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  • 11.11.2013           34      Teilen:   |

Krawalle zum Unabhängigkeitstag

Warschau: Nationalisten fackeln LGBT-Mahnmal ab

Artikelbild
Nicht zum ersten Mal wurde die Kunstinstallation, die zum Symbol für LGBT-Rechte wurde, abgefackelt

Bei Straßenschlachten mit der Polizei zum Unabhängigkeitstag wurde auch ein Regenbogen aus Kunstblumen in Brand gesetzt.

Polnische Nationalisten haben sich am Montag in Warschau heftige Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Mehrere Personen wurden bei den Aktionen zum Unabhängigkeitstag durch Feuerwerkskörper verletzt.

Bereits in den letzten Jahren war es an dem Tag zu Ausschreitungen gekommen; die Antifa hatte in diesem Jahr auf Gegendemonstrationen verzichtet und bereits am 9. November demonstriert, um auf die Gefährlichkeit rechtsradikalen Gedankenguts aufmerksam zu machen. Bei den Krawallen am Montag wurden mehrere Polizisten und Journalisten attackiert und verletzt, zudem war es den Nationalisten fast gelungen, ein besetztes Gebäude in Brand zu setzen (Video).

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Der Regenbogen - Quelle: Panek / wikicommons / cc by 3.0
Der Regenbogen (Bild: Panek / wikicommons / cc by 3.0)

Am Erlöserplatz zündeten die Nationalisten die Kunstinstallation "Regenbogen" an – das Projekt der Künstlerin Julita Wojcik wird von Medien inzwischen LGBT-Mahnmal genannt. Der 26 Meter weite und bis zu neun Meter hohe Bogen mit künstlichen Blumen war als Zeichen für ein weltoffenens Polen für die EU-Ratspräsidentschaft des Landes im Jahr 2011 erstellt und ursprünglich in Brüssel aufgestellt worden.

Nach dem Umzug nach Warschau wurde die Installation bereits mehrfach abgefackelt; ein Parlamentsabgeordneter der Partei Recht und Gerechtigkeit wollte die Installation, die den Platz gegenüber der Erlöserkirche umspannt, im letzten Jahr wegen der "beleidigenden Geste gegenüber Christen" gar entfernen lassen.

Vom Regenbogen blieb am Montag nur das Gerüst übrig
Vom Regenbogen blieb am Montag nur das Gerüst übrig

Auch wenn Wojcik die Installation als allgemeinen Ausdruck von Toleranz verstanden haben will, äußerte sie sich froh darüber, dass sie als Symbol für LGBT-Rechte angesehen wird und zu Debatten führt. Auch die Stadtverwaltung hat die Regenbogenaktion immer wieder verlängert, zuletzt bis zum nächsten Frühjahr – auf einem Platz, der gerade abends auch von Jugendlichen besucht wird und von Nachbarn als "Hipster-Platz" verspottet wird. Nach jeder Attacke helfen Jugendliche wie Nachbarn und Schwule und Lesben, die Installation wieder herzurichten. (nb)

Youtube | Ein Video des brennenden Mahnmals
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Tags: polen, warschau
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Reaktionen zu "Warschau: Nationalisten fackeln LGBT-Mahnmal ab"


 34 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
11.11.2013
22:50:45


(+9, 11 Votes)

Von Porokusi


Die compact Organisatoren sollten unbedingt den Brandstifter ausfindig machen und für einen Vortrag nach Leipzig einladen.


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#2
11.11.2013
22:53:05


(-2, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


In Warschau begann heute die UN-Klimakonferenz und gehirnamputierte Krawallos fackeln ja einfach mal so einen aus Blumen gehäkelten Regenbogen ab!


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#3
11.11.2013
23:23:47


(+9, 9 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


wenn man solche nachrichten lesen muss und dazu noch dieses video sieht, stellt man sich unwillkürlich die frage, warum die bevölkerung, solche übergriffe, ohne grosse reaktionen hinnimmt???
wenn ich mir überlege, wie sehr wir deutsche in die pflicht genommen wurden, nach dem naziterror, verstehe ich die akzeptanz dieser nationalistischen machenschaften nicht???
allerdings, gilt das ja auch für die allgemeine "rechtsfreundliche entwicklung", die ja sogar von unserer regierung noch gestützt wird, natürlich nur heimlich und unauffälliger!!!
als makulatur reichen offenbar die GEDENKVERANSTALTUNGEN mit bestürzter kanzlerin + blumenschmuck und ernsten mienen aus???
wie das in der praxis aussieht, sehen wir ja tagtäglich, zb. am NSU prozess!!!
wenigstens können wir hoffnung schöpfen, da in etlichen ländern, die verhältnisse für schwule
"normalisiert" werden!!! es kann leider nicht schnell genug gehen, damit dieses faschistische pack endlich mit dem rücken zur wand steht, weil die bevölkerung endlich merkt, wie positiv sich die gleichstellung auf das allgemeinwohl auswirkt!!!
die BRD hat ja wohl als vorreiter in sachen menschenrechten, demokratie und gesetzestreue, kläglich versagt!!!
und es beseht hoffnung, dass angie in absehbarer zeit als "SCHANDKANZLERIN", in die geschichtsbücher eingeht! denn die jetzige entwicklung und ihre politik, in jeder beziehung, wird sich furchtbar rächen!!! dazu braucht es keine kristallkugel!!!


