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  • 10.11.2013           62      Teilen:   |

Kommentar

Der Bärendienst des David Berger

Artikelbild
Versucht die Homo-Politik neu zu erfinden: "Männer"-Chefredakteur David Berger

Der "Männer"-Chefredakteur fordert eine "schlagkräftige Homo-Lobby" – indem er diejenigen demontiert, die sich seit Jahren für LGBT-Rechte einsetzen.

Von Micha Schulze

Es ist eine sehr bedenkliche Stimmung, die David Berger in seinem Kommentar "Wir brauchen eine schlagkräftige Homo-Lobby!" gegen den Lesben- und Schwulenverband (LSVD) schürt. Ein großer Schuss plumper Populismus, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Eitel- und Überheblichkeit, dazu Halbwahrheiten und möglicherweise noch unbeglichene Rechnungen. Am LSVD gibt es gewiss einiges zu kritteln, ihn in der jetzigen Situation aber indirekt als unfähig zu verdammen und als Alternative eine "schlagkräftige Homo-Lobby" zu fordern, grenzt an Boshaftigkeit und politischer Naivität.

Eines stimmt: Die Wut und Enttäuschung in der Community ist groß. Obwohl es im Bundestag eine Mehrheit für eine Ehe-Öffnung gibt, scheint sich die SPD in den Koalitionsverhandlungen von der Union über den Tisch ziehen zu lassen – trotz des durchaus existierenden Drucks von Medien, LSVD, Schwusos oder auch zahlreicher User von queer.de, die die Verhandlungsführer mit Emails bombardieren. Doch noch liegt kein schriftliches Verhandlungsergebnis vor, noch haben die SPD-Mitglieder nicht das letzte Wort über die Große Koalition gesprochen. Professionelle Politik reagiert auf Fakten, nicht auf Gerüchte.

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Die erfundenen "Geldhähne der Parteipolitik"

Dem LSVD und seinem ehrenamtlichen Vorstand vorzuwerfen, "aufs engste mit den Geldhähnen der Parteipolitik verbandelt" zu sein und damit zu suggerieren, sein angebliches Schweigen sei erkauft, ist eine Unverschämtheit. Fakt ist: Projektbezogene öffentliche Fördermittel machen nur einen Bruchteil seiner Gesamteinnahmen aus, und erst vor wenigen Tagen hat der LSVD seine Forderungen an Union und SPD deutlich formuliert (queer.de berichtete). Wenn dem Lesben- und Schwulenverband etwas gelungen ist, dann ist es auf jeden Fall der Spagat, wirklich überparteilich und gleichzeitig parteiisch für LGBT-Rechte zu sein. Die unabhängigen Wahlprüfsteine zu Bundes- und Landtagswahlen sind dafür ein eindrucksvoller Beweis.

Ist die bisherige Kritik an den vermutlich künftigen Regierungspartnern CDU, CSU und SPD zu zahm, sollte der queere Protest lauter und radikaler sein, brauchen wir neue Aktionsformen? Darüber lohnt es sich wirklich zu streiten. Am besten aber in einem breiten Bündnis, das alle Interessierten gleichberechtigt an einen Tisch versammelt und dabei niemanden ausschließt oder öffentlich demontiert. "Die Community mit einer Stimme sprechen lassen", fordert David Berger – versucht aber gleichzeitig, ausgerechnet den engagiertesten Aktivisten das Rederecht zu nehmen. Dem Kampf um gleiche Rechte hat der "Männer"-Chefredakteur damit einen Bärendienst erwiesen.

Micha Schulze ist Geschäftsführer von queer.de. Er ist Mitglied in keiner Partei und keinem Verband.

Links zum Thema:
» David Berger: Wir brauchen eine schlagkräftige Homo-Lobby!
Wochen-Umfrage: Wie findest du die Arbeit des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD)? (Ergebnis)

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Tags: david berger, lsvd, koalitionsverhandlungen, spd, homo-lobby
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Reaktionen zu "Der Bärendienst des David Berger"


 62 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.11.2013
15:24:14


(+7, 19 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Voll out!
Zu lange im Kloster gesessen, zu viel mit dem Problembär Bruno G. abgehangen? Man weiß es nicht, jedenfalls haben diese Schöneberger konservativen Schwulen wie der katholische Berger, oder auch Johannes Kram mit seinem Nollendorfblog, allesamt einen Schatten. Anders kann man es nicht formulieren. Reine Selbstinszenierung auf Kosten echter Aktivisten. Während sich die selben Schöneberger Gestalten (Berger und Kollegen), nicht zu schade sind, gegen andere Menschengruppen rassistisch zu hetzen (siehe September-Ausgabe von "M"). Pfui!


