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  • 11.12.2013           13      Teilen:   |

Navratilova fordert mehr IOC-Druck auf Russland

Artikelbild
Die tschechisch-amerikanische Tennislegende Martina Navratilova outete sich bereits 1981 (Bild: Wiki Commons / Angela George / CC-BY-SA-3.0)

Der lesbische Tennisstar kritisiert das IOC, weil die Sportorganisation homosexuelle Athleten nicht ausreichend schütze.

Die frühere Tennisspielerin Martina Navratilova und der Basketballprofi Jason Collins haben am Dienstag bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York City das Internationale Olympische Komitee kritisiert, weil die Organisation nicht genug tue, um homosexuelle Sportler vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi zu verteidigen. Hintergrund für das Treffen ist das Ende Juni in Russland in Kraft getretene Gesetz gegen Homo-"Propaganda", das es Schwulen und Lesben untersagt, öffentlich über ihre sexuelle Orientierung zu reden oder diese zu zeigen (queer.de berichtete).

Navratilova, die sich 1981 als bisexuell und ein Jahrzehnt später als lesbisch geoutet hatte, erklärte anlässlich des Tages der Menschenrechte, die Vertreter des IOC steckten "ihren Kopf in den Sand" und müssten die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten ernster nehmen: "Das IOC sagt, Sport und Politik dürften nicht vermischt werden. Das ist fern jeder Realität, denn Sport und Politik werden jeden Tag vermischt", so die tschechisch-amerikanische Sportlerin. Sie habe zwar keine direkte Angst um die Sicherheit der Olympia-Teilnehmer. "Aber was ist mit der Zeit davor und danach? Da wird weiter diskriminiert", sagte die 57-Jährige.

Sie kritisierte auch, dass es bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar noch keine nennenswerten Proteste gegeben habe. "Und dort kann man wegen Homosexualität im Gefängnis landen", so Navratilova.

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Warnung an Sponsoren

Jason Collins kam nach seinem Coming-out auf die Titelseite des größten amerikanischen Sportmagazins - Quelle: SI
Jason Collins kam nach seinem Coming-out auf die Titelseite des größten amerikanischen Sportmagazins (Bild: SI)

Der schwule Basketballer Jason Collins forderte Sportverbände und Sponsoren auf, die Menschenrechte zu achten, da sie ansonsten einen Imageverlust in Kauf nehmen müssten: "Will man wirklich mit einem Land oder einem Volk oder einer Regierung in Verbindung gebracht werden, die Menschen unterdrückten?" Man sollte eher mit Leuten zusammenarbeiten, "die die selben Ideale haben und den Sport und die Athleten zelebrieren, so wie sie sind".

Eine Boykott der Spiele lehnte er aber wie auch Navratilova ab, da dieser nur den Sportlern schade. Collins wurde im März dieses Jahres weltbekannt, als er sich als erster aktiver Basketballprofi als schwul outete (queer.de berichtete).

Die IOC-Führung hat vor gut einer Woche versucht, durch ein Treffen mit LGBT-Aktivisten die Kritiker zu besänftigen (queer.de berichtete). Zuletzt kündigte IOC-Präsident Thomas Bach an, Russland werde "Protestzonen" in Sotschi einzurichten: "Ich kann nicht genau sagen, wo, aber es handelt sich um Zonen, die extra für Proteste und Demonstrationen zur Verfügung stehen werden", so Bach nach einer Sitzung der IOC-Exekutive im schweizerischen Lausanne. "Das ist eine Maßnahme, die wir begrüßen, denn nun hat jeder die Chance, seinem Protest Ausdruck zu verleihen".

Noch ist allerdings unklar, ob die russischen Behörden auch Protestaktionen von Homosexuellen gestatten werden, die bislang stets verboten worden sind. Das betraf auch CSD-Veranstaltungen in Moskau und St. Petersburg, die teilweise in Zonen von öffentlichen Parks stattfinden sollten, für die nach Vorbild des Londoner Hyde Parks keine Demo-Genehmigung nötig sein sollte. Auch hier kam es zu Verhaftungen durch die Polizei.

Bach hatte in dieser Woche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP angekündigt, dass das IOC in Kürze über die nationalen Verbände Briefe an die Athleten schicken werde, in dem es die eigenen Protestverbote klarstellen wolle. Diese dienten dem Schutz der Sportler "vor politischen Kontroversen", so Bach. (dk)

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Tags: martina navratilova, jason collins, russland, sotschi, olympiade
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Reaktionen zu "Navratilova fordert mehr IOC-Druck auf Russland"


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
11.12.2013
18:42:31


(+2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Danke für die mahnenden Worte, ihr zwei!


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#2
11.12.2013
19:23:37


(+6, 6 Votes)

Von Rogge


Danke, Martina und danke Jason,
dass ihr euch für die LGBT in Rußland einsetzt.


