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  • 03.12.2013           53      Teilen:   |

Gelsenkirchen

Opfer homophober Gewalt braucht Hilfe

Artikelbild
Wegen des Überfalls kann Dennis nicht mehr laufen und ist auf Hilfe von außen angewiesen
Bild: privat

Vor rund zwei Jahren hat ein damals 15-Jähriger aus Schwulenhass den Gelsenkirchener Dennis Reske angegriffen – während der Täter kaum bestraft wurde, ist sein Opfer zu 80 Prozent schwerbehindert.

Von Dennis Klein

Im Februar 2012 schlug ein 15-Jähriger dem damals 23-jährigen Dennis Reske mit voller Wucht auf den Kopf. Grund war Schwulenhass. Er hatte Dennis bereits mehrfach wegen seiner Homosexualität als "Schwuchtel" oder "schwule Sau" angepöbelt. Für die deutsche Justiz war der Fall schnell erledigt: Eine Woche Dauerarrest, ein paar Sozialstunden, außerdem musste der Täter eine zweiseitigen Aufsatz schreiben (queer.de berichtete). Für den Vorfall entschuldigt hat sich der Delinquent bis heute nicht, doch darüber wollen Dennis und sein Lebenspartner Sven Reske nicht mehr nachdenken: "Wir wollen uns jetzt nur auf seine Gesundheit konzentrieren", erklärte Sven gegenüber queer.de.

Denn wesentlich mehr Spuren als beim Täter hat die Tat bei Dennis und Sven hinterlassen. Wegen eines Psychotraumas ist der Angegriffene auf den Rollstuhl angewiesen und zu 80 Prozent schwerbehindert. Eine Rückkehr in seinen Job ist daher unmöglich. Vor wenigen Tagen wurde ihm Pflegestufe II (schwere Pflegebedürftigkeit) attestiert. Fachgerecht behandelt werden, das konnte Dennis aber noch nicht: Da psychosomatische Kliniken nicht auf Personen ausgerichtet ist, die pflegebedürftig sind, wurde er bisher von allen Einrichtungen abgelehnt, die Sven angeschrieben hatte.

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Finanzielle Sorgen

Zudem brachte Dennis' Gesundheit das Paar in Existenznot: Um die Wohnung im zweiten Stock zu erreichen, muss ein Treppenlift installiert werden; das Badezimmer hat das Paar bereits auf eigene Kosten umbauen lassen. Sven, der im Telefonmarketing arbeitet, kann diese Investitionen aber nicht alleine übernehmen. Er hatte über 300 Stiftungen angeschrieben und um Unterstützung gebeten – lange Zeit vergebens.

Inzwischen setzen sich Nachbarn und die schwul-lesbische Kölner Arcus-Stiftung für Dennis ein. Die Stiftung hat die Aktion "Wir helfen Dennis" gestartet und innerhalb weniger Tage schon rund 2.000 Euro gesammelt. Am Montag kamen noch einmal 1.000 Euro von der schwulen "Phoenix"-Sauna in Essen hinzu, die am Sonntag eine Spendensammlung durchgeführt hatte. Ziel sind 16.000 Euro – so viel würde der Treppenlift kosten.

Auch die Nachbarschaft macht mobil: Am Freitag findet eine Spendenaktion im Gelsenkirchener Tattoo-Studio "Es-thetik" statt. Am Nikolaus-Tag gibt es als Special Sterne und Blüten, die man sich für 30 Euro tätowieren lassen kann. Die Erlöse daraus kommen komplett Dennis zugute. Und für alle, die keine Kunst auf ihrer Haut wollen, dem sagen die Besitzer Ernst und Nicole: "Es kann natürlich auch gerne wieder ohne Tattoo gespendet werden".

  Spendenkonto für Dennis Reske
Arcus-Stiftung, Kontonummer: 1201201, BLZ: 37020500, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort "Dennis Reske" (IBAN: DE80370205000001201201, BIC: BFSWDE33XXX)
Links zum Thema:
» Arcus-Stiftung
» WDR-Bericht über Dennis (04.08.13)
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Tags: gelsenkirchen, homophobe gewalt
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Reaktionen zu "Opfer homophober Gewalt braucht Hilfe"


 53 User-Kommentare
« zurück  123456  vor »

Die ersten:   
#1
03.12.2013
18:20:30


(+15, 19 Votes)

Von Unrechtsstaat


Ein weiterer, unerträglicher Skandal erster Güte des Unrechtsstaates BRD, der Zehn-, nein: Hunderttausende Opfer der Verfolgung und des Massenmordes und der Gewalt in all ihren Formen an Schwulen bis zum heutigen Tage in keiner Weise rehabilitiert, geschweige denn entschädigt hat.

Und was machen die Faschistenzüchter der Merkel-Regierung und ihre Mehrheitsbeschaffer? Sie sorgen dafür, dass es in diesem Unrechtsstaat weiterhin keinerlei wirksame Gesetze gegen Hassverbrechen gibt, im Gegensatz zu nahezu jedem nord- und westeuropäischen Staat sowie den USA, Kanada und den meisten Staaten Südamerikas. Überhaupt keinerlei wirksamen Diskriminierungsschutz, der auch auf EU-Ebene mit aller Gewalt blockiert wird!

Die Situation von Menschen wie Dennis Reske ist die direkte Folge dieser kriminellen Politik und ihrer Justiz!

