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Schlagzeile in der "Bild am Sonntag". Im Pressekodex heißt es: "Bei einer identifizierenden Berichterstattung muss das Informationsinteresse der Öffentlichkeit die schutzwürdigen Interessen von Betroffenen überwiegen."

Kampagne unter der Gürtellinie: Die "Bild am Sonntag" lässt einen 20 Jahre alten vermeintlichen Lover des schwulen SPD-Landrats von Regen zu Wort kommen.

Die "Bild am Sonntag" hat sich für eine Rüge des Deutschen Presserats qualifiziert. In der neuen Ausgabe berichtet das Boulevardblatt Details aus dem Sexleben des schwulen SPD-Politikers Michael Adam, die mit seiner Amtsführung als Landrat von Regen wenig zu tun haben.

In dem Bericht vom 17. November wird enthüllt, dass sich der 28-jährige, verpartnerte Adam dreimal zum schnellen Sex mit einem 20-Jährigen im Landratsamt getroffen habe – der angebliche Lover wird von der "Bild am Sonntag" dafür selbst als Zeuge aufgeführt, bleibt aber anonym. Im Dezember letzten Jahres hätten sich die beiden auf dem schwulen Datingportal Gayromeo kennengelernt und noch am selben Tag erstmals getroffen. "Er holte mich abends mit seinem Dienstwagen zu Hause ab. Danach fuhr er mich zum Landratsamt", versicherte der 20-Jährige an Eides statt. Über einen Seiteneingang sei er von Adam heimlich in die Behörde geschleust worden. "Wir hatten Sex in einem Konferenzraum, auf einer Ledercouch, die dort stand", zitiert ihn die "Bild am Sonntag".

"Herr Landrat Adam konsumiert keinerlei Drogen."


Kein Dementi der Sexdates: Michael Adam (Bild: Archiv Landratsamt Regen)

Außerdem soll Adam ihn aufgefordert haben, zu den Treffen Poppers mitzubringen, behauptet der junge Mann. Der Handel mit der in der Szene beliebten Sex-Droge wird in Deutschland als Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz geahndet, der Konsum ist jedoch legal. Neben der eidesstattlichen Versicherung belegte der 20-Jährige seine Affäre mit dem SPD-Politiker mit mehreren SMS-Nachrichten, die er von ihm erhalten haben will.

Michael Adam selbst wollte sich gegenüber der "Bild am Sonntag" zu den Veröffentlichungen aus seinem Privatleben nicht äußern, dementierte die Sextreffen jedoch nicht. Sein Sprecher erklärte, der Landrat habe sich in der Vergangenheit schon häufiger zu "mutmaßlichen Affären mit Männern" äußern müssen, dies stelle für den SPD-Politiker eine "zunehmende psychische Belastung" dar. Der Sprecher meinte zudem, Adam halte sich in seiner Amtsführung "an alle Gesetze und Vorschriften". So sei etwa die private Nutzung des Dienstwagens erlaubt. Der Sprecher stellte zudem klar: "Herr Landrat Adam konsumiert keinerlei Drogen."

Adam machte 2008 bundesweit Schlagzeilen, als er sich mit 23 Jahren als schwuler, evangelischer und "roter" Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bodenmais in der Stichwahl gegen den amtierenden CSU-Bürgermeister durchgesetzt hatte (queer.de berichtete). Nach nur drei Jahren im Amt wurde der junge Sozialdemokrat im vergangenen Jahr zum Landrat des Landkreises Regen gewählt (queer.de berichtete).

Im vergangenen Herbst ging er mit seinem langjährigen Freund Tobias Eckert eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein (queer.de berichtete). Zur Bundestagswahl sorgte er für Schlagzeilen, als er öffentlich bekundete, mit der Zweitstimme die CSU gewählt zu haben – zwischen ihm und der bayrischen SPD-Führung kracht es schon länger. (cw)

 Update  17.30h: Adam entschuldigt sich
Michael Adam hat sich in einer Stellungnahme bei seinem Lebenspartner und den Bürgern seines Landkreises entschuldigt und zugleich festgestellt, dass die Angelegenheit "moralisch möglicherweise verwerflich, aber nicht strafbar" sei. Mit dem Schreiben, das wir hier dokumentieren, verabschiedete sich Adam in den gemeinsamen Urlaub mit seinem Lebenspartner.



#1 Linu86Profil
  • 17.11.2013, 11:28hAachen
  • Hätte ein heterosexueller Politiker einen jungen Hüpfer mit nach Hause gebracht, hätte die BILD ihm wahrscheinlich noch zu dem Fang gratuliert.

