Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 13.12.2013           73      Teilen:   |

GQ-Aktion

Lob und Kritik für #mundpropaganda

Artikelbild
Auch die Schauspieler Ken Duken und Kostja Ullmann testen die Lippen ihres Gegenübers aus (Bild: GQ)

Mit knutschenden Hetero-Männern, die sich für Homo-Rechte einsetzen, landete das Lifestyle-Magazin "GQ" einen großen Erfolg – allerdings gab es an dieser Aktion auch Kritik aus der Szene.

Von Dennis Klein

Zwei Monate vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi sorgt die von "GQ" initiierte Aktion "Mundpropaganda – Gentlemen gegen Homophobie" für große Aufmerksamkeit in den Medien. Alle großen Tageszeitungen berichteten, wie sich Stars wie Herbert Grönemeyer und August Diehl oder Mitglieder von den Bands Fettes Brot und Revolverheld für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben einen Schmatzer auf den Mund setzten.

Auf Facebook konnte eine Kampagnenseite inzwischen mehr als 22.000 Fans gewinnen – innerhalb von nur drei Tagen. Die Entstehung der Kampagne in Zusammenarbeit mit der Aktivistengruppe "Enough is enough", die vor allem über Facebook Ende August Tausende Berliner für eine Demonstration an der Russischen Botschaft gewinnen konnte, zahlte sich da aus.

Fortsetzung nach Anzeige


Auch die "Lindenstraße" ist begeistert

Ein Busserl über die Parteigrenzen hinweg: Klaus Lederer und Özcan Mutlu
Ein Busserl über die Parteigrenzen hinweg: Klaus Lederer und Özcan Mutlu

Auf Twitter wird ebenfalls über die Aktion diskutiert. Hier wurden auch weitere Bilder von knutschenden Heten veröffentlicht – so posteten die "Lindenstraße"-Schauspieler Will Herren und Erkan Gündüz ein Kussfoto mit dem Kommentar: "Auch wir setzen ein Zeichen für Toleranz und gegen Schwulenfeindlichkeit!". Der Berliner Linken-Abgeordnete Carsten Schulz twitterte ironisch, dass die Idee zur Aktion eigentlich vom schwulen Berliner Parteichef Klaus Lederer stammt. Der hatte bereits im September bei einer Demonstration den Bundestagsabgeordneten Özcan Mutlu innig geküsst. Und dabei ist Mutlu nicht nur heterosexuell, sondern auch noch Mitglied der Grünen.

Auch Kritik an der Aktion gibt es, vor allem von den üblichen homophoben Krawallmachern wie etwa dem rechtspopulistischen Portal "Politically Incorrect" ("Die Aktion erinnert an die dämlichen Antirassismus-Plakate vor einem halben Jahr").

Inszenierte Toleranz?

Zweifelhafter GQ-Artikel
Zweifelhafter GQ-Artikel

Allerdings kritisierten manche Kommentatoren auch die Aktion als rückständig oder als bloße Werbe-Aktion für "GQ". Denn das Magazin machte die Geschichte lifestylig mit typischen Eigen-PR-Aussagen ("Es ist Männersache schlechthin. Für Gentlemen muss die freie Entscheidung in Sachen Liebe einfach unantastbar sein") sowie recht dünnen Informationen zur Lage in Russland auf.

"Freitag"-Kolumnist Jonas Weyrosta kritisierte in dem Blogeintrag "Dieser Mut ist absolut männlich?", dass diese Toleranz nur inszeniert sei. Er verglich die Kampagne mit deutschen Eltern, die ihren Kindern vom Hunger in Afrika erzählen, damit diese ihr Gemüse aufessen. Außerdem fragt er: "Ist es nicht bedenklich eine Auswahl von Menschen zu treffen, die sich zuvor als heterosexuell outen müssen um den Anspruch der Kampagne überhaupt zu genügen um diese dann in einem mutmaßlich homosexuellen Szenario – dem gleichgeschlechtlichen Kuss – ihre Toleranz inszenieren zu lassen?" Letztlich werde dadurch der Kuss als "Grenzüberschreitung, als nicht normales Verhalten" dargestellt.

Kritik kommt auch von lesbischen Aktivistinnen, weil die Kampagne wie so oft weibliche Homosexualität ausblende. Im Blog karnele.de wurde außerdem bemängelt, dass "GQ" auch sexistisches und lesbenfeindliches Gedankengut verbreiten würde. So beschrieb ein Autor in der "GQ"-Kolumne "Stich ins Lesbennest", wie er Lesben zum Sex mit Männern bekehren will. Karnele.de kritisiert den Text als "unsäglichen Artikel über einen Macho, der Lesben aufreißen will, dabei sämtliche Klischees aus der untersten Schublade bedient und nebulös schwammig mit etwas endet, das meinem Gefühl nach in Südafrika unter dem Begriff 'corrective rape' läuft: Lesben solange vergewaltigen, bis sie einsehen, wie toll Heterosex ist". Der Artikel ist bereits 2005 erschienen und erst am Donnerstag nach Beschwerden gelöscht worden. Lesbische Aktivistinnen kritisieren, dass "GQ" offenbar jahrelang nichts an der Geschichte gefunden hat und erst bei öffentlichen Druck etwas unternommen habe. Auf Twitter nannte Bloggerin engl das Konzept von "GQ" aus diesem Grund "Schwulenverehrung und Lesbenverachtung".

