Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20821

Schwulenfeindliche Frotzeleien könnten ein Coming-out von homosexuellen Fußballern erschweren

Der Chef der Hirschfeld-Stiftung schlägt vor, schwulenfeindliche Witze in der Umkleidekabine von Profifußballern zu untersagen.

Jörg Litwinschuh, der Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, hat in der am Mittwoch veröffentlichten Zeitschrift "Sport Bild" gefordert, dass Sportlern künftig keine Witze mehr über Homosexuelle in den Bundesliga-Kabinen reißen dürfen. "Ich fordere den Sport auf, Vereins- und Verbandsstatuen so anzupassen, dass homosexuellenfeindliche Äußerungen in Wort, Bild und Ton – zum Beispiel schwulenfeindliche Kommentare in der Kabine oder auf Plakaten auf der Tribüne – verboten und solche Handlungen auch geahndet werden müssen".

Zwar sind beleidigende Äußerungen gegen Homosexuelle und andere Minderheiten bereits heute durch die Stadion-Ordnung verboten. Hinter verschlossenen Türen der Umkleidekabinen gibt es aber keine Regeln. Dies könne eine Belastung für ungeoutete schwule Spieler sein, warnen LGBT-Aktivisten.

Peter Neururer gegen Verbot


Jörg Litwinschuh ist Chef der Hirschfeld-Stiftung und hat 2010 das Netzwerk "Fußball gegen Homophobie" gegründet

Gegen das Verbot von Schwulenwitzen hat sich in der "Sport Bild" Thomas Neururer, der Trainer des Zweitligavereins VfL Bochum, ausgesprochen: "Ich würde niemals Schwulenwitze in der Kabine verbieten. Das wäre das total falsche Zeichen. Warum? Weil ich die sexuelle Ausrichtung zum Thema machen würde. Dabei spielt das überhaupt keine Rolle und ist jedem selbst überlassen", erklärte der 58-Jährige. Er bedauerte, dass es eine so große Aufregung um das Coming-out von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger gegeben habe. "In der Politik kräht kein Hahn mehr danach, welche sexuelle Orientierung jemand hat. Wir müssen dahin kommen, dass das auch im Fußball so ist".

Litwinschuh: Vergleich mit Antirassismusprojekten


Ausschnitt aus der "Sport Bild"

Auf seiner Facebook-Seite hat Litwinschuh seine Äußerungen zu einem Witz-Verbot inzwischen relativiert. Er werde mit dem Wort "Verbot" zukünftig vorsichtiger umgehen, so der Aktivist: "Ich wollte herausstellen, dass schwulen- und lesbenfeindlichen Äußerungen im Sport unmittelbar widersprochen werden sollte und wir Antidiskriminierungsregeln zum Thema Homosexualität in den Vereinen und Verbänden brauchen, unter welchen Umständen Sanktionen ausgesprochen werden können. Vorbild könnten hier die Antirassismusprojekte sein". Zuvor hatten mehrere User kritisiert, dass mit Verboten dem Problem der Homophobie nicht beizukommen sei. (dk)



#1 m123Anonym
  • 15.01.2014, 17:30h
  • Und wie soll das in der Fußballkabine kontrolliert werden? Soll in jeder Fußballkabine ein Antidiskriminierungsbeauftragter installiert werden, der den Fußballern zuhört, wenn sie Witze reißen? Das ist doch lächerlich.

    Auch wenn der Grundgedanke gegen Diskriminierung vorzugehen richtig ist, so ist der konkrete Umsetzungsvorschlag des Vorstands der Magnus-Hirschfeld-Stiftung doch schlicht peinlich, was die Fußballkabine angeht.

    Fußballkabinen sind nunmal nicht öffentlich. Warum sollte man dann nicht Schwulenwitze an allen nichtöffentlichen Orten verbieten? Wer kontrolliert das dann?

    Was richtig ist, ist, gegen Homophobie im öffentlichen Stadion genauso vorzugehen wie gegen Rassismus. Fans, die homophobe Plakate hochhalten sollten genauso bestraft werden wie Fans, die rassistische Plakate hochhalten. Das kann man viel leichter kontrollieren.

