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Die evangelische Kirche freundet sich langsam mit nicht-heterosexuellen Paaren an (Bild: Hagar66 / flickr / by 2.0)

Die viertgrößte Landeskirche will zukünftig gleichgeschlechtliche Paare öffentlich segnen – heiraten dürfen Nicht-Heterosexuelle aber in der Kirche auch in Zukunft nicht.

Das in Bielefeld tagende Kirchenparlament der westfälischen Landeskirche hat am Wochenende nach Angaben der WAZ entschieden, dass Homo-Paare zukünftig in öffentlichen Gottesdiensten gesegnet werden dürfen. Die Landessynode gab den Auftrag, dass die Kirchenführung bis zum nächsten Treffen einen Weg ausarbeiten soll, um die Segnungshandlungen zu ermöglichen.

Bislang erlaubte die westfälische Kirche, der 2,4 Millionen Gläubige angehören, nur eine "pastorale Begleitung" für Homo-Paare, die nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden durfte. Nun soll die Kirche mit dem Beschluss aber auf diejenigen zugehen, "die ob ihrer familiären Lebensweise in der Kirche die Erfahrung von Ausgrenzung machen mussten und müssen". Außerdem will die Kirche die theologischen Unterschiede von kirchlicher (heterosexueller) Trauung und anderen Formen des Zusammenlebens herausarbeiten.

Erste Eheschließung in Hessen-Nassau

Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat gegenüber Homosexuellen bislang keinen einheitlichen Kurs. In der Hälfte der Landeskirchen können gleichgeschlechtliche Paare gesegnet werden, während dies in den anderen Landesteilen nicht möglich ist. Besonders fortschrittlich ist die Landeskirche in Hessen-Nassau, in der im August erstmals eine gleichgeschlechtliche Eheschließung mit Unterstützung der Kirchenführung durchgeführt wurde (queer.de berichtete).

Die Dachorganisation Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sorgte bereits im Juni für Aufregung, als sie in einer Orientierungshilfe homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" bezeichnete (queer.de berichtete). Das führte zur Kritik von evangelikalen Mitgliedern und aus der katholischen Kirche. Schließlich machte EKD-Chef Nikolaus Schneider einen Rückzieher: Er erklärte im August, dass es "keinen Sinn" mache, homosexuelle Paare gleich wie heterosexuelle zu behandeln (queer.de berichtete).

In anderen gibt es eindeutigere Fortschritte gegenüber Homosexuellen innerhalb der evangelischen Kirche. So hat sich erst unlängst eine Mehrheit der Bischöfe in der norwegischen Kirche dafür ausgesprochen, gleichgeschlechtliche Eheschließungen in Kirchen zuzulassen (queer.de berichtete). Im Nachbarland Schweden sind gleichgeschlechtliche Eheschließungen bereits seit 2009 erlaubt (queer.de berichtete) (dk)



#1 GeorgGAnonym
  • 25.11.2013, 13:07h
  • Westfalen ist einerseits liberal, andererseits gibt es dort dumpfe konservative Ecken wie etwa das Siegerland, das Märkische Sauerland oder das Münsterland. Es ist daher richtig, die Entscheidung über eine Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren den einzelnen Gemeinden vor Ort zu überlassen.
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#2 TheDad
  • 25.11.2013, 13:25h
  • Und schon haben wir die nächsten Konservativen die sich anschicken sich eine Grüne Wand Rot zu reden..

    Eine Segnung ist keine Hochzeit, und bevor die Ehe-Öffnung nicht gelungen ist können die sich ihr pseudo-liberales Getue auch sparen..

    Wir werden erst wenn die Ehe für Alle geöffnet ist sehen wie viel von Gleichberechtigung innerhalb der Kirchen dann noch übrig ist..

    Und auf geht´s mit den Jubelmails..
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#3 TheDad
  • 25.11.2013, 13:31h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • "" Es ist daher richtig, die Entscheidung über eine Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren den einzelnen Gemeinden vor Ort zu überlassen.""..

    Und was genau ist daran dann richtig ?

    Um zu erreichen das ein Pärchen in Siegen nicht kann was eine Pärchen in Bielefeld kann ?

    Wie blödsinnig ist das ?

    Gleiche Rechte für Alle ist eine Frage klarer Entscheidungen und klarer Linien..

    Ehrlicher wäre es zumindest entweder alle, oder keiner..
    Aber nicht einmal dazu sind die einzelnen Landeskirchen in der Lage..
    Und da faselt Mann noch von "Einigkeit im Glauben"..
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#4 Otto GnadenhuldAnonym
#5 timpa354Ehemaliges Profil
  • 25.11.2013, 13:42h
  • Schließlich machte EKD-Chef Nikolaus Schneider einen Rückzieher: Er erklärte im August, dass es "keinen Sinn" mache, homosexuelle Paare gleich wie heterosexuelle zu behandeln

    T´schuldigung, ich muss mal kotzen.

    Sind nicht alle Menschen vor dem Gesetz gleich? Und was genau macht da keinen Sinn?
    Wenn die evangelische Kirche sich mit der katholischen gemein macht, hätte es keinen Luther gebraucht, dann hat er umsonst gelebt.
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#6 goddamn liberalAnonym
#7 Timm JohannesAnonym
  • 25.11.2013, 14:33h
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • Ein sehr erfreulicher Fortschritt in der EKD. Mittlerweile hat die Mehrheit der Landeskirchen (12 von 20) in der EKD öffentliche Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt und dort in den Landeskirchen der EKD können homosexuelle Paare, die zum Standesamt gehen, einen öffentlichen Segnungsgottesdienst erhalten, wo der Pfarrer bzw, die Pfarrerin ihnen den Segen erteilt, ein Gottesdienst gefeiert wird und Freund, Verwandte und Bekannte gemeinsam in der Kirche feiern können.

    Das ist sehr erfreulich und lobenswert, wie sich die Landeskirchen der EKD entwickelt haben. Da kann die römisch-katholische Kirche noch viel von den Protestanten lernen.

    Im übrigen bereits seit Martin Luther gilt bei den Protestanten: die Ehe ist kein Sakrament !

    Daher als homosexueller Christ sollte man besser zu einer Landeskirche der EKD übertreten: also los gehts Herr Wowereit, Frau Anne Will und Herr Gerhard Schick verlaßt die Katholische Kirche und tretet als Christen zu den Landeskirchen der EKD über, die Euch und Eure Beziehungen akzeptieren und Euch in den Kirchen Segnungsgottesdienste ermöglichen.

    Als homosexueller Katholik sollte man besser zu einer Landeskirche der EKD, zur Metropolitan Community Church oder zur Altkahtolischen Kirche übertreten. Im Ausland gibt es eine ganze Reihe vorwiegend protestantischer und anglikanischer Kirchen, deren Haltung ebenso erfreulich und gut ist.

    Aber bei den Katholiken hat man als homosexueller Christ echt NICHTS verloren !
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
#10 ollinaieProfil
  • 25.11.2013, 15:38hSeligenstadt
  • *schenkelklopf*

    "Sind nicht alle Menschen vor dem Gesetz gleich?"

    Der war Gut!

    Nein, vor dem Gesetz sind wir in Deutschland nicht gleich, danke Fr. Merkel.

    Und vor "Gott" und seinem Bodenpersonal offensichtlich auch nicht, wie der von dir zitierte Beitrag illustriert.
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