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  • 04.12.2013           9      Teilen:   |

Mutter, Ehefrau, Hure

Kinostart "Concussion": Desperate Lesbian Housewives

Artikelbild
Die frustrierte Abby beginnt sich mit 42 Jahren als "Elenore" zu prostituieren - und wird von ihrem heimlichen Hobby abhängig (Bild: Salzgeber)

In dem Debüt-Film von "L-Word"- Regisseurin Stacie Passon entdeckt eine lesbische Mutter und Ehefrau die Freuden der Sexarbeit.

Von Marie Lange

Mit einer erfolgreichen Frau verheiratet und als Mutter von zwei Kindern lebt Abby in einer US-amerikanischen Vorstadt. Oberflächlich scheint alles perfekt – nur Liebe und Leidenschaft kommen bei all dem Muttersein viel zu kurz. Ein Ball vom Kind gegen den Kopf und die daraus resultierende Gehirnerschütterung machen der hübschen Mittvierzigerin etwas klar: So geht es nicht mehr weiter. Sie braucht einen neuen Kick und vor allem Bestätigung.

Als Abby, die als Innenarchitektin arbeitet, sich gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner an ein neues Projekt macht, offenbart dieser ihr eine ganz neue Welt. Er berichtet von Frauen, die sich prostituieren. In ihrer tiefen Sehnsucht nach Intimität und Leidenschaft beschließt die hübsche Brünette, diesen Dienst in Anspruch zu nehmen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten findet sie gefallen daran. Die erste Sexszene wirkt, als würde man einer verhungernden Frau beim Essen ihrer lebensnotwendigen ersten Mahlzeit zusehen.

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Das lang vermisste Gefühl, begehrt zu werden

Bundesweiter Kinostart ist am 5. Dezember 2013
Bundesweiter Kinostart ist am 5. Dezember 2013

Die kurze Befriedigung macht Abby Lust auf mehr. Schnell werden die Rollen getauscht und Abby beginnt sich als "Elenore" selbst zu prostituieren. Das lang vermisste Gefühl begehrt zu werden und die körperliche Befriedigung bringen sie in eine Abhängigkeit von ihren Kundinnen. Abby bleibt die ganze Zeit über eine untypische Hure. Sie trifft jede Frau in einem Café, bevor sie mit in das Loft darf, sie kuschelt mit ihnen, verleiht Bücher und ist oft eher Therapeutin als Liebhaberin.

Obwohl sich "Elenore" für ihre Treffen immer mehr in das gerade renovierte und eingerichtete Loft zurückzieht, bemerkt ihre Frau Kate die Wandlung. Die abgestumpfte, plumpe Art Abbys bestätigt ihren Verdacht: Irgendetwas stimmt nicht (mehr). Als sich dann auch noch eine von Abbys Kundinnen als Nachbarin entpuppt, sind die Konsequenzen unaufhaltbar.

"Concussion" behandelt die lesbische Identität so erfrischend beiläufig wie kaum ein anderer Film. Vorurteile, Klischees und Coming-out-Dramatik hat Regisseurin Stacie Passon (bekannt durch "The L Word") in ihrem Debüt-Film gekonnt beiseite gelassen und zeigt: Lesben lieben und leben nicht anders.

Das amerikanische Vorstadt-Drama ist eine facettenreiche Abhandlung von Sexualität und ihren Abnormen. Zwischen der frustrierten Abby, ihrer nahezu asexuellen Ehefrau Kate und den allesamt geprägten Kundinnen Abbys fühlt sich der Zuschauer wie bei einer Art "Desperate Lesbian Housewives" oder einer homosexuellen Version von "American Beauty".