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#4
11.11.2013
23:37:51
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Nationalisten in Polen sind meist streng katholisch.

Nun steht in der Bibel dass ein Regenbogen am Himmel den Bund Gottes mit den Menschen symbolisiere.

Da fragt man sich ob Polen nun aus dem Christentum ausgetreten ist.

Wie auch immer unser Regenbogen wird wieder aufgebaut. Sicher und gerade in Warschau weils dort bitter nötig ist.


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#5
12.11.2013
04:35:34


(+5, 5 Votes)

Von FOX-News


Die neue / alte Gefahr von Rechts. Es ist einfach nur traurig und sollte allen eine Warnung sein, dass sich die Zeiten auch in Deutschlang ganz schnell ändern können.

Super, jedoch dass die Stadt die Aktion verlängert hat und danke an die Nachbarn und Helfer, die sich nicht beirren lassen und die Installation immer wieder aufbauen!


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#6
12.11.2013
06:55:49


(-1, 13 Votes)

Von SchwTA


Was hat solches Pack in der EU zu suchen? Wer es mit seinen ach-so-christlichen "Traditionen" nicht akzeptieren kann, dass LGBTler auch Menschen sind, der hat in der EU nichts, aber auch gar nichts verloren. Vor allen Dingen: Man denkt, dass die Leute da über die Jahre etwas lernen, aber nein, die orthodox-putinische Kirche greift um sich und schart die ehemaligen Genossen nun als neue Brüder und Schwestern im Glauben um sich. Und da offensichtlich weder Polizei noch Bevölkerung einschreiten, scheint's ja wohl, wie in Russland, "Volkes Wille" zu sein.
Spannend aber auch, dass wir so etwas nur bei Queer.de erfahren.


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#7
12.11.2013
09:45:16


(+8, 8 Votes)

Von NERD


ich komm täglich auf diese Seite.... mittlerweile deprimiert sich mich mehr als das sie mir Freude bereitet...
das liegt natürlich nicht an queer.de an sich sondern weil ich in der letzten zeit einfach nicht das "its get better" Gefühl habe sondern nur noch denke "its get worse"...


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#8
12.11.2013
09:56:36


(+2, 8 Votes)

Von regenbogen
Antwort zu Kommentar #7 von NERD


Lies doch auch den letzten Absatz, der macht Hoffnung. Hab erstmals von diesem Regenbogen gehört und finde ihn ein großes - wirklich sehr großes - Zeichen.

Im großen und ganzen entspannt sich die Lage in Polen, die CSDs werden größer statt verboten und angegriffen wie noch vor ein paar Jahren.

Ich möchte auch nicht wissen, oder eigentlich doch, wie oft ein so großes aber leicht entzündliches Statement in Deutschland abgebrannt würde.

Zum Kommentar davor:
>Was hat solches Pack in der EU zu suchen?
Die EU, das sieht man gerade auch an Polen deutlich, stärkt Menschenrechte und Demokratie. U.a. für Schwule und Lesben konnte sie in vielen Staaten viel bewegen. Wir sollten unserer Mitschwestern diese Chance nicht wegen den rechten Arschlöchern nehmen, zumindest nicht pauschal.


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#9
12.11.2013
10:35:53


(+3, 5 Votes)

Von Marek


Die EU hat faschistische Staaten wie Polen aufgenommen, dann soll sie jetzt auch dafür sorgen, dass sowas nicht passiert bzw. hart sanktioniert wird.

Ich erwarte zweierlei:

- die Täter müssen gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden.

- das Mahnmal muss wieder an exakt demselben Ort in exakt derselben Form ausgebaut werden. Auf Kosten der Täter!! Denn sonst hätten sie gesiegt, wenn das nicht wieder aufgebaut würde.

Und dann muss die Polizei sicherstellen, dass sowas nicht nochmal passiert.


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#10
12.11.2013
10:45:23


(+6, 6 Votes)

Von Timon


Das muss jetzt Konsequenzen haben!

Nicht nur für die Täter!

Sondern statt das Mahnmal nur bis nächstes Frühjahr stehen zu lassen, muss da jetzt ein dauerhaftes Mahnmal entstehen.

Dann hätten die polnischen Nazis genau das Gegenteil erreicht von dem was sie wollten.

@Nerd:
Umso wichtiger ist, dass wir den Kampf verstärken und z.B. auch nie mehr Parteien wählen, die uns nicht voll gleichstellen und sich nicht auch im Ausland und auf EU-Ebene für Homorechte einsetzen!


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