Und genau diese Politik und dieser Unrechtsstaat sind es, die auf Betreiben der verräterischen SPD-Führung weiter fortbestehen sollen.


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#2
03.12.2013
18:20:57


(+4, 10 Votes)

Von FOX-News


Fehler im Sysem. Der Täter bekommt immer Unterstützung, Widereingliederung etc. - Opfer leider nichts.


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#3
03.12.2013
18:36:36


(+12, 12 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Alles Gute den beiden, viel Glück und falls sich die Situation mit der Verletzung noch verbessern läßt: viel Erfolg.

In jedem Fall gut - ein Bericht der konkrete Hilfe möglich macht. So etwas bitte so zeitnah wie's geht.


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#4
03.12.2013
18:43:23


(+6, 18 Votes)

Von MeineFresse


Wieso muss der Täter die anfallenden Kosten nicht zahlen und das Gehalt das Opfers bis zum Rentenalter oder bis es einen neuen Job gefunden hat? Bis der Täter selbst einen Job hat, kann er ja Schulden ansammeln oder man pfändet den Besitz seiner Eltern und die können es sich dann von ihrem Sohn zurückholen falls der irgendwann mal arbeitet? Dürfte auch Nachahmungstäter eventuell abschrecken und ist eine wirklich schmerzhafte Strafe, denn wer verliert schon gerne Geld.
Stattdessen will man mal wieder einem Täter nicht das Leben versauen, das wäre ja grausam. Es reicht doch, dass beim Opfer das Leben versaut ist.
Ich finde, dass auf Täterschutz viel mehr geachtet wird als auf Opferschutz. Man lässt einen Menschen der ohne eigenes Verschulden berufsunfähig ist einfach fallen und der Täter wird dafür dass er ein Leben quasi zerstört hat, überhaupt nicht belangt. Krank


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#5
03.12.2013
19:11:14


(+4, 8 Votes)

Von Thom_ass1973
Profil nur für angemeldete User sichtbar


und wieder mal ein Beweis dafür das "unsere deutsche" Jugendgerichtsbarkeit auf den Müll gehört, wäre der Täter ein Hunde gewesen, hätte das Urteil ohne Wimperzucken ( und ohne Frage nach Herkunft, Sozialisierung und Alter) Tod durch Giftspritze gewesen! So gibt es nur ein "DuuhDuuhDuuh" - laßt diesen Heranwachsenden samt (V)Erziehungsberechtigten bis ans Ende ihrer Tage finanziell bluten!!
Hab selber schon 2 Raubüberfälle durch so "Kinder" hinter mir (einmal Messer am Hals, beim 2. Mal war´s ne Schußwaffe) und auch die Gerichtsverhandlungen danach erleben "dürfen" - machnmal wünschte ich mir Richter mit Verständnis für die Opfer und nicht für die Täter ...


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#6
03.12.2013
19:51:40


(+10, 14 Votes)

Von Nico


Sowas macht mich immer wütend:
da ist ein unschuldiges Opfer, der für den Rest seines Lebens zu 80% behindert ist, wahrscheinlich lebenslänglich Schmerzen oder gesundheitliche Probleme haben wird, der viele Kosten (z.B. für den Rollstuhl) hat, der erwerbsunfähig ist, etc. etc. etc.

Das alles lebenslänglich.

Aber Täter kommen in so einem Fall mit irgendwelchen lächerlichen Pseudo-Strafen davon und leben ansonsten ihr Leben ganz normal weiter.

Was für ein perverses Rechtssystem.


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#7
03.12.2013
21:53:10


(+7, 7 Votes)

Von Mikesch


Aufgrund des geschilderten Sachverhalts ist davon auszugehen, dass Dennis Anspruch nach dem Opferentschädigungsgesetz mit entsprechenden Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz (Kriegsopferversorgung) hat.


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#8
03.12.2013
22:26:28
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von Viktor


Der zweiseitige Aufsatz, wird für den schwachköpfigen Täter wahrscheinlich die größte Strafe gewesen sein!


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#9
03.12.2013
22:38:47


(+6, 10 Votes)

Von Vello


Der Täter hat eine viel zu geringe Strafe bekomme.
Eine Schande für das deutsche Rechtssystem.
Ich bin zwar kein Richter, aber er hätte mindestens eine mehrjährige Haftstrafe verdient, sowie die Auflage alle durch sein strafbares Handeln beim Opfer bedingte notwendige Anschaffung auf eigene Kosten, bzw. auf Pump zu finanzieren.
Wenn ich den Täter einmal persönlich antreffe gibt es eine ordentliche Menge an Selbstjustiz...


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#10
03.12.2013
22:43:56


(+10, 10 Votes)

Von Sveni Mausi


Der Täter muss nicht zahlen, wenn es nur einen Strafprozess gibt.
Das Opfer muss den Täter noch zivilrechtlich verklagen, um Entschädigungszahlungen zu erhalten.
Da der Täter noch minderjährig ist, müssen die Eltern zahlen. Ob eine Privathaftpflicht für einen derartigen Schaden aufkommt, weiß ich nicht. Falls nicht, könnte es sein, dass die Eltern relativ schnell bankrott sind - Offenbarungseid - und sind dann nach 6 Jahren schuldenfrei, unabhängig wieviel sie schon an das Opfer gezahlt haben.

Ich rate dringend zu einer zivilrechtlichen Klage.


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