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  • 24.12.2013           37      Teilen:   |

Politisch nicht korrekte Comic-Satire

Al-Qaida-Kämpfer in der Christopher Street

Artikelbild
Ein Dreier für den Dschihad: Terrorist Mahmoud macht in New York City ganz neue Erfahrungen... (Bild: Northwest Press)

Der Comic "Al-Qaeda's Super Secret Weapon" ist ein satirischer Schlag ins Gesicht muslimischer Extremisten: Ein Geheimagent aus Afghanistan will die US-Streitkräfte mit Homosexualität zersetzen – und muss am eigenen Leib erfahren, wie kompliziert schwules Leben ist.

Von Kevin Clarke

Jedem Buch, das mit einer "vorbeugenden Fatwa" beginnt und gleich im ersten Absatz den Satz enthält, "Fatwas sind wie Arschlöcher, jeder hat eins", schenke ich gern meine volle Aufmerksamkeit. Denn gerade in unseren politisch überkorrekten Zeiten, wo viele Angst haben, selbst fundamentalistischen Vertretern des Islam auf die Füße zu treten, egal wie verabscheuungswürdig sie ihr Verhalten finden, gerade in diesen Zeiten also ist es erfrischend, dass ein Autor wie David Zelman aus Los Angeles die ganze hirnverbrannte Logik von "Der böse Westen vs. die guten Muslime" gehörig auf die schwule Schippe nimmt.

Selbst auf die Gefahr hin, dass sich Apple (natürlich) weigert, diese pornographisch explizite Politik-Farce via iBooks zu verkaufen. Auch sonst haben sich zwölf Druckereibetriebe geweigert, das Buch zu drucken, aus Angst, auf Terror-Listen zu laden und in die Luft gesprengt zu werden. Auch der Berliner Bruno Gmünder Verlag lehnte das Buch ab, als es ihm angeboten wurde, Pornoelemente hin oder her.

Letztendlich hat der bekannte schwule US-Comic-Verlag Northwest Press das zirka 60-seitige englischsprachige Werk "Al Qaeda's Super Secret Weapon" herausgegeben und bietet es als Download an; man kann es aber auch bei Amazon in gedruckter Fassung bestellen.

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Auch die Gay Community bekommt ihr Fett weg

Der Bruno Gmünder Verlag traute sich nicht, den Comic zu drucken – nun ist er bei Northwest Press erschienen
Der Bruno Gmünder Verlag traute sich nicht, den Comic zu drucken – nun ist er bei Northwest Press erschienen

David Zelman hatte bereits zuvor unter dem Pseudonym "Pastor Brett Pirkle" einen Comic geschrieben, der sich genussvoll radikalen Christen und pädophilen Priestern widmet: "The Intelligent Design Coloring Book" mit dem Zusatz "100% Fact Free". Nun wendet er sich Al-Qaida-Kämpfern und ihrer kruden Weltsicht zu, wobei der Humor nie einseitig auf Kosten der Muslime geht, sondern gut verteilt alle trifft, besonders auch die Gay Community, deren Disco/Drogen/Sex-Fokussierung Zelman kritisch kommentiert.

Es geht im Comic um Folgendes: In einem kleinen afghanischen Wüstenlager überlegt eine Hand vollreligiöser Vorkämpfer, wie sie die übermächtige US-Armee zu Fall bringen könnte. Die Idee ihres smarten Anführers ist, eine Truppe pseudo-schwuler Helden in die US-Streitkräfte einzuschmuggeln. Sie sollen die nach der Abschaffung von "Don't Ask, Don't Tell" verunsicherten homophoben US-Soldaten so durcheinanderbringen, dass sie kampfunfähig werden. Natürlich müssen die auserkorenen arabischen Terroristen zuerst lernen, sich als glaubwürdige westliche Schwule zu tarnen, indem sie in amerikanischen Metropolen das Verhalten dieser Spezies genauer studieren und kopieren…

Daraus ergibt sich eine haarsträubende Geschichte, denn der Held des Comics, Mahmoud ("Al-Qaida-Agent 333"), verliebt sich in sein blondes Studienobjekt, das wiederum den stoppligen Terroristen-Look "heiß" findet. Während Mahmoud einen Crash-Kurs in Sachen Gay Lifestyle bekommt, erlebt er als Frischverliebter auch die Höhen und Tiefen des schwulen Beziehungslebens, inklusive Eifersucht, als es zum ersten Dreier zur obligatorischen Beziehungsauffrischung kommt.



