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  • 21.11.2013           42      Teilen:   |

Gesetz gegen Homo-"Propaganda"

Russland: Ikea macht sein Kundenmagazin heterosexuell

Artikelbild
Ikea will in Russland nur mit heterosexuellen Geschichten werben (Bild: phlppnmsr / flickr / cc by 2.0)

Die homophobe Gesetzgebung zeigt Wirkung: Der schwedische Konzern hat aus der russischen Ausgabe des "live"-Magazins ein Interview mit zwei Lesben entfernt.

Das Möbelhaus Ikea hat gegenüber der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" bestätigt, dass es in der russischen Version seines internationalen Kundenmagazins aufgrund des im Juni beschlossenen Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" auf einen Artikel verzichtet hat.

Das Interview mit einem lesbischen Paar aus Südwest-England ist in der russischen Ausgabe durch ein anderes Thema ersetzt worden, während es in allen übrigen Ausgaben für 25 Länder erschienen ist. In der Geschichte aus dem Dezember-Magazin beschreiben die beiden Frauen ihr Leben mit ihren Kindern. Das "live"-Magazin erhalten Kunden des Möbelhauses, die Mitglied im "Ikea Family"-Club sind.

Firmensprecherin Ylva Magnusson erklärte, der Konzern wolle sich nicht in die regionale Politik einmischen: "Wir haben zwei Grundsätze in der Art, wie wir Ikea kommunizieren: Erstens dreht sich alles um Inneneinrichtung. Zweitens halten wir uns an die Gesetze." Man werde sich daher "neutral" verhalten und die russischen Gesetze beachten, die Einschränkungen für "die Förderung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften" beinhalteten. Sie glaube aber, dass der Ikea-Handel mit Russland auf lange Sicht positive Auswirkungen haben werde.

Fortsetzung nach Anzeige


Kritik von LGBT-Aktivisten

Der Stein des Anstoßes: Eine harmlose Homestory eines englischen Paares - Quelle: IKEA
Der Stein des Anstoßes: Eine harmlose Homestory eines englischen Paares (Bild: IKEA)

Homo-Aktivisten haben das Möbelhaus für seine Entscheidung kritisiert: "Es ist enttäuschend, dass Ikea den Kopf in den Sand steckt", erklärte Ulrika Westerlund, die Chefin der LGBT-Gruppe "Riksförbundet för homosexuellas, bisexuellas och transpersoners rättigheter" (RFSL). "Niemand ist bisher sicher, was 'Propaganda' eigentlich ist, und wenn Ikea den Artikel in seinem Magazin belassen hätte, hätte dies ein guter Versuchsballon sein können."

Ikea hatte in der Vergangenheit immer wieder mit homofreundlichen Werbeaktion für Aufmerksamkeit gesorgt. So gab es 2011 Kritik in Italien, als der schwedische Konzern mit einem händchenhaltenden Paar Reklame machte (queer.de berichtete). 2008 führte in Polen ein essendes Männerpaar im Ikea-Katalog für Aufregung – Konservative riefen daraufhin zu einem Kaufboykott auf (queer.de berichtete). In beiden Fällen blieb Ikea bei seiner Linie.

Der Konzern hat sich aber auch in anderen Fällen an regionale Gegebenheiten angepasst: So sorgte er vergangenes Jahr für Aufregung, weil er in der saudi-arabischen Ausgabe seines Katalogs alle Bilder von Frauen wegretuschiert hatte. Auch in Russland setzte der Konzern die Zensurschere an: Eine Online-Werbeaktion, die Jugendliche mit Sturmmasken á la Pussy Riot gezeigt hatte, wurde gelöscht. (dk)

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Tags: ikea, russland
Schwerpunkte:
 Russland
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Reaktionen zu "Russland: Ikea macht sein Kundenmagazin heterosexuell"


 42 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
21.11.2013
12:15:26


(+8, 8 Votes)

Von phil


Was IKEA zieht den Schwanz ein?
IKEA?

Ein sehr schlechtes Zeichen, wenn sich so ein Konzern beugt, da werden es alle anderen wohl gleich tun.

Was wurde Ihnen angedroht? Unglaubllich. Ich kann das gar nicht glauben. Die machen das per se?
Reden Wir wirklich von DEM IKEA?

...und es wird Nacht in Russland


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#2
21.11.2013
12:35:15


(-3, 11 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Damit hätten wir den Kandidaten für den dieswöchigen Boykott gefunden: Ikea


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#3
21.11.2013
12:46:28


(+8, 10 Votes)

Von Fred


Geld regiert die Welt - aber dann bitte die Werbung weltweit zensieren und nicht mal so und mal so. Die Glaubwürdigkeit als ach so tolerante, weltoffene Firma ist verspielt!

Link:
nepidd.wordpress.com/2013/11/21/ikea-gesteht-zensu
r-in-russland-ein/


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#4
21.11.2013
12:53:36


(+7, 13 Votes)

Von -hw-


Wladimir Iwanowitsch Jakunin (russisch ; * 30. Juni 1948 in Melenki, Oblast Wladimir) ist ein russischer Politiker und Diplomat und Präsident der staatlichen russischen Eisenbahngesellschaft.[...] Jakunin gilt als Gefolgsmann des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Teil des engeren Zirkels der Macht in der Russischen Föderation.

Anlässlich eines offiziellen Besuchs in Seoul hat der russische Präsident Wladimir V. Putin letzte Woche vorgeschlagen, die südkoreanische Hauptstadt mit Europa per Zug zu verbinden. Dieses Projekt setzt voraus, über Nordkorea zu gehen.