Links zum Thema:
» Kampagnenseite
Mehr zum Thema:
» Knutschende Heteros (11.12.13)
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 73 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 211             7     
Service: | pdf | mailen
Tags: mundpropaganda, gentlemen, heteros, lesben
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Lob und Kritik für #mundpropaganda"


 73 User-Kommentare
« zurück  12345678  vor »

Die ersten:   
#1
13.12.2013
18:23:32


(-3, 9 Votes)

Von Laurenz


Whatever, wenn so etwas im Mainstream als Marketing genutzt werden kann, ist es ein gutes Zeichen. Außerdem sind ja gute Leute dabei, und nicht so Vassilli Sarikakis oder Jörg Knör.

Der Ein oder Andere hätte aber auch ein wenig Zunge inszenieren können, oder nicht.. schlechte Regie :D


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
13.12.2013
18:31:32


(+9, 17 Votes)
 
#3
13.12.2013
18:47:10
Via Handy


(-6, 22 Votes)

Von suspekt


Und die eine oder andere Lesbe fühlt sich benachteiligt.
Garniert mit dem geschickt eingebauten Wörtchen "rape".
Muss Frau die Kerle hassen, um Frauen lieben zu können?
Ich kenne keinen schwule Mann, der Probleme mit Frauen hat.
Und immer wieder dieses Gejammere. Bringt Euch ein, wo seid ihr denn???


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
13.12.2013
18:49:00


(+13, 17 Votes)

Von goddamn liberal


Öffentliche Männerküsse sind in dieser heteronormativen Gesellschaft mutiger als Frauenküsse.

Insofern haben die Gentlemen Mut bewiesen.

Und das zählt was.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
13.12.2013
19:18:38


(+6, 16 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


#Schundpropaganda ist, wenn sich Solidarität in Eigenwerbung erschöpft... Ein sich vornehmlich heterosexistisch gebendes Blatt könnte solidarisch schwule (russische) Männer vorstellen, gerne küssend, aber dazu ist #GQ dann doch zu feige. Auf diese Brotkrumen kann ich verzichten, und erst recht darauf, diesen Mumpitz (#Mundpropaganda) als mutige solidarische Großtat abzufeiern. Liebe LGBT-Gemeinde, die Aktion mag gut gemeint sein, mehr aber auch nicht, und beweist eigentlich nur, wie rückwärts gewandt die neue konservative Homo-Szene und ihre sogenannten Hetero-Alliierten agieren. Die Grenze verläuft nicht zwischen den Geschlechtern, sondern zwischen Progressivität und Konservatismus.
Link zu www.facebook.com


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
13.12.2013
19:22:23


(+2, 10 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von propaganda


"schwulenverehrung? durch dauersexismus"

Kann auf man bei Deinen Beispielen sehen.

Hat es vor allem vor der Einführung des Christentums gegeben.

Bild-Link:
3824.jpg


Ist aber angesichts der Propaganda kulturloser Popen gegen 'nichttraditionelle Beziehungen' z. Zt. nicht das Hauptproblem.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
13.12.2013
19:43:34


(-4, 18 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von propaganda


Wenn Du das nächste Mal das Fehlen von aufgeilenden Bildern von 'schwulen Jungs' beweinst, werde ich dich an diese Kommentare erinnern. Freu dich schon drauf!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
13.12.2013
19:49:51


(-4, 20 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Kritik aus der Szene?Was ist die Szene?Die Mehrheit der Schwulen?
Ich jedenfalls meide diese so gut es geht.
Für mich ist die Aktion noch immer ok!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
13.12.2013
19:51:19


(+1, 21 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von reiserobby


"Könnte"...laber, laber. - Die Aktion ist gut gemeint und sorgt für jede Menge Diskussionsstoff. Mehr kann man von einer Anzeigenkampagne einer - selbstverständlich - absatzorientierten Zeitschrift überhaupt nicht erwarten. [Himmel, geht mir diese falsche, so vollmundige wie billige Kritik auf den Wecker!]


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
13.12.2013
19:55:04


(+11, 21 Votes)

Von Dialektik


Volle Anerkennung für die kreativen, sozial kompetenten und sexy aussehenden Jungs und Männer, die da ganz bestimmt in sehr guter Absicht ein Zeichen der Solidarität gesetzt haben. Vielen Dank dafür!

Keine Anerkennung und auch bitte keine Werbung mehr für ein zutiefst sexistisches Blatt, das im Rahmen der üblichen Geschäftsmodelle ansonsten kräftig dazu beiträgt, dass schon Jugendlichen rund um die Uhr so aggressiv wie selten zuvor reaktionärste sexistische Geschlechterrollen eingetrichtert und aufgezwungen werden.

Sexismus und Homophobie sind zwei Seiten ein und derselben Medaille!

Entweder Männer und Frauen werden immer und überall gleichberechtigt behandelt und dargestellt, oder eine solche Aktion verkommt zum bloßen Feigenblatt, mit dem man sich für seinen permanenten vorgestrigen und brutalen Sexismus zwischendurch mal "reinwaschen" will. Auf sowas darf die schwul-lesbische Community weder hereinfallen noch sich dafür vereinnahmen lassen!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345678  vor »


 BOULEVARD - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 BOULEVARD



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Drei Barkeeper in Berlin homophob beleidigt Mit "Regenbogenfahne im Herzen": Werner Graf neuer Chef der Berliner Grünen "Homoheiler"-Verein droht wieder freier Träger der Jugendhilfe zu werden Volker Beck: "Ich bin noch lange nicht weg"
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt