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  • 02. Dezember 2004, noch kein Kommentar

Sie will doch nur spielen: Annett Louisans Hit "Das Spiel" kennt mittlerweile jeder. Nun stellt sie sich auch live vor.

Von Jan Gebauer

Annett Louisans (25) Album-Debüt "Bohème" gehörte zu den interessantesten und ungewöhnlichsten Debüts des letzten Jahres. Dass sie aber nicht nur auf CD wunderbar klingt, beweist sie nun auch auf ihrer ersten Deutschland-Tour.

Die Hamburgerin betört die Hörer mit einer elfenhaften Stimme, die unweigerlich an die französische Lolita Vanessa Paradis erinnert. Mit leisen Tönen kommt Louisan auf "Bohème" daher, um den Hörer auf sanfte Art und Weise die intimen, deutschen Texte näher zu bringen. Übertrieben kitschige Lyrik sucht man auf dem Album allerdings vergebens, und auch musikalisch hat man nicht eine Sekunde den Eindruck, man hört eine Schlager-CD. Im Gegenteil pendelt Louisan irgendwo zwischen Pop, Chanson, Folk und Bluegrass. Ihre Musiker wissen allerdings auch geschickt den ein oder anderen Jazz-Farbtupfer einzusetzen. Ihre kleinen feinen Geschichten sind perfekt auf die zierlich, süß und zerbrechlich wirkende Blondine zugeschnitten. Obwohl die Texte nicht von Louisan selber stammen (Frank Ramond verfasste diese) hat man stets den Eindruck einer Singer/Songwriterin zu lauschen. Mit bewundernswerter Offenheit singt sie über die kleinen ("Das Spiel") und großen ("Die Lüge") Schwierigkeiten des Lebens und fühlt sich wunderbar in die Lyrics ein.

Die Songs sind klar strukturiert und offenbaren beim wiederholten Hören neue, bisher unbekannte Kleinigkeiten. Dank der verspielten Arrangements und der sparsamen Instrumentierung steht Annett Louisans Stimme unbestreitbar im Mittelpunkt des Albums. So kann man sich ganz den ebenso feinsinnigen wie intelligenten Erzählungen in Songs wie "Die Katze" (genial wie Louisan sanft "Miau" haucht) oder "Der Blender" hingeben. Dabei kann Louisan auch schelmisch sein, beispielsweise wenn sie bei "Dir Formel" vom "kleinen, süßen Apfelpo" singt. Und selten klang ein "Scheiße" so sinnlich wie bei ihr. Der ehemaligen Studio-Sängerin, die in ihrer Karriere von Weihnachtsliedern über Trance bis hin zu Klassik schon alles intoniert hat, ist mit "Bohème" ein sensibles Debüt gelungen, abseits von kurzlebigen Trends und Moden. Und mit Songs wie "Das Spiel" und dem nicht weniger sinnlichen "Die Dinge" legt Annett Louisan Lieder vor, welche das Verfallsdatum der üblichen Charts-Nummern weit übersteigen. Man kann gespannt sein, was die Zukunft der jungen Dame bringt.

Tour-Daten:

30.03. Berlin, 20:00h, Schiller Theater
31.03. Berlin, 20:00h, Schiller Theater
01.04. Berlin, 20:00h, Schiller Theater
04.04. Dresden, 20:00h, Alter Schlachthof
05.04. Frankfurt, 20:00h, Alte Oper
07.04. Lübeck, 20:00h, Musik- und Kongreßhalle
08.04. Hannover, 20:00h, Theater am Aegi
09.04. Magdeburg, 20:00h, Stadthalle
10.04. Köln, 20:00h, Gürzenich
11.04. Essen, 20:00h, Colosseum
13.04. Stuttgart, 20:00h, Liederhalle Hegel-Saal
14.04. Halle / Saale, 20:00h, Steintorvarieté
15.04. Chemnitz, 20:00h, Stadthalle
05.05. München, 20:00h, Circus Krone
06.05. Saarbrücken, 20:00h, Zeltpalast Merzig
07.05. Nürnberg, 20:00h, Serenadenhof
08.05. Koblenz, 20:00h, Rhein-Mosel-Halle
09.05. Freiburg, 20:00h, Konzerthaus
23.05. Hamburg, 20:00h, Musikhalle
12.07. Tuttlingen, 20:00h, Honbergsommer

30. März 2005