Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20839

Von dem Urteil zur Samenspende profitieren auch heterosexuelle Paare

In Österreich ist Frauen in lesbischen Lebensgemeinschaften künftig die Erfüllung ihres Kinderwunsches durch künstliche Fortpflanzung mittels Samenspende erlaubt. Der Verfassungsgerichtshof hielt ein entsprechendes Gesetz laut einer am Freitag bekannt gewordenen Entscheidung für eine unbegründete Diskriminierung.

Die Entscheidung gilt zunächst nur für das Frauenpaar, das gegen das Verbot geklagt hatte. Der Gesetzgeber hat bis zum Jahresende Zeit, eine neue Regelung zu treffen. Seitens des Gerichts hieß es, die Argumentation der Regierung, man wolle Leihmutterschaften vermeiden, greife nicht, da es sich hier anders als bei Eizellenspende und ähnlichen Verfahren um einen natürlichen Schwangerschafts- und Geburtsvorgang handele.

Auch könne der "Schutz der Familie" das Verbot nicht rechtfertigen. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften seien nach EU-Recht weitgehend wie Eheleute zu behandeln. Auch Heterosexuelle profitieren von dem Urteil: Das Gericht hob auch Passagen auf, die ihnen ebenfalls Einschränkungen bei diesem Fortpflanzungsweg machten.

Kritik kam von der katholischen Kirche: Kinder wünschten sich Vater und Mutter und hätten darauf auch ein Recht, sagte der Bischof von St. Pölten, Klaus Küng. (nb)



#1 David77Anonym
  • 17.01.2014, 20:02h

  • Küng sollte erstmal bei sich aufräumen. Wo ist denn bei priesterkindern das recht auf mutter UND vater? Und wieso spricht man kindern in lesbischen beziehungen das recht auf leben ab? Soviel zum kindeswohl und glaubwürdigkeit als abtreibungsgegner.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RomanionAnonym
  • 17.01.2014, 20:15h
  • Leihmutter für Schwule verboten, Samenspende für Lesben erlaubt? Warum. Was ist gegen eine Leihmutter einzuwenden wenn die es freiwillig tut?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Sveni MausiAnonym
  • 17.01.2014, 21:41h
  • Antwort auf #2 von Romanion
  • Ja, das ist eine positiv-Diskriminierung von Frauen auf Grund des sexistischen Frauenbildes.
    Die Frau als immer fühlendes, fürsorgliches und mütterliches Wesen.
    Der Mann will nur seinen "Samen streuen" ist die andere Seite der Medaille.
    Samenspende für Lesben passt da rein, Leihmutterschaft für Schwule nicht.
    Das ist der einzige Grund. Vorurteile, so einfach ist das :-/
  • Antworten » | Direktlink »
#4 YannickAnonym
  • 18.01.2014, 09:34h
  • "Kritik kam von der katholischen Kirche: Kinder wünschten sich Vater und Mutter und hätten darauf auch ein Recht, sagte der Bischof von St. Pölten, Klaus Küng. "

    Vor allem wünschen sich Kinder, nicht von Pfaffen missbraucht zu werden.

    Im übrigen wünschen sich Kinder eine liebevolle Familie. Und bei schwulen oder lesbischen Paaren wissen sie zumindest, dass sie Wunschkinder sind.

    Und selbst alleinerziehende Eltern können tolle Eltern sein. Aber wahrscheinlich will die Kirche auch denen die Kinder abnehmen, um sie selbst missbrauchen zu können.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 PetterAnonym
  • 18.01.2014, 09:35h
  • Bravo!

    Ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zum Ziel.

    Jetzt müssen als nächstes auch Schwule reproduktionsmedizinisch gleichgestellt werden!!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 Timm JohannesAnonym
  • 19.01.2014, 00:06h
  • Sehr gute Entscheidung

    Damit ist auch lesbischen Lebensgemeinschaften in Österreich die Samenspende rechtlich zugänglich.

    In anderen europäischen Ländern wie Niederlande, Belgien, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark, das Vereinigte Königreich, Deutschland und Spanien sind Samenspenden für lesbische Paare rechtlich erlaubt.

    Wie es in den osteuropäischen Staaten aussschaut, weiß ich leider hinggen nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 WissenschaftAnonym
  • 19.01.2014, 00:35h
  • Sehr gut!

    An diesem Beispiel wird auch glasklar deutlich, dass die Gleichung "schwul/lesbisch" = "keine biologische Reproduktion" nicht etwa von der Natur oder irgendeinem Gott, sondern einzig allein von reaktionären Ideologen und Herrenmenschen, unter den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen, so vorgegeben ist.

    Menschen tragen auf vielfältigste Weise und in unterschiedlichsten familiären Konstellationen zur gesellschaftlichen Reproduktion bei (die weit umfassender ist als die biologische), völlig unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Identität.

    Der Schutz der Menschenwürde und der Gleichheitsgrundsatz erfordern, dass all diese Menschen und ihre Lebensweisen und familiären Konstellationen vollständig und uneingeschränkt gleichbehandelt werden.

    Alles andere ist menschenverachtende, auch historisch klar zu verortende, faschistoide Ideologie - und gerade diese verhindert die reiche und vielfältige Weitergabe von Leben!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
#10 por_favor_amorEhemaliges Profil
  • 19.01.2014, 19:44h
  • Sehr erfreuliche Entscheidung!

    Jeder Schritt der Diskriminierung und Ungerechtigkeit abbaut, ist ein guter!

    Auch wenn es sich in Europa - was die Lage der Gleichberechtigung im Moment anbelangt - um einen Flickenteppich handelt - ist jeder einzelne Schritt jedes europäischen Staates wichtig um Signale zu setzen damit sich in Zukunft die Gesetze allgemein anpassen, und dass es einmal keinen Unterschied mehr macht wo man in Europa lebt.

    Eines wundert mich dennoch, woher will denn ein kinderloser Bischof wissen, was sich Kinder wünschen?
    Außerdem denke ich nicht, dass sich Kinder im jeden Falle (nur) heterosexuelle Eltern wünschen:

    - ein Pflegekind oder Waisenkind wäre die sexuelle Orientierung seiner Pflegeeltern bestimmt weniger wichtig - als der Aspekt der Liebe und Zuwendung, die genauso gut auch homosexuelle Eltern geben können.

    - ein Kind - dass in einer Familie aufwächst, in der der Vater immer betrunken nach Hause kommt und die Mutter schlägt - hätte es in einer liebenden und respektvollen Partnerschaft von zwei Männern oder Frauen ein Tausend Mal besseres Leben.

    Die Argumente von der kath. Kirche oder vom Bischof kann ich in keinster Weise teilen.
  • Antworten » | Direktlink »