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Robin Weigert überzeugt in ihrer ersten Hauptrolle

Für Robin Weigert, bekannt aus "Deadwood" und "Sons of Anarchy", ist "Abby" die erste Hauptrolle und trotzdem überzeugt sie in allen Zügen. "Ich liebe es Rollen zu spielen, die während des Films jemand anders werden", erklärt Weigert, und genau das hat sie während Abbys Midlifecrisis authentisch und nah verkörpert. Alle anderen Charaktere sind allerdings so brachial angerissen, dass man sie beinahe lieber hätte weglassen sollen

Die Kamera in "Concussion" zeigt eine ausgeprägte Liebe fürs Detail. Fast fotografisch und irgendwie grotesk werden Atmosphäre und Schönheit in der auseinanderbrechenden Welt eingefangen. Die Sexszenen sind so ästhetisch und liebevoll erzählt, dass es geradezu unglaublich scheint, dass es für Robin Weigert die ersten vor einer Kamera waren.

Angesichts des geringen Budgets ist der jungen "Concussion"-Crew ein mehr als respektables Ergebnis gelungen. In 22 Drehtagen haben die Macher 96 Minuten erschaffen, die sich zwar nicht wegen der Story lohnen, die nach "A Perfect Ending" etwas abgeschustert wirkt, aber sicher wegen des unbeschwerten Umgangs mit Sexualität, der reizenden Robin Weigert und der berührenden Kameraarbeit.

Zu Recht ist "Concussion" derzeit als "Best First Feature" bei den Independent Spirit Awards nominiert, hat bereits einen Teddy von der letzten Berlinale in der Tasche und steht bei der Filmplattform indiewire.com ziemlich weit oben auf der Liste der besten Indie-Filme des Jahres 2013.

  Infos zum Film
Concussion. Drama. USA 2013. Regie: Stacie Passon. Darsteller: Robin Weigert, Maggie Siff, John Tchaikovsky. Laufzeit: 96 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch. FSK 16. Verleih: Salzgeber. Bundesweiter Kinostart: 5. Dezember 2013
Links zum Thema:
» Alle Kinotermine (falls Salzgeber die Aktualisierung schafft)
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Concussion

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Tags: concussion, stacie passon, lesbischer film, sexarbeit
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Reaktionen zu "Kinostart "Concussion": Desperate Lesbian Housewives"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
04.12.2013
12:17:38


(-7, 9 Votes)

Von seb1983
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Oh oh Lesben....

Dann mal Feuer frei...


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#2
04.12.2013
15:21:28


(+6, 12 Votes)

Von lesbe


und weshalb meinst DU, hier als erster dein maul aufreißen zu müssen, wenn es mal um lesben geht?


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#3
04.12.2013
17:41:59


(-5, 7 Votes)

Von seb1983
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Antwort zu Kommentar #2 von lesbe


Ich hab nichts gegen Lesben, mir war nur langweilig in der Pause...
Aber aufpassen wenn der Blockwar ähm schwule Schutzzonenbeauftragte das mitbekommt


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#4
04.12.2013
17:58:22


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam
Antwort zu Kommentar #2 von lesbe


Warum nicht. Er findet Möse mümmeln eben spannend.


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#5
04.12.2013
18:28:37


(+5, 7 Votes)

Von bilder im kopf


würde man bei schwulen auch solche bilder und posen auf den plakaten sehen?


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#6
04.12.2013
19:05:20


(-5, 9 Votes)

Von Mattias


Alle langhaarig - wie unrealisitsch ^^


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#7
04.12.2013
22:14:19


(0, 2 Votes)

Von Thorin


schöne, heiße und nackte Frauen, die den ganzen Film eigentlich nur miteinander Sex haben. Das ist ja mal was ganz originelles...


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#8
04.12.2013
22:32:04


(0, 2 Votes)

Von Sabelmann
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" Ein Ball vom Kind gegen den Kopf und die daraus resultierende Gehirnerschütterung machen der hübschen Mittvierzigerin etwas klar: So geht es nicht mehr weiter."

Ach Du meine Güte!Wie oft hätte ich mein Leben ändern müssen nach jedem Ball an meinen Kopf während eines Fussballspieles mit meinem Junior?Manchmal auch mit Kopfschmerzen!

Einen dümmeren Grund gibts ja gar nicht!


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#9
05.12.2013
13:07:04


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #7 von Thorin


Es geht aber auch anders:

Link zu www.bild.de

Safer Sex wurde völlig über Bord geworfen!!!


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