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Der englischsprachige indische Nachrichtensender CNN-IBN berichtete ausführlich über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs

Führende Politiker wollen die Rekriminalisierung Homosexueller mit juristischen Mitteln bekämpfen.

Die indische Regierung hat am Freitag erklärt, dass sie Einspruch gegen die Wiedereinsetzung des homofeindlichen Paragrafen 377 des Strafgesetzbuches eingelegt hat. Das Kolonial-Gesetz aus dem Jahr 1860 stellt "geschlechtliche Aktivitäten gegen die Natur" unter Strafe und war hauptsächlich gegen Schwule eingesetzt worden. Die Höchststrafe beträgt zehn Jahre Haft.

Das Gesetz war ursprünglich 2009 von einem Gericht aufgehoben worden, weil es gegen die Grundrechte von Lesben und Schwulen verstoßen würde (queer.de berichtete). Vor gut einer Woche wurde es jedoch nach einem Einspruch von religiösen Aktivisten völlig überraschend vom Obersten Gerichtshof des Landes wieder eingesetzt (queer.de berichtete). Das führte in Indien und international zu Protesten von Menschenrechtsorganisationen.

Regierung beruft sich auf "Prinzip der Gleichbehandlung"

Die Regierung erklärte, dass das Gesetz das in der Verfassung verankerte "Prinzip der Gleichbehandlung" verletze. "Wir wollen hoffen, dass das Recht auf persönliche Entscheidungen bewahrt bleibt", begründete Justizminister Kapil Sibal den Einspruch. Bereits zuvor hatte Sibal angekündigt, die Regierung werde "schnell handeln", um das Homo-Verbot wieder abzuschaffen. Er schlug auch einen Antrag im Parlament vor. Allerdings ist unklar, ob es dort eine Mehrheit geben wird.

Homosexualität ist in der indischen Gesellschaft ein Tabuthema, auch wenn es seit der Legalisierung 2009 vermehrt in den Medien behandelt wurde. Immer wieder haben hochrangige Politiker in der Regierung gegen Schwule und Lesben Stimmung gemacht. So erklärte etwa Gesundheitsminister Ghulam Nabi Azad im Jahr 2011, Homosexualität sei eine "westliche Krankheit" (queer.de berichtete). Insbesondere hinduistische, muslimische und christliche Aktivisten unterstützen das Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex als Schutz vor "unmoralischem" Verhalten. (dk)

Youtube | Bei CNN-IBN wird über die Reaktion der Community berichtet


#1 Martin28a
  • 20.12.2013, 18:38h
  • Ein Armutszeugnis und leider kein Einzelfall.
    Die Regierung ist auh feige, sie versucht jetzt über juristische Tricks hier noch was zu reissen, was sie dedn direkten Gang vors Parlament scheut.

    Das größte Problem ist, dass diese ganzen Aktionen gegen Homophobie, nicht nur weltweit rein garnichts gebracht haben, sondern die Sache sogar in kontraproduktiver weise verschlimmert haben !

    In Indien, Russland und auch Australien sind die Homorechte mit Füßen getreten worden, dass liegt teilweise an der Stimmung im Land, vielerorts sind Homosexuelle sehr verhasst und ich als Schwuler schäme mich immer mehr zu dieser "schrillen " Minderheit zu gehören.
    Man kann sich ja bald nicht mehr aus den Straßen blicken lassen !
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#2 sperlingAnonym
  • 20.12.2013, 18:59h
  • Antwort auf #1 von Martin28a
  • >"Das größte Problem ist, dass diese ganzen Aktionen gegen Homophobie, nicht nur weltweit rein garnichts gebracht haben, sondern die Sache sogar in kontraproduktiver weise verschlimmert haben !"

    ich bin sehr gespannt darauf, womit du diese bizarre täter-opfer-umkehrung belegen willst.
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#3 SmileyEhemaliges Profil
  • 20.12.2013, 19:10h
  • Antwort auf #1 von Martin28a
  • Dann geh' und laß' Dich heilen.*

    Schwulenfeindlichkeit kommt nicht wegen der Schwulen zustande sondern wegen derer die aus was auch immer für Gründen Angst und Haß gegen Schwule spüren und schüren.

    Die Probleme in Indien und Australien rühren davon her daß Politiker und Juristen in diesen Ländern ein völlig unterentwickeltes Verständnis von den Funktionen des Staates und der Rechts und insbesondere der Gewaltenteilung haben.

    Rußland und seine Einflußsphäre gleiten ab weil der neue Zar mit seiner Politik immer mehr scheitert und Sündenböcke braucht.

    In anderen Regionen, nehmen wir einmal Uganda als Beispiel, liegt das an der objektiven Notwendigkeiten der Verhältnisse der unterdrückten Geschäftsmodelle und vor allem am Kaffee.

    Und ohne großes, na, sagen wir: ohne allzugroßes Tamtam geht es in Südamerika teils ganz erstaunlich dynamisch vorwärts.

