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  • 14.01.2014           7      Teilen:   |

RTL-Seifenoper

Fußballer outet sich bei "Alles was zählt"

Artikelbild
Joscha (Carlo Degen) himmelt seine Teamarzt an, hält aber noch bis März seine Homosexualität geheim (Bild: RTL)

Die Szene ist bereits im Kasten und wird im März ausgestrahlt: Nachwuchsfußballer Joscha Degen wird sich in Folge 1892 der Seifenoper vor versammelter Mannschaft als schwul outen.

Von Carsten Weidemann

In den letzten Monaten begnügte sich Joscha bei "Alles was zählt" damit, aggressiv den Hetero heraushängen zu lassen. Doch nun kündigt RTL an, dass der junge Fußballer endlich vor versammelter Mannschaft sein Coming-out zelebrieren kann: Joscha, der vom 24-jährigen Berliner Jungschauspieler Carlo Degen dargestellt wird, fasst nach einem gewonnenen Fußballturnier vor versammelter Mannschaft den Mut zu sagen, dass er schwul ist. Für das Coming-out hat er lediglich 200 Folgen gebraucht.

Die Offenbarungsszenen wurden bereits am Montag abgedreht, gab RTL bekannt. Sie seien keine Reaktion auf das Hitzlsperger-Coming-out, sondern wurde schon seit über einem halben Jahr in der täglichen Serie angelegt: Schon seit Juni rauscht Joscha schlecht gelaunt durch die Filmkulissen (queer.de berichtete). Bei seinem Einstand gab RTL bereits die Marschrichtung bekannt: "Joscha weiß genau, dass seine Sexualität seinen Traum von einer Profikarriere zerstören würde. Deswegen tut er alles, um als besonders harter Macho zu wirken", hieß es im Pressetext. Und wahrlich zeigte sich Joscha oft als Kotzbrocken, der bei jedem kleinen Zweifel an seiner Heterosexualität die Wand hoch fuhr (Zitat: "Wer zum Homo hält, ist selbst einer").

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Hochzeitsnacht in Schwulenbar

Kai (Alexander Gier) und Joscha (Carlo Degen): Küsst er oder küsst er ihn nicht? - Quelle: RTL
Kai (Alexander Gier) und Joscha (Carlo Degen): Küsst er oder küsst er ihn nicht? (Bild: RTL)

In der Dauerserie, die seit 2006 nach den RTL-Hauptnachrichten um kurz nach sieben ausgestrahlt wird, musste Joscha bereits in wenigen Wochen allerlei seifenopertypischen Stress überstehen. Im November heiratete er etwa eine Frau, die eine Aufenthaltsgenehmigung benötigte, um die Schwulengerüchte endlich zum Verstummen zu bringen. Seine Hochzeitsnacht verbrachte er dann stilgerecht in einer Schwulenbar – und traf dort den netten Kai (Alexander Gier), mit dem er gleich in die Kiste hüpfte. Nur dumm dabei: Kai wurde der neue Sportarzt seines Fußballteams. Da wird das Leben der kickenden Klemmschwester natürlich nicht einfacher, insbesondere weil er seifenopergerecht sein Herz an den Doktor verliert, der natürlich viele eigene Probleme hat.

RTL hat nun angekündigt, dass Joscha in der am 14. März ausgestrahlten Folge endlich seine Homosexualität publik macht und das Versteckspiel beendet. Es ist allerdings unklar, ob er danach den Traum einer Profikarriere weiterverfolgen kann. Bislang wird nur verraten, dass nicht alle Reaktionen auf sein Coming-out in der Serie positiv ausfallen werden.

AWZ nah "an der Realität"

Joscha im Vorspann von AWZ
Joscha im Vorspann von AWZ (Bild: RTL)

Die beiden (heterosexuellen) Schauspieler Alexander Gier und Carlo Degen halten die Liebeswirrungen ihre Figuren für höchste Seifenoperkunst: "Dass jemand, der im Profisport verankert ist, den Mut gefunden hat, dazu zu stehen, schwul zu sein, zeigt, wie nah AWZ gerade mit dieser Geschichte an der Realität ist", sagte Gier, der Dr. Kai spielt. "Auf diese Szene haben wir sehr lange hingearbeitet", erklärte Carlo Degen (Joscha) weiter. "Für meine Rolle Joscha ist es das größte Ding, das er je in seinem Leben gemacht hat. Es ist seine größte Herausforderung gewesen, zu sagen, ich bin schwul und stehe auf unseren Mannschaftsarzt."

