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"Banal-Sex", Sirko Salkas erstes Buch, ist im Berliner Querverlag erschienen

In seinem Buch "Banal-Sex" beschreibt Sirko Salka die Skurrilitäten des schwulen Großstadtlebens.

Von Bodo Niendel

Sirko Salka, der ehemalige Chefredakteur des queeren Berliner Stadtmagazins "Siegessäule", hat ein heiteres Buch über schwule Befindlichkeiten geschrieben. Anhand der sieben Todsünden erklärt er in "Banal-Sex", was Schwulsein in der Metropole so ausmacht.

Da wäre zum Beispiel der tägliche Gang ins Fitnessstudio, mit dem der gewöhnliche Homosexuelle das Unvermeidliche zu bekämpfen versucht – die Vergänglichkeit der Jugend. Dann das Chatten, zumeist mit dem neuesten IPhone, an den unmöglichsten Orten. Der Großstadt-Schwule geht diesem Verhalten selbst dort nach, wo eigentlich genau das passiert, wonach er im Chat sucht – auf Sexpartys.

Sirko Salka beschreibt die Skurrilitäten des schwulen Großstadtlebens und schweigt nicht vor den Abgründen wie etwa Rassismus. Beim Thema "Homophobie" ist der Schwule schnell mit einer Antwort parat, diese sei halt bei "den Türken" zu verorten. Wer meint, dass Diskriminierungserfahrungen einen Schwulen zu einem anständigeren Menschen machten, der sieht sich oft getäuscht. Eine Erfahrung, die auch schon so manche Flüchtlingsunterstützergruppe machen durfte…

Sirko Salka in der Midlife-Crisis


Sirko Salka, Jahrgang 1976, war von 2008 bis 2013 Chefredakteur des queeren Berliner Stadtmagazins "Siegessäule" (Bild: Tanja Schnitzler/Querverlag)

Der Autor ist Teil der schwulen Subkultur Berlins, schwimmt mit dem Strom, wenngleich er seinen Bauch pflegt und Rassismus anprangert. Eine gewisse Midlife-Crisis kann Salka nicht verbergen, doch gerade die hilft ihm, so locker über die Szene zu schreiben, die trotz allem Anspruch erst in Ansätzen zu einer queeren Kultur wächst.

"Banal-Sex" ist das schwule Pendant zu Carolin Emckes Bestseller "Wie wir begehren". Es ist natürlich weniger theoretisch und es geht mehr um Sex. Aber gerade dies scheint es ja zu sein, was Lesbischsein und Schwulsein oft scheidet.

Zu Beginn seines Buchs schreibt Sirko Salka: "Für mich sind mein Schwulsein und unsere Community etwas komplett Irrationales und Emotionales und von daher nicht so super-leicht Erklärbares." Zum Ende kann man sagen: Eigentlich gelingt ihm dies ganz gut.

Unser Autor Bodo Niendel ist Referent für Queer- und Gleichstellungspolitik der Linksfraktion im Deutschen Bundestag und wissenschaftlicher Mitarbeiter des schwulen Abgeordneten Harald Petzold.

Infos zum Buch

Sirko Salka: Banal-Sex. Wieso schwules Leben harte Arbeit ist. Broschiert. 160 Seiten. Querverlag. Berlin 2013. 14,90 €. ISBN: 978-3-89656-216-6


#1 AgnostikerbaerAnonym
  • 19.01.2014, 18:30h
  • In der "Süddeutsche Zeitung" war in einem der in diesen Tagen erscheinenden Artikel zu lesen, dass es "unter Männern" inzwischen klare Sache sei, sich im Intimbereich und unter den Achseln zu rasieren. Die Brust werde nur teilweise geschoren. Frage sei jetzt, ob mann auch die Beine rasieren solle oder so etwas dann nicht "doch schwul sei". Nun die Informationen dieses Artikels von Bodo Niendel, "was Schwulsein (...) so ausmacht." Weder rasiere ich mehr als meine Bartkonturen noch gehe ich ins Fitnessstudio und Sexpartys besuche ich auch nicht. Zwar fühle ich mich zu Männern hingezogen, habe einige geliebt und begehre Männer auch körperlich. Bis zum Herztod meines Freundes vor einigen Jahren habe ich 24 Jahre mit ihm zusammengelebt. Bislang habe ich mich als schwul begriffen (und das auch nach außen kommuniziert), ohne das als "harte Arbeit" (Buchtitel) zu betrachten. Die Lektüre des rezensierten Buches werde ich mir schenken. Da reicht es die Besprechung gelesen zu haben. Offensichtlich bin _ich_ dann wohl nicht schwul ...
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#2 BurkhardAnonym
  • 19.01.2014, 20:07h
  • Oh ja sweetheart, Midlife-Crisis mit 37, das ist ja auch sooo stereotypisch schwul. Das tut mir wirklich leid für den Autor, dass er in Berlin Schöneberg natürlich ein totales Zerrbild von männlicher Homosexualität bekommen hat.
    Ich für meinen Teil (oder: und mein Teil, hoho) habe(n) ganz andere heiße Erfahrungen gemacht mit attraktiven Gentlemen, gebildet, kultivert und humorvoll, ohne Drogen und HIV-Pille danach. Neee Restaurant-Bar und Zungenküsse in der Badewanne sind mir lieber als der dunkle Keller vom BULL. ;D :P
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#3 Harry1972Profil
  • 19.01.2014, 20:40hBad Oeynhausen
  • Ich werde mir das Geschreibsel auch ersparen.
    Sorry...aber wenn jemand schon im Buchtitel zu christlichem Vokabular greifen muss, bringt er garantiert kein lesenswertes Buch zustande.
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#4 Harry1972Profil
  • 19.01.2014, 20:41hBad Oeynhausen
  • Tschuldigung...nicht im Buchtitel sonderns als Gerüst zur Erklärung.
    Sieben Todsünden? Geht's noch?
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#5 praktikerAnonym
#6 HarryAnonym
  • 20.01.2014, 09:52h
  • Was etwas nervt sind diese ewigen Klischees der Szene-Kritikaster. Schwule gehen ins Fitnesscenter, na und? Was ist so schlimm daran? Was soll diese Körperfeindlichkeit? Was spricht gegen natürliche Endorphine, Wohlbefinden und ein bisschen Spannen unter der Dusche?
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#7 Christian KnuthAnonym