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  • 09.01.2014           48      Teilen:   |

Coming-in

Arne Friedrich: "Ich bin heterosexuell"

Artikelbild
Arne Friedrich war von 2004 bis 2010 Mannschaftskapitän bei Hertha BSC Berlin und auch in der Nationalmannschaft unverzichtbar (Bild: Wiki Commons / Steindy / CC-BY-SA-2.0)

Nach dem Coming-out von Thomas Hitzlsperger hat sein früherer Nationalspielerkollege erneut seine Heterosexualität beteuert.

Der 82-fache deutsche Nationalspieler Arne Friedrich hat Spekulationen über seine sexuelle Orientierung erneut zurückgewiesen. Im Interview mit "Zeit Online" sagte der 34-Jährige: "Jeder Fußballer ist doch auch Privatperson. Ich bin heterosexuell. Aber wenn ich homosexuell wäre, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, es öffentlich auszusprechen."

Anlass war Thomas Hitzlspergers medienwirksames Coming-out am Mittwoch, der als erster früherer Nationalspieler offen über seine Homosexualität sprach (queer.de berichtete). Friedrich erklärte einerseits, dass Hitzlsperger den "richtigen Schritt" getan und eine Tür für viele andere aufgestoßen hätte, auch zeigte er Verständnis für die große Medienaufmerksamkeit. Andererseits übte er auch Kritik: "Gleichwohl ist es auch immer wieder Wasser auf die Mühlen derer, die unbedingt spekulieren wollen, ob einer hetero- oder homosexuell ist. Das geht auch in meinem Fall schon über Jahre so. Dass meine Freundin oder ich damit immer wieder konfrontiert wurden, war ab und zu auch nervig", sagte der Abwehrspieler.

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Probleme mit Google

Friedrich, der in Deutschland zuletzt für Hertha BSC Berlin und den VfL Wolfsburg gespielt hat, hat sich bereits wiederholt gegen Homo-Gerüchte gewehrt. So beklagte er vor zwei Jahren in der RBB-Sendung "Sportplatz", dass sein Name beim Googeln mit dem Wort "schwul" in Verbindung gebracht werde (queer.de berichtete). Kurze Zeit später beteuerte seine Freundin in einem Brief an eine Boulevardzeitung, dass Friedrich "nicht schwul" sei (queer.de berichtete).

Im Interview erklärte Friedrich auch, dass er Hitzlsperger zu seinen wenigen Freunden im Fußballgeschäft zähle. Von der Homosexualität seines ehemaligen Mitspielers habe er aber erst "vor sechs oder sieben Wochen erfahren, als er sich mir anvertraute". Innerhalb der Mannschaft und in der Kabine sei "über so etwas" nicht gesprochen worden.

Der 34-Jährige lobte, wie die amerikanische Profiliga (MLS) mit dem Coming-out von Robbie Rogers umgegangen sei: "Er hat nur positives Feedback bekommen. In der gesamten Liga wurde es als Normalität betrachtet, dass ein Spieler sich outet", so Friedrich, der im letzten Jahr seine Karriere bei der MLS-Mannschaft Chicago Fire SC beendet hatte. (dk)

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Tags: fußball, sport, arne friedrich, thomas hitzlsperger
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Reaktionen zu "Arne Friedrich: "Ich bin heterosexuell""


 48 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
09.01.2014
14:00:23


(+18, 20 Votes)

Von warmdusche


ZEIT ONLINE: Werden sich also homosexuelle Profifußballer bald nicht mehr Alibi-Freundinnen zulegen müssen?

Friedrich: Ist das so?


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#2
09.01.2014
14:01:19


(-7, 23 Votes)

Von splattergay


Ein mutiges Statement, sich zu seiner Heterosexualität zu bekennen.


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#3
09.01.2014
14:09:58


(+3, 9 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #2 von splattergay


ja, vor allem weil ein Shitstorm losgehen müsste, wo man beklagt dies sei ja Privatsache was er im Schlafzimmer treibe, er solle ja nicht damit hausieren gehen oder am besten gleich ein Buch darüber schreiben...
Die Fans werdfen sich jetzt wohl entsetzt abwenden.


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#4
09.01.2014
14:11:53


(+10, 14 Votes)
 
#5
09.01.2014
14:26:23


(+9, 15 Votes)

Von Widerlich


Unfassbar, auf einen kleinen, zaghaften Schritt gegen das herrschende sexuelle Apartheidssystem im Fußball gleich wieder mit lautstarken Beteuerungen der Heterokonformität antworten zu müssen.

Aber typisch für diese Gesellschaft, der der Faschismus weiterhin aus allen Poren trieft.

Die entscheidende Frage lautet:

Wann kommen wir endlich an einen Punkt, wo auch und gerade junge Männer stolz darauf, sich ihre Sexualität nicht von dieser kranken Gesellschaft verordnen zu lassen?

