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Justizminister Kapil Sibal will Homosexualität schnell wieder legalisieren (Bild: worldsteel / flickr / by-nd 2.0)

Vielen Regierungsmitgliedern ist die höchstrichterliche Entscheidung, Schwule und Lesben wieder in den Untergrund zu schicken, offenbar peinlich – sogar die katholische Kirche spricht sich gegen die Verfolgung Homosexueller aus.

In Indien haben Mitglieder des Kabinetts eine erneute Legalisierung von Homosexualität in Aussicht gestellt. Am Mittwoch hatte der Oberste Gerichtshof völlig überraschend ein 2009 von einer Vorinstanz für verfassungwidrig erklärtes Homo-Verbot wieder zugelassen (queer.de berichtete). Nach Paragraf 377 drohen Schwulen und Lesben bei gleichgeschlechtlichem Sex wieder zehn Jahre Haft.

Justizminister Kapil Sibal erklärte, er setze sich für eine Entkriminalisierung von Homosexuellen ein. Das Parlament könne ein neues Gesetz verabschieden, so Sibal: "Wir müssen schnell handeln", sagte er mit Blick auf Proteste von Menschenrechtsorganisationen. Auch Finanzminister Palaniappan Chidambaram kritisierte die Entscheidung der Richter, die Indien "zurückwirft ins Jahr 1860". In diesem Jahr wurde Paragraf 377 von den britischen Kolonialherren eingeführt.

Sonia Gandhi, die Chefin der regierenden Kongresspartei, zeigte sich ebenfalls enttäuscht über das Urteil: "Ich hoffe, das Parlament wird die Frage aufgreifen und die verfassungsrechtliche Garantie auf Leben und Freiheit für alle Inder umsetzen, inklusive der Menschen, die direkt von dem Urteil betroffen sind".

Allerdings halten Beobachter eine schnelle Mehrheit im Parlament für die Abschaffung des Homo-Verbots für unwahrscheinlich, da sich das Unterhaus derzeit durch Streit selbst lahmlegt. Im Mai finden außerdem Wahlen statt und das Thema Gleichstellung von Schwulen und Lesben ist im äußerst konservativen Land nicht populär.

International formiert sich jedoch viel Kritik, auch bei den Vereinten Nationen. Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay bezeichnete die Entscheidung des Gerichts etwa als einen "großen Schritt rückwärts". Sie sei ein Verstoß gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, den auch Indien ratifiziert habe, so Pillay.

Katholische Kirche: Homosexuelle sind nicht kriminell

Sogar die katholische Kirche spricht sich gegen die Kriminalisierung von Homosexuellen aus. So erklärte Kardinal Oswald Gracias, der Chef der indischen Bischofskonferenz, dass seine Kirche "homosexuelle Menschen nie als Kriminelle angesehen" habe. "Als Christen haben wir vollen Respekt vor Homosexuellen", so Gracias. Er sei gegen "ungerechtfertigte Diskriminierung", stellte aber gleichzeitig klar, dass er weiterhin eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht ablehne.

Ursprünglich hatten Vertreter von hinduistischen, muslimischen und christlichen Glaubensrichtungen im Jahr 2009 Einspruch gegen die Legalisierung von Homosexualität eingereicht (queer.de berichtete). Die katholische Kirche hatte sich nicht an der Aktion beteiligt.

Homosexualität ist in der indischen Gesellschaft ein Tabuthema, auch wenn es seit der Legalisierung 2009 vermehrt in den Medien behandelt wurde. Immer wieder haben hochrangige Politiker in der Regierung gegen Schwule und Lesben Stimmung gemacht. So erklärte etwa Gesundheitsminister Ghulam Nabi Azad, Homosexualität sei eine "westliche Krankheit" (queer.de berichtete). Ein anderer Minister behauptete, dass Männer schwul werden, wenn sie zu wenige Frauen um sich herum haben (queer.de berichtete). (dk)



#1 SebiAnonym
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#4 Fox-NewsAnonym
  • 13.12.2013, 09:57h

  • Wenigstens gießt die Kathol. Kirche hier mal kein Öl ins Feuer, ganz im Gegensatz zu dem islamischen Gelehrten.
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#5 JasperAnonym
  • 13.12.2013, 10:08h
  • Es ist ein Unding, dass man im 21. Jahrhundert überhaupt noch diskutieren muss, ob einvernehmliche Liebe legal ist oder nicht...
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#6 HugoAnonym
#7 4c5w5cAnonym
#8 onlyAnonym