Der Präsident hat vorgeschlagen, ein zwischenstaatliches Unternehmen im Besitz von Russland (36%), Südkorea (34%), und Nordkorea (30%) zu schaffen. POSCO, Korail und Hyundai Marine könnten trotz des aktuellen Handelsverbots mit Nordkorea daran teilnehmen.

Russland beabsichtigt, die "Seidenstraße" durch Korea zu erweitern. Seit Ende September hat es den nordkoreanischen Hafen Rajin mit der Transsibirischen Eisenbahn verbunden.

Davor: Bei der Eröffnungszeremonie des Bosporus-Tunnels waren der türkische Ministerpräsident Erdoan, Präsident Gül und Japans Ministerpräsident Abe sowie andere Staatschefs aus der Region anwesend. In seiner Festrede erklärte Erdoan: »Dieses Projekt dient nicht nur der Türkei, denn die Eisenbahn wird Peking mit London durch den Bosporus verbinden.«

Bild-Link:
2012-06-x04-1.jpg


"Nicht erst seit Nemzovs Bericht ist bekannt, dass auch in Sotschi jene am meisten zum Zug kamen, die mit Putin entweder in der berüchtigten Datschen-Kooperative bei Petersburg wohnten oder im Judo-Club trainierten. So baut Putins Datschennachbar Wladimir Jakunin als Chef der Russischen Eisenbahnen die Auto- und Bahntrasse vom Badeort Sotschi hinauf zu den 70 Kilometer entfernten Liftanlagen im Kaukasusmassiv. Die Baukosten haben sich auf 266,4 Milliarden Rubel (8,8 Milliarden Dollar) verdreifacht.

Erst dieser Tage wurde bekannt, dass Jakunin sich in den vergangenen Jahren eine Luxusdatscha mit einer Garage für 15 Autos auf einem 70 Hektar großen Grundstück nahe Moskau hat errichten lassen. Nemzov schätzt die Ausgaben dafür auf 75 Millionen Dollar. Ähnlich gut ergeht es Putins Judo-Sparringpartner Arkadi Rotenberg, der gemeinsam mit seinem Bruder Boris vom Magazin "Forbes" im Vorjahr als "König der Staatsaufträge" identifiziert wurde.

Neue Oligarchen...."

Link zu www.welt.de


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#5
21.11.2013
12:54:12


(+8, 10 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der nächste Schritt von IKEA?: Angebote für Trägerinnen des gesunden christlich-russischen Volksemfindens?:
Bild-Link:
ikea_kloppe.jpg

?


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#6
21.11.2013
13:03:09


(-6, 12 Votes)

Von VolumePro
Aus Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.06.2008


IKEA zu boykottieren wäre falsch. Im Gegensatz zu Guido Barilla hat sich IKEA in keinster Weise gegen die LGBT-Lebensweise ausgesprochen.

Darüberhinaus ist IKEA ein auf Gewinnerzielung ausgerichtetes Unternehmen und keine Menschenrechtsorganisation. Man kann es natürlich schade finden, dass sich IKEA dem Druck gebeugt hat, aber es ist verständlich. IKEAs Aufgabe ist es Geld zu verdienen und auch Arbeitsplätze zu sichern. Wenn aber IKEA mit den russischen Behörden aufgrund der Werbung Probleme bekommt, wären diese Ziele gefährdet. Darüberhinaus würde auch die entsprechende Kundschaft im homophoben Russland darüber nachdenken, nicht mehr in Schwedens bekanntestem Möbelhaus einzukaufen. Eine Gewinnerzielung wäre dann nicht mehr möglich.

Es wäre zwar wünschenswert, wenn sich Unternehmen aus der westlich-demokratischen Welt auch für Menschenrechte stärker einsetzen würde, aber das ist für ein Unternehmen eine Aufgabe oder eine Tätigkeit, die den Interessen des Geschäftsbetriebes unterzuordnen ist.


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#7
21.11.2013
13:03:58


(+6, 12 Votes)

Von Yannick


Ikea hat kein Gewissen und kein Rückgrat...

Die wollen auf allen Hochzeiten tanzen und es jedem recht machen, um völlig prinzipienlos den Profit zu maximieren.


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#8
21.11.2013
13:07:50


(+7, 13 Votes)

Von Gerrit


Kaum zu glauben, wie Regierungen und Unternehmen weltweit dem russischen Diktator in den Arsch kriechen und brav Männchen machen.

Und wenn man dann einen Olympia-Boyott fordert, kommen wieder die ganzen Feiglinge, die Putin auch mit Glacee-Handschuhen anfassen wollen.

Wehret den Anfängen!! Wir haben ja in Deutschland gesehen, wohin es führt, wenn man Faschisten nicht rechtzeitig stoppt und meint, es ihm recht machen zu müssen.


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#9
21.11.2013
13:09:35


(+9, 13 Votes)

Von Roman Bolliger


IKEA' s Mythos ist dahin, die Firma ist jetzt ein gewöhnliches Mittelmassunternehmen, welches dem offensichtlichen Universalprinzip folgt: Zuerst das Geschäft, und dann vielleicht die Moral?

Die Fragedrängt sich auf: Gibt es überhaupt noch Unternehmen, bei denen es umgekehrt ist?


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#10
21.11.2013
13:12:59


(+8, 12 Votes)

Von Felix


Genauso schlimm wie Faschisten sind solche feigen Mitläufer, die sich anpassen und brav nach dem Mund reden...

Denn sie erlauben solchen Leuten erst ihr Despotentum...


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