Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20414

Neue Schätzung des Robert-Koch-Institut

78.000 Menschen in Deutschland HIV-positiv


Kondome sind nach wie vor sehr wichtig für die HIV-Prävention, so das RKI (Bild: Tomizak / flickr / by-nd 2.0)

In Deutschland lebten Ende 2012 nach einer am Montag veröffentlichten Schätzung des Robert Koch-Instituts 78.000 Menschen mit einer HIV-Infektion.

Besonders steil war der Anstieg bei der Altersgruppe der über 40-Jährigen, bei denen sich nach RKI-Angaben die Zahl der mit HIV-lebenden Personen seit Anfang der 1990er Jahre fast verfünffacht hat.

Die erfolgreiche Einführung der antiretroviralen Therapie Mitte der 1990er Jahre führte dazu, dass Menschen mit einer HIV-Infektion heute länger leben. Gleichzeitig bleibt aber die Zahl der HIV-Neuinfektionen in den letzten Jahren unverändert auf hohem Niveau. Im Jahr 2012 haben sich geschätzt etwa 3.400 Menschen mit HIV infiziert. Rund drei Viertel der neuen Infektionen entfallen auf Männer, die Sex mit Männern hatten. Fast jeder fünfte hat sich demnach bei heterosexuellem Sex angesteckt (davon die Hälfte im Ausland), sechs Prozent bei intravenösen Drogenkonsum.

Die Zahl der HIV-infizierten Personen, die noch keinen HIV-Test durchgeführt haben und die daher nicht wissen, dass sie sich mit HIV infiziert haben, wird auf zirka 14.000 Personen geschätzt. Über 30 Prozent dieser Personen sind in der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren.

Das RKI appellierte daher insbesondere an Schwule, sich nicht auf Aussagen des Partners zu dessen HIV-Status zu verlassen, da dieser dem nicht unbedingt bekannt sein müsste: "Besonders gefährdete Gruppen sollten verstärkt dafür sensibilisiert werden, dass die Frage an den Partner, ob er mit HIV infiziert ist, keinen dem Kondomgebrauch gleichwertigen Schutz vor einer Infektion bietet". (pm/cw)



15 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 sperlingAnonym
  • 11.11.2013, 20:56h
  • 78.000 menschen wissentlich hiv-infiziert -
    geschätzte 14.000 menschen unwissentlich infiziert.

    anhand dieser zahlen kann man sich mal überlegen, wie sinnvoll es ist
    - von "den positiven" zu reden und dabei nur die wissentlich infizierten zu meinen
    - bei diskussionen über gegenseitige verantwortung immer nur über die wissentlich positiven zu reden
    - sich darauf zu verlassen, dass "die positiven" einem ja sagen würden, dass sie positiv sind.

