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Kommentare zu:
Ein Schwuler im Priesterseminar


#26 walton74Anonym
  • 05.12.2013, 11:02h
  • Mein Partner hat vor kurzem das Buch gekauft. Selten hab' ich so einen Schund gelesen! Das Buch wechselt ständig zwischen dem irgendwann nur noch nervtötenden Gejammer Bühlings und den oberflächlichen Beschreibungen katholischer Strukturen und Amtsträger. Wer hier die ein oder andere interessante skurrile bis tragisch-komische Anekdote aus dem schwulen Priesterleben sucht, wie sie im Buch David Bergers zu finden war, wird enttäuscht. Konkretes gibt es kaum, stattdessen nur Oberflächliches wie der Kampf zwischen erzkonservativen Pollunderträgern und liberaleren Hausfrauenkatholen, wie er die gegensätzlichen Fraktionen selbst beschreibt. Wo gibt es handfeste Diskussionen zwischen den Parteien? Wie hat sich der Autor mit der jeweiligen Situation gedanklich auseinandergesetzt? Die entschuldigende, naive Blauäugigkeit muss doch irgendwann gänzlich geschwunden sein, die ja auch bei ihm zu einer Art Leben mit doppelmoralischen Pragmatismus führt! Das Buch wirft lauter Fragen auf die unbeantwortet bleiben. Dazu ist alles in einem Boulevard-Duktus geschrieben, der allzu sehr provozieren will. Ganz schlimm kommt es dann am Ende des Buches, an dem der Autor seine Hochzeit als versöhnliches Ende einfügt, nicht ohne zuvor in aller Ausführlichkeit zu erwähnen, welch eine gottgesandte doch völlig missverstandene theologische Koryphäe er doch ist. "Witzigerweise" (O-Ton) war dann am Tag seiner Hochzeit aber doch kein (freier) Theologe zugegen. Sorry, gönne ihm sein nun freies Leben als Seelenberater und Hypnotiseur, doch seinen teils unglaubwürdigen Anfall von christlicher Gottesberufung hätte er nicht in Buchform veröffentlichen müssen.
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#25 Rane77Profil
  • 03.12.2013, 12:57hIllingen
  • Auch ich habe meinen Lebensweg nach dem Abitur in einem Priesterseminar begonnen und kann vieles von dem, was Daniel Bühling schildert nachvollziehen und bestätigen. Ich bin inzwischen ebenso schwul verpartnert und habe mit Kirche nicht mehr sehr viele Kontaktpunkte; ich bin kein Kirchgänger mehr und auch nicht in der Pfarrgemeinde aktiv.
    Eine Meinung teile ich jedoch nicht. Ich kenne ebenso sehr viele Priester, die in der Kirche glücklich sind und einen guten Dienst tun. Sehr viele sind liberal zu nennen und leben auch diese Art des Selbstverständnisses vor. Aber leider gibt es eine laute Minderheit, die verstockt und reaktionär ist. Diese Traditionalisten hatten durch Benedikt XVI. auch eine Stimme an oberster Stelle. Dieser Papst, der als junger Theologe mit verantwortlich war für den Aufbruch der Kirche mit dem II. Vatikanum wurde durch sein Umfeld geprägt und letztlich auf konservativem Boden gehalten. Er hat wohl genau diese Ambivalenz erkannt und daher den Rückzug durchgezogen. Nur so ist es auch zu erklären, dass ein Papst Franziskus einen radikalen Kurswechsel macht. In wie weit dies nachhaltig sein wird, bleibt abzuwarten.
    Erfrischend finde ich bei den Äußerungen Bühlings, dass bei ihm keine absolute Antipathie auszumachen ist, so wie es beispielsweise bei Berger der Fall ist. Bühling hat seinen Lebensweg gefunden und sagt "Ja" zu der Zeit, die ihn mit geprägt hat. Und es ist sein gutes Recht zu kritisieren, und das tut er. Genau da identifiziere ich mich mit ihm und bin erschrocken, dass es dieses Buch dann doch schon gibt; denn ich musste es nicht schreiben. Da mein Lebensweg nach dem Priesterseminar über eine Ehe mit Kind zum homosexuellen alleinerziehenden Vater geführt hat, bleibt für mich dann doch noch die Möglichkeit die kirchenkritische Literaturliste zu ergänzen. Auch deshalb, weil ich nach der derzeit öffentlichen politischen Situation in Deutschland meine Lebenssituation gar nicht vorkommen darf, wenn es nach unserer Kanzlerin ginge. So hat das alles bei mir auch noch eine politische Komponente.
    Entgegen Bühling jedoch distanziere ich mich wiederum von der Meinung von Berger, der vom Geiste eben genau jener konservative Theloge ist, der durch die Kirche groß geworden ist; letztlich aber einen Abgang mit Pauken und Trompeten hatte, bei dem die weitläufige Öffentlichkeit Kenntnis von ihm genommen hat. Viele Thesen Bergers sind leider genauso doppelmoralisch zu entlarven wie auch Aussagen von Hirten der Katholischen Kirche. Hier hat Bühling einen deutlich besseren Weg eingeschlagen, wenn ihm das auch noch nicht die großen Verkaufszahlen sichert. Ich werde diese Verkaufszahl aber auf jeden Fall um eins erhöhen und wünsche mir eigentlich mit ihm dann irgendwann und - wo die Gelegenheit zum Austausch darüber zu finden.
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#23 daVinci6667
  • 13.11.2013, 09:09h
  • Antwort auf #22 von stephan

