Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
 powered by
  • 16.01.2014           5      Teilen:   |

Mehr als gayfriendly

Zehn Gründe, warum ich Island liebe

Artikelbild
Paradies unterm Regenbogen: Island ist das exotischste Reiseziel in Europa (Bild: Moyan Brenn / flickr / cc by-nd 2.0)

Queer.de-Redakteur Micha Schulze über die exotische Insel ohne Armee, mit grenzenlosem W-Lan, kommunikativen Hot Tubs und in Molke eingelegten Hammelhoden.

1. Ein Paradies für Online-Menschen
Oft dauert es auf Reisen ewig, bis man endlich eine funktionierende (oder bezahlbare) Internetverbindung gefunden hat – für mich als Onlineredakteur ist das ein ständiges Ärgernis. Ganz anders in Island: In keinem anderen Land der Welt ist es so einfach, ins Netz gehen. Schon im Flughafenbus nach Reykjavik wird kostenloses W-Lan angeboten. In der Hauptstadt selbst hat man die Qual der Wahl, in welchen Wifi-Spot man sich einloggt – viele sind unverschlüsselt. Wer aufs Land fährt, ist mit einer Sim-Karte von Síminn gut versorgt: Selbst am entferntesten Vulkan oder Gletscher hat man eine hervorragende 3G-Verbindung und kann damit User-Kommentare freischalten oder einfach nur Fotos auf Facebook posten.

2. Natur, Natur, Natur
Island gehört zu Europa und ist doch genauso exotisch für mich wie beispielsweise Burma. Nur halt mit Geysiren, Fjorden, Vulkanen und Gletschern statt mit Palmen, Tempelruinen, Traumstränden und Regenwald. Islands Natur und Landschaft sind im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend – vor allem wenn man wie ich im grauen Berlin geboren und aufgewachsen ist. Inmitten der surrealen Krater-und Lavalandschaft kommt man sich klein, fast demütig vor. Allein die "blue hours" am Morgen sind eine Reise nach Island wert! Nur die Nordlichter habe ich leider noch immer nicht gesehen. Deshalb muss ich auf jeden Fall noch mal hin!

Fortsetzung nach Anzeige


Heiße Jungs im heißen Wasser: Island bietet zahlreiche thermal beheizte Bäder - Quelle: Pink Iceland
Heiße Jungs im heißen Wasser: Island bietet zahlreiche thermal beheizte Bäder (Bild: Pink Iceland)

3. Ein Land ohne Armee
Von einem Land ohne Armee habe ich in meinen friedensbewegten Jahren immer geträumt. In Island ist das seit vielen Jahrzehnten Realität. Der Insel-Staat ist zwar offizielles Mitglied der NATO, verzichtet jedoch seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1944 auf reguläre Streitkräfte. 1995 wurden sogar die letzten Bestimmungen zum Unterhalt einer Armee aus der Verfassung gestrichen. Selbst die Aufgabe der Küstenwache besteht nur darin, die Kabeljau-Vorkommen zu schützen und Menschen in Seenot zu helfen.

4. Aufwärmen im Hot Tub
Die meisten Island-Touristen springen gleich nach der Landung in Keflavik in die legendäre Blaue Lagune – mir selbst gefallen die gewöhnlichen Hot Tubs noch viel besser. Jedes öffentliche Schwimmbad in Reykjavik hat gleich mehrere dieser mit Thermalwasser beheizten runden Außenbecken, in die jeweils rund 10 Menschen hineinpassen. Bei 36 Grad fängt man an und kann sich dann in 2-Grad-Schritten bis 42 Grad vorwagen – die Haut glüht dann wirklich schön rot! Der Hot Tub ist ein sehr kommunikativer Ort. Würde ich in Island leben, würde ich hier alle meine Interviews führen. Am schönsten ist das Abhängen im Hot Tub, wenn es dabei schneit!

5. Keine Passkontrolle
Jeder, der mal wie ich drei Stunden am J.F.K. Airport in der Schlange vor der Passkontrolle gestanden hat, weiß das Schengener Abkommen zu schätzen. Seit 2001 ist Island Schengen-Mitglied, d.h es gibt keine Grenzkontrolle, wenn man mit dem Flieger aus der Bundesrepublik anreist. Selbst wenn der Reisepass abgelaufen ist, kann man also noch schnell einen Flug zum "Rainbow Reykjavik"-Festival buchen, das am 30. Januar 2014 beginnt. Gut auch für binationale Paare: Jeder, der mit einem Schengen-Visum nach Deutschland gekommen ist, kann ebenfalls problemlos einen Abstecher nach Reykjavik machen. Mein Freund drängelt schon die ganze Zeit…

6. Die bargeldlose Insel
Das isländische Geld ist nett anzuschauen. Auf den Münzen tummeln sich Fische und andere Meerestiere, und auf dem 5.000-Kronen-Schein grinst mit Ragnheiður Jónsdóttir eine stickende Bischofswitwe mit lustigem Hut. Doch eigentlich braucht man gar keine Euros zu wechseln oder Bargeld am Geldautomaten zu ziehen. Selbst die Tasse Kaffee an der Bude bezahlen die Isländer mit der Kreditkarte – daran musste ich mich erstmal gewöhnen, macht aber Spaß. Damit man bei der Abrechnung später keinen Schock bekommt, sollte man trotzdem die Preise im Kopf umrechnen. Für einen Euro bekommt man derzeit rund 160 isländische Kronen.

