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  • 13.12.2013           21      Teilen:   |

Erste Ergebnisse der Umfrage

Kölner Katholiken wollen eine homofreundliche Kirche


In Köln wollen die Schäfchen nicht mehr ihrem erzreaktionären Erzbischof folgen

Bei einer Befragung der katholischen Kirche unter dem Fußvolk kam im Bistum Köln heraus, dass Homosexuelle nicht mehr ausgegrenzt werden sollten.

Wie denkt der gemeine Katholik über Fragen wie Homo-Rechte, Verhütung oder Scheidung? Das wollte der neue Papst wissen und ließ Fragebögen an die rund 3.000 Diözesen verschicken (queer.de berichtete). Im Bistum Köln wurden nun die ersten Ergebnisse in einer 23-seitigen Zusammenfassung veröffentlicht (PDF).

Ergebnis: Schwule und Lesben werden von den Schäfchen weniger verachtet als von den Schäfern. Mit ihrer homofeindlichen Haltung kommt der Kölner Kardinal Joachim Meisner besonders beim Nachwuchs nicht mehr an. In dem Text heißt es:

Jugendlichen ist bewusst, dass nur Mann und Frau gemeinschaftlich Kinder zeugen können. Dennoch ist es für Jugendliche oft nicht einleuchtend, dass das Unvermögen Kinder zu zeugen, Homosexuellen das Ausleben ihrer Neigung verbietet. Nach der Bonner Online-Befragung hinsichtlich der naturrechtlich begründeten Verwerflichkeit außerehelichen Geschlechtsverkehrs stimmen dieser Position gerade einmal noch gut 7% der Befragten zu, so dass man dort zu dem Schluss kommt, dass das Modell naturrechtlicher Legitimation von Sexualnormen kaum noch geeignet ist, individuell beanspruchte Freiheitsgrade zu beeinflussen.



Auch ältere Katholiken halten demnach die Ablehnung von Schwulen und Lesben für mittelalterlich. So könnten sie "nicht nachvollziehen", dass die Kirche nach wie vor die Gleichstellung im Eherecht ablehnt und im Arbeitsrecht weiterhin Homosexuelle diskriminieren will:

Die Christen vor Ort und viele Seelsorger und pastorale Dienste drängen nach einer pastoralen, menschlichen Lösung, damit homosexuelle Paare mit oder ohne eingetragene Partnerschaft in den Gemeinden anerkannt werden können. Viele betrachten es als eine schwer erträgliche Situation, dass im individuellen Kontakt Akzeptanz und Wohlwollen praktiziert wird, offiziell aber die Lehre der Kirche verkündet werden muss. Bei den Gläubigen entsteht dadurch ein Glaubwürdigkeitsproblem der Kirche, mit dem sie schwer leben können.



Für die Kirche bedeute die harte Haltung gegenüber sexuellen Minderheiten auch, dass viele Schwule und Lesben nicht mehr Kirchensteuer zahlen wollen:

Viele haben sich schon von der katholischen Kirche abgewandt, die eigentlich gläubige Menschen sind. Dies kann – so die Überzeugung vieler – nicht weiter hingenommen werden. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene, die sich für eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft entschieden haben, leiden unter der Ausgrenzung, die sie von der Kirche dadurch erfahren, dass diese ihre gelebte Partnerschaft ablehnt. Ein Zugang zu den Sakramenten soll ermöglicht werden (Ausnahme: Ehesakrament, das heterosexuellen Paaren vorbehalten bleiben soll).



Da die Gläubigen auch bei anderen Themen weit liberaler sind als die Kirchenführung, kommt das Papier zu folgendem Ergebnis:

Insgesamt wird die Lehre der Kirche […] als welt- und beziehungsfremd angesehen.



Zur Erinnerung: In der Vergangenheit hat der Kölner Kardinal Meisner Homosexuelle mit Terroristen und Drogensüchtigen gleichgesetzt und als "Bedrohung für die Werteordnung Europas" und ein "Gift" bezeichnet, das der europäische Mensch "ausschwitzen müsse". (dk)

Bild: Luke Ma / flickr / cc by 2.0

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Tags: katholische kirche, köln
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Reaktionen zu "Kölner Katholiken wollen eine homofreundliche Kirche"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
13.12.2013
15:00:23


(+2, 2 Votes)

Von Miro


Tja, kein Wunder dass die "Gläubigen" die kirchliche Lehre nicht mehr teilen, schließlich haben es die "Hirten" ja die letzten 40 Jahre abgesehen von ein paar Ausnahmen verpasst, die kirchliche Lehre selbst zu vertreten und unters Volk zu bringen, sondern ihr Fähnchen nach dem Wind gerichtet.