    So eine ekelhafte Doppelmoral.
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#2 David77Anonym
  • 17.11.2013, 11:43h

  • Natürlich kramt die "bekennend heterosexuelle" BLÖD noch die blöde bezeichnung "bekennender homosexueller" raus.
    Komisch, heterosexuelle büro-fantasien werden dagegen auf der titel- ähm tittenseite gepriesen.
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#3 EnyyoAnonym
  • 17.11.2013, 12:02h
  • Das Tratschmaul sollte man aber auch mal outen - wer so indiskret mit seinen Sextreffen hausieren geht bzw. diese für ein paar Euro an die BLÖD verkauft, sollte ein wenig Szene-Mobbing erfahren.

    Mit Sicherheit könnte mancher Escort einiges mehr über bedeutendere Promis erzählen - die Profis haben aber zum Glück mehr Anstand und Ehre als dieser kleine Wi*er!
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#4 xbg61Anonym
  • 17.11.2013, 12:05h
  • Antwort auf #1 von Linu86
  • er hat ihn nur eben leider nicht nach Hause gebracht, sondern in einen Konferenzraum seines Landratsamtes. Das wäre wohl auch bei einem heterosexuellen Politiker in die Presse gekommen, wenn auch vielleicht nicht in dieser Aufmachung.
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#5 daVinci6667
  • 17.11.2013, 12:11h

  • "Zur Bundes­tagswahl sorgte er für Schlag­zeilen, als er öffentlich bekundete, mit der Zweitstimme die CSU gewählt zu haben "

    Deshalb habe ich jetzt auch nicht so Mitleid mit dem...

    Trotzdem schwule Seitensprünge, Sexgeschichten etc scheinen der Bild viel schneller eine dicke Schlagzeile und eine Rüge wert als heterosexuelle. Widerlich!
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#6 Foxie
  • 17.11.2013, 12:16h
  • Antwort auf #1 von Linu86
  • Könnte mal ein Insider aus der BLÖD verraten, wer sich alles mit wem in den Redaktionsräumen
    paart, wenn das Licht (und die Kameras) aus sind?

    Ich glaube, die würden Heerscharen von Anwälten in Marsch setzen, um derlei Gerüchte im Keim zu ersticken!
    Aber ein schwuler Politiker, der nicht konservativ ist, gilt ja schon automatisch als Feind, den man abschießen kann.
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#7 ych62Anonym
#8 So WhatAnonym
  • 17.11.2013, 12:18h

  • Einfach nur ekelhaft, was Springer hier abzieht. Und so durchsichtig. Welt Online erwähnt z.B. auch Poppers und schreibt, was nicht falsch ist, dass in Deutschland der Handel mit Poppers verboten ist. Und schwupps ist bei jemandem, der sich mit dem Thema nicht auskennt, der Eindruck erweckt, dass hier was illegales passiert ist. Widerlich.
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#9 Timm JohannesAnonym
  • 17.11.2013, 12:24h
  • Antwort auf #4 von xbg61
  • Also wenn es stimmt, dass Adam ihn in ein Konferenzraum des Landratsamtes gebracht hat, dann hat die BLÖD-Zeitung leider Recht. Egal ob homosexuell oder heterosexuell Sex von Politikern in den öffentlichen Gebäuden ist nicht akzeptabel. Das gilt für alle gleichermaßen und galt auch schon für Clintons Affäre im Weißen Haus.

    Wenn Adam ihn nach Hause mitgenommen hätte oder auf ein Hotelzimmer oder in eine Sauna, dann wäre das alles vollkommen okay gewesen und die BLÖD-Zeitung hätte darüber nicht berichten dürfen; aber Sex in öffentlichen Amtsräumen geht NICHT !

    Wenn es denn stimmt, sollte Adam schleunigst sich dafür entschuldigen, dass er es DORT gemacht hat. Nicht entschuldigen braucht er sich dafür, dass er es gemacht hat. Ob die Entschuldigung reicht, muss dann innerhalb der SPD in Bayern vor Ort geklärt werden. Wahrscheinlich aber wird er wohl zurücktreten müssen.

    Fazit: Wie kann man als Politiker, wenn denn die Story stimmt, so blöd sein, Sex in den öffentlichen Gebäuden zu machen. Was soll das ???
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#10 Ferrante
  • 17.11.2013, 12:27h
  • Was Hetero-Politiker so in den Ämtern treiben, will ich gar nicht wissen, das ist dann aber nicht soooo skandalös. Man will Michael Adam wohl einfach ans Bein pinkeln, wobei, falls das alles stimmt, spricht es dennoch natürlich nicht für ihn.

    Und Gayromeo gehört sowieso verboten, was da alles so passiert/sich tummelt ;o)...

    Aber welcher Politiker ist schon ganz sauber???
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