    ob das recht stabile niveau der neuinfektionen "hoch" ist, darüber kann man sicherlich streiten. im internationalen vergleich steht deutschland mit der rate ziemlich gut da.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 hjklAnonym
  • 11.11.2013, 21:51h
  • Antwort auf #2 von sperling
  • Mich würde mal eher interessieren , wie man immer auf Schwule kommt. MSM sind nicht nur Schwule laut wikipedia und hetero(Mann+Frau) -Kontakte können auch Bisexuelle M+W-Kontakte sein. Die HIV-Statistik ist totaler Mist! Bisexuelle M+W -Kontakte werden als hetero abgetan und hetero-Männer die Sex mit Männer haben als MSM und dann als schwul ausgegeben! Es wäre mal Zeit für eine Neuordnung des HIV-Test. Apropopo wird wieder nix von AO-Sex (Hetero-Bareback)erwähnt usw. Darum kümmert man sich gar nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 sperlingAnonym
  • 11.11.2013, 23:13h
  • Antwort auf #3 von hjkl
  • stimmt, in einer guten studie (und auswertung) wird man wert darauf legen, MSM und schwule nicht gleichzusetzen und die ansteckung beim heterosexuellen sex nicht mit einer heterosexuellen identität. wenn die begriffe durcheinandergeraten, liegt das aber manchmal nicht an der studie selbst, sondern an einer schlampigen berichterstattung. oben im artikel kann ich diesen fehler nicht unbedingt erkennen. du?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 ChristineAnonym
  • 12.11.2013, 08:59h
  • Schade, dass der Artikel nur unter "kurz gemeldet" erscheint.
    Ich möchte auf einige Aussagen des RKI-Berichts hinweisen, die im queer.de-Artikel leicht falsch verstanden werden könnten.
    Die _Prävalenz_ (Anzahl der zum Untersuchungszeitpunkt Infizierten) ist zwar in der Altersgruppe der über 40-Jährigen MSM am höchsten, aber die _Inzidenz_ (Anzahl der NEU Erkrankten in untersuchten Zeitraum) ist am höchsten unter den 20- bis 24-Jährigen!
    Das sind alarmierende Zahlen, denn auch wenn die absolute Zahl der Neuinfektionen (durch Bevölkerungsrückgang) relativ geringer als früher ausfällt, bedeutet die momentane Häufigkeit der Neu-Infektionen der unter 25-Jährigen eine fast genau so hohe Zahl wie beim anfänglichen Infektionsgipfel von HIV zu Beginn der 80ern/90er Jahre!
    Es ist also sehr gefährlich, sich darauf zu verlassen, dass junge Schwule heutzutage einfach nicht mehr HIV-infiziert sind. Viele wissen nicht um ihren aktuellen HI-Status, da die Neuinfektion erst vor ganz kurzer Zeit erfolgt sein kann und verlassen sich auf den letzten Wissensstand (nicht infiziert).
    Laut RKI hat eine diesjährige Studie in Hamburg ergeben, dass 4,2% der zuvor nie getesteten Männer oder zuvor negativ getesteten Männern von Testteilnehmern ("die an Orten angesprochen wurden, an denen sich homosexuelle Männer treffen") unwissentlich mit HIV-infiziert waren.
    Das bedeutet, dass viele negativ Getestete sich und ihre Sexualpartner in falscher Sicherheit wiegen.
    Aufklärung ist heute mindestens wieder genauso wichtig wie vor 25 Jahren!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 SebiAnonym
  • 12.11.2013, 10:42h
  • Schlimm!

    Wir müssen HIV ausrotten!

    Und viel mehr Geld in die Forschung stecken, so dass irgendwann Impfung und Heilung möglich sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 SmileyEhemaliges Profil
  • 12.11.2013, 12:46h
  • Wir wollen auch nicht vergessen daß nicht nur ein Risiko vom wissentlich oder unwissentlich HIV-positiven Partner ausgeht.

    Sondern auch von einem selbst für diesen Partner - das Risiko den positiven Partner zu infizieren. Weil ein Test mit negativem Resultat immer nur eine Momentaufnahme eines Zustands in der Vergangenheit darstellt. Das heißt das man sich eingestehen sollte daß der eigene HIV-Status nicht immer verläßlich bekannt ist.

    Abgesehen davon gibt es eine ganze Reihe weiterer (zT sexuell) übertragbarer Krankheiten neben AIDS die einem (bekannt oder potentiell) positiven Partner schwere Schäden zufügen können. Auch hier ist es schwierig den eigenen Status einzuschätzen. Wer läßt sich regelmäßig auf alle möglichen anderen Erreger testen? Ich auch nicht.

    Es braucht Information um Risiken abschätzen zu können. Gute präzise verständlich aufbereitete Information und ein waches Bewußtsein. Ich vermisse ein wenig die gute alte Erna, von "Erna, was kosten die Kondooooooomeee"...

    Man sollte vor allem aber keinen Positiven alleine lassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 nanuAnonym
  • 12.11.2013, 14:00h
  • Antwort auf #6 von Sebi
  • Na dann mach mal. Rotte aus, stecke Dein Geld in die Forschung. Schon mal dran gedacht, wie viele Arbeitsplätze an HIV hängen - bzw. wieviel Geld von der Industrie damit verdient wird?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 wenig die guteAnonym
#10 MeineFresseAnonym
  • 12.11.2013, 17:41h
  • Antwort auf #5 von Christine
  • Das liegt daran, dass HIV nicht mehr als so schlimm wahrgenommen wird. Es ist ja auch kein Todesurteil mehr wie in den 80gern, das ist alles lange her.
    Auch andere Krankheiten nehmen deshalb zu, auch bei Heteros.
    Da wollen die Männer fast nie ein Gummi aufsetzen selbst bei One night stands, meine Erfahrung. Wahrscheinlich weil sie denken, dass "sowas" nur Schwule kriegen.
  • Antworten » | Direktlink »