Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20643

Mit Kussfotos wie diesem protestierten Inder in sozialen Netzwerken gegen das Gerichtsurteil

In Berlin gibt es am Sonntag einen Protest gegen ein Gerichtsurteil, das homosexuelle Handlungen in Indien wieder unter Strafe stellt. In einem "Global Day of Rage" sind Demonstrationen in über zwanzig Städten weltweit geplant – in New York, Sydney und London ebenso wie in Mumbai und Delhi. Der Protest in Berlin (Link zu Facebook) beginnt um 13 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Am Mittwoch hatte der Oberste Gerichtshof Indiens ein Urteil der Vorinstanz aus dem Jahr 2009 aufgehoben, dass den Paragrafen 377 des Strafgesetzbuches wegen Grundrechtswidrigkeit aufgehoben hatte (queer.de berichtete). Die Regelung zu "unnatürlichem" Geschlechtsverkehr aus dem Jahr 1860 nach britischem Kolonialrecht hatte vor allem zu einer Verfolgung von Schwulen geführt. Das Gericht wies darauf hin, dass nur das Parlament, nicht aber ein Gericht die Gesetzgebung ändern könne.

Nach Auskunft des Gerichts hatte es seit Bestehen des Paragrafen maximal 200 Verurteilungen gegeben. Aktivisten weisen aber darauf hin, dass man neben der nicht mehr zeitgemäßen Strafverfolgung auch mit Erpressung und Schikane der Polizei rechnen müsse.

Während einige Mitglieder der Regierung öffentlich überlegen, eine Initiative zur Abschaffung des Paragrafen zu starten (queer.de berichtete), hat sich der Chef der größten Oppositionspartei BJP, Rajnath Singh, inzwischen für eine weitere Bestrafung ausgesprochen. Im nächsten Mai wird das indische Unterhaus neu gewählt.

Derweil hat Indiens Gesellschaft via Facebook und Twitter gegen das Gerichtsurteil demonstriert: Am Freitag posteten viele Nutzer, darunter auch viele Heterosexuelle, unter dem Hashtag #gayforaday Fotos von sich bei gleichgeschlechtlichen Küssen. (nb)



#1 m123Anonym
  • 15.12.2013, 15:09h
  • Wieder so ein Protest, bei dem nur eine Hand voll Menschen teilnehmen.

    Ich glaub es wird noch Jahrzehnte dauern bis sich gleichgeschlechtliche Paare wirklich trauen können ganz offen zu leben und ihre sexuelle Identität nicht künstlich verheimlichen, z. B. am Arbeitsplatz. Das ist mir über all die letzten Jahre klar geworden. Die Medien behaupten immer "Die Gesellschaft ist soweit", aber das ist sie noch nicht. Es gibt beispielsweise auch immer noch keinen einzigen offen homosexuellen Bundesligaspieler.

    Was vor allem gebraucht wird ist der Staat, der als Positivbeispiel vorangeht und gleichgeschlechtliche Paare in allen Bereichen exakt genau so behandelt wie verschiedengeschlechtliche Paare. Aber in den nächsten vier Jahre wird das bekanntlich leider nichts. Jetzt wird es also Realität, bis mindestens 2017 werden wir vom Staat immer noch diskriminiert werden.
  • Antworten » | Direktlink »