Flagge zeigen: Der Gay Pride Reykjavik, der jedes Jahr im August stattfindet, ist das größte Event der Insel
Flagge zeigen: Der Gay Pride Reykjavik, der jedes Jahr im August stattfindet, ist das größte Event der Insel (Bild: Pink Iceland)

7. Kulturschock
Zu Islands "Exotik" gehört nicht nur die Natur. Auch viele andere Dinge sorgen für einen meist angenehmen Kulturschock. Da wäre zum einen die ungewöhnliche isländische Sprache mit Buchstaben wie "Þ", "Ð" und "Æ", die dem Altnordischen etwas ähnelt – und Freunde aus Norwegen und Schweden immer wieder zum Lachen bringt. Isländisch klingt für sie wie für uns das Mittelhochdeutsch eines Walther von der Vogelweide. Doch zum Glück sprechen die Isländer perfektes Englisch. Zum Kulturschock gehören auch ungewöhnliche Gerichte wie "hákarl" – eine isländische Spezialität, die aus verrottetem Fleisch des Grönlandhais besteht. "Súrsaðir hrútspungar", in Molke eingelegte Hammelhoden, waren dagegen gar nicht mal schlecht…

8. Ein sicheres Reiseland
Einen Gürtel mit Geheimfach, einen albernen Brustbeutel unter dem Pullover für den Ausweis und eine Fototasche mit Sicherheitsschloss – all das braucht man in Island nicht wirklich. Die kleine Insel gehört zu den sichersten und angenehmsten Reiseländern der Welt, viele Häuser und Autos werden nicht einmal abgeschlossen. Auch wer in Reykjavik in ein Taxi steigt, muss keine manipulierten Taxameter oder unnötige Umwege befürchten. Auch wenn ich im Allgemeinen recht abenteuerlustig bin: Für mich sind das wichtige Punkte, um mich auf Reisen wirklich wohl zu fühlen.

9. Die Öko-Insel
In Deutschland streiten wir über Atom- und Kohlekraftwerke, Island dagegen deckt 100 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen, nämlich Erdwärme und Wasserkraft. Klasse! Unter einer isländischen Dusche muss ich zu keinem Zeitpunkt befürchten, dass der Boilervorrat plötzlich zur Neige geht – geothermale Energie sorgt für Warmwasser und Heizung in den allermeisten Haushalten und Hotels. Nicht zu vergessen: das leckere Leitungswasser. Teures Trinkwasser in Plastikflaschen ist auf der Öko-Insel gänzlich unbekannt.

10. Absolut gayfriendly
Eigentlich sollte es bereits bekannt sein, aber natürlich muss ich es hier erwähnen: Auf Island spielt es keine Rolle, ob man schwul, lesbisch, bi oder hetero ist. Wirklich niemand guckt einen deshalb blöde an. Im Gegenteil: Viele Isländer schüttelten empört mit dem Kopf, als ich erzählte, dass homosexuelle Paare in Deutschland noch immer nicht heiraten können. Anders als etwa Jóhanna Sigurðardóttir, die als weltweit erste offen lesbische Ministerpräsidentin Island von 2008 bis 2013 regierte.

  Anreise
Für eine Reise nach Island – nicht nur zu "Rainbow Reykjavik" – empfehlen wir Icelandair. Die Fluggesellschaft unterstützt nicht nur seit vielen Jahren schwul-lesbische Events wie den Reykjavik Pride, sondern gilt mit ihrer strikten Antidiskriminierungspolitik als eine der LGBT-freundlichsten Gesellschaften der Branche. Islands internationaler Flughafen Keflavik wird aus Deutschland direkt von Frankfurt und München sowie im Sommer auch ab Hamburg, Zürich und Genf angeflogen. Bei Flügen nach Nordamerika kann ein kostenloses Stopover auf Island eingelegt werden.
Links zum Thema:
» Island-Touren von Pink Iceland
» Festival Rainbow Reykjavik vom 30.1.-2.2.2014
» Reykjavik Pride im August 2014
» Homepage von Icelandair
Mehr zum Thema:
» Rainbow Reykjavik Festival: Der Gaysir ruft! (09.12.2013)
» Sieben Tipps für Island im Winter (01.11.2013)
» Stopover auf Island (05.09.2013)
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 5 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 91             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: island, hot tub, icelandair, reykjavik
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Zehn Gründe, warum ich Island liebe"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
17.01.2014
00:20:12


(0, 2 Votes)

Von Dani


Na jaaaaa, das kalte Leitungswasser ist lecker, vor allem auf dem Land, aus eigener Quelle - und Wasser in Restaurants kostet auch nichts :) Aber: es gibt doch Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, mit oder ohne Kohlensäure :)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
17.01.2014
08:30:43


(+3, 3 Votes)

Von Rene


Kann dem nur 100%ig zustimmen!
Fahre im Juni nun das dritte mal nach Island.
Definitiv ist das mein Lieblingsreiseziel!
Ich liebe besonders die Abgeschiedenheit.

Immer eine Reise wert!!
Wer kein Strandurlauber ist, sollte sich das Land nicht entgehen lassen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
17.01.2014
10:21:01


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Island ist eine Reise wert!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
17.01.2014
10:41:50


(+4, 4 Votes)

Von Jeff
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


Island ist immer reisewert!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
17.01.2014
13:04:49


(+3, 3 Votes)

Von sperling


ich wünsche dir, dass du beim nächsten mal polarlichter sehen kannst, micha. ich bin im hohen norden abends immer aufgeregt wie ein kind vor weihnachten nach draußen gehoppelt, um endlich welche zu erhaschen. und habe dann auch einige gesehen. das ist ein wunderschönes erlebnis!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 REISE - EUROPAZIELE

Top-Links (Werbung)

 REISE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Hedwig von Beverfoerde tritt aus CDU aus Sachsen: Alle außer AfD begrüßen Sexualkunde-Leitlinien IS soll mutmaßlichen Schwulen in Syrien exekutiert haben Parteitag in Essen: CDU gibt sich homofreundlich
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt