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  • 16.12.2013           90      Teilen:   |

Petition in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: 17.000 Unterschriften gegen Homo-"Propaganda"

Artikelbild
Die Online-Petition verläuft durchaus erfolgreich

Nicht die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten sei ein Problem, sondern die angebliche "Umerziehung" von Schülern zu Homosexuellen, argumentieren konservative Christen in Baden-Württemberg.

Christliche Aktivisten wollen mit einer Online-Petition den "Aktionsplan für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" in Baden-Württemberg verhindern. Innerhalb weniger Tage haben bereits 17.000 Menschen die Petition unterzeichnet, davon rund 12.000 aus dem Ländle.

Das von der grün-roten Koalition vor einem Jahr vorgestellte Projekt hat zum Ziel, Diskriminierungen von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen abzubauen und damit gegen Mobbing und gegen hohe Selbstmordraten unter LGBT-Jugendlichen vorzugehen. Die Erstellung des Aktionsplans soll Ende 2014 abgeschlossen sein.

In der Petition bei openpetition.de wird argumentiert, dass die Schulen "eine pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung" betreiben würden, wenn Homosexuelle im Unterricht als gleichwertig dargestellt werden. Der Staat dürfe nicht "jedes Verhalten als gleich gut und sinnvoll" bewerten. Zudem wird behauptet, dass nicht Diskriminierung an einer erhöhten Selbstmordrate oder psychischen Problemen von sexuellen Minderheiten verantwortlich sein sollen, sondern schlicht "negative Begleiterscheinungen eines "LSBTTIQ-Lebensstils" seien. In dem Text wird der Aktionsplan als "Werbung" für Homosexualität bezeichnet, mit der Kinder und Jugendliche offenbar in den "Lebensstil" gelockt werden sollen.

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Psychologen warnen vor "Lebensstil"-These

Psychologen warnen bereits seit Jahren davor, die sexuelle Orientierung als erlernbar darzustellen: So stellte der US-Psychologenverband erst 2009 in einer Metastudie fest, dass gleichgeschlechtliche Gefühle nicht wegtherapiert werden können. Vielmehr führe eine Verteufelung von Homosexualität zu psychischen Problemen bis hin zum Selbstmord.

Autor der Petition ist der evangelische Aktivist und Lehrer Gabriel Stängle, der auch für das "Referat Erziehung, Bildung, Schulpolitik" des baden-württembergischen Realschullehrerverbandes zuständig ist. Unter konservativen Christen findet die Petition Zustimmung: So rief Hartmut Steeb, der Generalsekretär der evangelikalen Deutschen Evangelischen Allianz, zur Unterstützung des Projektes auf. Konservativ-christliche Webseiten wie kath.net auf katholischer und idea.de auf evangelikaler Seite berichten ausführlich über die Petition. Inzwischen ist auch das rechte und reichweitenstarke Portal "Politically Incorrect" auf den Zug aufgesprungen. Das baden-württembergische Kultusministerium erklärte allerdings auf Anfrage, man werde an dem Aktionsplan festhalten.

In Kommentaren unter der Petition wird insbesondere kritisiert, dass "Schulen zu Werbeträgern für solche Aktivitäten genutzt werden" sollten. Dabei gehen die Kommentatoren ähnlich wie die russische Regierung davon aus, dass Schüler homosexuell werden, wenn sie Homosexuelle in der Öffentlichkeit sehen. "Der Preis dafür wird eine Verunsicherung aller anderen Kinder und Jugendlichen sein. Welche Auswirkung wird das auf Ihre sexuelle Identität haben?", fragt etwa ein Befürworter. Ein anderer erklärte, es gebe kein "Recht des Staates zur Einflussnahme auf die sexuelle Prägung des Menschen". Zudem wird damit argumentiert dass der christliche Gott Homosexualität "hasst" und sich Homosexuelle mit ihren Forderungen "faschistoid" verhielten. (dk)

Links zum Thema:
» Petition
» Mehr Infos zum Aktionsplan
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Tags: baden-württemberg, aktionsplan, diskriminierung, online-petition
Schwerpunkte:
 Streit um Bildungsplan in Baden-Württemberg
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Reaktionen zu "Baden-Württemberg: 17.000 Unterschriften gegen Homo-"Propaganda""


 90 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.12.2013
17:03:42


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Jetzt schießen die christlichen Fundamentalisten endgültig den Vogel ab!


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#2
16.12.2013
17:08:46


(+6, 8 Votes)

Von der Eule
Antwort zu Kommentar #1 von FoXXXyness


Das geht zu weit!

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Vogel_(Ministerpr%C
3%A4sident)


___________________

"dass Schüler homosexuell werden, wenn sie Homosexuelle in der Öffentlichkeit sehen"


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#3
16.12.2013
17:09:48


(-4, 10 Votes)

Von Pelayo
Antwort zu Kommentar #1 von FoXXXyness


Die Beiträge von FoXXXyness schießen endgültig bei christlichen Fundamentalisten den Vogel ab!


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#4
16.12.2013
17:11:52


(+3, 5 Votes)

Von Finn


Da treffen sie ja bei der neuen schwarz-rot-braunen Schreckensregierung auf offene Ohren...


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#5
16.12.2013
17:12:46


(+4, 6 Votes)

Von Marek


Die werden sich freuen, dass der politische Arm der Katholiban wieder mal die Regierung führt.


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#6
16.12.2013
17:15:45


(+4, 6 Votes)

Von goddamn liberal


Der Widerstand war im Pietkong erwartbar.

Französische und v.a. spanische Linke und amerikanische 'Liberals' würden das Projekt gegen diese kulturlosen Menschenhasser erst recht durchziehen.

Bei Grün und Rot in BW bin mir da leider nicht so sicher.


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#7
16.12.2013
17:16:06


(+5, 7 Votes)

Von Hinnerk


Der konservative Rollback ist in vollem Gange.

Wie lange wollen wir uns das eigentlich noch gefallen lassen?


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#8
16.12.2013
17:18:22
Via Handy


(+11, 11 Votes)
 
#9
16.12.2013
17:26:00
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von krib


Der Stängle ist Lehrer. Damit Akademiker. Ihm durfte also wissenschaftliches arbeiten vertraut sein.

Wie kann der mit aus dem Hut gezauberten Behauptungen an den widerlegenden Forschungsergebnissen vorbei solch einen Mist verzapfen?


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#10
16.12.2013
17:32:12


(+6, 8 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


Diese Religioten gehen davon aus, dass das mit der Homosexualität genauso funktioniert wie mit der Religion.
Frühkindliche religiöse Indoktrination funktioniert so gut, dass die Fundis Angst haben, dass man Kinder auch homosexuell indoktrinieren kann.
Selig, die im Geiste armen!


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