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Proteste in Leipzig und Schkeuditz

Compact-Konferenz: Das sind die Gegenveranstaltungen


Das Logo des Protestbündnisses "NoCompact" mit dem Leipziger Augustusplatz im Hintergrund, auf dem es am Samstag zur Abschlusskundgebung kommen wird.

Zu den Protesten gegen den Anti-Homo-Kongress in Leipzig werden am Wochenende Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet.

Das Protestbündnis "NoCompact" hat am Dienstag Details zu seinen Gegenprotesten zur Konferenz "Für die Zukunft der Familie" am Samstag bei Leipzig bekannt gegeben.

Bei dem Kongress des Magazins "Compact" treten unter anderem Thilo Sarrazin und die AfD-Sprecherin Frauke Petry auf; die ursprünglich eingeladene Eva Herman und der Gleichstellungsgegner Norbert Geis (CSU) haben eine Teilnahme wieder abgesagt.

Ein Teil der Veranstaltung richtet sich dennoch klar gegen Homo-Rechte: So ist mit Béatrice Bourges eine der Hauptakteure gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich eingeladen. Und in der letzten Woche wurde bekannt, das auch Elena Misulina teilnimmt – die Duma-Abgeordnete ist für das landesweite Gesetz gegen Homo-"Propaganda" in Russland verantwortlich.

Veranstaltet wird die Konferenz in Zusammenarbeit mit dem russischen Think-Tank "Institut de la Démocratie et de la Coopération", der in Paris direkt gegenüber dem Sitz des Premierministers logiert und angeblich aus Spenden finanziert wird. Seine Leiterin, eine ehemalige Duma-Abgeordnete, wird wie ein Mitarbeiter des Institutes ebenfalls in Leipzig reden; sie hatten Misulina bereits nach Paris eingeladen und die Bewegung "Manif pour touts" unterstützt.

Gegenkonferenz, "Blockade" und Kundgebung


Ein Flyer des Gegenbündnisses

Das Protestbündnis "NoCompact" beklagt in seinem Protestaufruf, dass die Reder der Konferenz dafür bekannt sind, "Diskriminierungs- und Herrschaftsverhältnisse umzukehren und offensichtliche Ungerechtigkeiten zu bagatellisieren". Gegen die "menschenverachtenden Ideologien" und den "Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung" gelte es, sich zu wehren.

So gibt es bereits am Freitag eine Gegenkonferenz, ab 16.30 Uhr in Hörsaal 8 und 9 der Leipziger Universität. Bis spät in den Abend sind Vorträge und Diskussionen geplant zu Antirassismus, Verschwörungstheorien, Feminismus und Familienpolitik sowie zu "manipulativer Homo- und Transphobie".

In diesem Themenbereich spricht Hartmut Rus vom LSVD Sachsen unter anderem über Homo-"Heiler" und Dr. Heinz-Jürgen Voß über "Machtmechanismen, Homosexualität und Homophobie". Das Programm zu der Konferenz findet sich, ständig aktualisiert, hier (Facebook-Version).

Am Samstag ruft das Bündnis "NoCompact" zu einem Protest vor Ort auf (Details hier, bei Facebook). Bereits um 6.45 Uhr trifft man sich am Gleis 6 des Leipziger Hauptbahnhofes, um gemeinsam zu der "Compact"-Konferenz im Globana-Konferenzzentrum am Flughafen zu fahren (S-Bahn-Linie 10, Schkeuditz-West) und diese zu "blockieren". Offenbar planen einige Teilnehmer unter anderem eine Sitzblockade. Die "Compact"-Konferenz selbst beginnt um 9 Uhr, mit Einlass ab 8 Uhr.

Am Nachmittag folgt zwischen 13 und 16 Uhr eine Veranstaltung auf dem Augustusplatz in der Leipziger Innenstadt (das ist der Platz mit dem am MDR-Logo erkennbaren City-Hochhaus), mit Redebeiträgen unter anderem von LSVD und Amnesty International (Details, FB). Sie dient auch als Abschlusskundgebung für die Protestler aus Schkeuditz. Dort endet die "Compact"-Konferenz erst um 18 Uhr, Elena Misulina und Béatrice Bourges sprechen hintereinander ab 13.45 Uhr.