Schwule Zärtlichkeiten und Sex werden auch schon seit Jahren in der Serie gezeigt. Das brachte RTL sogar einmal in Bredouille: 2010 musste der Sender auf Geheiß der Sittenwächter mehrere Sekunden aus einer gleichgeschlechtlichen Liebesszene herausschneiden (queer.de berichtete). Der Sender kritisierte damals, dass die Freiwillige Selbstkontrolle offenbar bei gleichgeschlechtlichem Sex andere Maßstäbe ansetzte als bei heterosexuellen Knuddeleien.

  Alles was zählt
Mo.-Fr. 19:05 Uhr bei RTL. Außerdem mehrmals täglich im Pay-TV-Sender Passion und zum Abruf auf RTL Now (Abruf binnen einer Woche kostenlos mit Werbeunterbrechungen).
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Joscha (Carlo Degen), der Schnuckel von AWZ

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Tags: rtl, alles was zählt, fußball, coming-out
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 RTL
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Reaktionen zu "Fußballer outet sich bei "Alles was zählt""


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
14.01.2014
15:01:14
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von Timon


Schon witzig, wie Realität und Fiktion manchmal durch Zufall so zusammenfallen.


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#2
14.01.2014
15:32:28


(-10, 10 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Einschalten!


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#3
14.01.2014
17:06:54


(+5, 7 Votes)

Von Dorothy
Antwort zu Kommentar #2 von FoXXXyness


Oh, es ist soo sexy, wenn du dominant wirst, Rose!


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#4
14.01.2014
18:01:43


(-4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #3 von Dorothy


Youtube-Video:


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#5
14.01.2014
18:35:20


(+6, 10 Votes)

Von So billig


Wie lange wird diese billige Effekthascherei dann wieder dauern?

Ein, zwei oder drei Monate?

Warum machen schwule Medien für diese Art der minderwertigen Darstellung von Schwulen immer wieder Werbung?

"Zusammen mit Timothy Boldt (Richard "Ringo" Beckmann) durfte Eric Stehfest (Yannick Benhöfer) die erste Schwulenstory in 19 Jahren "Unter Uns" spielen.

Zum Entsetzen der Fans endet diese Storyline schon am 04.12.2013 nach nur dreimonatiger Ausstrahlung. Yannick wird von Ringo auf bösartige Weise aus der Schillerallee vertrieben, weil dieser ihm keine zweite Chance geben wollte."

Link zu www.promipool.de

Oder wann wird der nächste Schwule wieder zum "Bisexuellen" (der sich inzwischen wieder wie ein gewöhnlicher Hetero verhält) gemacht, wie schon einmal bei "Alles was zählt"?

Bis jetzt hat es hierzulande keine einzige regelmäßig ausgestrahlte TV-Serie fertiggebracht, ein schwules Teenagerpaar darzustellen, dessen Geschichte langfristig angelegt war und in respektvoller, gleichberechtigter und nicht stigmatisierender Weise, ohne die üblichen Heterosexismen, erzählt wurde.

Zumindest das öffentlich-rechtliche Fernsehen müsste, wenn sich hierzulande niemand zu solchen Darstellungen imstande sieht, dazu verpflichtet werden, mehrfach ausgezeichnete, internationale Erfolgsprogramme auszustrahlen.

Link zu www.queer.de

Anderswo:

"...42% der Primetime-Programmstunden beinhalteten LGBT-Bilder..."

Link zu www.queer.de


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#6
14.01.2014
19:43:02


(+6, 8 Votes)

Von m123


Was dem Fernsehen fehlt sind gleichgeschlechtliche Beziehungen, die mit derselben Selbstverständlichkeit wie heterosexuelle Beziehungen dargestellt werden und eben NICHT aufgrund der Homosexualität als problematische Beziehungen dargestellt werden. Auf diese Weise könnte man dem Zuschauer auch zeigen wie eine Idealwelt aussehen muss, in der die Homosexualität in gleichgeschlechtlichen Beziehungen nämlich völlig unproblematisch ist. Soviel ist viel effektiver als Homosexualität ständig zu problematisieren, denn mit letzterem erweckt man den Eindruck, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen immer probelmatisch seien und ganz zuletzt dann den Eindruck, dass gleichgeschlechtliche Paare keine stabile Beziehung führen können.

Das Fernsehen hat noch viel zu lernen was die Darstellung von homosexuellen Menschen angeht.

Und die Probleme beim Coming Out einer schwulen Serienfigur, die in der Serie einen Fußballer in einer relativen niedrigen Liga darstellt, auf dieselbe Stufe zu stellen wie das Coming Out eines Bundesligaprofis und Nationalspielers, das nenne ich realitätsfern, und nicht etwa nah an der Realität wie RTL behauptet.


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#7
15.01.2014
14:02:13


(+1, 3 Votes)

Von soap


A Russian actor who wanted gay people to be burned alive in ovens has resigned from a leading post after the backlash......
..... His resignation follows an internet petition calling for the actor to be fired from his position.

Link zu www.gaystarnews.com


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