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Schwuler Moderator: Bereits mit elf Jahren stöpselte Thorsten Schorn zwei Kassettenrekorder und ein Mikrofon zusammen und nahm seine erste Radiosendung auf (Bild: WDR/Annika Fußwinkel)

Schon wieder ein Live-Coming-out im Radio: Nach Thomas Nütten von Antenne Bayern outete sich am Freitag auch Thorsten Schorn auf 1LIVE.

Von Micha Schulze

Am Freitagnachmittag, kurz vor den 14-Uhr-Nachrichten, konnten die Hörer der WDR-Jugendwelle 1LIVE eine kleine Überraschung erleben. Zunächst kündigte Moderator Thorsten Schorn mit einem Verweis auf das Hitzlsperger-Coming-out seinen letzten Song an: "Wie eigentlich Macklemore, Ryan Lewis und Mary Lambert diese ganze Diskussion um Thomas Hitzlsperger sehen, das singen sie uns gleich noch vor den 1LIVE Infos: Liebe ist doch immer die gleiche – Same Love." Dann verabschiedete sich der 36-Jährige mit einem eigenen öffentlichen Coming-out: "Ich bin Thorsten Schorn und schwul und tschüss."

Erst am Tag zuvor hatte sich Antenne-Bayern-Nachrichtensprecher Thomas Nütten in den 16-Uhr-Nachrichten geoutet (queer.de berichtete). Nütten verlas gerade eine Meldung über Kritik, dass sich Hitzlsperger sehr spät an die Öffentlichkeit gewagt habe. Daraufhin erklärte er nach einer kurzen Pause: "So, ich glaube an dieser Stelle ist es der richtige Moment und der richtige Tag, Ihnen als Antenne-Bayern-Hörer etwas zu sagen: Ich stehe mitten im Berufsleben und auch ich bin schwul. Die weiteren Meldungen".

Audio / MP3 | Mittschnitt des Coming-outs zum Ende der "Schorn-Show" am Freitag

Moderator für Radio und Fernsehen, Reporter und Off-Sprecher

Thorsten Schorn moderiert seit 2001 im Wechsel mit Sabine Heinrich und Tina Middendorf die Vormittagsstrecke von 10 bis 14 Uhr auf 1LIVE. In der "Schorn-Show" hatte der gebürtige Kölner schon zahlreiche prominente Gäste von Depeche Mode über Katy Perry bis zu Die Fantastischen Vier im Studio. Darüber hinaus ist er auch fürs Fernsehen tätig – u.a. als Live-Reporter für stern-TV, als Außenreporter für die WDR-Fernsehshow "Zimmer frei" sowie als Off-Sprecher für die Styling-Doku "Shopping Queen" auf Vox und "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL. Seit 2013 moderiert Thorsten Schon gemeinsam mit Janine Steeger die RTL-Sendung "Nicht mit uns! Die große Schnäppchenlüge".

Bei Journalisten und auch in der Kölner Szene war Schorns Homosexualität seit Jahren bekannt. Mit seiner Abmoderation auf 1LIVE hat er jedoch erstmals öffentlich über sein Schwulsein gesprochen. Berührungsengste zu queeren Themen kannte er nicht: In der "Schorn-Show" vom 9. Januar behandelte er etwa als Reaktion auf das Hitzlsperger-Coming-out das schöne Thema "Heterosexualität im Frauenfußball" – und merkte dazu an: "Was normal ist, ist ja meistens nur eine Frage des Blickwinkels". Auf seiner Facebook-Page wurde Thorsten Schorn in diesem Zusammenhang nach seiner eigenen sexuellen Orientierung gefragt. "Thorsten, bist du auch schwul? Oder musst du dich etwa als hetero outen, du Ärmster?", kommentierte Fan Dirk Striegler und ergänzte in seinem zweiten Post: "Er rückt einfach nicht damit raus – ich fänd's geil, wenn er es wäre."

Die Antwort folgte am Tag darauf im Radio…

Mit Dank an Axel Bach für Tipp und Mitschnitt

Direktlink | Thorsten Schorn interviewt Torhüterin Ursula Holl zu Heterosexualität im Frauenfußball


#1 MichaelTh
  • 11.01.2014, 14:55h
  • Na prima :-) Das geht ja Schlag auf Schlag jetzt! Ich hoffe, das wird ne Riesenwelle!
    Gratulation und Dankeschön an jeden, der mitmacht!
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#2 Martin28a
  • 11.01.2014, 15:01h

  • Sehr gut, lasst uns Deutschland schwul machen es muss schwuler werden

    Ich wünsche mir das sich jeder outet
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#3 por_favor_amorEhemaliges Profil
  • 11.01.2014, 15:06h
  • Gratulation und Respekt!

    Das ist gutes Zeichen für alle von uns.
    Vielleicht regt das mal ein paar der Kritiker an, über ihre homophobe Einstellung nachzudenken!
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#4 NerdAnonym
  • 11.01.2014, 15:08h
  • sehr gut!

    ich hoff da folgen noch einige jetzt!

    endlich mal was worüber man sich freuen kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Martin28a
#6 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 11.01.2014, 15:15h
  • Schon schön, aber wichtiger bleibt es weiterhin, dass sich der "Normalo" outet. Jedes Familienmitglied, jeder Arbeitskollege am Bau, in der Pflege, in der Verwaltung etc. und jeder Sportsfreund im Verein trägt mehr zur Sichtbarkeit von Homo- oder Bisexualität im Alltag bei als die Promis.
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#7 daVinci6667
  • 11.01.2014, 15:22h

  • Bitte bitte mehr! Ich will mehr davon! Denn es gibt jede Menge Schwule und Lesben beim Rundfunk!

    Einer meiner Ex mit dem ich fünf Jahre zusammen lebte, arbeitete bei diversen Radiostationen. Ist eine Weile her seitdem. Trotzdem Schade hatte er nie den Mut dazu. Das hab ich immer bemängelnd auch wenn ich ihn verstehen konnte.

    Und nicht nur er.

    Obwohl um ihn rum alle sehr offen damit umgingen und er längst nicht der einzige Schwule war, bei keiner Radiostation, alle im persönlichen Umfeld und beim Arbeitgeber längst geoutet waren, wurde dem Hörer immer der Hetero vorgetäuscht.

    Und das wird es noch heute.

    Das ist gegenüber den jugendlichen schwulen Hörern die dringend Vorbilder brauchen nicht fair.

    Es braucht immer noch jede eine Menge Mut, das verstehe ich.

    Aber wann wenn nicht jetzt?
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 11.01.2014, 15:22h
  • "Ich bin schwul und tschüss."

    Das sollten auch viele Mitglieder den beiden massiv homophoben ev. Landeskirchen in BW sagen und austreten!

    Da ist man draußen besser Christ.

    Mensch sowieso.

    Schön, wärs natürlich auch, wenn auch Mütter, Väter, Brüder, Schwestern, Onkel, Tanten und Verwandten Familiensinn zeigen würden und nachzögen.

    Zur Stützung von Mitmenschlichkeit, Vielfalt und Zusammenhalt.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 RicardoamRudiAnonym
  • 11.01.2014, 15:26h
  • Beim Radio und Fernsehen arbeiten ohnehin 50% schwule Männer. Ein schwules Outing ist dort noch doppel so interessant, wie bei den Besuchern einer Schwulenbar ;-)
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#10 Martin28a