In seiner Eifersucht besinnt sich Mahmoud auf den ursprünglichen Plan und tritt der US-Army bei. Wie er dort unter der Dusche und im Schlafsaal versucht, für schwules Chaos zu sorgen, ist die zweite extrem komische Komponente des Buchs. Es werden dabei wiederum alle Klischees durch den Kakao gezogen. Die Army beendet schlussendlich den Kampf gegen Al Qaida und feiert mit deren Jungs lieber eine ausgelassene Disconacht.

Der US-Präsident sprengt derweil Teile der muslimischen Welt selbst in die Luft, aber Mahmoud und sein Liebster sind daheim in New York wieder vereint, während der Präsident mit seinem Pentagon-Chef die Homo-Liebe entdeckt. Eine einzige große glückliche Familie sozusagen, die sich zum Happy End vögelt. Während erst Islamabad und New Delhi von Atombomben getroffen werden, dann Washington und New York. Das Happy End ist also ein kurzes Vergnügen.

"Hot Arabs" als schwule Überlebensstrategie

Homo-Kunde für Terroristen: Das Verhalten von Männern unter der Dusche
Homo-Kunde für Terroristen: Das Verhalten von Männern unter der Dusche (Bild: Northwest Press)

Autor Dave Zelman hat sich entschieden, die Geschichte mit sexuell eindeutigen Passagen zu spicken, die aussehen wie Szenen aus einem der "arabischen" Pornos vom Raging Stallion. Nur viel amüsanter, versteht sich. Aber Mahmoud ist in der Tat "heiß" und sein stoppliger Terroristen-Look wirklich attraktiv.

Kulturforscher Mischa Gawronski hatte erst kürzlich die These aufgestellt, dass Schwule die Gabe besitzen, Angstobjekte wie beispielsweise Muslim-Terroristen in Lustobjekte umzuinterpretieren – als Überlebensstrategie; daher die Flut von Araber-Pornos und "Hot Arabs" im Netz. Denn durch die Neuinterpretation nehmen Schwule dem feindlichen Gegenüber die Bedrohlichkeit, eine Strategie, die sie bereits in den 1980er und 90er Jahren im Zusammenhang mit Skins und Neonazis angewandt hatten.

Zelman selbst sagt, er habe seinen Comic geschrieben, weil er Araber so begehrenswert findet. Terrordrohungen hat er bislang nicht erhalten – vermutlich weil Al-Qaida-Kämpfer das Buch auf ihrem iPhone 5 nicht bei iBooks finden konnten (Apple sei Dank!). Dafür hat ein Literaturagent den Stoff zur Firma Fox mitgenommen, um zu eruieren, ob man daraus nicht einen Film machen könnte. Was angesichts der allgemeinen politischen Ausrichtung der Fox Broadcasting Company, die zu Rupert Murdochs News Corporation gehört, schon die ultimative Pointe wäre. Allerdings läuft bei Fox auch die LGBT-Serie "Glee" von Ryan Murphy, der als Regisseur Mahmoud & Co. sicher ideal zum Tanzen bringen könnte…

Kurz: "Al-Qaeda's Super Secret Weapon" ist ein hochamüsantes Buch, das man als schwulen Befreiungsschlag sehen kann, als wichtigen Meilenstein in der Überwindung der Homophobie in Teilen der muslimischen Welt. Vielleicht sollte man den Comic zur Zwangslektüre von Al-Qaida-Sympathisanten erklären, um die Welt 2014 zu einem friedlicheren Ort zu machen?

Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
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Al-Qaeda’s Super Secret Weapon

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Tags: al qaida, al-qaeda, dave zelman
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Reaktionen zu "Al-Qaida-Kämpfer in der Christopher Street"


 37 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
24.12.2013
10:35:39


(+8, 12 Votes)
 
#2
24.12.2013
10:43:54


(-6, 10 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Mal sehen, wann die ersten Fundamentalisten aus ihren Löchern gekrochen kommen und wieder mal Zeter und Mordio schreien!


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#3
24.12.2013
12:49:45


(-5, 7 Votes)

Von Mikesch


Geschmacklos.
Über dieses Thema sollte man keine Späßchen machen.


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#4
24.12.2013
12:53:54


(+7, 13 Votes)

Von more is more
Antwort zu Kommentar #1 von Operette


Und danach: "Abu Ghraib's Super Secret Weapon"

Link zu www.tcj.com


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#5
24.12.2013
13:05:51


(+7, 9 Votes)

Von fachärztlich


Terrordrohungen hat er bislang nicht erhalten vermutlich weil Al-Qaida-Kämpfer das Buch auf ihrem iPhone 5 nicht bei iBooks finden konnten (Apple sei Dank!). [????]

Dümmer als Al-Quaida erlaubt.

Advent, Advent,
die Ortung brennt,
erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann ist die Drohne bald bei dir.....


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#6
24.12.2013
13:13:05


(-1, 13 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #3 von Mikesch


Keine "Scherze" über Al Quaida ?

Keine Witze über Hitler..

Keine Satire über Stalin..

Keine Karrikaturen über Römer die sich mit Gailliern prügeln ?

Doch !
Und zwar alles !


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#7
24.12.2013
13:18:52


(0, 8 Votes)

Von OliverZi
Antwort zu Kommentar #2 von FoXXXyness


Entweder gar nicht oder in einigen Monaten, wenn sie von jemandem hören, der gehört hat, dass die Ungläubigen so ein die Ehre beleidigendes Buch gemacht haben

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Satire und Kabarett rein westliche Kunstformen sind. Anders kann ich es nicht verstehen, dass dieses Zeug regelmäßig solche Aufstände auslöst. Bei uns ist die Leitlinie ja, dass Satire alles darf (naja außer in Bad Homburg vielleicht).
Kann das jemand aus erster Hand bestätigen? Ist es wirklich so, dass das Konzept der Satire erst erlernt werden muss? Hab es selbst immer nur geahnt.


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#8
24.12.2013
13:24:08


(+9, 9 Votes)

Von kulturhinweis


Vom März 2011 bis Januar 2013 war Kevin Clarke Chefredakteur der Zeitschrift Männer im Bruno Gmünder Verlag.


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#9
24.12.2013
13:31:19


(+5, 11 Votes)

Von Lachsack


Die seriöse internationale Presse berichtet, dass die größte Ansammlung von Al-Quaida Kämpfern seit Jahren in Syrien zur Zeit sehr beschäftigt ist, ihren "westlichen" und saudischen Kredit zu nutzen, um Scharia-Zonen auszuweiten.

Ist das nicht viel komischer? Lustiger?


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#10
24.12.2013
13:32:41


(+5, 17 Votes)

Von Hirne verbrennen


Will queer.de jetzt einen auf schwule PI-News machen?

"Political (in)correctness" ist ein Kampfbegriff der politischen Rechten, in deren Namen u. a. bei "PI News" auch seit Jahren gegen Schwule, den Kampf gegen Homophobie usw. im so genannten christlichen Abendland gehetzt wird.

Dabei erleben wir ja in diesen Tagen wieder einmal, welche verfassungsfeindlichen Allianzen in dieser Gesellschaft den Gleichbehandlungsgrundatz und die Menschenwürde gezielt ignorieren und direkt angreifen.

Wie "hirnverbrannt" müssen Schwule sein, die diese "Logik" und Rhetorik auch noch übernehmen?

Und wie dreist und menschenverachtend muss man eigentlich sein, um die brutalen Ausbeutungsverhältnisse des globalen Kapitalismus ebenso wie rassistische Unterdrückung von Muslim_innen in dieser Gesellschaft zu leugnen, die sich gerade auch auf den inszenierten "Kampf der Kulturen" und das Feindbild Islam/Muslime stützen??

Widerlich!


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