Aus ganz Deutschland haben sich Teilnehmer zu den Protesten angemeldet, vielleicht folgen ja auch noch Hinweise auf eine Abendgestaltung. Die Veranstalter bieten Auswärtigen bereits eine private "Pennplatzbörse".

Queer.de kann nun doch berichten

Nach einem längeren Hickhack um die Ermöglichung einer Berichterstattung hat "Compact" am Dienstag queer.de-Chefredakteur Norbert Blech den Kauf einer Eintrittskarte zu der Konferenz bestätigt. Er wird am Wochenende von dem Kongress und den Gegenprotesten berichten.

Wer sich über die Situation in Russland informieren möchte, hat dazu zudem in dieser Woche noch in Essen, Darmstadt und Mannheim die Möglichkeit: Wanja Kilber von der deutsch-russischen Gruppe Quarteera hält dazu Vorträge (Di. 18h im Campus in Essen, Mi. 18.30h im Schlosskeller in Darmstadt, Do. 19.30h im Mannheimer Forum der Jugend, Details). Aktivisten von Quarteera sind auch am Wochenende in Leipzig dabei. (nb)



#1 TheDad
  • 19.11.2013, 14:16h
  • ""und die AfD-Sprecherin Frauke Petry""..

    Damit dürften endgültig alle Zweifel beseitigt sein innerhalb welchen politischen Spektrums die AFD anzusiedeln ist !
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#2 gelikedAnonym
  • 19.11.2013, 14:58h
  • "Diskriminierungs- und Herrschaftsverhältnisse umzukehren und offensichtliche Ungerechtigkeiten zu bagatellisieren". Gegen die "menschenverachtenden Ideologien" und den "Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung" gelte es, sich zu wehren.

    1971:...Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt....

    "Dr. Heinz-Jürgen Voß über "Machtmechanismen, Homosexualität und Homophobie"."

    www.facebook.com/heinzjuergen.voss

    1972:....Brüder und Schwestern, ob warm oder nicht, den Kapitalismus bekämpfen ist unsere Pflicht...
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#3 AlexAnonym
  • 19.11.2013, 15:22h

  • Schlimm, dass überhaupt zugelassen wird, dass dort Volksverhetzung stattfindet und der Faschismus aus Russland nach Deutschland gebracht wird.

    Umso wichtiger, dass die Gegenproteste zahlreich besucht werden.
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#4 BackblechAnonym
#5 quarktaschenAnonym
  • 19.11.2013, 17:02h
  • Antwort auf #4 von Backblech
  • Mindestens dreimal bereits traf sich eine Gruppe hoher AfD-Funktionäre zu konspirativ anmutenden Treffen, in denen eine andere Ausrichtung der Partei gefordert und mit Kritik an Lucke keineswegs gespart wurde.

    Zweimal trafen sie sich in München, ein anderes Mal in Berlin.[...]

    In Berlin hatten die Kritiker auch den Staatsrechtler Karl-Albrecht Schachtschneider hinzugeladen, der dem Lösungsteam des Bündnisses Zukunft Österreich (BZÖ) angehört.

    Schachtscheider soll auf der Veranstaltung in Berlin ein achtseitiges Konzept für den Europawahlkampf der AfD verteilt haben. Das Konzept war keineswegs mit der Parteispitze abgesprochen, sie kannte nicht einmal dessen Existenz. Flugs machte in der Partei daraufhin das Gerücht von einem Putschversuch die Runde.

    [...]Was die Landesparteitage am Ende für Lucke und seine Mitstreiter bringen, ist noch nicht ausgemacht. Zwar blieben bei den Neuwahlen in Rheinland-Pfalz die Vertreter des rechten Flügels chancenlos, sollten sie sich jedoch in anderen Landesverbänden durchsetzen, dürfte die AfD künftig mit deutlicher Kritik am Islam und an der Europäischen Union insgesamt auffallen.

    In diese Richtung drängen auch einige ostdeutsche Landesverbände. Vertreter dieser Linie waren bereits zu einer Stippvisite bei Nigel Farage, dem Vorsitzenden der europaskeptischen Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie, um die Möglichkeiten einer Kooperation auszuloten.
    Davon wollen Lucke, Adam und Petry freilich nichts wissen.[...]

    www.geolitico.de/2013/11/19/afd-streitet-ums-geld-und-chef-l
    ucke/
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#7 dunkle soßeAnonym
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