  • Danke für deine Ehrlichkeit.

    Genau solche Erfahrungsberichte braucht die Öffentlichkeit mein Lieber! Also überleg dir das nochmal mit dem Buch!

    Ganz herzlichen Glückwunsch übrigens. Toll hast du dich für Dich und für ein authentisches, ehrliches Leben in Übereinstimmung mit dir selbst entschieden.

    Viel zu viele schaffen das nie und werden mit zunehmendem Alter immer verbitterter, verzweifelter und homophober. Von denen kann man hier dann einiges lesen.
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#22 stephan
  • 13.11.2013, 00:55h
  • Antwort auf #21 von daVinci6667
  • Kahle Klostermauern? Ja, es musste alles ganz einfach und schlicht sein und das durfte dann ruhig etwas kosten! (Tebartz van Elst - Stil)

    Natürlich gab es einige verklemmte Leute, aber unter den Jüngeren auch eine recht offene Atmosphäre und etliche feste Beziehungen!

    "Ziemlich pervers das ganze!"

    Deshalb habe ich vor meiner endgültigen "Verpflichtung" dann die Reißleine gezogen, weil ich mich nach Offenheit und Ehrlichkeit sehnte. Wenn nach außen nicht Kirche draufgestanden hätte, sondern 'Schwule Mehrgenerationengemeinschaft' wäre ich vielleicht noch dort!
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#21 daVinci6667
  • 12.11.2013, 18:44h
  • Antwort auf #9 von stephan

  • Man besten schreibst du zwei Bücher!

    Eines das die RKK weiter entlarvt und eines was dort alles sexuell und in Einzelheiten bitte, alles abging.

    Ich geb's zu, ich bin ein neugieriger Mensch. Ob Ichs tatsächlich "einhändig" lesen würde bezweifle ich. Ich kann mir geileres Vorstellen als hinter kahlen Klostermauern bei an der Wand hängenden Symbolen mit gefolterter Menschen mit verklemmten Schrankschwestern rumzumachen.

    Ziemlich pervers das ganze!
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#20 daVinci6667
  • 12.11.2013, 18:31h
  • Antwort auf #18 von Outing

  • "Schwule sind in der Regel viel zu loyal."

    Hmh. Ich würde sagen ungeoutete Schwule im kath. Kirchendienst sind oft überangepasst, gekünstelt freundlich und liebenswürdig, schon fast schleimig, als ob sie damit hofften nach einem allfälligen Zwangs-Outing vielleicht doch noch ein bisschen gemocht zu werden...

    Ich bin gegen Zwangsoutings solange der Betroffene uns nicht schadet. Bei Klerikalschwestern im katholischen Schrankdienst denke ich mittlerweile anders.

