Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20824

Liam Davis spielt in der sechsten englischen Liga und ist dennoch der ranghöchste offen schwule Fußballspieler

Liam David, Mittelfeldspieler von Gainsborough Trinity, outete sich nach einem Teamwechsel.

Nicht nur in den Profiligen, sondern auch in den niedrigeren Spielklassen sind schwule Fußballspieler eine Seltenheit. Das englische Lokalblatt ""Lincolnshire Echo" hat jetzt ein lesenswertes Porträt eines Fußballers veröffentlicht.

Der 23-jährige Liam David hat sich damit nicht geoutet, wie manche Medien schreiben; er ging schon länger offen mit seiner Homosexualität um. Auch steht er nicht am Anfang einer Karriere; er spielt schon länger und ein Aufstieg in die Höchstklasse scheint unwahrscheinlich.

Gainsborough ist eine 20.100-Einwohner-Stadt in den East Midlands, die nächste größere Stadt ist Lincoln. Trinity spielt in der Conference North, das ist eine von zwei parallelen Ligen in der sechsten Ligaebene. In der elften Ebene wartet bereits mit der ersten Mannschaft des Stonewall FC ein Club mit überwiegend schwulen Fußballern.

Lob für Hitzlsperger

In dem Artikel lobte David den deutschen Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger für sein Coming-out, auch wenn es erst nach Karriereende erfolgte. Sein Vorbild sei der Rugby-Spieler Gareth Thomas, der sich noch während seiner aktiven Zeit geoutet hatte. Dabei sei dieser Sport viel mehr Macho.

In früheren Teams habe er öfters mal Witze über Schwule gehört, sagte David. Nachdem ihm ein Spieler im neuen Club aber geradezu zu einem Coming-out gedrängt habe, habe es keine Probleme gegeben – die Spieler der Kleinstadt hätten ohnehin bereits von seiner Homosexualität gewusst. Bei seiner Familie und Freunden hatte er sich zuvor geoutet.

"Ich bin glücklich damit, out zu sein, und stolz darauf", so David. Er hoffe, auch anderen Spielern mit den Aussagen Mut zu machen. Aber in höheren Ligen hätten Spieler mehr Sorgen vor der Anzahl der Fans, der Höhe des Medienechos und vor den eigenen Agenten, die schnell Einnahmeverluste befürchteten.

Vor den Mitspielern müsste man sich nicht sorgen: "Gainsborough ist ein guter Club, aber nicht anders als viele Teams in der Art, wie sie sich um Spieler kümmern. Ich denke nicht, dass in vielen Umkleiden Mitspieler zu Ausgestoßenen gemacht würden." Homosexualität sei viel akzeptierter als früher. (nb)



#1 MichaelTh
  • 15.01.2014, 21:44h
  • Sehr sympathischer Fußballer! Mögen noch viele seinem Beispiel folgen und ganz selbstverständlich schwul sein :-) Bravo!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 m123Anonym
  • 15.01.2014, 22:17h
  • Liebe schwule Fußballprofis,

