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Premierminister Zoran Milanović will Kroatien homofreundlicher machen

Erst vor zwei Wochen war in einem Referendum die gleichgeschlechtliche Ehe verboten worden. Jetzt bringt die Regierung zumindest ein Lebenspartnerschaftsgesetz ins Parlament ein.

Die kroatische Mitte-Links-Regierung hat am Donnerstag den Entwurf für ein Gesetz vorgelegt, das gleichgeschlechtlichen Paaren in Lebenspartnerschaften weitgehend die gleichen Rechte geben soll wie heterosexuellen Eheleuten. Eine Ausnahme ist das Adoptionsrecht, hier sollen weiterhin nur heterosexuelle Paare sowie Einzelpersonen adoptieren dürfen. Der Entwurf soll Homo-Paaren die "notwendigen Rechte für ein normales Alltagsleben" geben, erklärte der Minister für öffentliche Verwaltung, der Sozialdemokrat Arsen Bauk.

Anfang Dezember hatte die Bevölkerung bei einem Volksentscheid einer Verfassungsänderung zugestimmt, nach der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert ist (queer.de berichtete). Die Regierung, die zu keiner Zeit eine Ehe-Öffnung angestrebt hatte, lehnte die Abstimmung ab. Premierminister Zoran Milanović sprach bei der Abgabe seiner Stimme von einem "traurigen und sinnlosen Referendum". Homo-Aktivisten erklärten, auf diese Weise würden Vorurteile geweckt. Für ein "Ja" hatte dagegen insbesondere die katholische Kirche geworben, der fast 90 Prozent der Kroaten angehören.

Präsident Ivo Josipović forderte die Abgeordneten auf, nach dem Ehe-Verbot das Recht von nichttraditionellen Paaren auf ein Familienleben ebenfalls in der Verfassung festzuschreiben. "Ein derartiger Zusatz würde das Gleichgewicht wiederherstellen und das Gefühl beseitigen, benachteiligt zu werden", erklärte Josipović.

Katholische Kirche warnt vor Europa

Kritik an der Anerkennung von Homosexuellen kommt von der katholischen Kirche. In einer Erklärung warnte die Glaubensgemeinschaft die Regierung davor, gegen den Willen des Volkes die "traditionelle Ehe" zu untergraben: "Die traditionellen Wurzeln des kroatischen Familiengesetzes aufzugeben, um europäische Lösungen unkritisch zu übernehmen, wird die Tür öffnen für einen Zerfall der traditionellen Familie". Lebenspartnerschaften könnte die Kirche allerdings unter Umständen akzeptieren, wenn "die Rechte von Kindern nicht gefährdet werden".

In Kroatien ist Homosexualität bereits seit 1978 legal, seit 2003 erhalten unverheiratete Homo-Paare zudem die gleichen Rechte wie unverheiratete Hetero-Paare – das heißt, nach drei Jahren Partnerschaft werden sie beispielsweise im Erbrecht gleichgestellt. (dk)



Erste Lebenspartnerschaft in Kroatien geschlossen

In Kroatien haben sich am Freitag erstmals zwei Männer verpartnert. Damit werden gleichgeschlechtliche Beziehungen in 18 der 28 EU-Staaten anerkannt.
#1 JasperAnonym
  • 13.12.2013, 12:23h
  • Eine Ehe zweiter Klasse ist nur ein schwacher Trost, wenn die Kirche einfach so gleichgeschlechtliche Ehen verbieten kann.

    Aber es ist natürlich dennoch besser als gar nichts.

    Hoffentlich klappt wenigstens das!

    Und hoffentlich hält sich wenigstens diesmal die Kirche raus...
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#2 ApartheidAnonym
  • 13.12.2013, 12:30h
  • Und nichts anderes ist das!
    Die sollte man endlich auch beim Namen nennen.

    Untermenschen und BürgerInnen zweiter Klasse darf es in der EU nicht länger geben!
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#3 SebiAnonym
  • 13.12.2013, 12:40h
  • "Kritik an der Anerkennung von Homosexuellen kommt von der katholischen Kirche."

    Natürlich... Wie immer...

    Die hetzen ständig gegen Grundrechte...

    Wann wird endlich die Katholiban gestoppt? Die sind eine der größten Gefahren für Demokratie und Menschenrechte...
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#4 FinnAnonym
  • 13.12.2013, 12:42h
  • "Die traditionellen Wurzeln des kroatischen Familiengesetzes aufzugeben, um europäische Lösungen unkritisch zu übernehmen, wird die Tür öffnen für einen Zerfall der traditionellen Familie"

    Ja, die Staaten, die nicht mehr einen Teil ihrer Bürger diskriminieren, sind ja auch von Zerfall betroffen...

    Hallo? Da hat wohl jemand den Knall nicht gehört...