    Schrill? Was man nicht sieht, das gibt's auch nicht. So funktioniert die Welt. Uns gibt es und deshalb müssen wir sichtbar sein. Oder uns marginalisieren lassen.

    (*: von Deiner Scham, die ist nämlich nutzlos)
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#4 Martin28a
#5 David77Anonym
#6 SmileyEhemaliges Profil
  • 20.12.2013, 19:48h
  • Antwort auf #4 von Martin28a
  • Das ist ja gerade ein guter Grund mehr sich nicht kleinlaut zu verstecken.

    Wenn mein Haus brennt schieb' ich der Feuerwehr auch nicht still und leise einen Zettel unter der Tür durch, sie mögen doch ganz unauffällig heimlich und verschwiegen, wenn sie nicht gerade anderweitig beschäftigt sind, vorbeischauen und eventuell wenn es sich einrichten läßt freundlicherweise bitte einen Eimer Wasser mitbringen.

    Wir sind eine Minderheit und Minderheiten müssen dafür sorgen daß sie wahrgenommen werden.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 Martin28a
  • 20.12.2013, 20:33h
  • Antwort auf #6 von Smiley
  • Das Problem vieler ist die fehlende Toleranz gegenüber Heterosexuellen, dass wird immer wieder deutlich.
    Homosexuelle haben öfters Probleme andere Meinungen zu akzeptieren, sie zanken sich ja - wie man hier wieder sieht - auch untereinander.

    Sie gehen eben leider ohne Fingerspitzengefühl vor und stossen andere Gruppierungen vor den Kopf.

    Man muss eine Gesellschaft mitnehmen, es bringt nihts sich immer nur auf Gesetze, Verfassungen usw zu berufen, man muss eine Bevölkerung auch überzeugen können.
    Da haben viele eben NICHT überzeugt, da der Hass auf Schwule weltweit so hoch ist wie niemals zuvor
    Ich würde mich mal fragen woran das liegt, ich denke nicht, dass da nurs am Papst oder Christentum liegt, es liegt sicher auch an uns-

    Wenn eine Deutsche Regierung den Leuten in Uganda die Entwicklungshilfe kappt, dann kuschen die doch nicht, dann wird der Hass immer größer, die Sündenböcke in Uganda sind die Homosexuellen und die haben es auszubaden.
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#9 SmileyEhemaliges Profil
  • 20.12.2013, 21:28h
  • Antwort auf #8 von Martin28a
  • >Hass auf Schwule weltweit so hoch ist wie niemals zuvor<

    Das könnte daran liegen daß dem Thema Homosexualität mehr Medieninteresse entgegengebracht wird. Dementsprechend wird auch mehr über homophobes Geschehen berichtet.

    Die Sündenböcke in Uganda sind erklärtermaßen die Homos und daran werden deutsche Entwicklungshilfe, Zahlungsstopp des BMZ (den es nicht geben wird unter MüllerGerd) oder diplomatische Eingaben ("wir werden hinwirken") nichts ändern.

    Uganda sitzt auf etwa sieben Milliarden Dollar großen Ölvorkommen. Inklusive Transportinfrastruktur können die Felder ab einem Ölpreis von mehr als 80$/barrel wirtschaftlich ausgebeutet werden. Der aktuelle Marktpreis für Öl liegt bei knapp über 105$/barrel.

    www.opec.org/opec_web/en/data_graphs/40.htm?selectedTab=dail
    y


    Nur internationaler Protest, was wieder beim Thema "Sichtbarkeit" herauskommt, kann Wirkung zeigen. Denn wer wird für uns protestieren? Genau: Keiner, wenn nicht wir selbst.
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#10 sperlingAnonym
  • 20.12.2013, 22:57h
  • Antwort auf #8 von Martin28a
  • >"Homosexuelle haben öfters Probleme andere Meinungen zu akzeptieren"

    nein, haben sie nicht. jedenfalls nicht mehr als der_die durchschnittliche heterosexuelle. aber wenn mir jemand sagt: "ich halte deine art zu lieben für minderwertig", "ich sehe euch homosexuelle als eine gefahr für die gesellschaft" oder "man sollte menschen wie dich einsperren" - ja, dann habe ich ein problem damit, diese meinungen zu akzeptieren.

    wenn du dieses problem NICHT haben solltest, dann empfehle ich dir eine therapie. und das ist nicht als beleidigung gemeint, denn es ist keine schande, sich bei massiven selbstwertproblemen (oder anderen) helfen zu lassen. wie bei bad homburg sehe ich bei dir das problem, dass du dir zu sehr den kopf der leute zerbrichst, die dich hassen. zerbrich dir mal lieber den eigenen.

    natürlich ist es strategisch wichtig, sich auch in das denken der gegner_innen hineinzufühlen. das kann aber nicht heißen, dieses denken vollkommen zu verinnerlichen oder es für "normal" zu erklären. es kann auch nicht heißen, dass man denen alles durchgehen lässt, nicht widerspricht und stattdessen darauf wartet, dass sie schon selber einsehen würden, wie sehr sie andere verletzen.
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