    steht doch einfach dazu wer ihr seid und hört auf euch zu verstecken. Euch kann niemand was, wenn ihr die vereinzelten blöden Sprüche von der homophoben Minderheit an euch abprallen lasst. Und ihr wisst, dass jeder homophobe Spruch eigentlich nur die Dümmlichkeit des Aussprechenden betont. Ich schlage vor, dass ihr Kontakte zu anderen schwulen Spielern oder Ex-Spielern sucht, wie beispielsweise zu Thomas Hitzlsperger. Oder aber Kontakt zu vertrauenswürdigen Menschen wie Tatjana Eggeling. Und dann schließt euch zusammen und macht ein kollektives Coming Out von mehreren. Zwei, drei, vier Fußballprofis, die sich gemeinsam outen. Dann Vielleicht finden sich sogar noch mehr. Gerade jetzt im Windschatten des Hitzlsperger-Coming-Outs ist es eigentlich ein besonders guter Zeitpunkt. Denkt auch daran, dass ihr dann eure Identität nicht länger verstecken müsst, das Versteckspiel ein Ende hat, ihr frei leben und lieben könnt. Und natürlich könnt ihr weiterhin Fußball spielen. Und wie gesagt, auf die dümmlichen Sprüche von manchen wenigen homophoben Menschen würde ich gar nichts geben. Sollen die doch labern, brüllen, schreien. Ihr wisst doch, dass diese Sprüche dümmlich sind. Denkt doch vielleicht auch an die jungen schwulen Fußballspieler, denen ihr damit Mut gebt. Denkt daran wie sich dadurch das homophobe Klima an Schulen abschwächt und junge homosexuelle Schüler mehr Selbstwertgefühl entwickeln können. Vielleicht bewahrt ihr dadurch auch den ein oder anderen Jugendlichen vor dem Suizid. Vielleicht wird der ein oder andere Vater seinen schwulen Sohn dann besser akzeptieren, wenn der Vater ein Fan von euch ist. Ihr würdet mit einem Coming Out vielen jungen homosexuellen Menschen Hoffnung auf ein diskriminierungsärmeres Leben geben. Und ihr würdet die Homophobie in der Gesellschaft ein ganzes Stück weit zurückdrängen. Dass ihr gute Fußballer seid habt ihr schon bewiesen, wenn ihr in der ersten oder zweiten Fußballbundesliga spielt. Ihr gehört zu den besten Fußballern Deutschlands. Jetzt wäre es doch auch mal an der Zeit den Profifußball endlich von diesem erdrückenden Versteckspiel zu befreien, denkt ihr nicht auch? Ist es nicht eine einreißwürdige Situation, dass eine homophobe Minderheit Macht über euer privates Glück hat? Überlegt doch auch mal, dass ihr euch damit in der Geschichte verewigen würdet. Als mutige Vorbilder. In zehn oder zwanzig Jahren würden die Menschen zurückblicken und sagen "Das waren die, die das Eis endgültig gebrochen haben". Das wäre dann etwas, worauf ihr euer Leben lang stolz sein könnt. Und zwar wirklich stolz. Denkt immer daran, ihr seid so wie ihr seid. Und dafür wie ein Mensch nunmal ist, braucht sich niemand zu schämen, entschuldigen oder zu verstecken. Outet euch. Es bewirkt Gutes. Für euch und für viele andere Menschen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LarsAnonym
#4 FelixAnonym
  • 15.01.2014, 23:19h
  • Super!

    Herzlichen Glückwunsch, dass er sich dieses unwürdige Versteckspiel nicht mehr antut und sich nicht mehr selbst verleugnet.

    Es zeigt sich wieder mal: wenn einer vorangeht, folgen auch andere...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 small
  • 15.01.2014, 23:49h
  • Antwort auf #2 von m123
  • @m123
    Schöne Scheinwelt, toll wenn es so wäre....
    Stell Dich einfach mal zentral in die Kurven der Bundesligastadien und diskurtiere Dein Anliegen dort durch, bzw. versuche es....
    Ich wäre gespannt auf authentische Ergebnisse....
  • Antworten » | Direktlink »
#6 m123Anonym
  • 16.01.2014, 03:04h
  • Antwort auf #5 von small
  • Robbie Rogers in den USA hat es vorgemacht. Da gab es wohlwollenden Applaus als er nach seinem Coming Out wieder auf dem Platz stand. Das kann man im Internet sich ansehen. Ich glaube es würde also sogar eher positive Reaktionen der Fans geben, für den Mut den ein schwuler aktiver Fußballprofi aufgebracht hat sich zu outen. Natürlich kann es in Auswärtsspielen sein, dass da hin und wieder von den gegnerischen Fans böse homophobe Fangesänge kommen. Aber wie gesagt, erstens würde die Mehrheit der homosexuellenfreundlichen Fans dem etwas entgegensetzen, so dass die homophoben Fangesänge ganz schnell in sich zusammenbrechen würden. Und zweitens kann man, wenn man mental stark ist, diese homophoben Sprüche auch an sich abprallen lassen, weil man doch weiß, dass diese Sprüche nur dümmlich sind.

    Außerdem würde dann nach dem Spiel über die Medien über etwaige homophobe Vorfälle diskutiert werden, und es würden dann womöglich auch Sanktionen gegen die gegnerischen Fans erfolgen, ganz so wie bei Rassismus auch.

