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  • 30. November 2004, noch kein Kommentar

Fênix gilt als Geheimtip für alle, die auf brasilianische Musik stehen. Sein neues Album "Mafim" ist soeben erschienen.

Von Jan Gebauer

Mit seinem Debüt "Eu, Causa e Efeito" überraschte der junge brasilianische Counter-Tenor Fênix die Weltmusik-Begeisterten 2002. Als Counter-Tenor bezeichnet man einen Sänger, der mit Hilfe einer durch Brustresonanz verstärkten Falsett-Technik in Alt- oder sogar Sopran-Lage singen kann. Mit seiner zweiten CD "Marfim" stellt er diese ungewöhnliche Begabung erneut unter Beweis. Seine androgyne Stimme, hell und klar, überrascht und verwirrt zugleich - hält man Fênix im ersten Moment tatsächlich für eine Frau. Bei der Auswahl der Kompositionen für "Marfim" greift der glatzköpfige Sänger auf einige der brillantesten Musiker der "Música Popular Brasileira" zurück: Caetano Veloso, Nelson Cavaquinho, Lulu Santos, Zeca Baleiro und Totonho. Renommierte Künstler, die das Album wie Elfenbein schmücken sollen, was der portugiesische Albumtitel "Marfim" übersetzt bedeutet.

Fênix' Wurzeln sind die Rhythmen des Nordostens Brasiliens. Sehr deutlich war dies auf seinem ersten Album aus dem Jahr 2002 zu hören, wo beispielsweise die Trommler von Maracatu Nação Pernambuco die rhythmischen Farben der besagten Region beisteuerten. Auch auf "Marfim" zeigen sich diese Wurzeln und Einflüsse. Eine moderen Mischung aus brasilianischer Rhythmik und feinen, aktuellen Pop-Nuancen. Diese ergaben sich wohl durch seine längeren Aufenthalte in New York. Programmatisch eröffnet er das Album mit "Cara a Tapa" (Verwette meinen Kopf), einer von ihm verfassten portugiesischen Version des Res-Hits "They Say Vision". Fênix hörte das Lied in New York im Fernsehen, kaufte die CD und schrieb auf dem Rückflug nach Brasilien den neuen Text. Heraus kam ein schöner Ohrwurm, den queer.de als Hör-Einstieg in das Album empfiehlt.

30. November 2004