    Grundsätzlich sollte man das Problem aber an der Wurzel packen und in den Köpfen der Menschen was ändern. Dazu kann das Coming Out von Profifußballern beitragen und dazu kann die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in Deutschland etwas beitragen und dazu kann die mediale Berichterstattung beitragen, wenn sie richtig informiert. Es liegt also vor allem bei den schwulen Fußballprofis sowie den verantwortlichen Politikern und den Medien daran etwas zu ändern. Es braucht also Menschen in Profisport, Politik und Medien, die aktiv werden und effiziente Sachen machen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Karl WanzAnonym
#4 FelixAnonym
  • 15.01.2014, 17:54h
  • Ich bin da zweigeteilt.

    Wer soll das z.B. kontrollieren? Denn bei Verstößen wird das wohl kein Spieler melden, weil er damit bei seinen Kollegen wirklich unten durch ist.

    Außerdem gibt es auch gute Schwulenwitze, die Schwule selbst erzählen.

    Aber es gibt halt auch diskriminierende Schwulenwitze.

    Wie gesagt: ich bin da zweigeteilt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 MinkAnonym
  • 15.01.2014, 17:55h
  • Wenn man die Witze auf dieser Seite liest, wäre man schnell für ein Homowitzverbot.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 So WhatAnonym
  • 15.01.2014, 18:05h

  • Ich halte nichts von einem Verbot, denn wer würde das bitte schön durchsetzen? Und wo fängt der Witz an? Und darf dann auch der Schwule keinen Schwulenwitz mehr erzählen?

    Ich denke, dass wir mit den Tatbeständen der Beleidung und der üblen Nachrede verbotsmäßig schon gut ausgestattet sind.

    Folgerichtig müsste man auch Heterowitze verbieten und da hört der Spaß aber wirklich auf...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 15.01.2014, 18:07h
  • Ab wann und in welcher Form ist ein Schwulenwitz verletzend oder nicht doch einfach witzig? Verbote sind jedenfalls nicht der richtige Weg, um Humor zu regulieren. George Bernard Shaw: "Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert." Es gibt weitaus sinnvollere Wege, die der Aufklärung und damit auch der Akzeptanz dienen. Liberalität lässt sich nicht mit Sanktionen erzwingen. Wir müssen in den Kindergärten, Schulen und Berufsschulen mit Bildung anfangen, eine angstfreie Umgebung zu schaffen.
    Widerspruch ist das Stichwort. der ist nur möglich, wenn wir auch die Freiheit der Anderen verteidigen. Wenn beispielsweise ein Bushido kundtut, dass er keinen schwulen Sohn haben möchte, empfinde ich das sehr wohl als beleidigend, aber ihn dafür zu ahnden, halte ich für eine Einschränkung seiner Meinungsfreiheit. Wichtiger wäre es, darüber aufzuklären wie dumm und primitiv Bushidos Äußerungen sind. Ein grundsätzliches Problem sehe ich darin, dass von "oben" beschlossene Regeln stets vom "Fußvolk" eingehalten werden sollen. Dabei wäre es nachhaltiger, wenn die Fußball-Verbände ihre Vereine dazu brächten, die Jugendarbeit auszubauen: Mit Aufklärung übers soziale Miteinander und bildender Akzeptanz-Arbeit. Das gilt auch gesamtgesellschaftlich in Sachen Schul- und Erwachsenenbildung. Und gegen Beleidigungen, Hetze und Verleumdungen gibt es ohnehin bereits Regeln.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TomBerlinProfil
  • 15.01.2014, 18:10hKoblenz
  • Sorry, aber Verbote halte ich für ausgemachten Schwachsinn! Durch Verbieten ändert man keine Gesinnung, erreicht erst recht keine Toleranz - eher das Gegenteil. Dann lästern und beleidigen sie hinter unserem Rücken weiter. Da ist es mir lieber, wenn mir jemand direkt (ohne Verbot) sagt, dass er mich für eine "schwule Sau" hält. Dann weiss ich wenigstens woran ich bin und kann entsprechend reagieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 15.01.2014, 18:16h
  • Wichtig, um Profifußballern ein Coming out zu erleichtern, wäre es zudem vor allem, dass Werbepartner wie Nike, Adidas und andere Big Player im Sponsoring sich klar gegen Rassismus und Sexismus bekennen, und zu verstehen geben, wer ihre Produkte kauft, kauft indirekt auch bei Lesben und Schwulen.
    Homosexuelle müssen bislang im Männerfußball leider damit rechnen, auf Einnahmen und damit auch auf eine Karriere ganz oben zu verzichten. Das erschwert das Coming out.
  • Antworten » | Direktlink »