    Hitzlsperger hat praktisch schon die Hauptarbeit gemacht. Für die Menschen wäre es jetzt glaube ich nicht mehr eine so große "Sensation", wenn sich ein aktiver Profi outen würde. Mit Sicherheit würde es dann zwar wieder ein, zwei oder drei Tage Berichterstattung darüber geben, aber dann wird es auch wieder langweilig, und außerdem war dasselbe Thema durch Hitzlsperger doch schon da. Es wird also mit Sicherheit weniger Berichterstattung und weniger intensive Berichterstattung geben als wie wenn Hitzlsperger sich vorher nicht geoutet hätte und nicht schon einen Großteil des ganzen Tamtam um ein Coming Out eines Profifußballers auf sich gezogen hätte.

    Und wenn sich dann nicht nur einer outet, sondern mehrere, dann ist das sogar für jeden schwulen Profi noch viel einfacher sich zu outen. In Ruhe an einem privaten Ort treffen und sich zusammensetzen, das durchsprechen wie man das Coming Out zusammen machen kann, dann ein bis drei Tage Medientrubel einkalkulieren, und dann wieder auf Fußball konzentrieren. Und dann wird sich im Stadion zeigen, dass die Angst größtenteils unberechtigt war. Und ich glaub auch nicht, dass die geouteten Spieler dann Angst vor Verlust von Sponsoren haben müssen. Es gibt sicher auch Sponsoren, die dann vielleicht gerne mit offen schwulen Fußballspielern Werbespots für ein Produkt drehen wollen unter so nem Motto "Du kannst alles sein". Solche Spots gibt es schon längst und die Werbeindustrie würde sich eher um einen solchen Spieler reißen anstatt einen solchen Spieler von Werbeverträgen auszuschließen. D. h. ein geouteter Spieler wird sogar mehr Optionen hinsichtlich hinsichtlich Werbeverträgen haben. Und wenn er einen Werbespot nicht machen will, dann muss er ihn ja auch nicht machen.

    Ich würde meinen Arsch drauf verwetten, dass die Fans den schwulen Spielern, die sich outen, beim ersten Spiel großen Respekt zollen und das im Stadion auch zum Ausdruck bringen, genau wie bei Robbie Rogers auch.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 small
  • 16.01.2014, 21:47h
  • Antwort auf #1 von MichaelTh
  • @ m123
    Du kannst Dir das weiterhin in langen Kommentaren schön reden und die Realität verleugnen, aber sei sicher, das ist noch lange nicht so wie Du es hier verherrlichets!
    Ich bin mehr oder weniger regelmäßig im Stadion unterwegs und die Realität dort ist nach wie vor eine ganz andere. Dein beschworenenr Kuschelkurs ist da noch lange nicht angekommen....
    Man, nimm doch mal die Realität wahr....
  • Antworten » | Direktlink »
#9 m123Anonym
  • 16.01.2014, 22:06h
  • Antwort auf #8 von small
  • Was du nicht begreifst ist, dass du auf der Tribüne stehst und nicht auf dem Platz. Ein Fußballprofi steht auf dem Platz und nicht da wo du im Stadion stehst! Das ist ein großer Unterschied!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 daVinci6667
  • 17.01.2014, 00:12h
  • Antwort auf #2 von m123

  • Bravo, recht hast du! Verstehe nur nicht, warum du nicht mehr grün dafür bekommen hast.

    Vermutlich haben dir lauter Angsthasen rot gegeben. Die Welt gehört aber den Mutigen, auch wenn das leider schon auch mal in die Hose gehen kann.

    Deshalb schlägst du ein gleichzeitiges Coming-out von mehreren vor, was wirklich klappen könnte.

    Nur mal so, Wären früher die Menschen auch so ängstlich, feige und nur auf ihr Geld und Vorteil versessen gewesen wie das heute den Anschein macht, wäre Homosexualität wahrscheinlich immer nich verboten oder wir würden weiterhin auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

    Ich denke die grosse Mehrheit der Umfrageteilnehmer haben recht. Ein Coming-out an der Schule braucht heute mehr Mut.

    Nur da gehts auch nicht um so viel Geld.
  • Antworten » | Direktlink »