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#2
13.12.2013
15:07:18


(+2, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Befragten bestätigten die antiquierte Haltung ihrer Kirche zu Themen wie Homosexualität und Abtreibung sowie Patchworkfamilien und natürlich Geschiedenen und fordern eine 360-Grad-Wende! Das ist nur legitim. Auch andere Europabistümer sollten eine solche Umfrage starten und am Ende überrascht sein, was da rauskommt.


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#3
13.12.2013
15:17:57


(+5, 5 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von Miro


In einer Demokratie gibt es keine Hirten und keine Schafe, die Lehren zu fressen haben.

In einer demokratischen Kirche gibt es das Priestertum aller Gläubigen, die nur ihrem Gewissen verantwortlich sind.

In Kölner Bistum sind die Gläubigen anscheinend nicht so leichtgläubig, dass sie auf Opus Dei-Linie sind.

Deshalb muss man sie nicht wie Du in Anführungszeichen schreiben.

Im Gegenteil.


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#4
13.12.2013
15:23:38


(+3, 3 Votes)

Von Thom_ass1973
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Köln ist "seinen" Erzbischof eh bald los, das mittlerweile 3. Gesuch vom obersten Kölner Katholiban wird wohl endlich vom "Franzerl" erhört werden ...
Bleibt nur zu Wünschen, daß nicht van Elst oder ein ähnlicher Querulant sein Nachfolger werden wird !!!


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#5
13.12.2013
15:47:21


(0, 6 Votes)

Von Miro
Antwort zu Kommentar #3 von goddamn liberal


"Demokratische Kirche" - so ein Gehirnpups.
Die stimmt dann jede Woche neu ab, was gerade geglaubt wird.


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#6
13.12.2013
15:51:30
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von huloudsbzuix


Solange nur alte Säcke am Drücker sind ändert sich eh nix in der Kirche.


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#7
13.12.2013
15:57:56


(+7, 9 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


Ich werde wohl nie begreifen, wieso man Mitglied in einem Verein sein möchte, der einem die Menschenrechte, ja sogar das Menschsein abspricht.
Abgesehen von all den anderen Schwachsinnigkeiten, die man einfach zu glauben hat, auch wenn das alles dem gesunden Menschenverstand völlig widerspricht. Z.B.: die Jungfräulichkeit vor, während und nach der Geburt, die Dreifaltigkeit, die Unfehlbarkeit der Päpste uvm.


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#8
13.12.2013
16:17:09


(+4, 10 Votes)

Von Beweihräucherung


Diese Enteignung der breiten Masse der Menschen wird zu ihrer Aufrechterhaltung auch weiterhin und noch mehr der Gottesfurcht sowie des himmlischen Trostes bedürfen:

Bild-Link:
Kapitalismus_in_D.jpg


Bild-Link:
158528639.jpg


Link:
tinyurl.com/q5p483d


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#9
13.12.2013
16:19:32


(+9, 11 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Viele haben sich schon von der katholischen Kirche abgewandt, die eigentlich blablabla... Dies kann so die Überzeugung vieler nicht weiter hingenommen werden."

Die kath. Kirche ist ein Auslaufmodell. Jede/r die/der ihr angehoert und Kirchensteuern bezahlt unterstuetzt deren Machtgehabe. Die Kirche wird sich erst dann aendern, wenn sie kein Geld mehr hat, ihre Verschwendung, die Faulheit der Amtstraeger, die Einmischung in persoenliche und staatliche Entscheidungen aufrecht zu erhalten.

Weg mit den Kathos!

Austritt jetzt!!

Link zu www.kirchenaustritt.de


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#10
13.12.2013
16:21:25


(+6, 8 Votes)

Von Fred i BKK


Bei den Gläubigen entsteht dadurch ein Glaubwürdigkeitsproblem der Kirche, mit dem sie schwer leben können.

Glaubwuerdigkeitsprobleme nicht nur mit der /den Kirchen ..eher doch mit ALLEN Religionen und der von ihnen betriebenen Verdummung ....

koenen doch bei einem Menschen mit klarem Verstand nur den sofortigen AUSTRITT als Konsequenz haben......

und wir endscheiden uns nicht fuer unsre Homosexualitaet ...wir sind es ...

wenn ich so saubloede Sprueche lese wird mir richtig uebel....


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