    Hier sollte zwangsgeoutet werden, denn die RKK schadet uns zu massiv. Da sähe die Öffentlichkeit endlich dass es ohne Schwule die RKK in der Form nie gegeben hätte und so in Zukunft auch nicht mehr geben darf!
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#19 SmileyEhemaliges Profil
#18 OutingAnonym
  • 12.11.2013, 18:12h
  • zu #16
    Schwule sind in der Regel viel zu loyal.
    Eigentlich gehören die ganze schwulen Priester und Bischöfe endlich geoutet, damit offensichtlich wird, dass viele sich kein bisschen an das halten was sie nach Außen verkaufen.

    Mein Respekt gilt all denen, die sich von der RKK befreit haben und offen schwul leben!
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#17 GeorgB
  • 12.11.2013, 17:13h
  • Antwort auf #16 von Vaterkomplex
  • TOLLLLLL

    "Die Schwule" grundsätzlich als Verräter bezeichnen, aber selbst hier den Geburtsnamen von Herrn Bühling posten, damit auch ja für manche die Familie zuordnbar ist oder der Klerus sich erinnert.

    Biste mal abgeblitzt bei ihm oder bist du einer von denen, die immer noch als schwuler Pfaffe im Schrank sitzen, öffentliche gegen LGBT schäumen, sich jetzt ertappt fühlen und sich kreuz.net zurückwünschen?
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#16 VaterkomplexAnonym
  • 12.11.2013, 14:55h
  • die schwule sind in der regel sehr illoyal.
    so verrieten sie , als es noch den paragraphen 175 gab , schon unter dem kleinsten gefahr skrupellos ihre lover oder andere schwule bekannte , jetzt verraten sie unter bestimmten umständen viel zu oft ihre mitarbeiter oder wie in diesem fall ganze kirche.

    insofern ist Daniel Bühling alias Daniel Mändle wie er noch vor einigen Jahren hiess , nichts aussergewöhnliches.
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#15 Miguel53deProfil
#14 Miguel53deProfil
#13 daVinci6667
  • 11.11.2013, 22:07h

  • Ehrliches Interview mit tiefem Blick hinter die Kulissen.

    Erschreckend wie viele katholisch sozialisierte junge Männer in einer Lebenskrise immer noch Zuflucht bei der Kirche suchen, gerade auf dem Land.

    Es scheint als wäre er hinter dem eisernen Vorhang und den Kirchenmauern gereift und als habe er dort seine Naivität und Wohl auch seine Unschuld verloren.

    Aber ihr naiven katholischen schwulen Landeier, dafür gibts bessere Locations!

    "Leider wird die konser­vative Seite immer stärker innerhalb der Kirche, weil viele Liberale ihren Hut nehmen besonders unter Vorgesetzten."

    Sag ich doch immer!

    Wie bei "meiner" ehemaligen evang. Kirche, es bleiben dumme Arschkriecher (in doppeltem Sinne!) und konservativste Autoritätsgläubige übrig. Die liberaleren sind längst alle Weg.

    Die Kirche stirbt und das ist gut so!
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#12 TheDadProfil
  • 11.11.2013, 20:20hHannover
  • Antwort auf #10 von Timm Johannes
  • Fazit ?

    Geschwafel..

    ""dass ich aus einer liberalen Familie stamme und schon meine Eltern gegenüber der katholischen Kirche kritisch eingestellt waren.""..

    ""So bin ich gottseidank nach meinem Abitur auch nicht auf die Idee gekommen, römisch-katholischer Priester zu werden.""..

    Aber Theologie-Student !

    ""Im Laufe meiner Studienzeit habe ich aber schwule katholische Priesterseminaristen in meiner Unistadt""..

    Vermeidest aber seit Jahren immer schön diese Stadt beim Namen zu nennen..

    ""durfte ich dann in meinen 30ern""..

    ""übergetreten bin, wo seit Ende der 1990er""..

    Also erst vor etwa 15 Jahren..
    Und immer noch der alte katholische Zauber der Mission..

    ""Jedenfalls habe ich diesen Übertritt zu den Landeskirchen der EKD nie bereut""..

    Aber Dich plagen seit diesen 15 Jahren große Zweifel, und kaum das Franziskus sich dem "Papier der EKD" anschlöße, könnte Mann von T.J. nur noch den Schweif des Kometen sehen der Heim in´s Reich findet..

    "" bessere Sexualmorallehre""..

    Das klingt jetzt irgendwie nach psychiatrischer Strom-Therapie mit reduzierter Spannung !