    Den Staaten, die alle Menschen gleichstellen geht es wirtschaftlich und auch kulturell deutlich besser als solchen Hassstaaten wie Kroatien.
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#5 m123Anonym
  • 13.12.2013, 13:00h
  • Eigentlich ist doch offensichtlich, dass wenn gleichgeschlechtliche Paare nicht ebenfalls das Recht auf Eheschließung haben, Menschenrechte und Grundrechte verletzt werden, allen voran der Gleichheitsgrundsatz.

    In meinen Augen sollte entweder die Legislative der EU (EU-Parlament, EU-Komission) dafür sorgen, dass in allen EU-Ländern die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird, oder die Judikative der EU (EU-Gerichte) muss dafür sorgen bzw. Kläger, die bei EU-Gerichten das Recht auf Eheschließung erklagen. Denn wenn es die EU nicht macht, dann werden einige EU-Länder Schwule und Lesben noch jahrzehntelang diskriminieren (z. B. Italien, wo gleichgeschlechtliche Paare überhaupt keine Partnerschaftsrechte haben).

    Ich bin mir sicher, dass wir irgendwann in der gesamten EU (bzw. später in den Vereinigten Staaten von Europa) gleiche Rechte haben werden. Nur befürchte ich, dass das noch sehr, sehr lange dauern wird. Und es wird umso länger dauern, wenn sowas geschieht wie was die SPD in Deutschland jetzt mitmachen will, d. h. wenn die Rechte von Schwulen und Lesben andauernd machttaktischen Überlegungen untergeordnet werden. Und ein ebenfalls verzögender Faktor wird sein, wenn nicht endlich eine striktere Trennung von Staat und Kirche durchgesetzt wird.
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#6 TimonAnonym
  • 13.12.2013, 13:30h

  • Leider ohne Adoptionsrecht. Da sieht man wieder mal, wie tief der Hass sitzt, wenn man dafür sogar den Kindern schadet. Den die Gleichstellung im Adoptionsrecht nützt gerade auch den Kindern.
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#7 hypathiaProfil
  • 13.12.2013, 13:38hBaden
  • Ich kann nur immer wieder wiederholen: Religionen sind das größte Übel dieser Welt!!!!
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 13.12.2013, 13:46h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • Trotzdem bin ich posiitiv überrascht. Schließlich war der Balkan nie die Speerspitze des Fortschritts.

    In Deutschland hätten die Politikerinnen und Politiker der linken Mitte nicht soviel Mut gegenüber der Kirche, die in Kroatien zudem sehr mächtig ist.

    Das Katholischsein ist ja der wesentliche Unterschied zwischen Kroaten und Serben bzw. Bosniern, die Sprache ist es nicht.
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#9 daVinci6667
  • 13.12.2013, 13:55h
  • Antwort auf #7 von hypathia

  • Ja, da hast du 1000% Recht!

    Gäbe es keine Religionen gäbe es sehr viel weniger Kriege, weniger Steuern, keine Zangsbeschneidungen, keine Homophobie, weniger Kindsmissbrauch, weniger Hass dafür mehr Liebe und Verständnis untereinander.

    Es wäre eine sehr viel bessere Welt und es gäbe einen grossen Evolutionssprung in der menschlichen Entwicklung!
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#10 der BasisAnonym
  • 13.12.2013, 14:58h
  • Antwort auf #9 von daVinci6667
  • "Gäbe es keine Religionen, gäbe es gäbe es sehr viel weniger Kriege, keine Zwangsbeschneidung..."

    Oder ohne Zwangsbeschneidung von gleichen Lebensrechten keine Religionen? Sehr viel weniger Kriege? ...

    "Armut in Europa:

    43 Mio. Menschen können laut IFRC Essen nicht bezahlen"

    www.t-online.de/wirtschaft/id_65932008/armut-in-europa-43-mi
    o-menschen-koennen-laut-ifrc-essen-nicht-bezahlen.html


    In einem am 12. September veröffentlichten Bericht warnt die Hilfsorganisation Oxfam davor, dass weitere 25 Millionen in Europa zusätzlich in die Armutsfalle, in der bereits mehr als 120 Millionen Menschen stecken, geraten könnten, wenn die Spar- und Austeritätspolitik andauere.

    Der Oxfam-Bericht geht dann dazu über, die Art und Weise herauszuarbeiten, mit der die Sparpolitik in den vergangenen fünf Jahren zu einer massiven Umverteilung des Reichtums geführt hat. Die reichsten Schichten der europäischen Elite und Finanzwelt konnten von der gleichen Krise mächtig profitieren, die zig Millionen in die Armut geworfen hat.

    Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien und Großbritannien - Länder, die bei den Sparmaßnahmen am aggressivsten vorgegangen sind, werden bald die Länder mit der größten Ungleichheit in der ganzen Welt sein, erklärt der Bericht. Natalia Alonso, die Leiterin des EU-Büros von Oxfam, erklärt: Die Kluft zwischen Arm und Reich in Großbritannien und Spanien könnte bald genauso groß sein wie im Südsudan oder Paraguay.

    www.oxfam.de/presse/130916-sparpolitik-droht-zu-25-millionen
    -europaeerinnen-zusaetzlich-armut-zu-treiben
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