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Seit 2005 CDU/CSU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag: Volker Kauder ist der einfkussreichste und lautstärkste Gegner von LGBT-Rechten in der Union (Bild: blu-news.org / flickr / by-sa 2.0)

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder erklärt die Forderung nach gleichen Rechten für erledigt. Das Adoptionsverbot für Homosexuelle sei "nicht diskriminierend".

Der Fraktionsvorsitzende von CDU/CSU im Deutschen Bundestag hat in einem am Samstag veröffentlichten Interview die Forderung nach gleichen Rechten für Lesben und Schwule für erledigt erklärt. "Die Gleichstellung ist auch inzwischen da – außer eben bei der Adoption", meinte Volker Kauder gegenüber der "Berliner Zeitung".

Im Interview sprach sich der 64-Jährige erneut dafür aus, das Adoptionsverbot für eingetragene Lebenspartner nicht aufzuheben – auch wenn ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts noch in diesem Jahr erwartet wird. "Das ist nicht diskriminierend", behauptete der Unions-Fraktionschef. "Unser Maßstab ist ausschließlich das Kindeswohl. Das Interesse von Erwachsenen, die ein Kind adoptieren wollen, muss dahinter zurücktreten. Es gibt auch für Heterosexuelle keinen Anspruch auf Adoption."

Wäre Westerwelle ein schlechterer Vater als Brüderle?

Die Reporter der "Berliner Zeitung" merkten daraufhin korrekt an: "Aber ein Recht" – und fragten: "Kann Guido Westerwelle als Schwuler ein Kind weniger gut erziehen als etwa Rainer Brüderle als Heterosexueller?"

Volker Kauder entgegnete, er sei "überzeugt, dass es für ein Kind am besten ist, wenn, wie die Psychotherapeuten sagen, väterliches und mütterliches Prinzip vorhanden sind". Erziehung könne zwar auch "in anderen Konstellationen" gelingen, aber das müsse bei Adoptionen nicht zur Regel gemacht werden. "Es gibt mehr Adoptionswünsche als zu adoptierende Kinder. Die Kinder sollten in Familien mit Vater und Mutter kommen."

Auch die Öffnung der Ehe, die einzig konsequente Gleichstellung lesbisch-schwuler Paare, ist für den CDU-Spitzenpolitiker ein rotes Tuch: "Wenn nun auch gefordert wird, die Ehe für Homosexuelle zu öffnen, kann ich nur sagen: Die Ehe ist nach dem Verständnis des Grundgesetzes die Verbindung zwischen Mann und Frau", so Kauder. "Die Väter und Mütter des Grundgesetzes haben auch nie etwas anderes gedacht."

Kauder ermahnt das Bundesverfassungsgericht


Volker Kauder fühlt sich von Kritikern seiner diskriminierenden Politik "in wüster Form angegriffen" (Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion)

In diesem Zusammenhang hob der Fraktionschef seinen Zeigefinger mahnend in Richtung Karlsruhe: "Ein paar Grundentscheidungen der Verfassung sind nicht interpretierbar, dazu gehört das Verständnis der Ehe. Daran sollte auch das Bundesverfassungsgericht nicht rütteln." Das höchste deutsche Gericht könne das Grundgesetz nur interpretieren, rüffelte Kauder. "Manchmal habe ich den Eindruck, dass das Prinzip der Selbstbeschränkung des Bundesverfassungsgerichts heute nicht mehr ernst genommen wird."

Insgesamt fühlt sich der 64-Jährige von der Forderung nach gleichen Rechten für Lesben und Schwule und Kritik an bestehender Diskriminierung zunehmend bedroht. "Bei diesem ganzen Thema besorgt mich auch die Art der Diskussion", erklärte Volker Kauder im Interview: "Manchmal scheint es mir, als tolerierten einige nur das, was ihrer Ansicht oder dem Mainstream entspricht. Ansonsten wird man in wüster Form angegriffen."

