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  • 14.11.2013           35      Teilen:   |

Staatshomophobie

Uganda lässt Schwule verhaften

Artikelbild
Ethikminister Simon Lokodo führt den Kampf der Regierung gegen Homosexuelle an - der ehemalige katholische Priester hat bereits wiederholt Schwule und Lesben als "böse Menschen" diffamiert

Die ugandischen Behörden gehen aggressiv gegen Homosexuelle vor und ließen etwa einen LGBT-Aktivisten und einen britischen Rentner festnehmen.

Uganda sorgt mit zwielichtigen Anklagen gegen schwule Männer für Schlagzeilen: Diese Woche sind etwa ein ugandischer LGBT-Aktivist und ein schwuler britischer Rentner wegen ihrer sexuellen Orientierung vor Gericht gestellt worden. Außerdem verschärft die Regierung weiter ihren Ton gegenüber Homosexuellen.

Der 65-jährige Brite Bernard Randall wurde bereits letzten Monat verhaftet, nachdem Diebe seinen Laptop aus seinem Haus gestohlen hatten und daraufhin persönliche Bilder in einer Boulevard-Zeitung veröffentlicht worden sind, die ihn beim Sex zeigen. Ihm wird nun von der Polizei Handel mit obszönem Material vorgeworfen, was mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden kann. Sein Prozess soll am Montag beginnen. Auch ein befreundeter Mann aus Uganda wurde verhaftet, dem jetzt bis zu sieben Jahre Haft drohen.

Gegenüber der BBC sagte Randall, dass er offenbar wegen seiner Homosexualität von den Dieben ausgespäht wurde. Sie hätten nach dem Diebstahl versucht, ihn mit den Bildern zu erpressen, worauf er sich aber nicht eingelassen habe. Randall erklärte, er und der Ugander hätten nichts Falsches getan: "Ist es schlimm, wenn sich zwei Menschen ein Haus teilen und die Straße händchenhaltend herunterlaufen?" Er habe sich in Polizeigewahrsam "erniedrigenden" medizinischen Untersuchungen unterziehen müssen. Für seine sofortige Freilassung haben sich in Großbritannien der LGBT-Aktivist Peter Tatchell und der Schauspieler Stephen Fry eingesetzt.

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Zwangs-HIV-Test für LGBT-Aktivist

Uganda stellt LGBT-Aktivist Sam Ganafa vor Gericht
Uganda stellt LGBT-Aktivist Sam Ganafa vor Gericht

Laut der LGBT-Gruppe "76 Crimes" ist auch der ugandische schwule Aktivist Sam Ganafa festgenommen und diese Woche vor Gericht gestellt worden. Ganafa hat etwa viele Schwule und Lesben in seinem Haus aufgenommen, die wegen ihrer Homosexualität ihre Bleibe verloren haben. Die Polizei soll ihn mit Handschellen abgeführt und einem HIV-Zwangstest unterzogen haben. Er soll beschuldigt worden sein, einen anderen Mann mit HIV angesteckt zu haben.

Die ugandische Regierung hält unterdessen ihre aggressive Rhetorik gegenüber Homosexuellen aufrecht. So hat Ethikminister Simon Lokodo vor kurzem erklärt, dass Homo-Gruppen "das Land zerstören" wollten. Der ugandischen Zeitung "Independent" sagte er, dass LGBT-Gruppen aus dem Westen gesteuert werden würden und in Uganda Sex mit Tieren wieder akzeptabel machen sollen. Außerdem würden sie gezielt Kinder "rekrutieren": "Anstatt Kindern dabei zu helfen, ein aufrechter Teil unserer Kultur zu werden, gehen sie in Schulen und sagen ihnen, dass es in Ordnung ist, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu haben."

Der Minister, der vor seinem Einstieg in die Politik als katholischer Priester gearbeitet hat, will auch einen Gesetzentwurf gegen Homosexualität aus dem Jahr 2009 wiederbeleben, obgleich schon jetzt eine lebenslange Haftstrafe für gleichgeschlechtlichen Sex ausgesprochen werden kann.