Was tun Schwule im Alltag und in den Medien dafür, gerade männlichen Jugendlichen schwule Freiräume zu eröffnen und Identifikationsfiguren zu bieten?

Wir bringen es ja nicht einmal fertig, in einem Land mit einer beispiellosen Geschichte des Faschismus in einem öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit Milliarden auch schwul-lesbischer Gebührengelder auch nur einen einzigen schwulen Jugendlichen (von einem schwulen Teenagerpaar ganz zu schweigen) in irgendeiner längerfristigen Hauptrolle breitenwirksam sichtbar zu machen, wie es z. B. in US-Serien inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist, die hierzulande von ARD/ZDF gezielt nicht gesendet werden.

Allein dieses Beispiel sagt alles über den Zustand der schwulen Nichtorganisation und Nichtbewegung!


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#6
09.01.2014
14:38:45


(+11, 13 Votes)

Von genormten Memmen


"Gleichwohl ist es auch immer wieder Wasser auf die Mühlen derer, die unbedingt spekulieren wollen, ob einer hetero- oder homosexuell ist. Das geht auch in meinem Fall schon über Jahre so. Dass meine Freundin oder ich damit immer wieder konfrontiert wurden, war ab und zu auch nervig"

(K)eine Runde Mitleid!


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#7
09.01.2014
14:45:40


(-6, 14 Votes)

Von Mikesch
Antwort zu Kommentar #5 von Widerlich


Ich würde die Sache etwas tiefer hängen. Man muss die Aussage im Gesamtzusammenhang sehen.
Die hier gewählte Überschrift in "Bild"-Format (Arne Friedrich: "Ich bin heterosexuell") dient wohl eher der Dramatisierung.


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#8
09.01.2014
14:49:45


(+9, 13 Votes)

Von Expressionist
Antwort zu Kommentar #7 von Mikesch


Fokussierung!


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#9
09.01.2014
14:51:09


(+5, 7 Votes)
 
#10
09.01.2014
15:00:29


(+6, 8 Votes)

Von m123


Es ist mir egal ob Arne Friedrich heterosexuell ist oder nicht. Dass er aber scheinheilig so tut als wüsste er nicht, dass homosexuelle Fußballprofis sich Frauen mieten um nach außen eine heterosexuelle Fassade aufrechtzuerhalten.

Friedrich: "Ist das so?"

Es ist wirklich wahr, eigentlich sollte Sexualität Privatsache sein und für einen Fußballer sollte eigentlich einzig und allein zählen wie gut er Fußball spielt und ob er sich kameradschaftlich und gut gegenüber anderen Menschen verhält. Das wäre das langfristige Ziel, welches es zu erreichen gilt. Aber dass homosexuelle Fußballprofis in dieser Zeit auf der einen Seite eine Scheinheterosexualität aufbauen und auf der anderen Seite einige Menschen immer noch ihrer Homophobie freien Lauf lässt, das ist doch der eigentliche Missstand, den es zu beseitigen gilt. Und das Mittel des Coming Outs ist genau das richtige Mittel um diesen Missstand langfristig zu beseitigen. Und die ersten, die sich outen, gelten als mutige Vorbilder, weil sie sich trauen, was im Profifußball noch nicht selbstverständlich ist, nämlich zu dem zu stehen wer sie sind.

Die heterosexuellen Spieler, über die Schwulengerüchte kursieren und deswegen ihre Heterosexualität öffentlich verbal beteuern, tun das doch sehr wahrscheinlich deswegen, weil sie sich dem Vorwurf ausgesetzt sehen über ihr Leben zu lügen. Die homosexuellen Spieler, über die Schwulengerüchte kursieren und deswegen öffentlich behaupten heterosexuell zu sein, schaden sich selbst und allen anderen Homosexuellen. Es IST ein Zeichen von Schwäche, wenn man vor der homophoben Minderheit der Gesellschaft einknickt und so tut als sei man hetero, obwohl man es nicht ist. Es IST ein Zeichen von Stärke, wenn man über seine sexuelle Identität nicht lügt, sondern wenn man damit nach außen ganz selbstverständlich ehrlich umgeht.

Das beste Coming Out ist in meinen Augen das, wo man gar nicht explizit sagt, dass man schwul ist, sondern wo man sich einfach mit seinem gleichgeschlechtlichen Partner in der Öffentlichkeit blicken lässt, so wie es Heterosexuelle ganz selbstverständlich ebenfalls tun. Das wäre das ideale Coming Out. Man kann aber natürlich auch, wenn man schwuler Single ist, sich explizit outen, weil es nunmal so ist, dass jedes Coming Out die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexuellen, Homosexualität, gleichgeschlechtlichen Paaren und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften erhöht. Deswegen ist auch das Coming Out als schwuler Single ein gutes Coming Out.


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