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  • 04.12.2013           17      Teilen:   |

Archangelsk

Russland: Erste Verurteilungen wegen Homo-"Propaganda"

Artikelbild
Polizisiten lesen die "nichttradtionelle" Aufschrift von Aktivist Jaroslaw Ewtuschenko (Bild: Gay Russia)

Erstmals sind in Russland aufgrund des homophoben Bundesgesetzes zwei schwule Aktivisten wegen "Werbung" für Homosexualität bestraft worden.

Der Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew und sein Mitstreiter Jaroslaw Ewtuschenko sind am Dienstag im nordrussischen Archangelsk zu einer Geldstrafe von je 4.000 Rubel (rund 90 Euro) verurteilt worden, weil sie vor einer Kinderbücherei "Propaganda für nichttraditionelle Beziehungen" gemacht haben. Einen Tag zuvor hatten die beiden Aktivisten in Einzelmahnwachen vor der Bibliothek mit Plakaten gegen das im Juni in Kraft getretene Gesetz protestiert.

Das "Vergehen" der beiden Aktivisten: Sie zeigten vor der Bücherei Plakate mit der Aufschrift: "Es gibt keine Homo-Propaganda. Schwul wird man nicht, als Schwuler wird man geboren!" Sie hatten sich vor der Aktion eine Genehmigung bei der Stadt beantragt, die aber abgelehnt worden war.

Nach Angaben von Aleksejew ist das die erste Verurteilung aufgrund des Bundesgesetzes. Zuvor gab es bereits einzelne Strafen aufgrund von regionalen Gesetzen, wie sie etwa in St. Petersburg erlassen wurden. So wurde Aleksejew dort bereits im Mai wegen Propaganda verurteilt (queer.de berichtete).

Damals hatte er einen Satz der berühmten Schauspielerin Faina Ranevskaya (1896-1984) auf einem Plakat zitiert, wonach Homosexualität keine Perversion sei, Feldhockey und Eisballett hingegen schon. Dieses Urteil war erst vor wenigen Tagen vom russischen Verfassungsgerichtshof aufrecht erhalten worden. Das Gericht erklärte, dass ein Kind durch die Aktion "auf sexuelle Beziehungen aufmerksam" gemacht werde und dadurch in seinen Ansichten "deformiert" werden könnte.

Fortsetzung nach Anzeige


Aktivisten wollen nach Straßburg

Aleksejew erklärte, dass er auch im neuen Fall die rechtlichen Mittel voll ausschöpfen wolle: "Die Urteile eröffnen uns den Weg zum obersten Verfassungsgerichtshof und später zum Europäischen Menschenrechtsgerichtshof". Die Straßburger Richter hatten bereits 2010 entschieden, dass das CSD-Verbot in Moskau gegen die Europäische Menschenrechtskonvetion verstoße (queer.de berichtete). Die Urteile des Gerichtshofes sind formal rechtlich bindend. (dk)

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Tags: russland, homo-propaganda, archangelsk, nikolai aleksejew
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Reaktionen zu "Russland: Erste Verurteilungen wegen Homo-"Propaganda""


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
04.12.2013
13:11:36


(+7, 7 Votes)

Von Unglaublich


Das ist doch krank.


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#2
04.12.2013
13:15:44
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Alex


Und in dieser faschistischen Diktatur finden Olympische Spiele statt...

Wie 1936 in Nazi-Deutschland. Nur dass damals viele Staaten die Spiele boykottiert haben, während heute Profite und neue Absatzmärkte über Grundrechte und Moral gestellt werden...

Dann müssen wir eben die Boykotte übernehmen!


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#3
04.12.2013
14:55:24


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Die Freuden unfreiwilliger "situativer" homosexueller S/M-Spielchen sollen die in ihren vaterländischen Ansichten undeformierten Jüngelchen erst mit Antritt ihres Wehrdienstes, gewissermaßen als kleines Überraschungsgeschenk der Dedowschtschina, kennenlernen.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Dedowschtschina


Viel Glück jedenfalls, in Straßburg.


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#4
04.12.2013
15:37:14
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Mamoruu


Brot und Spiele, mehr brauch das Volk nicht. Das wussten auch die Römer. So passiert es auch bei der WM und EM des Fussballs und letztendlich bei den Olympischen Spielen. Ich boykottiere diese Volksverdummung schon immer.


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#5
04.12.2013
15:55:47


(+8, 10 Votes)
 
#6
04.12.2013
16:30:38


(+7, 9 Votes)

Von Boykott
Antwort zu Kommentar #2 von Alex


Volle Zustimmung!

Hier eine Liste der Haupt-Sponsoren von Olympia, die sich bis heute weigern, auch nur ein Wort zu dem Thema zu sagen und die lieber tatenlos wegsehen:

Link zu www.sochi2014.com

In Deutschland wichtig sind Unternehmen wie:

- Coca Cola

- McDonald's

- Samsung

- Panasonic

- Visa

- Omega

- Procter & Gamble (u.a. Gillette, Head & Shoulders, Pantene, Boss, Lacoste, Braun, Old Spice, Oral-B, Wella, Max Factor, Ellen Betrix, Pringles, etc.)

Für die P&G-Töchter siehe auch:

Bild-Link:
1186028_370083069788590_1471234703_n.jpg


Boykott-Seite auf Facebook:

Link zu www.facebook.com


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#7
04.12.2013
16:54:11


(+8, 10 Votes)
 
#8
04.12.2013
17:28:40


(0, 6 Votes)

Von Milchmädchen
Antwort zu Kommentar #2 von Alex


Auch hier wieder grobe Unkenntnis :
"Wie 1936 in Nazi-Deutschland. Nur dass damals viele Staaten die Spiele boykottiert haben"
Tatsächlich? Haben sie?
Welche denn bitte?
Und ich dachte bisher, damals wäre sogar ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt worden (an Personen und an Nationen)...


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#9
04.12.2013
19:18:15


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Link zu www.queerty.com

Aber gut das man dieses perverse Schwein nicht kriegen kann, da sind alle russischen Polizisten und Geheimdienste überfordert, gell?


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#10
04.12.2013
20:20:54


(+5, 5 Votes)

Von Hugo


Wan wird die russische föderation verurteilt.
Gründe gibt es genug.


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