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Die 70-jährige Billie Jean King ist die prominenteste Sportlerin in der US-Delegation (Bild: Wiki Commons / Jonathan Exley / CC-BY-SA-2.0)

Zum ersten Mal seit 2000 schicken die Vereinigten Staaten keinen hochrangigen Vertreter aus der Politik zu Eröffnungs- oder Schlussfeiern der Olympischen Spiele – stattdessen sind in der US-Delegation zwei homosexuelle Athletinnen vertreten.

Das Weiße Haus hat am Dienstag mitgeteilt, dass die US-Delegation nicht wie üblich vom Präsidenten, Vizepräsidenten oder der First Lady vertreten wird, sondern von einer Delegation aus Sportlern und Politikern der zweiten Reihe. Dieser gehört auch die lesbische Tennislegende Billie Jean King an, die in den 1960er und 70er Jahren 20 Wimbledon-Titel gewinnen konnte, darunter sechs Einzeltitel. Sie wird bei der Eröffnungszeremonie dabei sein, an der Seite von weiteren früherer Sport-Superstars wie dem Eiskunstläufer Brian Boitano. Die Delegation anführen wird die frühere Heimatschutzministerin Janet Napolitano, die jetzt Rektorin der University of California ist.

Bei der Abschlusszeremonie ist die lesbische Eishockeyspielerin Caitlin Cahow eine der Vertreterinnen der Vereinigten Staaten. Der stellvertretende US-Außenminister William Burns wird diese Delegation anführen.

In einer Stellungnahme geht das Weiße Haus nicht direkt auf die Gründe der Delegationsauswahl ein. Die Sportler repräsentierten aber die "Vielfalt" des Landes. Der Präsident wisse, "dass die Sportler der Welt das Beste von Amerika zeigen werden".

2012 hatte First Lady Michelle Obama bei den Spielen in London noch die US-Delegation angeführt, bei den Spielen 2010 in Vancouver war es Vizepräsident Joe Biden. Zu den Spielen in Peking reiste 2008 sogar der damalige Präsident George W. Bush an.

LGBT-Gruppen begrüßen Entscheidung

LGBT-Aktivisten begrüßten die Entscheidung des Weißen Hauses: "Mit zwei prominenten LGBT-Athleten wird garantiert, dass die USA nicht davor zurückschrecken, die LGBT-Community in Sotschi zu unterstützen", erklärte Hudson Taylor. Er ist Gründer von Athlete Ally, einer Gruppe zur Unterstützung von homosexuellen Sportlern. Die Human Rights Campaign erklärte, dass die Vereinigten Staaten dem russischen Volk auf diese Weise zeigten, dass das Land Menschenrechte ernst nimmt.

Auch die Eishockeyspielerin Caitlin Cahow wertet ihre Berufung als Unterstützung für LGBT-Rechte: "Hier soll offensichtlich eine Aussage gemacht werden, die von Respekt handelt", so Cashow gegenüber der Tageszeitung "USA Today". "Einfach gesagt, hebt das Weiße Haus Amerikaner hervor, die wissen, was es heißt, Freiheiten unter der Verfassung zu haben. Das ist in Wirklichkeit, was wir in Sotschi repräsentieren", sagte die 28-Jährige, die im Augenblick in Boston Jura studiert.

Die Medien haben bereits in den vergangenen Tagen von Absagen mehrerer hochrangiger Politiker berichtet, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, der französische Präsident François Hollande und der belgische Premierminister Elio di Rupo. Alle drei haben ihr Fernbleiben allerdings nicht begründet und es war unklar, ob sie je vorhatten, die Spiele zu besuchen.

Als einzige hochrangige Politikerin erklärte die EU-Justizkommissarin und Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding, dass sie wegen der Menschenrechtslage in Russland nicht nach Sotschi kommen wolle (queer.de berichtete).

Die 22. Olympischen Winterspiele werden vom 7. bis 23. Februar in Sotschi stattfinden. Es ist erst das zweite Mal nach den Boykottspielen 1980 in Moskau, dass Russland das größte Sportevent der Welt austrägt. (dk)



#1 schwarzerkater
#2 michael008
  • 18.12.2013, 12:13h
  • Wirklich zur Nachahmung empfohlen.

    Unsere "tolle" Kanzlerin dagegen, hat gestern noch im Fernsehen auf die Frage nach Ihrer eventuellen Absicht nach Sotschi zu reisen erklärt, dass sie ja noch nie bei einer Olympiade war und *grinsend* meinte, sie würde es sich diesmal überlegen. Pfui!
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#3 bumm bummAnonym
#4 goddamn liberalAnonym
  • 18.12.2013, 12:58h
  • Antwort auf #2 von michael008
  • Ja, das ist wirklich beeindruckend. Zumal es ja auch in den USA starke reaktionäre Kräfte gibt.

    Die Nachricht führt natürlich in anderen Portalen (z. B. in 'Zeit-Online') zu homophobem und antiamerikanischem Genöle vermeintlich russophiler Herrenmenschen. Das zeigt, dass Grundwerte die wie Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz hierzulande von vielen nicht verinnerlicht sind.

    Was angesichts der deutschen Vergangenheit natürlich nicht verwundern kann.

    www.youtube.com/watch?v=wNmbgRtQj-c
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#5 Sven89Anonym
#6 AlexAnonym
  • 18.12.2013, 13:20h

  • Das bringt allerdings nur etwas, wenn die dort auch deutliche Zeichen setzen. Z.B. Regenbogenflaggen winken...

    Wenn die nur dort sind, um dann doch wieder kritiklos dem Regime zuzujubeln, wäre es besser, wenn sie gar nicht kämen.
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#7 TimonAnonym
  • 18.12.2013, 13:52h
  • Antwort auf #6 von Alex

  • Volle Zustimmung!

    Wer schon dort hin fährt, sollte auch deutlich und unmissverständlich Protest zeigen. Und zwar nicht nur in irgendwelchen zum protestieren eingerichteten Ghettos.

    Wer nicht protestieren will, sollte auch nicht dort hin fahren.

    Denn jedes Schweigen ist indirekte Zustimmung. Und jede kritiklose Anwesenheit ist indirekte Unterstützung.
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#8 herve64Profil
  • 18.12.2013, 14:37hMünchen
  • " Es ist erst das zweite Mal nach den Boykottspielen 1980 in Moskau, dass Russland das größte Sportevent der Welt austrägt.":

    Das ist so sachlich nicht richtig, da 1980 die Austragungsnation immer noch die Sowjetunion war und nicht Russland.

    Das aber nur nebenbei. Jedenfalls ist die Auswahl der US-Delegation auch eine Form des Boykotts von Putins Selbstbeweihräucherungsinszenierung, die ihm gehörig gegen den Strich gehen wird. Gut so!
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#10 amnestyAnonym