    Wir erwarten von Dir immer noch eine Erklärung dazu wieso nur die Urteile des § 175 zwischen 1949 und 1969 aufgehoben werden sollen !

    Keine Lust ? Keine Ahnung ? Keine Zeit ?

    Aber in mehreren Threads das "Papier der EKD" beweihräuchern ist Dir nicht zu mühselig..

    Bloß nicht mit Realität befassen..
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#11 GerhardAnonym
#10 Timm JohannesAnonym
  • 11.11.2013, 19:08h
  • Also ich bin froh, dass ich aus einer liberalen Familie stamme und schon meine Eltern gegenüber der katholischen Kirche kritisch eingestellt waren.

    So bin ich gottseidank nach meinem Abitur auch nicht auf die Idee gekommen, römisch-katholischer Priester zu werden.

    Im Laufe meiner Studienzeit habe ich aber schwule katholische Priesterseminaristen in meiner Unistadt kennengelernt und weitere schwule katholische Priester durfte ich dann in meinen 30ern über meinen Lebenspartner ("gottseidank auch kein Theologe") kennenlernen, der unabhängig von mir auch schwule andere Priester kannte. Dies führte dann dazu ("aber auch andere Gründe wie Zölibat und fehlende Frauenordination ") das ich zu den liberaleren Landeskirchen der EKD übergetreten bin, wo seit Ende der 1990er gleichgeschlechtliche Paare einen öffentlichen Segnungsgottesdienst erhielten und ein Wandlungsprozess in der EKD sich vollzog (erinnert sei auch an das gute EKD-Grundsatzpapier von 2001: "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken").

    Jedenfalls habe ich diesen Übertritt zu den Landeskirchen der EKD nie bereut und als gläubiger homosexueller Christ fühle ich mich in den Landeskirchen der EKD wesentlich wohler (Segnungsgottesdienste am Altar für verpartnerte Paare, Frauenordination, verheiratete Pfarrer, bessere Sexualmorallehre). Auch das aktuelle EKD-Familienpapier geht in die richtige Richtung.

    Fazit: Es gibt viele Menschen wie Daniel Bühling in den römisch-katholischen Klerikerreihen und ohne weiteres könnte ich Herrn Bühling oder Herrn Berger weitere schwule Priester vorstellen. Einige von ihnen leben tatsächlich zölibatär aber auch einige von ihnen haben heimlich einen festen Freund. Nicht das alle Prieste schwul sind, das stimmt nicht...aber es sind mehr als der durchschnittliche katholische Kirchenbesucher denkt bzw. wahrhaben will.
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#9 stephan
  • 11.11.2013, 19:05h
  • Mann oh Mann! Aus was man heute alles so ein Buch machen kann. Ich war ab meinem 21. Lebensjahr knapp vier Jahre Benediktinermönch und wusste auch schon in der ersten Woche, wo es lang ging!
    Wenn jemand Ein-Hand-Literatur braucht Aufträge bitte:)
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 GerhardAnonym
  • 11.11.2013, 17:54h
  • "Ein Schwuler im Priesterseminar" ist so wie "Ein Pferd auf dem Polo-Spielfeld" :D
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#5 AntiFantiProfil
  • 11.11.2013, 17:36hBerlin
  • ...den priestern die kinder sexuell missbrauchen wird innerhalb der kath. kirche unbürokratisch vergeben, sie werden schlimmstenfalls versetzt, sollte sich eine frau, die innerhalb der ehe aufs brutalste von ihrem mann geschlagen wird, scheiden lassen, bekommt sie nicht einmal mehr die "heilige kommunion" bei der messe.

    dass ist kath. kirche u. sorry, dass ist david berger, vergesst das nie!
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#4 jarjarAnonym
#3 LorenProfil
  • 11.11.2013, 16:24hGreifswald
  • Mit 18 habe ich meine besorgten Eltern nach der Kriegsdienstverweigerung noch gleich mit dem Kirchenaustritt überrascht. Das kam gut. Den Umweg über das Priesterseminar -wie Herr Bühling- habe ich mir erspart. Kontaktmöglichkeiten gabs schließlich auch anderswo.
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#2 FinnAnonym
  • 11.11.2013, 16:22h
  • Tja, diese Scheinheiligkeit und Verlogenheit ist typisch für alle Sekten und andere undrückende Regime.
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