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  • 28.12.2013           81      Teilen:   |

Jahresrückblick

Tiefpunkte des Jahres 2013

Artikelbild
Wladimir Putin hat es in wenigen Jahren geschafft, sein Reich zum Musterland der Homo-Hasser zu machen.

Auch dieses Jahr haben wir uns über viele Dinge aufgeregt – queer.de listet die zehn Tiefpunkte aus schwul-lesbischer Sicht auf. Homo-Hasser 2013 ist Russlands Präsident Wladimir Putin.

Von Dennis Klein

Homo-Hasser des Jahres (international): Wladimir Putin
Jahrelang hat sich der russische Präsident kaum zu Homo-Rechten geäußert. Da nun an seiner Macht gekratzt wurde, suchte er ein Feindbild und fand dieses in Schwulen und Lesben. Mit dem im Juni erlassene Gesetz gegen Homo-"Propaganda" macht Putin "westliche" Homosexuelle zum ultimativen Feindbild des kleinen Mannes. Dass er damit Homosexuelle in vielen Teilen des Landes zum Freiwild erklärt, stört ihn nicht. Die Folter von Schwulen durch Neonazis weckt in Russland nicht mal ein Achselzucken.

Aufstand des Jahres: Frankreich
Anfang des Jahres hätte man es kaum für möglich gehalten, wie gewaltig die Proteste gegen die von der sozialistischen Regierung geplanten Ehe-Öffnung sind. Anders als in Großbritannien oder 2005 in Spanien, wo die Gleichstellung nahezu geräuschlos über die Bühne ging, schafften es religiöse Aktivisten in Frankreich, Massen gegen Homo-Rechte auf die Straße zu bringen. Und das, obwohl zwei Drittel der Franzosen die Ehe-Öffnung befürworteten.

Lüge des Jahres: Homo-"Propaganda"
Da ist das alte Klischee wieder: Ein schmutziger alter schwuler Mann hat nichts anderes zu tun, als minderjährige Jungs zu verführen und zum "homosexuellen Lebensstil" zu bekehren. Putin hat das Vorurteil in Russland zementiert, versucht es aber auch zu exportieren. Hierzulande fällt das teilweise auf fruchtbaren Boden: So wettert der Chef der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, ebenso gegen Homo-"Propaganda" wie evangelische Aktivisten gegen eine homosexuelle "Umerziehung" von Schülern in Baden-Württenberg warnen. Auch die "Bild"-Zeitung mischt mit der Warnung vor "SCHWUL-Unterricht" an sächsischen Schulen mit.

Homophobes Event des Jahres: Compact-Konferenz
Den homophoben Schwung aus Frankreich und Russland brachte insbesondere die rechtspopulistische Compact-Konferenz nach Deutschland: Mehrere hundert Besucher ließen sich erklären, warum Homosexuelle die eigentlichen Täter sind, die allein durch ihre Existenz "symbolische Gewalt" ausübten. Die erstarkte Homophobie ist nicht nur bei "Compact", sondern in vielen rechtspopulistischen Zirkeln erstarkt: So versucht insbesondere das Islam-Hasser-Portal "Politically Incorrect" vermehrt mit Homophobie zu punkten – am liebsten mit der Behauptung, dass es Schwule eigentlich auf Kinder abgesehen haben.

Enttäuschung des Jahres: Angela Merkel
Wir haben ein Déjà-vu-Erlebnis: Bereits im letzten Jahr war die Bundeskanzlerin die "Enttäuschung des Jahres". Damals kritisierten wir, dass Merkel Gleichstellungsbefürwortern "eiskalt den Wind aus den Segeln" nahm. Und das tut sie immer noch, jetzt eben in einer Koalition mit der SPD: Während sie sich bei fast allen Themen flexibel zeigt – Stichwort Mindestlohn, Autobahn-Maut oder doppelte Staatsbürgerschaft – will sie unbedingt die Restdiskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren aufrecht erhalten. Tut sie es nur, um die Konservativen und die CSU zufriedenzustellen, oder mag die Pfarrerstocher einfach keine Homos? In einem TV-Interview gab sie jedenfalls offen zu, dass sie sich "schwer tut" mit der Gleichbehandlung. Und noch schlimmer: Sie unterstützt offen christliche Gruppen, die damit werben, Homosexuelle zu Heterosexuellen bekehren zu wollen.

