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Kommentare zu:
Ein Schwuler im Priesterseminar


#21 daVinci6667
  • 12.11.2013, 18:44h
  • Antwort auf #9 von stephan

  • Man besten schreibst du zwei Bücher!

    Eines das die RKK weiter entlarvt und eines was dort alles sexuell und in Einzelheiten bitte, alles abging.

    Ich geb's zu, ich bin ein neugieriger Mensch. Ob Ichs tatsächlich "einhändig" lesen würde bezweifle ich. Ich kann mir geileres Vorstellen als hinter kahlen Klostermauern bei an der Wand hängenden Symbolen mit gefolterter Menschen mit verklemmten Schrankschwestern rumzumachen.

    Ziemlich pervers das ganze!
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#22 stephan
  • 13.11.2013, 00:55h
  • Antwort auf #21 von daVinci6667
  • Kahle Klostermauern? Ja, es musste alles ganz einfach und schlicht sein und das durfte dann ruhig etwas kosten! (Tebartz van Elst - Stil)

    Natürlich gab es einige verklemmte Leute, aber unter den Jüngeren auch eine recht offene Atmosphäre und etliche feste Beziehungen!

    "Ziemlich pervers das ganze!"

    Deshalb habe ich vor meiner endgültigen "Verpflichtung" dann die Reißleine gezogen, weil ich mich nach Offenheit und Ehrlichkeit sehnte. Wenn nach außen nicht Kirche draufgestanden hätte, sondern 'Schwule Mehrgenerationengemeinschaft' wäre ich vielleicht noch dort!
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#23 daVinci6667
  • 13.11.2013, 09:09h
  • Antwort auf #22 von stephan

  • Danke für deine Ehrlichkeit.

    Genau solche Erfahrungsberichte braucht die Öffentlichkeit mein Lieber! Also überleg dir das nochmal mit dem Buch!

    Ganz herzlichen Glückwunsch übrigens. Toll hast du dich für Dich und für ein authentisches, ehrliches Leben in Übereinstimmung mit dir selbst entschieden.

    Viel zu viele schaffen das nie und werden mit zunehmendem Alter immer verbitterter, verzweifelter und homophober. Von denen kann man hier dann einiges lesen.
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#25 Rane77Profil
  • 03.12.2013, 12:57hIllingen
  • Auch ich habe meinen Lebensweg nach dem Abitur in einem Priesterseminar begonnen und kann vieles von dem, was Daniel Bühling schildert nachvollziehen und bestätigen. Ich bin inzwischen ebenso schwul verpartnert und habe mit Kirche nicht mehr sehr viele Kontaktpunkte; ich bin kein Kirchgänger mehr und auch nicht in der Pfarrgemeinde aktiv.
    Eine Meinung teile ich jedoch nicht. Ich kenne ebenso sehr viele Priester, die in der Kirche glücklich sind und einen guten Dienst tun. Sehr viele sind liberal zu nennen und leben auch diese Art des Selbstverständnisses vor. Aber leider gibt es eine laute Minderheit, die verstockt und reaktionär ist. Diese Traditionalisten hatten durch Benedikt XVI. auch eine Stimme an oberster Stelle. Dieser Papst, der als junger Theologe mit verantwortlich war für den Aufbruch der Kirche mit dem II. Vatikanum wurde durch sein Umfeld geprägt und letztlich auf konservativem Boden gehalten. Er hat wohl genau diese Ambivalenz erkannt und daher den Rückzug durchgezogen. Nur so ist es auch zu erklären, dass ein Papst Franziskus einen radikalen Kurswechsel macht. In wie weit dies nachhaltig sein wird, bleibt abzuwarten.
    Erfrischend finde ich bei den Äußerungen Bühlings, dass bei ihm keine absolute Antipathie auszumachen ist, so wie es beispielsweise bei Berger der Fall ist. Bühling hat seinen Lebensweg gefunden und sagt "Ja" zu der Zeit, die ihn mit geprägt hat. Und es ist sein gutes Recht zu kritisieren, und das tut er. Genau da identifiziere ich mich mit ihm und bin erschrocken, dass es dieses Buch dann doch schon gibt; denn ich musste es nicht schreiben. Da mein Lebensweg nach dem Priesterseminar über eine Ehe mit Kind zum homosexuellen alleinerziehenden Vater geführt hat, bleibt für mich dann doch noch die Möglichkeit die kirchenkritische Literaturliste zu ergänzen. Auch deshalb, weil ich nach der derzeit öffentlichen politischen Situation in Deutschland meine Lebenssituation gar nicht vorkommen darf, wenn es nach unserer Kanzlerin ginge. So hat das alles bei mir auch noch eine politische Komponente.
    Entgegen Bühling jedoch distanziere ich mich wiederum von der Meinung von Berger, der vom Geiste eben genau jener konservative Theloge ist, der durch die Kirche groß geworden ist; letztlich aber einen Abgang mit Pauken und Trompeten hatte, bei dem die weitläufige Öffentlichkeit Kenntnis von ihm genommen hat. Viele Thesen Bergers sind leider genauso doppelmoralisch zu entlarven wie auch Aussagen von Hirten der Katholischen Kirche. Hier hat Bühling einen deutlich besseren Weg eingeschlagen, wenn ihm das auch noch nicht die großen Verkaufszahlen sichert. Ich werde diese Verkaufszahl aber auf jeden Fall um eins erhöhen und wünsche mir eigentlich mit ihm dann irgendwann und - wo die Gelegenheit zum Austausch darüber zu finden.
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#26 walton74Anonym
  • 05.12.2013, 11:02h
  • Mein Partner hat vor kurzem das Buch gekauft. Selten hab' ich so einen Schund gelesen! Das Buch wechselt ständig zwischen dem irgendwann nur noch nervtötenden Gejammer Bühlings und den oberflächlichen Beschreibungen katholischer Strukturen und Amtsträger. Wer hier die ein oder andere interessante skurrile bis tragisch-komische Anekdote aus dem schwulen Priesterleben sucht, wie sie im Buch David Bergers zu finden war, wird enttäuscht. Konkretes gibt es kaum, stattdessen nur Oberflächliches wie der Kampf zwischen erzkonservativen Pollunderträgern und liberaleren Hausfrauenkatholen, wie er die gegensätzlichen Fraktionen selbst beschreibt. Wo gibt es handfeste Diskussionen zwischen den Parteien? Wie hat sich der Autor mit der jeweiligen Situation gedanklich auseinandergesetzt? Die entschuldigende, naive Blauäugigkeit muss doch irgendwann gänzlich geschwunden sein, die ja auch bei ihm zu einer Art Leben mit doppelmoralischen Pragmatismus führt! Das Buch wirft lauter Fragen auf die unbeantwortet bleiben. Dazu ist alles in einem Boulevard-Duktus geschrieben, der allzu sehr provozieren will. Ganz schlimm kommt es dann am Ende des Buches, an dem der Autor seine Hochzeit als versöhnliches Ende einfügt, nicht ohne zuvor in aller Ausführlichkeit zu erwähnen, welch eine gottgesandte doch völlig missverstandene theologische Koryphäe er doch ist. "Witzigerweise" (O-Ton) war dann am Tag seiner Hochzeit aber doch kein (freier) Theologe zugegen. Sorry, gönne ihm sein nun freies Leben als Seelenberater und Hypnotiseur, doch seinen teils unglaubwürdigen Anfall von christlicher Gottesberufung hätte er nicht in Buchform veröffentlichen müssen.
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