Die Regierung will offenbar die in der Bevölkerung weit verbreitete Homophobie ausnutzen, um sich im Amt zu halten. Umfragen zufolge halten mehr als 80 Prozent der Ugander Homosexualität generell für moralisch verwerflich. (dk)

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Reaktionen zu "Uganda lässt Schwule verhaften"


 35 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
14.11.2013
12:40:45
Via Handy


(+15, 17 Votes)

Von David77


Soviel zum menschenfreundlichen wandel der KATHOLISCHEN kirche, wie gewisse user es weismachen wollen!


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#2
14.11.2013
12:42:55


(+11, 11 Votes)

Von Robin


Da wird wieder mal gegen Minderheiten gehetzt, um daraus politisch Kapital zu schlagen.

Politiker die unfähig sind, versuchen es immer mit solchen dreckigen Methoden, um im Amt zu bleiben...


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#3
14.11.2013
12:44:00


(+11, 11 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Soso, mal wieder einer aus der Ecke der Katholiban. Vielleicht demnächst Redner bei Compact?
Der Typ hat also vor seiner "Berufung" zum Politiker als katholischer Priester gearbeitet.

Was sagt denn uns' Franzi in Rom zu seinem Vor-Ort-Bodenpersonal?

Sollte irgendeine der üblichen Afrika-Spendensammelaktionen rund um Weihnachten bei mir auftauchen - und sie tauchen auf - kriegen die ein paar sehr warme Worte zu hören. Dieses ekelhafte Gesocks! Bah! Widerlich!


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#4
14.11.2013
12:47:07


(+10, 12 Votes)

Von dem Zwielicht


"Die Regierung will offenbar die in der Bevölkerung weit verbreitete Homophobie ausnutzen, um sich im Amt zu halten."

Es gibt sogar Regierungen, die die mancherorts weit verbreitete Scharia nutzen, um Regierungen aus dem Amts zu treiben.

Link zu www.gaystarnews.com


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#5
14.11.2013
13:12:16
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #1 von David77


Darf man die dinge etwa nicht benennen, oder gilt man dann als religiös-intolerant?


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#6
14.11.2013
13:12:26


(+7, 9 Votes)

Von Andi


Ach du meine Güte.
Vor wenigen Tagen ist gerade ein Artikel in der Badischen Zeitung über Sam Ganafa erschienen, in dem beschrieben wird, wie er in seinem Haus Homosexuelle aufnimmt und schützt. Und keine 3 Tage später steht er vor Gericht.

Link zu www.badische-zeitung.de

Die Badische Zeitung hätten seinen Namen nicht veröffentlichen sollen! (Auch wenn ich nicht glaube, dass der Artikel in direktem Zusammenhang mit der Verhaftung steht)

Auch über David Kato wurde berichtet, das ist aber schon zwei Jahre her und er ist mittlerweile ermordet worden.

So langsam bin ich wirklich resigniert, was die Fortschritte in Afrika betrifft. Wie Menschen nur so grausam und hasserfüllt sein können.
Es wird wirklich Zeit, dass die Macht der Religioten gebrochen wird, die so einen Hass verbreiten. Gegen friedliche religiöse Menschen habe ich nichts.


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#7
14.11.2013
14:09:04


(+5, 7 Votes)

Von Mikesch


Wie kann man sich dort nur freiwillig aufhalten?


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#8
14.11.2013
14:36:09
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von jarjar


Ich frage mich eher wie kann man da helfen? Welche Organisation muss man am besten unterstützen um Homosexuelle in Afrika zu unterstützen. Amnesty? Ernsthafte Antworten ohne das übliche gebashe wären nett.


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#9
14.11.2013
14:49:19


(+7, 7 Votes)

Von Mikesch
Antwort zu Kommentar #8 von jarjar


Ich denke, bei den dort herrschenden Zuständen dürfte auf absehbare Zeit Hopfen und Malz verloren sein.
Ansatzweise ist das ja auch bei uns bekannt, wenn man mit Argumenten nichts ausrichten kann.


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#10
14.11.2013
15:05:37


(+4, 8 Votes)

Von Fiete_Jansen
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Mikesch


Hättest du vor 1969 die BRD verlassen?


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