Youtube | Angela Merkel erklärt in einer ARD-Talshow während des Bundestagswahlkampfs mystisch, was sie gegen Homo-Rechte hat
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Eine Nudel wird zum Politikum - Quelle: Creative Tools / flickr / cc by 2.0
Eine Nudel wird zum Politikum (Bild: Creative Tools / flickr / cc by 2.0)

Homophober Konzern des Jahres: Barilla
So offen hat sich bislang selten ein Weltkonzern als homophob geoutet: "Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen", sagte der Chef des Nudelimperiums Barilla in einem Interview. Kurze Zeit später gab es Empörung weltweit – und Guido Barilla stellte fest, dass er die schwulen und lesbischen Euros vermisst. Er entschuldigte sich kleinlaut. Freilich wird in vielen Chefetagen ähnliches gedacht – welche große Firma hat etwa in letzter Zeit offen mit Schwulen und Lesben geworben?

Homo-Hasser des Jahres (national): Bushido
Der Rapper hatte bereits 2011 diesen Titel erhalten. In diesem Jahr hat sich der Bambi-Integrationspreisträger mit Songzeilen wie "Du Schwuchtel wirst gefoltert" wieder zurückgemeldet. Wieder mal steht er deswegen vor Gericht. In Interviews bezeichnet er sich aber weiterhin als verfolgte Unschuld.

Tölpel des Jahres: Michael Adam
Im Boulevard wurde der bayerische Landrat wegen Sex im Dienstzimmer angefeindet. Was hat er getan? Das, was viele Schwule mit Internetanschluss tun. Anstatt das als Privatangelegenheit, die keinen etwas angeht, zu behandeln, startete Adam eine peinliche Entschuldigungstour, in dem er sich ein Poppers-Verbot auferlegte. Und das in einem Bundesland, das von einem verheirateten Mann regiert wird, der seine Liebhaberin geschwängert hatte.

Homo-Hasser gehen in Uganda regelmäßig auf die Straße
Homo-Hasser gehen in Uganda regelmäßig auf die Straße

Rückschritte des Jahres: Indien, Uganda, Nigeria
Auch wenn es im Westen manchmal erscheint, dass die Situation von Schwulen und Lesben in jedem Jahr besser wird, ist das nicht überall so: Insbesondere in Afrika kann schon ein harmloser Kuss zwischen zwei Männern oder der Besuch einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit im Ausland zu langjährigen Haftstrafen führen. In vielen der Länder ist Homophobie virulent und wird von den Regierenden dafür genutzt, mit einem populären Thema Anhänger zufriedenzustellen. Besorgniserregend ist die Unterstützung von evangelikalen Aktivisten insbesondere aus den USA, die in ihrem eigenen Land nicht mehr die Meinungsführung haben und daher im Ausland ihr Gift verspritzen wollen. Es wäre gut, wenn die neue Bundesregierung sich noch deutlicher auf die Seite der Menschenrechte stellen würde – allerdings ist ausgerechnet zur Strafverschärfung in Uganda und kurz vor Sotschi das Amt des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung unbesetzt.

Dämlichste Äußerung des Jahres: "Erbärmliche" Männer machen Frauen lesbisch
Der weißrussische Diktator Alexander Lukaschenko hat in den vergangenen Jahren wiederholt über "Schwuchteln" gezetert – Lesben findet er aber nicht so schlimm, hat er wiederholt erklärt. Und nun behauptet er, herausgefunden zu haben, warum es weibliche Homosexualität gibt: "Den Frauen vergebe ich ihr Lesbentum, aber Männern nie im Leben ihr Schwulsein. Die Frauen werden lesbisch, wenn wir Männer erbärmlich sind."

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» Höhepunkte des Jahres 2013
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Reaktionen zu "Tiefpunkte des Jahres 2013"


 81 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
28.12.2013
11:49:27


(+6, 14 Votes)

Von Felix


Also in der Kategorie der Flops des Jahres hat die SPD aber auch eine Auszeichnung verdient:
für die größte Verarsche des Jahres!

Die haben im Wahlkampf "100% Gleichstellung" versprochen und das dann nach der Wahl gleich als erstes fallen gelassen.

Statt 100% Gleichstellung gibt es jetzt 0% Gleichstellung!

Natürlich muss man in einer Koalition Kompromisse machen (wobei es in Menschenrechtsfragen eigentlich niemals Kompromisse geben sollte). Aber ein Kompromiss wären z.B. 50% gewesen, aber nicht 0%.

