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Der chilenische Senat will Homo-Paare anerkennen

In Chile steht die Anerkennung von Homo-Paaren unmittelbar bevor: Der Senat hat am Dienstag nach einer emotionalen Debatte für ein Lebenspartnerschaftsgesetz votiert.

28 Senatoren stimmten bei sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für die Einführung von "Acuerdos de Vida en Pareja", berichteten chilenische Medien. Während der Abstimmung protestierte eine Gruppe evangelikaler Christen gegen Homo-Rechte. Die chilenische Abgeordnetenkammer wird voraussichtlich am 20. Januar den Gesetzentwurf debattieren. Auch hier gilt eine Mehrheit als sehr wahrscheinlich.

Die führende chilenische Homo-Gruppe "Movimiento de Integración y Liberación Homosexual" (Movilh) begrüßte die Entscheidung des Senats: "Wir sind über diesen Fortschritt froh, der uns dem Ziel der Gleichstellung aller Familien unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ein Stück näher bringt", hieß es in einer Pressemitteilung. Das Gesetz würde Lebenspartner in vielen Bereichen – etwa bei Sozialversicherungen oder dem Erbrecht – mit heterosexuellen Eheleuten gleichstellen, andere Bereiche wie das Adoptionsrecht sind dagegen nicht berücksichtigt.

Die Regierung des konservativen Präsidenten Sebastián Piñera hatte bereits 2011 einen Gesetzentwurf zur Einführung von Lebenspartnerschaften ins Parlament eingebracht (queer.de berichtete). Im katholische Flügel seiner Regierungskoalition ist der Antrag umstritten, während Teile der sozialistischen Opposition bereits seit Jahren die Öffnung der Ehe fordern.

Erst im vergangenen Monat gab es eine große öffentliche Debatte in Chile über die Rechte von Homo-Paaren, nachdem ein Jugendlicher mit zwei lesbischen Elternteilen die Höchstpunktzahl in einem Mathematik-Zugangstest zur Universität erreicht hat. Seither nützt Alexis Héctor Castillo seine Popularität, um für die Öffnung der Ehe zu werben.

Die Debatte um die Gleichstellung im Eherecht wird auch durch die im Dezember neu gewählte Präsidentin angeheizt: Die Sozialistin Michelle Bachelet hatte während des Wahlkampfs die Ehe-Öffnung versprochen. Ihre Amtszeit beginnt am 11. März. (dk)



#1 TimonAnonym
#2 Timm JohannesAnonym
  • 09.01.2014, 18:46h
  • Sehr erfreulich

    Damit gibt es dann drei Staaten in Südamerika mit Eheöffnung (Argentinien, Uruguay und Brasilien) und drei weitere Staaten mit einem Lebenspartnerschaftsinstitut (Chile, Ecuador und Kolumbien).

    Bedauerlich ist für Südamerika bisher das in den Ländern Venezuela und Peru keine derartigen Fortschritte zu beobachten sind.
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#3 TheDadProfil
  • 09.01.2014, 23:06hHannover
  • Antwort auf #2 von Timm Johannes
  • Noch unrühmlicher in Südamerika ist der kleine Staat Guyana, im Nord-Osten an Brasilien grenzend, in dem auf männliche Homosexualität lebenslängliche Haft steht..

    Als einiziger Staat in ganz Südamerika..

    ""Amnesty International hat das Land in seinen jährlichen Menschenrechtsberichten angemahnt; vor allem wegen der lebenslangen Haftstrafen für Homosexuelle sowie häufig auch deren Missbrauch von staatlicher Seite.""..

    ""Das Parlament hält jedoch an dem Gesetz fest, denkt aber zugleich über ein Antidiskriminierungsgesetz nach, das u. a. vor Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Identität schützen soll.""..

    ""Guyana ist der einzige südamerikanische Staat, der die Todesstrafe weiterhin anwendet. Das Land wird auch hierfür von Menschenrechtsaktivisten kritisiert.""..

    de.wikipedia.org/wiki/Guyana#Religionen

    de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Guyana
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 Jimm TohannesAnonym
#7 goddamn liberalAnonym
  • 10.01.2014, 15:08h
  • Antwort auf #6 von Jimm Tohannes
  • Hmm...

    Soll das bedeuten, dass die Kirche Roms die bessere Schule des Antiklerikalismus ist?

    Wohl war.

    Etwa, wenn sie sich im Spanien der 30er mit einem faschistischen Massenmörder verbündet

    Fazit: Es bleibt schwierig und unübersichtlich...
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#8 Timm JohannesAnonym
  • 10.01.2014, 16:32h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • @TheDad
    Guyana ist in der Tat das einzige Land, wo immer noch homosexuelle Handlungen strafbar sind. Das ist sehr bedauerlich.

    Was aber ebenso unverständlich für Südamerika ist, das das Nachbarland Venezuela bisher nicht einmal ein Lebenspartnerschaftsinstitut hat. Venezuela wird so wie Kuba auch seit Jahrzehnten links regiert (Chavez und Castro sind gute Freunde) und gleichwohl ist dort bisher NICHTS im Bereich der Partnerschaftsanerkennungen geschehen. Andere Länder wie halt Brasilien, Argentinien und Uruguay, die die Ehe geöffnet haben, oder auch Kolumbien, Ecuador und Chile, die ein Lebenspartnerschaftsinstitut haben, sind viel weiter.

    Sehr bedauerlich gerade was Venezuela angeht: es zeigt das es nunmal falsch ist, anzunehmen, das es mit linksorientierten Ländern schneller und besser vorangeht mit den LGBT-Rechten.

    Venezuela, Kuba aber auch Russland und China zeigen das dies gerade nunmal nicht der Fall ist. Dort wo eher liberale, bürgerliche Kräfte an die Macht kommen, sind die Rechte von LGBT-Personen besser geschützt.
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#9 Michael43Anonym
  • 14.01.2015, 13:26h
  • Wie ist jetzt eigentlich die Lage beim Thema Lebenspartnerschaft in Chile im Januar 2015 ?

    Der Senat hatte, wie in diesem Artikel beschrieben, für ein Lebenspartnerschaftsgesetz votiert.

    Und aus dieser Meldung

    *
    de.euronews.com/nocomment/2014/12/19/gleichgeschlechtliche-e
    he-chilenischer-pastor-aus-dem-parlament-geworfen/


    geht hervor, das auch im Unterhaus von Chile das Parlament zugestimmt hat...

    Müßte demnach nicht in Chile mit Stand Januar 2015 ein Lebenspartnerschaftsinstitut nunmehr in Chile parlamentarisch verabschiedet worden sein ?

    Vielleicht kann dies einer bei Euch bei Queer einmal recherchieren, was denn nun der Stand in Chile in bezug auf Lebenspartnerschaften ist.
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#10 Michael43Anonym