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Streifzüge durch die multikulturelle Metropole Brüssel und die szenigste Stadt Flanderns, Antwerpen

Von Roberto La Pietra

Unser westlicher Nachbar gilt zwar als eines der liberalsten Länder Europas, macht aber touristisch nicht oft von sich reden. Dabei ist eine Reise nach Belgien doch so interessant. Einen guten Eindruck kann man sich verschaffen, wenn man auf einer Tour die Hauptstadt Brüssel und Flanderns wohl schönste Stadt – Antwerpen – verbindet.

Den Mittelpunkt Brüssels bildet der von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Grote Markt. Nur ein paar Schritte entfernt gibt’s den berühmten Manneken Pis zu bewundern – die Stadt hat allerdings interessantere Sehenswürdigkeiten zu bieten als den kleinen Kerl. So lohnt zum Beispiel ein Besuch des Kunstbergs, wo es eine Ansammlung vieler Museen gibt. Oder wie wär’s mit einem Besuch der St. Hubert Galerien? Diese Shoppingarkaden zählen zu den schönsten Europas und halten an Regentagen zudem noch trocken. Nicht zuletzt muss man natürlich das Europa-Viertel gesehen haben. Hier gibt’s einerseits die modernen Bauten des Parlaments zu bestaunen, auf der anderen Seite lassen sich hübsche Wohnhäuser im Jugendstil entdecken.

Auch ein nettes Nachtleben hat Brüssel zu bieten: Die meisten Kneipen und Clubs befinden sich in der Gegend um den Grote Markt – genauer gesagt in der Rue des Pierres und der Rue de Marché au Charbon, wo auch das Rainbowhouse liegt, in dem man sich mit Szene-Infos eindecken kann. Die Läden hier sind weniger prätentiöse Cafés und Lounges, sondern eher enge, kleine Bars und Pubs, in denen man sich am Wochenende auf die Füße tritt – dafür geht es dann aber geselliger zu und man kommt leichter ins Gespräch. Typische Adressen sind zum Beispiel Can Can, das Underground Kafé oder Homo Erectus. Ebenfalls in der Nähe gibt es seit kurzem das Le Lombard, das nicht unbedingt explizit schwul ist, aber im Vergleich zum Rest der Szene eher hell, groß und schick. Die bekannteste Bar ist wohl Le Belgica – das fast schon eine Institution ist. Unter den Clubs nimmt Why Not eine wichtige Rolle ein – nicht zuletzt deswegen, weil es täglich geöffnet hat. Darüber hinaus erfreuen sich in den Benelux-Ländern derzeit an Sonntagen Tea Dances und Happy Hours großer Beliebtheit. Oft geht es schon um 16, spätestens aber um 18 Uhr los, dafür ist aber dann um Mitternacht auch Schluss.

Ganz anders als die Hauptstadt: Antwerpen

Wer das flämische Gesicht Belgiens kennen lernen möchte, sollte einen Abstecher nach Antwerpen machen. Brüssel liegt zwar ebenfalls in Flandern, ist aber überwiegend frankophon – also französischsprachig. Die kurze Fahrt von der Hauptstadt nach Antwerpen ist wie ein kleiner Kulturschock, denn die Städte sind so gegensätzlich. In Antwerpen wird man vom riesigen, kolossalen Gebäude des Hauptbahnhofs empfangen. In direkter Nachbarschaft befinden sich zahlreiche Händler von Schmuck und Edelsteinen, denn Antwerpen ist die weltweite Hauptstadt des Diamantenhandels. Darüber hinaus ist die Metropole berühmt für den Zoo, der angeblich einer der schönsten der Erde ist.

Auf der Meir, der Haupteinkaufsstraße geht es Richtung historisches Zentrum, dessen Mittelpunkt der Groen Plaats mit der nahe gelegenen gotischen Kathedrale ist. Auch das Schelde-Ufer mit Hafen und Burg Steen ist einen Besuch wert. Wer gerne ins Museum geht, findet übrigens eine reiche Auswahl in Antwerpen. Das Rubenshaus ist dem berühmtesten Stadtbewohner gewidmet. Darüber hinaus gibt es Museen für Archäologie, Fotografie und Mode.

Die Szene der Stadt ist über die Grenzen hinaus bekannt – allerdings nicht, weil es hier eine so große schwule Meile gibt. Die Kneipen verstreuen sich eher über das ganze Stadtgebiet, was die Sache für Touristen nicht unbedingt leicht macht. Es gibt zwar mit der Van Schoonhovenstraat schon so etwas wie eine Ansammlung von Bars, die Einheimischen scheinen aber nicht viel von ihr zu halten, denn sie nennen sie abfällig Rue de Vaseline.

Die größte Gay-Disco des Benelux': Red & Blue

Der hippste Laden im Norden der Innenstadt ist sicherlich das Hessenhuis in der Falconrui 53, eine moderne Bar in Blau auf zwei Etagen. Die Leute sind hier verglichen mit Brüssel sehr mode- und selbstbewusst, aber dennoch aufgeschlossen und keineswegs arrogant. Was Clubbing angeht, lockt Red & Blue in der Lange Schipperskapelstraat Besucher von weit her an. Die größte Gay-Disco des Benelux’ ist so beliebt, dass selbst Amsterdamer die mehrstündige Fahrt auf sich nehmen, um vor allem samstags dabei zu sein. Vorwiegend wird hier Techno oder House gespielt.

Alles in allem ist ein Kurztrip nach Antwerpen und Brüssel ein spannendes Erlebnis. Die beiden benachbarten Städte könnten kulturell nicht unterschiedlicher sein. Kein Wunder, dass Europas Hauptstadt in Belgien liegt!

Fotos: Fremdenverkehrsamt Flandern/Rainbowhouse



#1 PITAnonym
  • 10.12.2004, 19:36h
  • Sehr guter Bericht! Belgien ist wirklich eine Reise wert und hat mehr zu bieten als die Niederlande!
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#2 joséAnonym
  • 28.12.2004, 01:04h
  • Toller Beitrag!!! Da ich Belgier bin, freut es mich auch mal was Positives zu lesen über mein Land.

    Ein Tipp zu Belgischen kleinstädten würde ich Brügge als Romantische Stadt bezeichnen, Spa Lüttich als das "wahre Schwarz weiss"
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