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Das neueste Plakat zur Konferenz

Nun verzichten auch Peter Scholl-Latour und Eva Herman auf eine Teilnahme – sie sieht sich wie das Magazin als Opfer. Zugleich verschärft "Compact" die Rhetorik.

Von Norbert Blech

"Linke SA macht gegen 'Compact'-Familienkonferenz mobil" – derart verägert berichtet der Chef des Magazins, Jürgen Elsässer, über neue Absagen von Rednern bei dem Kongress gegen die Gleichstellung von gleichgechlechtlichen Paaren am 23. November in der Nähe von Leipzig.

Das Magazin, das angeblich nicht homofeindlich sein will, zugleich aber online abstimmen lässt, ob die Lebenspartnerschaft nicht wieder abgeschafft werden soll (derzeit 61 Prozent Zustimmung), ist nach der frühen Absage von Norbert Geis nun auch von Peter Scholl-Latour (angeblich wegen eines plötzlichen Auslandseinsatzes) und Eva Herman versetzt worden.

Die ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin sei derart angefeindet und bedroht worden, dass sie nun abgesagt habe, schreibt "Compact". Sie wolle aber mit einer Videobotschaft zur Meinungsfreiheit bei dem Kongress präsent sein. "Durch die letzten einseitigen und hetzenden Presseveröffentlichungen melden sich immer wieder politisch Gegenspieler in Leipzig an, die mir dies auch mitteilen", so Herman laut dem Magazin. "Sie drohen vor allem mit Eskalation. Ich lehne Gewalt ab, ich lehne Vorverurteilungen ab, und ich weigere mich, mich den öffentlichen Medienvertretern ein weiteres Mal zum Fraße vorzuwerfen."

Dabei seien Homo-Ehe und Adoptionsrecht nicht ihr Thema, schreibt Herman noch. Allerdings hatte sie in einem aktuellen "Compact"-Gastbeitrag behauptet, die Aufnahme des Merkmals sexuelle Identität in den Gleichheitsartikel 3 des Grundgesetzes könnte ein Einfallstor "für die Legalisierung des Kindsmissbrauch" sein, da der Begriff "nicht nur Homos, Transgenders und Intersexuelle" umfasse.

Elsässer will kämpfen


Das Originalplakat; mittlerweile kommt nur noch Thilo Sarrazin

Es ist das alte Spiel, die Täter- und Opferrolle zu vertauschen. Elsässer geht in seinem Text noch weiter und sieht sich als Vorkämpfer der Meinungsfreiheit: "Von der Mainstreampresse ebenso wie von ihrem fanatisierten Prügelmob, einer SA in linker Kostümierung, werden wir – zu Unrecht! – in eine homophobe, reaktionäre Ecke gestellt", schreibt er. "Je stärker 'Compact'" wird, je mehr wir Auflage und Bekanntheitsgrad steigern, umso mehr werden wir die Angriffe der aggressivsten Kräfte des Finanzkapitals auf uns ziehen."

Nebenbei verrät er, dass der Veranstaltungsort, eine Kongresshalle am Leipziger Flughafen, den Vertrag wieder auflösen wollte – allerdings habe "Compact" das "juristisch abwehren" können.

Man wolle an dem Kongress festhalten: "Jetzt nachzugeben, hieße den Gegnern der Meinungsfreiheit und den Gegnern der Familie, im Grunde also den Gegnern der Werte unseres Grundgesetzes, das Feld zu überlassen", so Elsässer, der kritischen Medien, darunter queer.de und taz, eine Akkreditierung für den Kongress verweigerte. Für den Schutz der Veranstaltung sei durch die Polizei und "unsere eigene professionelle Security" gesorgt.

Diverse Gegenproteste


Neben Gleichstellungsgegnern aus Russland kommt auch Béatrice Bourges, eine Anführerin der Massenproteste gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich

Direkt an dem Konferenzzentrum in Schkeuditz soll es ab 8 Uhr morgens einen Gegenprotest des linken Bündnisses No Compact geben. Es wolle "aktiv werden gegen die ungestörte Durchführung" der Konferenz.

Den ganzen Tag über finden zudem in der Leipziger Innenstadt Aktionen statt: Das Bündnis Souverän genug für Vielfalt plant Infostände, Redebeiträge, ein kleines Kulturprogramm und eine Demonstration. Am Tag zuvor ist zudem eine Gegenkonferenz geplant.

Am Montag war bekannt geworden, dass Elsässer die russische Parlamentsabgeordnete Elena Misulina für die Konferenz gewinnen konnte (queer.de berichtete). Sie ist die Autorin des landesweiten Gesetzes gegen "Homo-Propaganda". (nb)



#1 MK1990Profil
  • 12.11.2013, 21:20hEssen
  • Da können wohl welche nicht mit Kritik umgehen.

