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Abschied von "KPH"

Trauer um Klaus-Peter Hackbarth


Klaus-Peter Hackbarth im immerwährenden Einsatz mit Stift und Zigarette (Bild: Dietrich Dettmann)

Der langjährige Geschäftsführer der Aids-Hilfe Essen starb am Mittwoch im Alter von 57 Jahren.

Er war eines dieser Szenegesichter im positiven Sinne. Klaus-Peter Hackbarth, der am Mittwoch nach langer schwerer Krankheit in der Uniklinik Essen verstorben ist, hat die Szene in Essen ebenso voran gebracht wie die Aids-Arbeit in NRW und Deutschland.

Der 57-Jährige war seit 1994 hauptamtlicher Mitarbeiter der Aids-Hilfe Essen, zunächst in der zielgruppenspezifischen Präventionsarbeit, seit Ende 1996 als HIV-Referent und seit Anfang 2000 als Geschäftsführer. Von 2002 bis 2011 gehörte er dem Landesvorstand der Aids-Hilfe NRW an, von 2004 bis 2010 war er ihr Landesvorsitzender. Im Fachbeirat der Deutschen Aids-Stiftung brachte er die Expertise der regionalen Aidshilfen ein, in der Deutschen Aids-Hilfe arbeitete er mit an einer Strategiediskussion zur Zukunft der Aids-Hilfen.

Der studierte Soziologe, der leidenschaftlich für die Sache streiten konnte, engagierte sich in vielen weiteren Projekten, Initiativen und Ideen, so auch im Forum Essener Lesben und Schwule, das mit einem Gespräch mit Essens Bischof Franz-Josef Overbeck vor ein paar Jahren für Schlagzeilen sorgte.

Fast 20 Jahre Engagement in Essen und darüber hinaus

Hackbarth, der nach dem Studium in Bremen in der Sozialforschung arbeitete, hatte sich vor 19 Jahren bei der Organisation beworben, der er treu bleiben sollte. "Als ich 1994 in der Essener Aids-Hilfe anfing, herrschte hier das große Sterben mit fast wöchentlich einem Todesfall", erzählte er 2006 dem NRW-Magazin "Exit". "Es gab nur drei halbwegs erprobte Medikamente, die aber das Leben mit HIV weder verlängern noch retten konnten. Bilder von Aids-Kranken, die elendig an der Pneumocystis-Carinii-Lungenendzündung oder am Wasting-Syndrom verreckt sind, sind mir ständig begegnet."

1996 kam die Kombinationstherapie, "das Sterben ging erstmals zurück". In Folge veränderte die Aids-Hilfe ihre Arbeit: "Wir erweitern unsere Zielgruppen auf Personenkreise, die man früher nicht so erreicht hat. Mashallah, das neue Wohnprojekt und unser Stricherprojekt sind da wichtige neue Eckpfeiler unserer Arbeit." Sie sind es geblieben und dienten vielen Aids-Hilfen als Vorbild.

"Klaus-Peter Hackbarth hat das Bild und die Entwicklung unserer Aidshilfe und der Arbeit für und mit Menschen mit HIV maßgeblich geprägt und sich Zeit seines Lebens vehement für die Rechte von Betroffenen und gegen Diskriminierungen von Minderheiten in unser Stadt Essen und im Land NRW eingesetzt", schreibt die Aids-Hilfe Essen. "Mit ihm verlieren wir nicht nur den Geschäftsführer, sondern auch einen Menschen, der sich immer wieder voller Begeisterung, Überzeugung und Tatkraft in neue Projekte, in Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Gruppen und Politik engagiert hat." (nb)



#1 FelixAnonym
  • 21.11.2013, 18:52h
  • Mein Beileid!

    Kämpfer gegen HIV / AIDS, gegen die Stigmatisierung der Betroffenen und für Aufklärung kann man nie genug haben.

    Möge er in Frieden ruhen und seine Arbeit nicht vergessen werden... Er hat etwas verändert und eine Entwicklung angestoßen, die hoffentlich weitergeht.
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#2 stephan
  • 22.11.2013, 01:05h
  • Mein herzliches Beileid an seine engen Freunde und Angehörigen!

    Ich kannte Klaus-Peter von vielen Mitgliederversammlungen der Deutschen Aids-Hilfe und der Aids-Hilfe NRW und aus vielen anderen Foren und Gruppen und habe ihn dort stets als engagierten Streiter für die Sache der Positiven und der Aids-Hilfe-Bewegung kennengelernt. Seine Stimme wird dort ganz sicher fehlen und auch die LGBTI-Community hat einen bedeutenden Mitstreiter verloren!
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