Volker Kauder ist der einflussreichste und lautstärkste Gegner von LGBT-Rechten in der Union. Der Sympathisant der evangelikalen Bewegung ist seit 2005 Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag. Als er im vergangen Jahr indirekt damit drohte, man könne die Eingetragene Lebenspartnerschaft auch wieder abschaffen, erhielt Kauder von der queer.de-Redaktion zum zweiten Mal eine Homo-Gurke verliehen. (cw)



#1 Christian KnuthAnonym
#2 SuhiAnonym
  • 19.01.2014, 15:25h
  • Was für ein Kauderwelsch! Als nächstes müssen dann Alleinerziehende ihre Kinder abgeben oder was?

    Die Väter und Mütter des Grundgesetzes haben sich vor allem gedacht, dass es ein Ende geben muss mit der Einmischung des Staates in die Familienplanung. Da hat der Staat auch nicht vorzuschreiben, wie eine Familie auszusehen hat. Das hatten wir nämlich alles schon...
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 19.01.2014, 15:25h
  • "Es gibt mehr Adoptionswünsche als zu adoptierende Kinder. Die Kinder sollten in Familien mit Vater und Mutter kommen."

    --> Herr Kauder verschweigt hier schlichtweg, dass sich seine Aussage nur auf Kinder bezieht, die aus (!) Deutschland stammen.

    Das es weltweit sich ganz anders verhält und in afrikanischen, osteuropäischen und asiatischen Ländern teilweise verzweifelt nach Adoptionseltern gesucht wird, darauf geht Herr Kauder nicht ein.

    Weltweit betrachtet gibt es viel mehr zu adoptierende Kinder als Adoptionswünsche.
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#4 ueberlinProfil
  • 19.01.2014, 15:25hBerlin
  • Von wegen "nicht im Sinne der Väter und Mütter des Grundgesetz"...
    Was für ein Armleuchter.

    Das kommt davon, wenn man Herrenmenschen erlaubt Toleranz zu üben, statt Achtung der Menschenrechte für alle und Zurücknahme ihrer beschränkten Sichtweise.
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#5 EnyyoAnonym
  • 19.01.2014, 15:29h
  • Immer diese selbst ernannten Erziehungsexperten!

    Dass bei heterosexuellen Familien aus Mann und Frau trotzdem oft bescheuerte Kinder bzw. Erwachsene hervor kommen sieht man doch ständig im Alltag!
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#6 Danke SPDAnonym
#7 olfwobAnonym
  • 19.01.2014, 15:34h
  • Herr Kauder sagt: "Manchmal scheint es mir, als tolerierten einige nur das, was ihrer Ansicht oder dem Mainstream entspricht. Ansonsten wird man in wüster Form angegriffen."
    Wer Herrn Kauder etwas "kennt", kann sich ungefähr vorstellen was er so von sich geben würde, wenn ihm seine Grundrechte - wie hier von ihm die der Schwulen und Lesben - verweigert werden würden.
    Was für ein Demokrat ist er eigentlich, dass er darüber entscheiden darf, wieviel Gleichstellung eine Gruppe der Bevölkerung zusteht?
    Wird einem Heteropaar eigentlich die Adoption auch verweigert, wenn z.B. einer der Partner Afrikaner ist, da das Kind dann auch Probleme mit der Gesellschaft haben könnte?
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#8 wiedehopfAnonym
  • 19.01.2014, 15:37h
  • Entspricht es eigentlich dem immer bei dieser Gelegenheit zitierten Kindeswohl, dass es aufgrund des eingeschränkten Adoptionsrechts passieren kann, dass ein Kind, welches bei einem gleichgeschlechtlichen Paar aufwächst, bei Tod des einen Partners aus der Obhut des anderen faktischen Elternteils gerissen wird?
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#10 genauAnonym
  • 19.01.2014, 15:46h
  • Antwort auf #6 von Danke SPD
  • seid mal ein bisschen dankbarer!

    dem bündnis mit solchen leitfiguren haben die spd-oberen ihre ministerposten zu verdanken!

    und was denen damit für ein stress erspart wird, ihre hohlen wahlversprechen mit der bundestagsmehrheit gegen die minderheit cdu/csu tatsächlich umzusetzen!

    gegen konzernmedien und kirchen!
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