    "Jetzt nachzugeben, hieße den Gegnern der Meinungsfreiheit und den Gegnern der Familie, im Grunde also den Gegnern der Werte unseres Grundgesetzes, das Feld zu überlassen"

    Meinungsfreiheit heißt nicht, dass man Meinungen nicht kritisieren darf.

    Gegner der Familie? Es wäre vielleicht sinnvoll seine Meinung durch neue Erfährungen zu überdenken. Wir leben im Jahre 2013 bzw. fast 2014. Familie ist da nicht mehr nur Mutter, Vater und Kinder. Akzeptiert endlich die Wissenschaft als eine Diskussionsgrundlage und deren Studien zu dem Thema Homosexuelle und Kinder. Die Wissenschaft ist weiter als ihr, die verändert sich nämlich stetig mit neuen Erkenntnissen und bleibt nicht in der Vergangenheit stehen.

    Werte unseres Grundgesetzes? Bevor man davon spricht, sollte man das Grundgesetz doch zumindest mal gelesen haben oder nicht? Haben diese Menschen anscheinend nicht.
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#2 divaAnonym
  • 12.11.2013, 21:41h

  • Typen wie elsässer tun mir eigentlich nur leid, wie frustriert muss man sein um eine derart absurde hetze zu inszenieren...?

    bin mal gespannt wie viele Besucher dieser kongress letztendlich haben wird, ich hätte mir allerdings mehr Berichterstattung durch die Medien gewünscht, grade um mehr druck auszuüben.
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#3 anomeProfil
  • 12.11.2013, 21:59hKassel
  • "Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen."

    Voltaire

    Diesen Satz sollten wir uns zu Herzen nehmen!
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 12.11.2013, 22:54h
  • Antwort auf #2 von diva
  • Elsässer war mal so antideutsch, dass man patriotische Zuckungen bekommen konnte, jetzt ist er so antisemitelnd und doitsch, dass man deutschen Selbsthass entwickeln könnte.

    Liebe Leute, im Gegensaztz zu dem, was da in Berlin an Grundrechten wegverhandelt wird, ist das alles sehr subkulturell.

    Man muss halt nur genau schauen, ob es im Bodensatz keimt.

    Denn gegen solche Keime war die Union noch nie immun.
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#5 David77Anonym
#6 sperlingAnonym
  • 12.11.2013, 23:36h
  • Antwort auf #3 von anome
  • ausgerechnet hier mit diesem zitat zu kommen, ist schon ziemlich schräg.

    wir reden hier u.a. von leuten, die gerade per gesetz die meinungsfreiheit in ihrem land ABGESCHAFFT haben. wir reden von leuten, die keine anderen hobbies haben als den gleichheitsgrundsatz unserer demokratie zu torpedieren.

    wenn du für solche leute gern dein leben hingeben möchtest - bittesehr. ich bin sicherlich NICHT dabei.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.11.2013, 00:23h
  • Entweder handelt es sich bei der Absage von der Hermann und dem Scholl-Latour um einen PR-Gag, die haben kalte Füße bekommen oder den beiden hat der Mut verlassen! An einen Sinneswandel der beiden mag man gar nicht daran denken!
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#8 AntiFantiProfil
  • 13.11.2013, 08:22hBerlin
  • ...ich verstehe nicht wass herr elsässer überhaupt will, die familie steht bereits unter einem "besonderen schutz", was bitte hat homosexualität mit der geburtenrate zu tun?

    kennt ihr ein schwules paar das ein kind adoptieren will? also ich nicht, es geht doch eher um eine rechtliche gleichstellung, ich habe den eindruck, dass einige -wenige- medien versuchen der bevölkerung vorzugaukeln dass die schwulen die adoptionsstellen stürmen wollten...

    ich halte herrn elsässer für einen querulanten, solche leute können harmlos aber auch sehr gefährlich sein/werden, erschreckend finde ich wie viele anhänger er hat.
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#9 YannickAnonym
  • 13.11.2013, 09:21h
  • Wer Schwule mit der SA vergleicht, zeigt nur, dass er selbst faschistisches Gedankengut pflegt und nicht mit Kritik umgehen kann.

    Sie nehmen für sich in Anspruch, ihre menschenverachtende, hasserfüllte Meinung frei äußern zu können, aber wehe, andere wollen auch ihre Meinung dazu frei äußern...
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#10 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 13.11.2013, 09:24h
  • Sarrazin, Hermann und Co. dürfen ihre - m.A.n. menschenfeindliche - 'Meinung' äußern und haben dies in den unterschiedlichsten Medien bereits getan; sie verwechseln Kritik an ihrer Meinung mit dem Verbot die eigene Meinung äußern zu dürfen. Aber wahrscheinlich wünschen sich die Herrschaften eine Meinungsfreiheit nach russischem Vorbild - wer sich ihrer Meinung nicht beugt, verschwindet in einem Arbeitslager.
    Außerdem ist die bewußte Diffamierung von Menschen oder gesellschaftlichen Gruppen keine Meinung sondern Diskriminierung.
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