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Kritik und Solidarität nach Sexdates im Amt

Demo für Michael Adam geplant


Tobias Adam (li.) wehrt sich auf Facebook gegen die "Schmutzkampagne und Hetzjagd" auf seinen Lebenspartner Michael (Bild: Langer/Archiv Landratsamt Regen)

Die Schmutzkampagne der "Bild am Sonntag" hat ihre Wirkung verfehlt. Nicht nur sein Lebenspartner, auch viele Bürger solidarisieren sich mit dem schwulen Landrat von Regen.

"Informieren wir den Rest von Deutschland, dass wir Waidler nicht hinterm Mond leben, sondern zusammenhalten!" Mit diesem Slogan mobilisiert die neue Facebook-Initiative Wir sind Landrat und stehen hinter Michael Adam für eine Solidaritäts-Demonstration am Freitag um 19 Uhr auf dem Regener Stadtplatz. Innerhalb kürzester Zeit konnte sie bereits über 2.000 Likes einsammeln.

Der verpartnerte SPD-Politiker Michael Adam war am Sonntag in die Boulevard-Schlagzeilen geraten. So hatten parallel die "Bild am Sonntag" und ein Gratis-Lokalblatt enthüllt, dass er sich mit einem 20-Jährigen dreimal zu Sexdates im Landratsamt getroffen habe. Dabei sei auch Poppers geschnüffelt worden, wurde der anonym gebliebene Lover in den Zeitungen zitiert (queer.de berichtete). Noch am selben Tag bestätigte Adam die Affäre und entschuldigte sich bei seinem Lebenspartner und den Bürgern für sein "Fehlverhalten" (queer.de berichtete). Der schwule Landrat beklagte allerdings gleichzeitig eine "gezielte Kampagne" gegen ihn und wies darauf hin, dass die Angelegenheit "moralisch möglicherweise verwerflich, aber nicht strafbar" sei. Anschließend verabschiedete er sich zusammen mit seinem Lebenspartner Tobias Adam in den Urlaub.

Dieser meldete sich inzwischen erstmals über Facebook zu Wort. Um der "Schmutzkampagne und Hetzjagd" auf seinen Mann ein Ende zu bereiten, habe er sich dazu entschlossen. In seinem Facebook-Post betonte Tobias Adam, der Vorfall sei "rein eine private Angelegenheit, die wir unter uns längst geklärt hatten". Gerüchte, er würde sich von seinem Lebenspartner trennen oder aus dem gemeinsamen Haus ausziehen, wies er entschieden zurück. Michael Adam selbst kündigte an, seine Facebook-Seite zu löschen.

CSU-Kreisvorsitzender: Adam bringt Außenstehende "zum Lachen"

Aus der Politik kamen indes auch kritische Stimmen. "Ich denke, Michael Adam hält zwei Sachen nicht auseinander", meinte seine Parteifreundin Rita Röhrl. "Es geht nicht um die Beurteilung seines Privatlebens, sondern es geht um eine Verknüpfung von Amt und Privatleben, die auf eine Art und Weise nach außen getragen wird, die dem Amt schädlich ist", sagte die SPD-Kreisrätin. Der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende im Landkreis Regen, Stefan Ebner, formulierte seine Kritik noch schärfer: "Der Landkreis Regen tut sich keinen Gefallen, wenn seine politischen Führungskräfte durch fragwürdige Meldungen immer wieder überregional in den Medien erscheinen und Außenstehende zum Lachen bringen", zuletzt eben mit Berichten zu den "sexuellen Praktiken des Landrats in seinem Amtszimmer".

Das unabhängige Passauer Portal buergerblick.de hält es unterdessen für möglich, dass die "Enthüllungen" der "Bild am Sonntag" aus der regionalen Clubszene eingefädelt wurden. "Die ausgeplauderten Rendezvous im Landratsamt liegen fast ein Jahr zurück", heißt es in einem Bericht. Die Recherchen zu Adams Privatleben hätten aber erst viel später begonnen, als sich der Landrat mit einer Bayerwalddiskothek offen angelegt habe. Adam hatte den Fall eines 19-Jährigen, der von Security-Personal zusammengeschlagen worden sein soll, öffentlich gemacht und heftig kritisiert. Daraufhin hatten sich weitere Opfer gemeldet.

Mit dienstrechtlichen Konsequenzen muss Michael Adam wegen seiner Sexdates im Landratsamt vermutlich nicht rechnen. "Nach jetzigem Kenntnisstand sehen wir dafür keine Veranlassung", zitiert der Bayerische Rundfunk die Pressestelle der Regierung Niederbayerns, die für den Landrat als Dienstaufsichtsbehörde fungiert. Regierungspräsident Heinz Grunwald (CSU) wolle aber persönlich mit Adam über die Angelegenheit sprechen. (cw)



#1 GeorgGAnonym
  • 19.11.2013, 13:05h
  • Würde es auch eine solche Demo geben, wenn der dicke Peter Altmaier in seinem Büro Sex mit Leuten aus dem Internet gehabt hätte?
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#2 AlexAnonym
  • 19.11.2013, 13:17h

  • Gut so!

    Die homophobe Springer-Presse darf mit ihren Kampagnen keinen Erfolg haben.
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#3 MikeschAnonym
  • 19.11.2013, 13:19h
  • Solidaritäts-Demonstration via Facebook - na ja.
    Das hat durch die oft ausufernden Facebook-Partys bzw. den Namen an sich wohl 'nen schlechten Beigeschmack.

    Die SPD-Kreisrätin hat Recht.
    "Es geht nicht um die Beurteilung seines Privatlebens..., sondern um eine Verknüpfung von Amt und Privatleben, die auf eine Art und Weise nach außen getragen wird, die dem Amt schädlich ist."
    Dem ist nichts hinzuzufügen.
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#4 Foxie
  • 19.11.2013, 13:20h

  • Durch die Sympathiebekundungen für Adam wird auch der BLÖD klargemacht, was immer mehr Menschen von diesem skrupellosen Hetzblatt halten.
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#5 Simon HAnonym
#6 suspektAnonym
#7 Human RightsAnonym
  • 19.11.2013, 13:27h
  • Recht so!

    Keinen Fingerbreit der faschistoiden Sittenpolizei (samt U-Booten in diesem Forum), die der Springer-Konzern und interessierte, reaktionäre Kreise offensichtlich salonfähig machen und nach Belieben als Waffe einsetzen wollen!
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#8 LangsamLangsamEhemaliges Profil
  • 19.11.2013, 13:28h
  • Antwort auf #4 von Foxie
  • Im Gegenteil. BILD wird genüßlich darüber schreiben. Wetten ?
    Auweia, jetzt wirds so richtig kitschig. Der Mann geht fremd, was er ja irgenwie, so lala, zugibt in seiner Stellungnahme und jetzt gibts ne Soli-Kundgebung. Das ist das Gleiche, wie ein paar Gehaltsklassen höher Uli H. der Steuern hinterzieht und Mitleid bekommt. Ist das peinlich. Hat aber irgendwie hohen Unterhaltungswert. Ich glaube nicht, daß das Adam gefällt. In Bayern gehen die Uhren eben doch anders.
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#9 UweBerlinProfil
#10 suspektAnonym