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#2
10.11.2013
15:26:52


(+13, 19 Votes)

Von ueberlin
Aus Berlin
Mitglied seit 10.11.2013


Wenn Du nur einmal ("zuviel") kritische Gedanken auf seinem Profil äußerst, und seine Rolle, Gedanken, Verhaltensweisen genauer betrachtest und differenzierst, wirst Du seinen Umgang mit Kritik schnell selbst spüren.
Ich habe mal auf seiner Seite gefragt, wieso ich jemandem, der jahrzehntelang gegen Homosexuelle gehetzt hat, jetzt eigentlich trauen - bzw. ausgerechnet oder gerade ihn als "Protagonisten" ansehen - soll, wo er doch bspw. seit drei Jahren eher unvermittelt in derselben Art gegen der er zuvor gegen Homos gehetzt hatte, nun gegen Homophobiker hetzt.

Es gab keine Antwort von ihm, stattdessen wurde ich sofort entfreundet und mein Kommentar gelöscht.

Ich war sehr erschrocken, weil ich meinen Kommentar sehr vorsichtig formuliert, und dabei versucht hatte, meine Gedanken zu seiner jahrzehntelang dauernden Hetze gegen Homosexuelle ohne Anklage zu formulieren.

Ich habe schon ein paar Mal mit Menschen zu tun gehabt, die ihre Schandtaten aus der Vergangenheit ungeschehen machen wollten, in der Regel ist ein Vergessen, ein Verzeihen auch sinnvoll, denn Umstände, politische Zwänge oder jugendliche Verirrungen müssen auch verarbeitet werden, doch das waren keine Menschen, die sich zu Sprechern derjenigen erkoren, die sie vorher verurteilt hatten....
Seitdem bin ich sehr skeptisch was Herrn Berger angeht, da ich nach diesem Erlebnis eher für einen egozentrischen nur auf seinen Vorteil und seine Selbstdarstellung bedachten Opportunisten halte.

Es ist eigentlich auch für jeden schon nach kurzem erkennbar, dass er nur Menschen duldet, die ihn mehr oder weniger anhimmeln, und nicht "zuviel" Fragen insbesondere zu ihm selbst stellen.
Ich muss es m.E. kritisch sehen, wenn Homosexuelle ausgerechnet eine so fragwürdige Person zu einem ihrer Sprecher machen; einen Gefallen tun sie sich damit wie auch dieses Beispiel jetzt belegt sicher nicht.


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#3
10.11.2013
15:29:40


(+11, 17 Votes)

Von Kein Berger-Fan


"Wenn dem Lesben- und Schwulenverband etwas gelungen ist, dann ist es auf jeden Fall der Spagat, wirklich überparteilich und gleichzeitig parteiisch für LGBT-Rechte zu sein."

Genau das ist ja der Kern des Problems. Eine politische Organisation von Schwulen, die in der Lage ist, den Druck auszuüben, der zur Duchsetzung selbst der eigentlich beschränkten (bürgerlichen) Tagesforderungen unabdingbar notwendig ist, ist mit "Überparteilichkeit" (letztlich Zusammenarbeit mit reaktionären politischen Kräften, die gegen die Interessen der breiten Masse lohnabhängiger Menschen auch der LGBT-Community Politik machen, die z. B. in prekären Jobs schuften, von Kinder-, Jugend-, Erwerbs- und Altersarmut bedroht sind usw.) im Sinne des LSVD niemals zu erreichen. Das beweist die völlige Bedeutungslosigkeit dieser Art schwul-lebischer "Organisation" im Zuge der jüngsten Bundestagswahl und ihrer Folgen so eindrucksvoll wie erschreckend.

Sozialer und gesellschaftlicher Fortschritt braucht eine klare politische Positionierung, insbesondere eine schlagkräftige, breite Solidarität und Organisierung der Masse der von Lohn abhängigen und unterdrückten Menschen. LGBT-Organisation, die für effektive Gleichheit in dieser Gesellschaft eintritt, kann nur als Teil dieser umfassenderen Organisierung gedacht und vor allem erfolgreich umgesetzt werden.

Lebens- und realitätsnah statt -fremd. Der Gegenentwurf (und die Gegenpraxis) zu den bürgerlich-opportunistischen Illusionen von LSVD & Co. (M. Schulze: "politische Naivität"):

Link zu www.queer.de

Die Rechte von Schwulen und Lesben sind in keiner Weise losgelöst (wie bei der "Überparteilichkeit" von LSVD & Co.), sondern direkt verbunden mit der Frage von sozialem Fortschritt und Gleichheit in dieser Gesellschaft insgesamt! Und genau in diesem Bewusstsein muss sich eine schwul-lesbische Bewegung organisieren, die nicht politisch bedeutungslos bleiben und wie in einem gesellschaftlichen und politischen Vakuum operieren will.


