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Titelseite einer Berliner Boulevardzeitung

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) ist unzufrieden, wie die Medien mit dem Coming-out von Thomas Hitzlsperger umgegangen sind.

"Ich war nicht glücklich über die meiner Meinung nach ausufernde Berichterstattung zu diesem Thema, das nichts anderes betrifft als eine natürliche Sache, die sexuelle Orientierung eines Menschen", erklärte Ligapräsident Reinhard Rauball nach dpa-Angaben beim DFL-Neujahrsempfang in Frankfurt. Er persönlich könne einem aktiven Profi nach wie vor nicht zu einem vollständigen Coming-out raten, weil er die Folgen "nicht abschätzen" könne. Allerdings empfiehlt er schwulen Fußballern, sich "im Rahmen des Arbeitsumfeldes", also bei Trainern, Mitspielern und der Vereinsführung, zu outen.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert kritisierte ebenfalls die Berichterstattung, weil diese einem "entspannten Umgang" mit dem Thema eher abträglich gewesen sei. Das könne dazu führen, dass der betroffene Spieler zu "einer Ikone" der Schwulenbewegung werde – dann sei ihm verwehrt, "einfach nur Fußballer" zu sein.

Hitzlsperger hatte sich vor rund zwei Wochen in einem "Zeit"-Interview als erster ehemaliger deutscher Fußballprofi als schwul geoutet (queer.de berichtete). Er äußere sich über seine sexuelle Orientierung, "weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte", sagte er damals. Damit schaffte er es auf die Titelseite aller großen deutschen Zeitungen und Zeitschriften. Das Thema wurde unter anderem auch in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" behandelt (queer.de berichtete). Der 31-Jährige, der mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister wurde, ist dabei von allen Seiten Respekt gezollt worden.

Öffentliche Kritik kam lediglich von Extremisten oder Populisten wie AfD-Chef Bernd Lucke. Er hatte Hitzlsperger "keinen besonderen Mut" attestiert und ihm ein Bekenntnis zur heterosexuellen Ehe und Familie empfohlen (queer.de berichtete). (dk)



#1 zeitfensterAnonym
  • 21.01.2014, 17:20h
  • Stimmt! Ein Spieler, der sich als heterosexuell outet und sich regelmäßig von der Presse mit seiner Freundin (besser: "Spielerfrau") ablichten lässt, kann ja auch kaum noch als einfacher Fußballer durchgehen......OMG.

    Die Einlassungen von Rauball und Seifert sind ein katastrophaler Offenbarungseid für das Klima im deutschen Profifußball und zeugen von der latenten Homophobie, die dort selbst im Kreis der Funktionäre vorherrscht.

    Lippenbekenntnisse und Sonntagsreden, um der PC zu entsprechen. Aber wenn's drauf ankommt lieber darauf hinweisen, dass Homosexualität nicht sichtbar sein sollte. Einen entspannten Umgang gibt es also nur, wenn die Homosexualität eines Spielers geheim bleibt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 TheDad
  • 21.01.2014, 17:40h
  • ""DFL-Geschäftsführer Christian Seifert kritisierte ebenfalls die Berichterstattung, weil diese einem "entspannten Umgang" mit dem Thema eher abträglich gewesen sei. Das könne dazu führen, dass der betroffene Spieler zu "einer Ikone" der Schwulenbewegung werde dann sei ihm verwehrt, "einfach nur Fußballer" zu sein.""..

    Und das darf auf keinen Fall sein..

    Er muß natürlich eine "Ikone" der Masse bleiben, ein Heroe der Ultra´s, die sich wie jetzt am Wochenende wieder, einfach nur nach dem Spiel gegenseitig die Fresse polieren wollen, weil sie eigentlich am Sport Fußball gar nicht interessiert sind..

    Eines der "Opfer" vom Wochenende, ein 40-Jähriger mußte mit einem Schädelbruch in´s Krankenhaus eingeliefert werden..
    Dabei trug er Handschuhe die mit Quarzsand gefüllt waren; ganz offensichtlich weil er selber kräftig austeilen wollte..

    Für solche Leute muß es lebenslange Stadion-Verbote geben, bis hinunter in die tiefste Spielklasse hinein, denn solche Gewalttäter schaden dem Sport Fußball ganz sicher mehr als ein "vollständiges Coming Out" eines Spielers, dessen Folgen "nicht abzuschätzen" seien..

