Dank für deinen Kommentar und das Lob ;-)

eine Anmerkung: eine funktionale Heilung gibt es heute noch nicht. Wirksame Medikamente allein sind noch keine "funktionale heilung" - diese wäre dann erreicht, wenn der Körper eines HIV-Positiven die HIV-Infektion slebst "in Schach halten" könnte

was du zu deinem Erleben von Aids schreibst zeigt deutlich - es gibt verschiedene Generationen, und verschiedene 'Geschichten' von und mit HIV und Aids, die alle zusammen erst ein volleres Bild ergebn würden

was Kampagnen zu anderen Fragen (wei rauchen) angeht: ich fände es spannend zu überlegen, warum haben welche HIV-Kampagnen eigentlich vergleichsweise gut funktioniert, und kann man/frau davon etwas lernen / auf andere Themen übertragen?


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#10
10.11.2013
13:42:54


(+3, 5 Votes)

Von Ulli_2mecs
Aus Hamburg
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #5 von Dennis


@ Dennis:
was den Aktivismus und das Museum angeht: ich habe manchmal den Eindruck, ACT UP ist so sehr zum Mythos stilisiert worde, dass ihm ein Dekonstruieren und anschließendes 'ins Museum Stellen' gut täte ;-)

wir veregssen, nebenbei bemerkt, dabei oft, dass Aids-Aktivismus weit mehr war und auch heute noch / wieder ist, als ACT UP


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