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Coming-out in der Bundesregierung

Umweltministerin Hendricks outet sich als lesbisch


Feiert mit ihrer Lebenspartnerin Silvester in Berlin: Umweltministerin Barbara Hendricks (Bild: SPD)

Es war ein offenes Geheimnis: Nun hat die Sozialdemokratin Barbara Hendricks erstmals öffentlich ihre Homosexualität erwähnt.

In einem ausführlichen Porträt würdigt heute die "Rheinische Post" die "einzige Ministerin aus dem Kreis Kleve", doch die eigentliche Sensation wird in einem Nebensatz versteckt: Barbara Hendricks (SPD) werde "heute mit ihrer Lebenspartnerin auch das Silvesterfest in der deutschen Hauptstadt verbringen", heißt es in dem Artikel über die neue Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Mehr Informationen über ihre Freundin oder ihre Homosexualität gibt es nicht – ein überfälliges, aber gelungenes Coming-out mit Hilfe einer Tageszeitung.

In der SPD war Barbara Hendricks Homosexualtität ein offenes Geheimnis. Sie setzte sich zwar über Jahre aktiv für LGBT-Rechte ein, sprach jedoch öffentlich nie über ihre eigene sexuelle Orientierung. Auf ihrer Homepage klammert sie ihr Privat- und Familienleben komplett aus. Im jüngsten Wahlkampf sprach sich die 61-Jährige dennoch engagiert für die Ehe-Öffnung und gegen eine "Zwei-Klassen-Gleichstellung" aus. Darüber hinaus war sie in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied des Kuratoriums der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Seit 19 Jahren Mitglied des Deutschen Bundestags

Barbara Anne Hendricks wurde 1952 in Kleve am Niederrhein geboren, im Alter von 20 Jahren trat sie in die SPD ein. Seit 1989 ist die Katholikin, die auch ihren Amtseid mit dem Zusatz "so wahr mit Gott helfe" ablegte, Vorsitzende des SPD-Unterbezirkes Kreis Kleve.

In der Bundespolitik mischt Hendricks seit fast zwei Jahrzehnten in der zweiten Reihe mit: Seit 1994 sitzt sie im Deutschen Bundestag, seit 2001 ist sie Mitglied des SPD-Parteivorstands. Von 2007 bis 2013 war sie Bundesschatzmeisterin der SPD und von 1998 bis 2007 parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium. (cw)



#1 Martin28a
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.12.2013, 10:18h
  • Sehr gut! Ich wünsche Frau Hendricks und ihrer Lebenspartnerin alles Gute, Gesundheit und ein erfolgreiches Jahr 2014!
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#3 m123Anonym
  • 31.12.2013, 10:40h
  • Naja, solange eine Zeitung behauptet sie hätte eine Lebenspartnerin, wäre ich vorsichtig, was den Wahrheitsgehalt betrifft. Ich würde sagen es ist wahrscheinlicher, dass es stimmt, als dass es nicht stimmt.

    Wie man als lesbische Frau Mitglied der katholischen Kirche sein kann, erschließt sich mir überhaupt nicht, schließlich demütigt die Kirche homosexuelle Menschen weiterhin. Aber vielleicht mag Barbara Hendricks es ja, wenn ihre Kirche sie demütigt. Vielleicht ist sie auch nur deswegen Katholikin, weil sie im sehr katholisch-konservativen Wahlkreis Kleve beheimatet ist und unbedingt von den dortigen Menschen an die Macht gewählt werden wollte.
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#4 David77Anonym
  • 31.12.2013, 10:50h

  • Im nachhinein erscheint die besetzung mit ihr als toller seitenhieb auf den vorherigen umweltminister.
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#5 Apartheid CDUSPDAnonym
  • 31.12.2013, 11:44h
  • Tja, auch lesbische, sozial privilegierte Opportunistinnen können Verbündete der Homophobie- und Faschimuszüchter der EU - namentlich CDU/CSU - sein.

    Und dank dieser Leute sind Schwule und Lesben in diesem Land mit seiner beispiellosen Geschichte des Faschismus, des Massenmordes an und der Verfolgung von Schwulen weiterhin Untermenschen und BürgerInnen zweiter Klasse.
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#6 fassungslosAnonym
  • 31.12.2013, 11:51h
  • würde ein afroamerikanisches online-magazin auch ständig werbung für rassisten bzw. deren mehrheitsbeschaffer machen?
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#7 chellelaroAnonym
  • 31.12.2013, 12:12h
  • Na, das ist wohl mehr ein Outing durchs Hintertürchen:
    Lange nichts zum Privatleben geäussert, es sogar ausgeklammert und nun eine beiläufige Erwähung in einem Zeitungsartikel, den eh keiner liest.
    Richtig mutig ist das nicht.
    Frau Hendricks kommt jetzt raus aus ihrem Glasschrank.
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#8 FelixAnonym
  • 31.12.2013, 12:16h
  • Auch wenn ich Ihr nicht verzeihen kann, dass auch sie diesem Wahlbetrug zugestimmt hat und Teil dieser Koalition der weiteren Diskriminierung ist, so freut es mich dennoch, dass auch Sie sich geoutet hat. Je mehr "Promis" sich outen, desto besser, denn das sind dann auch immer Vorbilder...
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#9 gandalfAnonym
#10 ZeitfensterAnonym
  • 31.12.2013, 12:40h
  • Antwort auf #7 von chellelaro
  • Andererseits muss man aber auch sagen, dass sie vorher der Öffentlichkeit kaum bekannt war. Wer kannte vor ihrer Ernennung zur Ministerin schon Barbara Hendricks? Sie war ja bisher zweite Garnitur der SPD. Ihr Privatleben hat einfach kein Schwein interessiert.

    Und deshalb ist es schon ganz okay, wenn sie jetzt gleich zu Beginn ihrer Amtszeit öffentlich erklärt, dass sie lesbisch ist. Ich finde das deshalb auch so wichtig, weil lesbische Frauen ja oft nicht wahrgenommen werden. Insofern war das Outing einer lesbischen Ministerin um so wichtiger.

    Und außerdem finde ich die Art und Weise auch okay. Wenn sie erzählt, dass sie den Jahreswechsel mit ihrer Lebenspartnerin verbringt, dann weiß doch jeder was Ambach ist. Kein Brimborium, sondern wie eine Selbstverständlichkeit.

    Das hebt meine Wut über das Versagen der SPD in der Gleichstellungspolitik trotzdem nicht auf.
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