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Was macht eigentlich die Bundesarbeitsgemeinschaft Gay-Saunen? Fragen an Initiator Horst Schmitz von der St.-Tropez-Sauna in Essen.

Von Dirk Jung

Wie kam es zum Zusammenschluss?
Anfang 2001 waren die Saunen der Phoenix-Gruppe von Razzien betroffen, Anlass war reine Behördenwillkür. Weil ich damals fürchtete, dass könnte auch bei uns passieren, lud ich alle Betreiber von Gay-Saunen nach Köln ein, um einen Erfahrungsaustausch der Inhaber bzw. der Geschäftsführer zu ermöglichen.

Warum haben Sie sich dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) angeschlossen?
Der LSVD ist eine ideale Plattform, die für uns auch politisch tätig sein kann. Dort gibt es hervorragende Juristen, die uns bei jeder Sitzung beratend zur Seite stehen. Wir tagen zweimal im Jahr, immer in einer anderen Stadt. Das letzte Treffen war am 3. November in Hamburg.

Was sind die Themen?
Es geht um Behördenwillkür und Razzien, auch um Probleme mit dem Finanzamt. Jeder "normale" Saunabetrieb zahlt zum Beispiel auf die Eintrittsgelder sieben Prozent Umsatzsteuer, die Gay-Saunen jedoch 16 Prozent. Wir diskutieren die Gründung eines europaweiten Interessenverbandes und tauschen uns mit Masseuren aus. Auch ganz praktische Dinge wie eine Tauschbörse werden besprochen: Manchmal benötigt jemand 50 Schränke und ein anderer hat 100 zuviel. Andere Fragen sind: Wo kann ich günstig Chlor einkaufen? Wie hält man die Pools nach den neuesten Vorschriften hygienisch sauber?

Welche Probleme gibt es mit Behörden?
Die Essener Stadtverwaltung versucht zum Beispiel seit drei Jahren, die schwulen Saunen mit Vergnügungssteuer zu belegen - erst die Phoenix und nun auch meinen Betrieb.

Es gibt ca. 60 Gay-Saunen in Deutschland. Vertreten Sie alle?
Etwa 60 Prozent der Betriebe sind schon bei uns Mitglied. Wir hoffen, dass sich die anderen auch noch anschließen werden. Wir könnten dann gemeinsam Vergünstigungen bei den Musik- und Filmrechte-Verwertern Gema und Güfa in Anspruch nehmen.

Warum sind Gay-Saunen so teuer?
Im Verhältnis zum Eintritt "normaler" Saunen sind wir wesentlich preiswerter! In eine schwule Sauna kommt man an bestimmten Tagen immer mit Sonderangeboten rein, und eine schwule Sauna hat in der Regel auch keine Zeitbeschränkungen.

Warum verteilen nicht alle Saunen kostenlos Kondome und Gleitmittel?
Das ist leider eine Kostenfrage. Wir sind ja alle Unternehmer.

Arbeiten Sie mit den Aids-Hilfen zusammen?
Zu den örtlichen Aids-Hilfen gibt es von regionalen Mitgliedern Beziehungen, die gut oder schlecht sind. Das ist abhängig von den Menschen, die dort arbeiten. Wenn ein Mitarbeiter der Aids-Hilfe ein regelmäßiger Saunagast ist, ist der Kontakt natürlich wesentlich besser, als wenn man es dort mit einem Saunagegner zu tun hat.

29. November 2004



#1 ThorstenAnonym
  • 30.11.2004, 07:04h
  • Razzien, 16% MwSt statt 7% und dann noch Vergügungssteuer - nur weil der Betrieb eine Gay-Sauna ist?
    Das machen die doch, weil in Gay-Saunen von mehr sexueller Aktivität ausgegangen wird. Dabei ist es in den Heten-Saunen auch anders; dort wird doch auch rumgevögelt - homo wie hetero - vor allem in den großen Familienbädern.
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#2 ibuensnetAnonym
  • 01.12.2004, 01:08h
  • Zum geruhsamen Saunieren brauche ich nicht mehr als 3 Stunden. Es ist schön, dabei plaudern zu können - genau das ist in "schwulen" Saunen aber nicht möglich, weil jedes Wort als Anmache aufgenommen wird, obwohl man auch dann plaudern mag, wenn niemand gefällt oder umgekehrt. Wozu soll ich zahlen wie Kabinen-Übernachter und Fick-Gäste? Für "normale" Saunen zahle ich ab 5 € en bloc, folglich sind schwule Saunen überteuert, wenn konkret für mich niemand zu angeln ist. Sollen die ruhig eine Vergnügungssteuer zahlen, dann bleiben die Porschefahrer unter sich und wer sie ausrauben will ...
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#3 lsvd für alle daAnonym
  • 01.12.2004, 07:43h
  • Ich finde gut, daß der LSVD sich auch um Saunen kümmert. Zeigt, daß er nicht spießig und nur auf Lebenspartnerschaft aus ist, sondern sich um alle schwulen Lebenswelten kümmert.

    lsvd.de
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#4 FrankiboiAnonym
  • 10.05.2005, 12:23h
  • @ibusenet

    Ist nicht nett was Du da schreibst. Nur weil Du evtl. in Gaysaunen persönliche schlechte Erfahrung gesammelt hast, dürfen ihre Besucher ruhig mehr zahlen??? Mein Lebensgefährte und ich sind auch gern öfter mal in Schwulensaunen unterwegs und - komisch - wir finden problemlos Leute zum plaudern ohne mit denen dann gleich Sex haben zu müssen. Und oft brauche ich auch länger als drei Stunden zum Saunieren. Sowas. Und wenn ich mir dann ansehe, was in vielen großen "Familienbädern" so abgeht, frage ich mich wer hier die Vergnügungssteuer bezahlen müsste. Aber auch da gefällt es mir. Und schließlich bin ich alt genug zu entscheiden, ob ich gerade plaudern oder Sex will - oder beides.
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