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#3
11.12.2013
20:13:23


(+6, 6 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Man kann es nicht oft genug wiederholen:

"Das IOC sagt, Sport und Politik dürften nicht vermischt werden. Das ist fern jeder Realität, denn Sport und Politik werden jeden Tag vermischt".

Wie recht Martina hat!


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#4
11.12.2013
21:27:32


(+2, 4 Votes)

Von Finn


Vollkommen richtig!

Aber leider wirkungslos, da das IOC ja der Lakai des russischen Regimes ist.


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#5
11.12.2013
22:03:49


(+5, 7 Votes)

Von Boykott
Antwort zu Kommentar #3 von antos


Zumal die Olympischen Spiele ja von Russland für politische Zwecke missbraucht werden.

Da es dem IOC eh nur um Profit geht, kann man die nur treffen, wenn man die Profite schmälert.

Und das geht nur über einen Boykott der Olympischen Spiele und der Sponsoren:
Z.B.:
- Coca Cola
- Mc Donald's
- Samsung
- Panasonic
- Visa
- Volkswagen
- Procter & Gamble (u.a. Pringles, Bounty, Tempo, Cliff, Punica, Valensina, Gillette, Wella, Blendax, Ellen Betrix, Max Factor, etc.)


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#6
12.12.2013
08:20:41


(+3, 5 Votes)

Von Sebi


Leider hat das IOC sich ja entschieden, die homophobe, menschenrechtsfeindliche Linie des russischen Diktators voll zu unterstützen...

Profite zähle für das IOC halt mehr als Menschenrechte und Olympische Ideale.


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#7
12.12.2013
08:52:59


(+2, 4 Votes)

Von Gaius
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Zitat: " Zuletzt kündigte IOC-Präsident Thomas Bach an, Russland werde "Protestzonen" in Sotschi ein(*zu)richten: "Ich kann nicht genau sagen, wo, aber es handelt sich um Zonen, die extra für Proteste und Demonstrationen zur Verfügung stehen werden"

Sieht hier noch jemand, außer mir, eine Ansammlung fensterloser und schallisolierter Räume, ohne Kameras und Mikrofone?
Putin wäre das zuzutrauen. ("Protestiert doch so laut ihr wollt, wir können euch nicht höööören").


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#8
12.12.2013
10:00:47


(+5, 5 Votes)

Von Simon H
Antwort zu Kommentar #7 von Gaius


Übrigens:
solche "Protestzonen" gab es auch in Peking. Hat da irgendwer etwas von mitbekommen? Nein! Und so wird es auch diesmal wieder sein.

Außerdem will ich keine Ghettos für Grundrechte, sondern dass Grundrechte überall gelten!

Im übrigen ist allen Teilnehmern auch die Nutzung dieser Protestzonen verboten. Wieviele Leute werden also da noch in diesen Demo-Ghettos ihre Grundrechte nutzen?...


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#9
12.12.2013
10:03:24


(+5, 5 Votes)

Von Timon
Antwort zu Kommentar #7 von Gaius


Vielleicht richtet man die ja nur ein, damit es die ganzen russischen Faschisten leichter haben. So muss man nicht lange die Homos und deren "Verbündete" suchen, sondern die sind alle auf einem Haufen und man kann bequem zuschlagen.

Wirklich lächerlich!

Das zeigt aber auch, dass die Boykottdrohungen erfolgreich sind und die langsam Bammel bekommen! Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, sondern müssen die Boykottaufrufe (gerade auch gegen die Sponsoren) noch verstärken.

Man sieht wieder mal, dass nur Boykotte wirklich etwas bringen.


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#10
12.12.2013
10:11:39


(+5, 5 Votes)

Von Pascal
Antwort zu Kommentar #9 von Timon


Volle Zustimmung!

Die würden niemals diesen "Kompromiss" (der natürlich lächerlich ist) anbieten, wenn die Boykottdrohungen nicht erste Wirkungen zeigen würden und z.B. die Sponsoren darauf drängen würden. Die bekommen langsam panische Angst, dass diese Olympischen Spiele der Flop des Jahrhunderts werden und dass da Millionen verbrannt werden.

Das zeigt also, dass nur Boykotte wirklich etwas bringen.

Aber dieser faule Schein-Kompromiss ist natürlich wieder abzulehnen. Wir wollen doch keine Homo-Ghettos. Wohin solche Ghettos führen, wissen wir nur zu gut.

Die Boykottdrohungen und Boykotte müssen also noch verstärkt werden. So lange bis dieses Gesetz abgeschafft wird. Und falls nicht, soll wenigstens der finanzielle Schaden für die Olympischen Spiele, das IOC und alle Sponsoren so groß wie möglich werden!!


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