    Was für ein schwachsinniges Geschwafel der Herren Rauball und Seifert !
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#4 SmartakusProfil
  • 21.01.2014, 17:46hMöhnesee
  • Das erinnert mich doch sehr an die russischen Gesetze zum Verbot der schwulen Propaganda : Nur nicht darüber sprechen.
    Und es erinnert auch fatal an den Bamberger Bischof: Nicht outen, sondern beichten.
    Ich bezweifele ob das "Arbeitsumfeld" für einen Spieler ein guter Ratgeber sein kann. Da sollte er sich lieber Hitzlsperger als Vorbild nehmen und wirklich kompetente Leute fragen.
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#5 MarekAnonym
  • 21.01.2014, 18:25h
  • Dann soll die DFL dafür sorgen, dass Homosexualität im Fußball selbstverständlich und alltäglich ist, dann wäre das auch keine mediale Sensation mehr...
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#6 m123Anonym
  • 21.01.2014, 18:45h
  • Wenn sich sukzessive weitere Spieler outen würden, dann wird das auch nach und nach weniger Medienecho geben.

    Weitere Coming Outs sind schlicht und einfach der richtige Weg um es endlich ein für alle Mal zu normalisieren.
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#7 UnNormaloAnonym
  • 21.01.2014, 18:48h
  • Soso, dann traegt also der oeffentliche Umgang mit (seiner) (Hitzelsperger's) Homosexualitaet dazu bei, dass kein entspannter Umgang damit mehr moeglich ist; wie kommt es dann, dass es beim bisherigen "Verfahren", also dem konsequenten Ignorieren von (Homo)Sexualitaet, dann zu solch "netten" Folgen kommt, wie dem Mobben, Beleidigen, bis hin zum In-den-Selbstmord-treiben?
    Ganz sicher nicht, weil alle darueber reden und dadurch dann wissen, dass Homosexualitaet Teil der natuerlichen Sexualitaet (nicht nur) des Menschen ist.
    Nachtrag zum Ignorieren von Homosexualitaet: In diesem Fall speziell der Homosexualitaet in besonders "maennlichen" Sportarten, wie dem Fussball, oder aber auch Rugby.
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#8 sperlingAnonym
#9 Torsten_Ilg
  • 21.01.2014, 19:04h
  • Antwort auf #7 von UnNormalo

  • Völlig richtig. Ein normaler Umgang mit dem Thema Homosexualität ist nur dann möglich, wenn offen darüber geredet wird. Hitzlspergers Outing war deshalb so wichtig, weil die "Macho-Welt" des Profifußballs, zumindest in der "Schlammzone", also unterhalb der Managementebene, bisweilen noch sehr unverhohlen homophobe Ansichten artikuliert. Wäre Hitzlsperger ein Frisör oder Beamter, kein Mensch hätte sich hierzulande darüber aufgeregt.
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#10 TheDad
  • 21.01.2014, 19:45h
  • Antwort auf #9 von Torsten_Ilg
  • ""zumindest in der "Schlammzone", also unterhalb der Managementebene, bisweilen noch sehr unverhohlen homophobe Ansichten artikuliert.""..

    Nur weil sich Leute wie Rauball und Seifert etwas "gewählter" ausdrückend ist das noch nicht gleichbedeutend damit, das Homophobie nur "unterhalb der Managementebene" stattfindet..

    Wenn ein Manager seinem Spieler "rät" sich nicht "vollständig" zu Outen weil die Folgen "nicht abschätzbar" seien, dann muß Mann zunächst einmal Fragen auf Grund welcher Kompetenz genau er diesen Rat erteilt, der in sich schon Homophob ist..

    Das die Managerebene die Thematik auch weiterhin unter der Decke halten will, zeigt sich daran, das solche "Ratschläge" erteilt werden, und auch daran das noch immer nicht alle Vereine und Einzelverbände die "Berliner Erklärung" unterschrieben haben..

    www.fussball-fuer-vielfalt.de/berliner-erklaerung.html

    Nicht einmal die Hälfte der Erst-Liga-Vereine hat bislang unterzeichnet, und mit dem VFB Stuttgart fehlt der ehemalige Verein Hitzlsperger´s an herausragender Stelle..
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