Die SPD hat Grundrechte, Wahlversprechen und Anstand für Macht und Posten verkauft...


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#2
28.12.2013
12:01:48


(+5, 11 Votes)

Von Sebi
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


Ja, und da nicht nur die Parteiführung (Sigmar Gabriel, Andrea Nahles, Manuela Schwesig, etc.) so verlogen, rückgratlos und opportunistisch ist, sondern auch die abstimmenden Mitglieder zu mehr als 75% (!) der weiteren Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen zugestimmt haben, hätte die SPD eine Auszeichnung als Flop des Jahres mehr als verdient!!


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#3
28.12.2013
12:07:47


(+8, 10 Votes)

Von goddamn liberal


So weit so gut (oder eben schlecht).

Wer allerdings von Frau Merkel enttäuscht ist, hat sich vorher von ihr täuschen lassen. Wie hat sie das denn angestellt?


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#4
28.12.2013
12:15:08
Via Handy


(-7, 13 Votes)

Von FOX-News
Antwort zu Kommentar #3 von goddamn liberal


Merkel war ehrlich und hat gesagt, dass es mit ihr keine Gleichstellung gibt. Sie hat nucht getäuscht im Ggs zur SPD, der verlogenen Saubande.


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#5
28.12.2013
12:34:21


(+5, 9 Votes)

Von angestellt
Antwort zu Kommentar #3 von goddamn liberal


Gute Frage. Sie wurde schon vor der "Achse des Bösen" und anderen "Kräften der Finsternis" von der NSA abgehört.


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#6
28.12.2013
13:35:18


(-12, 14 Votes)

Von anome
Aus Kassel (Hessen)
Mitglied seit 01.10.2013


Die Entschuldigung von Michael Adam war notwendig. Sein Sexleben ist seine Privatangelegenheit, aber dafür hat er gefälligst nicht sein Büro zu verwenden. Außerdem ist er verpartnert und hat seinen Mann betrogen.

Ansonsten kann ich den meisten Dingen aus diesem Artikel zustimmen.


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#7
28.12.2013
13:58:20


(+7, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von FOX-News


"Merkel war ehrlich und hat gesagt, dass es mit ihr keine Gleichstellung gibt."

Gleichstellung als Regierungschef eines Staates zu verweigern, der die Gleichheit aller StaatsbürgerInnen garantiert (Art. 3, GG) , ist nicht ehrlich, sondern unehrenhaft.


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#8
28.12.2013
13:59:23


(+3, 11 Votes)

Von Tobi Cologne
Antwort zu Kommentar #3 von goddamn liberal


Ja, Frau Merkel hat immerhin vorher stets klar gemacht, dass es mit ihr keine Homorechte geben wird und dass CDU und CSU durch und durch homophob und menschenverachtend sind.

Das macht es nicht besser, ist aber keine Überraschung.

Die SPD ist dagegen eine Lügner- und Betrügerpartei, die Bürgerrechte verspricht um Stimmen zu bekommen und dann nach der Wahl nichts mehr davon wissen will...

Die SPD hat uns komplett verarscht!


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#9
28.12.2013
14:44:58


(+7, 11 Votes)

Von Julian S


Obwohl es eigentlich eine parlamentarische Mehrheit links der Union gäbe, die uns voll gleichstellen will, will die SPD lieber der Union helfen, uns weitere vier Jahre zu diskriminieren und uns weiterhin wie Menschen zweiter Klasse zu behandeln.

Die SPD ermöglicht der Union erst, zynische und menschenverachtende Politik gegen die parlamentarische Mehrheit, gegen den Mehrheitswillen der Bürger und gegen das höchste deutsche Gericht zu machen. (Und natürlich auch gegen die Versprechen der SPD.)

Dafür hat die SPD auf jeden Fall auch einen "Flop des Jahres" verdient!


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#10
28.12.2013
14:55:33


(+5, 13 Votes)

Von Joonas
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


Ja, die Lügner- und Betrügerpartei SPD hätte für ihre Verarsche sicher auch in diese Liste gehört!

Aber ich hoffe, dass die SPD die Quittung für ihren Wahlbetrug dann bei den kommenden Wahlen bekommt - egal ob Bundestagswahlen, Landtagswahlen, Kommunalwahlen und EU-Wahlen!


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