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Kinostart "The Happy Sad"

Verliebt beim Fremdgehen


Aaron und Marcus erleben nach sechs monogamen Jahren die Höhen und Tiefen einer offenen Beziehung (Bild: GMfilms)

In Rodney Evans' Spielfilm "The Happy Sad" versucht sich ein schwules Paar an einer offenen Beziehung – und scheitert an den eigenen Ansprüchen.

Von Bernd Rosenbaum

Aaron (Charlie Barnett aus "Private Romeo" und "Gayby") und Marcus (LeRoy McClain aus der hierzulande eher unbekannten TV-Serie "Rubicon") sind ein Paar, und das schon seit sechs Jahren – eine echte schwule Langzeitbeziehung also. Sie sind glücklich, wissen längst, was sie aneinander haben. Soweit so gut.

Um ihr Liebesleben etwas aufzupeppen, haben sie sich letzte Nacht einen Gast für einen Dreier eingeladen. Nur für einen Augenblick öffnen sie damit die Büchse der Pandora. Doch das Biest lässt sich nicht mehr einfangen…

Keiner darf sich in seine Dates verlieben


Mandy macht ihrer heterosexuellen Arbeitskollegin Annie offen Avancen (Bild: GMfilms)

Euphorisiert von dem nächtlichen Abenteuer einigen sie sich darauf, eine offene Beziehung zu versuchen – mit einer einzigen goldenen Regel: Keiner darf sich in seine Dates verlieben. Doch fast genauso schnell wie die Regel aufgestellt ist, ist sie auch schon gebrochen: Marcus verguckt sich in den etwas unbeholfenen Stan (Newcomer Cameron Scoggins).

Dem hat kurz zuvor seine Freundin Annie (Sorel Carradine, Tochter von Keith Carradine aus "Deadwood") den Laufpass gegeben, angeblich wegen einer anderen Frau. Stans Gefühle sind verletzt. Doch so richtig verwirrt ist er erst, als auch der eingefleischte Hetero nach seinem One-Night-Stand bald romantische Gefühle für Marcus entwickelt.

Stans Exfreundin Annie, die eine angebliche Beziehung mit ihrer Arbeitskollegin Mandy (Maria Dizzia) als Trennungsgrund nur vorgeschoben hatte, um Stan die Trennung leichter zu machen, erzählt Mandy von ihrer Notlüge. Doch die findet den Gedanken gar nicht so abwegig und macht Annie plötzlich offen Avancen. Und schon bald läuft für alle Beteiligten das Gefühlskarussell auf Hochtouren…

Moderne Beziehungswelten jenseits von homo und hetero


Offizieller Kinostart ist der 9. Januar 2014

Mit "The Happy Sad" ist Rodney Evans ein warmherziger Streifen über moderne Beziehungswelten gelungen. Die alten Schubladen von "schwul", "lesbisch" oder "hetero" haben hier ausgedient. Denn es sind nicht die Normvorgaben der anderen, der Gesellschaft, mit denen die Protagonisten zu kämpfen haben. Es sind vielmehr die eigenen Ansprüche, an denen die vier Hauptdarsteller immer wieder scheitern, allen voran Marcus. Das macht sie so lebensecht und sympathisch.

Mitunter rührend ist es zu sehen, wie Aaron und Marcus verzweifelt versuchen, eben nicht in die für offene Beziehungen so typische Eifersuchtsfalle zu tappen. Und ebenso hoffnungslos ist es zu glauben, dass gerade diese beiden darum herumkommen.

Genau zehn Jahre ist es her, dass Evans mit "Brother To Brother" seinen Debüt-Spielfilm präsentierte und damit einen Spezialpreis der Jury beim renommierten Sundance-Filmfestival einheimste. 2010 drehte er den Kurzfilm "Billy And Aaron" über den offen schwulen Jazz-Sänger Billy Strayhorn, der sich in den frühen 1940er Jahren gegen die Homophobie in der Jazz-Szene stellte. Mit einfachsten Mitteln entstand der Elfminüter in nur acht Stunden Drehzeit.

Und auch "The Happy Sad" ist eine Low-Budget-Produktion ersten Ranges. Evans stemmte sie in nur 16 Drehtagen mit einer minimalen Crew, einer sehr begrenzten Anzahl von Darstellern und etwa einer Handvoll Drehorten. Doch das merkt man dem Film nicht an, der zu keinem Zeitpunkt billig wirkt. Er ist handwerklich solides Kino, das von einem pfiffigen Drehbuch, lebensechten Dialogen und frischen Charakteren lebt. Gerne mehr davon!

Youtube | Englischer Originaltrailer zum Film
Infos zum Film

The Happy Sad. Spielfilm. USA 2013. Regie: Rodney Evans. Drehbuch: Ken Urban. Darsteller: Leroy McClain, Sorel Carradine, Charlie Barnett, Cameron Scoggins, Maria Dizzia, Jamie Harrold, Sue Jean Kim, Michael Nathanson, Devon O´Brien. Laufzeit: 83 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch. FSK 12. Verleih: Gmfilms. Bundesweiter Kinostart: 9. Januar 2014 (bislang nur in Berlin: Central, Moviemento und Xenon)
Galerie:
The Happy Sad
10 Bilder