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#4
10.11.2013
15:38:29


(+12, 22 Votes)

Von kontrabass


halt berger ohne ratzinger.
krawall und erzeugte spannung als marketing in eigener sache.


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#5
10.11.2013
15:48:37
Via Handy


(+7, 17 Votes)

Von huhu


Berger ist ein Querulant erster güte, hätte ihn die katholische Kirche nicht rausgescgmissen würde er mit Wonne weiterhin gegen die eigenen Leute hetzen, dieser Typ ist derart selbstgerecht und verlogen dass er gut zu Gmünder & co. passt.


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#6
10.11.2013
15:50:53


(+8, 10 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


In die Hände der Gegner gespielt, wenn die Verbände und Aktivisten sich untereinander fertigmachen. Allerdings sollten sich wirklich alle an einen Tisch setzen und einig sein, um echte Schlagkraft zu gewinnen.


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#7
10.11.2013
16:03:18


(-23, 29 Votes)

Von ehemaligem User davidberger


Irgendwie hatte ich kreuz.net schon vermisst ... aber dafür gibt es jetzt queer.de! Danke nach Köln!


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#8
10.11.2013
16:08:04


(0, 12 Votes)

Von kinnon
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich kenn Herrn Berger nicht und will die Diskussion hier gar nicht kommentieren.

Aber wenn ich sehe, wie die SPD in den Koalitionsverhandlungen sofort das Thema Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben abgehakt hat, dann ist mir allerings auch kotzübel.

Und da ist mir auch auf Herrn Bergers Internetseite sein Kommentar recht. Auf allen Kanälen sollte man den Mund aufmachen.

Ich bin sehr viel in anderen Foren unterwegs. Was ich von Foristen z.B. auf ZeitOnline zum Thema Asyl für verfolgte Homosexuelle von dort angeblich aufgeklärten und gebildetetn Deutschen zu lesen bekommen hatte, das nimmt einem den Atem.

Was die Akzeptanz betrifft, da sind wir hier in Deutschland auf dem Weg zurück ins tiefste Mittelalter. Und wenn ich verfolge, was auf der ganzen Welt gegen Schwule und Lesben neuerdings stattfindet, dann sollte jeder Protest unterstützt werden. So ließe sich sicherlich auch die Wut von Herrn Berger besser integrieren als ihn hier zu bekämpfen.


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#9
10.11.2013
16:11:16


(-6, 16 Votes)

Von Timm Johannes


Also der Kommentar von Micha Schulze ist in diesem Fall goldrichtig und wird von mir zu 100 Prozent geteilt.

Der LSVD macht eine sehr gute Artbei und sehr gute Projekte, insbesondere das Regenbogenfamilienprojekt des LSVD gefällt mir sehr, sehr gut.

Ich bin seit vielen Jahren einfaches Mitglied im LSVD und fand bisher fast JEDEN Beschluss des LSVD SEHR GUT.

Auch gefällt es mir sehr, dass der LSVD sich nicht verzettelt und zu anderen allgemeinpolitischen Themen (Landwirtschaftspolitik oder Steuerpolitik oder Umweltpolitik, usw.) Stellung nimmt und sich voll und ganz auf die LGBT-Themen konzentriert.

Wer den LSVD kritisiert, der kennt den LSVD entweder nicht, war noch nie auf den Verbandssitzungen des LSVD oder hat auch sonst wenig Ahnung von den Aktionen des LSVD.

----------

Im übrigen was kann der LSVD dafür, wenn die SPD nicht ihre Wahlversprechen einhält und sich kleinlaut der Merkel unterordnen wird ???

Es ist die SPD und die Schwusos, die hier aktuell in der Verantwortung stehen.

Personen wie Ansgar Dittmar, Johannes Kahrs und die Schwusos sind derzeit "am Drücker" und man darf gespannt sein, was die SPD bringt bzw. nicht bringt. Der aktuelle Koalitionsvertrag, wie er inhaltlich bei LGBT-Themen formuliert werden soll, ist jedenfalls Schrott und ein WischiWaschi-Papier erster Güte !!! Da haben die britischen Liberalen den britischen Konservativen aber mehr abgerungen und dort wird im Januar die Ehe geöffnet.

Herr Berger sollte besser Druck bei der Berliner SPD machen oder die Schwusos unter Druck setzen.


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#10
10.11.2013
16:29:56


(-7, 13 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #7 von davidberger


Nur nicht den Mund verbieten lassen:

Link:
m-maenner.de/2013/11/wir-brauchen-eine-homo-lobby/


Danke!


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